Preisliche Intransparenz beim Küchenkauf

Dieses Thema im Forum "Teilaspekte zur Küchenplanung" wurde erstellt von Michael, 15. Dez. 2007.

  1. Michael

    Michael Admin

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    Die Vorwürfe werden immer lauter:
    Der Handel betreibe eine verschleierte Preispolitik. Angebote wären nicht nachvollziehbar und Preisvergleiche fast unmöglich, wobei Zweites nicht von der Hand zu weisen ist.
    Liegt dieses Gebaren aber wirklich am Händler? Oder hat nicht der Händler selbst in gleichem Masse damit zu kämpfen?
    Die Vorwürfe sind nachvollziehbar. Der Handel wehrt sich mit der Komplexität der Materie...

    Hier geht es direkt zum Artikel, der versuchen soll das Problem und die Ursachen zu beschreiben.
    Selbstverständlich ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Vielleicht bringt die Diskussion zusätzliche Erkenntnisse.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Nov. 2011
  2. gerdhd

    gerdhd Spezialist

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    Ich kann dem eigentlich nur zustimmen.
    Wir hatten letzens einen Kunden, der eine Küche für immerhin 23000 euro von uns anfertigen lies, allerdings war er erst beim Küchenstudio, dort plante man zwar und sagte auch Preise, nur der Kunde bekamm weder Plan noch irgendein Angebot in die Hand, was Ihn letzlich sehr verärgerte und er sich für uns entschieden hat, obwohl wir wesentlich teuerer Waren, zumindest mit dem Angebot, ob die Leistungen vergleichbar waren kann nicht beurteilt werden, und da ist der Haken.....Warum gibt man keine Angebote heraus, bei diesen Summen muß man sich doch einen Kauf und das für und wieder von Zubehör in Ruhe zuhause im Familienkreis ansehen und darüber diskutieren können, ohne das laufend ein "fremder" dabei ist. Wovor haben die Studios Angst? Wir geben auch alle Planungsunterlagen heraus und bekommen auch Aufträge, sicherlich ist es ärgerlich wenn ein anderer die Küche nach meinen Plänen baut, aber ich kann doch durch andere Leistungen den Kunden binden. Wenn z.B. ein Angebot nur eine Endpreis enthält wie das vielmals Praktiziert wird, wo soll den der Kunde sehen was die Küche kostet wenn er das oder Jenes dazunimmt oder weglässt, hier ist er doch wirklich auf die Ehrlichkeit der Verkäufer angewiesen, und mal ehrlich....Rechnet man immer alles auch so zurück wie der Preis vorher Kalkuliert worden ist??? Bei Seriösen Geschäften sollte man keine Geheimnisse vor den Kunden haben, Ehrlichkeit zahlt sich auf Dauer aus. Einen Betrogenen Kunden verkaufe ich nur einmal etwas, ganz zu schweigen von den vielen die wegen der "Werbung" die der Kunde macht, schon gar nicht erst kommen.... Hat man das wirklich nötig, muß man den Kunden damit Binden, das er erst unterschreiben muß bevor er irgendwelche Papiere sehen darf??? Ich Glaube nicht, offener und ehrlicher umgang mit den Kunden zahlt sich aus, und auch wenn man mal