Neue Küche in Altbau - Sicherungen

budspencer

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Vorgeschichte: Wir ziehen in eine Mietwohnung in einen Altbau von 1908 ein. Die Vormieterin nimmt die vorhandene Küche mit und wir sind dabei eine neue zu planen, die ziemlich genau der bisher vorhandenen entspricht.

Nun zeigt sich folgendes Problem: Laut Küchenbauer sind nicht genügend Stromkreise vorhanden und nicht genügend abgesichert. Ich glaube wir haben drei oder vier Stromkreise in der Küche. Außerdem steht noch die Waschmaschine in der Küche - für die gibt es leider nirgends sonst in der Wohnung eine Möglichkeit anders aufzustellen, da nur in der Küche zu und Abflüsse vorhanden sind und die Bäder zu klein (auch kein weiterer Anschluss vorhanden).

Wie sieht es mit Bestandsschutz aus? Kann eine neue Küche mit neuen Geräten so wieder verwendet werden, wenn zuvor eine Küche mit gleicher Konstellation und gleichartigen Geräten vorhanden war?
 

martin

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Das hat nichts , aber auch übehaupt nichts mit Bestandsschutz zu tun, sondern einzig und alleine mit Sicherheit.

3 oder 4, damit kann keiner hier etwas anfangen, also bitte mal nachzählen.

Was für Geräte sind geplant? Bitte genaue Typenbezeichnung mit Link zur Herstellerseite.
 

budspencer

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Da wir noch keinen Zugang zur Wohnung haben, kann ich aktuell nicht die Anzahl der Stromkreise nennen. Die hat der Vermesser notiert, werde ich bei Gelegenheit nochmal anfragen. Die gesamte Wohnung (124 qm) hat 6 Stromkreise.

Bereits gekauft (aber noch nicht verbaut):
- Backofen Neff BFS4522N: NEFF - B45FS22N0 - Dampfbackofen
- Induktionskochfeld 60cm Siemens EX645LYC1E: SIEMENS - EX645LYC1E - Induktionskochfeld

Weiter geplant:
- Geschirrspüler Bosch SMI67MS01E: BOSCH - SMI67MS01E - Teilintegrierter Geschirrspüler
- Kühl- Gefrierkombi Bosch KIF87PF30: BOSCH - KIF87PF30 - Einbau-Kühl-Gefrier-Kombination mit Gefrierbereich unten

Bereits vorhanden:
- Waschmaschine Siemens WM14W640 iQ700: SIEMENS - WM14W640 - Waschmaschine, Frontloader

Für die Dunstabzugshaube kann ich kein Fabrikat nennen. Irgend ein Standard Umluft Gerät, welches bei XXXLutz bei der Nolte Küche mit im Angebot war.
 

martin

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Backofen + Kochfeld = 3 Stromkreise, besser 4
Geschirrspüler = 1 Stromkreis
Waschmaschine = 1 Stromkreis

ergibt also min. 5 Stromkreise allein für die Küche

Der 6. Stromkreis ist dann für alle anderen Verbraucher in der Wohnung. Das ist mehr als knapp.

Da wird nachgerüstet werden müssen.
 

zizibee

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Nein Martin, nicht unbedingt.

Herd = 1 Stromkreis, 20 oder 24 A Absicherung (2 autarke Geräte sind nicht vorgesehen)
Waschmaschine = 1 Stromkreis, Absicherung 16 A wie alle anderen
Geschirrspülmaschine ist ev. nicht vorgesehen, sonst Glück gehabt, ebenfalls 1 Stromkreis
Allgemeinstrom Küche = 1 Stromkreis.
Macht maximal 4 für die Küche.

Bleiben 2 - 3 Stromkreise für den Rest der Wohnung.
Abgesehen davon, dass bei uns der Stromanschluss für die Waschmaschine im Bad ist, sieht es hier elektrisch auch nicht anders aus und das Haus stammt von 1969 und nicht von 1908.
Das ist nicht üppig, aber auch heute noch durchaus zulässig und in dem Fall hat der Vermieter Bestandsschutz (hat der Elektriker beim E-Check bestätigt). Der Vermieter wird sich auf das Nachrüsten nicht einlassen, weil er sonst die komplette Elektrik der Wohnung auf den neuen Stand bringen müsste. Das wird er nicht bezahlen wollen und er muss ja auch nicht, außer er hätte behauptet, die Wohnung habe Neubaustandard bzw. sei saniert. In dem Fall wäre die mangelhafte Stromversorgung wohl nicht das größte aller Probleme.

Ob die Vormieterin die Geräte korrekt angeschlossen hat, weis hier auch niemand. Manche Leute leben jahrelang mit sehr abenteuerlichen Konstruktionen.

Liebe Grüße Claudia
 

budspencer

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Vielen Dank schon mal ihr beiden.
@zizibee: In Deiner Aufstellung fehlt glaube ich der Backofen. Oder meintest Du mit Herd Backofen / Kochfeld Kombi?

Das Induktionskochfeld ist laut Datenblatt für 7.4kw ausgelegt, also bräuchte es imho eine 40A Sicherung?
 

budspencer

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Ob die Vormieterin die Geräte korrekt angeschlossen hat, weis hier auch niemand. Manche Leute leben jahrelang mit sehr abenteuerlichen Konstruktionen.
Hat sie tatsächlich nicht. Ihr wurde es aber auch erst jetzt beim Auszug gesagt, als sie die Küche ausbauen ließ und in die neue Wohnung mitgenommen hat.

Bzgl. Bestandsschutz habe ich die unterschiedlichsten Aussagen gehört. Zum einen, dass der Begriff in der DIN / VDE Norm gar nicht vorkommt und eher aus dem Baubereich stammt. Zum anderen, dass es sich bei einer neu geplanten Küche nicht mehr um Bestandsschutz handeln kann - irgendwann muss man anscheinend neue Normen entsprechend umsetzen. Es gibt aber auch einige, die den Begriff weitaus flexibler auffassen. Als Laie konnte ich mir noch keine Meinung bilden.
 

Mewtu

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Du hast leider kein Anrecht auf eine Elektrik nach dem neuesten Stand der Technik. Vielleicht lässt der Vermieter mit sich reden, dass du auf eigene Kosten neue Kabel legst? Je nachdem, wo der Sicherungskasten ist, ist es vielleicht nicht so aufwendig. So haben wir es in der Wohnung meiner Mutter gelöst, allerdings Eigentum.
 

martin

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Im Haushalt wird mit maximal 16A/Stromkreis abgesichert. In Altbauten gibt es auch noch vereinzelt (nicht mehr zulässige) Absicherungen mit 20A. Höhere Absicherungen sind unzulässig.

Das Kochfeld benötigt folglich eine Absicherung von min. 2x16A.

Bei der Installation neuer Stromkreise ist zu beachten, dass zumindest diese zusätzlich mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter gesichert werden müssen.

Eine Überlastung einzelner Stromkreise ist gefährlich. Es wäre nicht die erste Wohnung, die aus diesem Grund abfackelt.
 

zizibee

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Herd = Backofen/Kochfeld-Kombi mit Kochfeldsteuerung über den Backofen.
Bei einer 20 A Absicheung wird der natürlich leistungsreduziert betrieben. Das funktioniert ganz gut, weil man eher selten alle Kochplatten gleichzeitig auf höchster Stufe betreibt und zusätzlich noch den Backofen aufheizt.

Und ja, in der VDE kommt Bestandsschutz nicht vor, einfach deshalb, weil die VDE/DIN sich immer mit dem aktuell zulässigen Stand befasst. Sprich sie sagt, wie eine Elektroinstallation jetzt zu erstellen ist.
Wenn die Elektrik vorschriftsmäßig erstellt und abgenommen ist, kann sie so bleiben, wie sie ist, bis einer kommt, der was ändern will oder das Haus einfällt. Da muss nichts nachgerüstet werden, nur weil sich die Vorschriften für neu zu erstellende Anlagen ändern. Das meinte ich mit Bestandsschutz in Bezug auf die Elektrik. Ansonstenn gäbe es eine Stichtagsregelung, bis zu dem alle Anlagen entsprechend nachgerüstet werden müssten.
Die Küche hat logischerweise keinen Bestandsschutz, wenn sie erst eingebaut wird, bzw. werden soll und ja, der Begriff kommt eher aus dem Bauwesen.

Unsere Vermieterin ist eine ganz liebe, nette. Wir dachten auch beide, dass das Erneuern des Herdanschlusses nicht so ein Akt wäre. Deshalb der E-Check, weil sie wissen wollte, ob auch wirklich alles in Ordnung ist in der Beziehung und damit uns der Elektriker in dem Zuge gleich sagt, wie aufwändig das wäre. Ende vom Lied ist , dass in dem Moment, wo irgendwas am Sicherungskasten geändert wird, die gesamte Elektrik in der Wohnung auf den aktuellen Stand gebracht werden muss, eben weil es in dem Moment keine bestehende, funktionstüchtige Anlage mehr ist. Das wollte sie verständlicherweise nicht bezahlen und wir wollten auch nicht wirklich eine Baustelle in der Wohnung.
Selbst wenn man sich das finanziell und auch sonst antun wollte, bleibt die Frage ob die Zuleitung in die Wohnung mehr Strom überhaupt hergibt. Falls nicht, geht das Problem da weiter.

Du bekommst deine beiden autarken Geräte nicht angeschlossen, aber im Prinzip kannst Du kochen, waschen und den Kühlschrank anschließen; auf mehr hast Du keinen Anspruch.

Liebe Grüße Claudia
 

budspencer

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Du bekommst deine beiden autarken Geräte nicht angeschlossen, aber im Prinzip kannst Du kochen, waschen und den Kühlschrank anschließen; auf mehr hast Du keinen Anspruch.
Liebe Grüße Claudia
Auf welche Geräte beziehst du dich?

Und ich behaupte auch mal, dass es bei uns nicht so einfach hinzunehmen wäre (hoffentlich). Beim Unterschreiben des Mietvertrags war uns nicht bekannt, dass wir die Küche nicht wieder genauso wie die Vormieterin planen können.

Ich kann und will dem Vermieter in der Hinsicht nichts unterstellen. Aber letztlich muss ich mich schon darauf verlassen können, dass ich eine Mietwohnung so später verwenden kann, wie ich sie sehe und Angeboten bekomme.

Also wir haben schon einen Teil der Geräte gekauft und eine Anzahlung für die Küche geleistet, sind aber letztlich noch nicht in der Wohnung. Wenn da keine Lösung gefunden werden kann, dann würde ich eher versuchen aus dem Mietvertrag wieder auszusteigen. Ein weiteres Problem wäre danach, wenn wir wieder ausziehen würden, dass wir dann auch wieder Probleme bekommen könnten die teure Küche einem Nachmieter zu überlassen.
 

Mewtu

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Aber der Vermieter hat euch ja die Küche nicht angeboten, oder? Er weiß ja gar nicht, was der Vormieter da gemacht hat. Insofern glaube ich nicht, dass er dir schuldet, dass du deine Küche so aufbauen kannst. Wahrscheinlich musst du bei dem Baujahr als Mieter selber drauf kommen, dass die Elektrik nicht aktuellem Stand entspricht.
 

budspencer

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Die vorige Mieterin war 4 Jahre in der Wohnung und ebenso alt war auch die Küche. Von daher konnte ich mit diesem Ausgang nicht im Geringsten rechnen.
 

Mewtu

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Diese Aussage verstehe ich leider nicht.
Ich fürchte, es gilt gemietet wie gesehen und bei einem Blick in den Sicherungskasten hätte man wohl sehen können, wie viele Küchengeräte man anschließen kann.
Blödes Beispiel, aber mir fällt nichts besseres ein: der Vormieter hat auf dem Balkon einen Whirlpool stehen, obwohl das die Statik nicht zulässt. Dann kannst du vom Vermieter ja auch nicht verlangen, dass er den Balkon umbaut, damit du da auch einen Whirlpool draufstellen kannst.
 

budspencer

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Das ist in der Tat ein schlechtes Beispiel. Bei der Küchenplanung , Vermessung und Aufbau sind Fachfrauen-/Männer am Werk. Zumindest sollten sie es sein.

Wir hatten gar die Pläne von der Vormieterin für die Küche eingesehen, um die Maße und Geräte zu planen.

Das ist etwas anderes, als in Eigenregie einen Whirlpool in die Landschaft zu stellen.

Der Vermieter zeigt sich bemüht. Auch wenn ich bei ihm glauben kann, dass er sich dessen nicht bewusst war, muss ich mich dich auf das verlassen können, was mir bei Besichtigung gezeigt wird und als Einschränkungen genannt wird.
 

isabella

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Eigentlich kannst Du schon die Geräte anschließen, Du darfst aber keine 2 Großgeräten an einem Stromkreis gleichzeitig laufen lassen, bzw. das haut die Sicherung raus. In einem Parallelthread kam der Vorschlag, einen Switch einzubauen, so dass es sichergestellt ist, dass man z.B. nicht BO und WaMa, falls am selben Stromkreis angeschlossen, nicht gleichzeitig laufen können.
Lass doch ein Elektriker drüber schauen und eine Lösung vorschlagen.
Keine Panik.
 

budspencer

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Update. Also konkret gibt es die folgenden Sicherungen in der Küche:
- Starkstrom für Herdanschluss (3*16A)
- 1 Stromkreis für "Waschmaschine"
- 1 Stromkreis für "Rest der Küche"

Der "Rest der Küche" wäre dann für Geschirrspüler, Kühlschrank und Lichter übrig. Also dann kann man sich wohl vom Geschirrspüler verabschieden... Und für den Rest wären es auch nicht üppig bestellt, wenn man mal den Wasserkocher anwirft oder die Küchenmaschine.
 

martin

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Der GSp hat einen Anschlusswert von 2,4kW. Für die restlichen Verbraucher reichen die verbleibenden 1280W gerade so.

Du bekommst ein Induktionsfeld. Darauf erhitzt Du Wasser wirtschaftlicher und shneller als im Wasserkocher. Den brauchst Du also nicht mehr.
 

budspencer

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Der GSp hat einen Anschlusswert von 2,4kW. Für die restlichen Verbraucher reichen die verbleibenden 1280W gerade so.

Du bekommst ein Induktionsfeld. Darauf erhitzt Du Wasser wirtschaftlicher und shneller als im Wasserkocher. Den brauchst Du also nicht mehr.
Bautechnisch kann ich allerdings nur Geschirrspüler + Waschmaschine, oder Geschirrspüler + Kühlschrank + Rest der Küche an einen Stromkreis anschließen. Passt das?
 
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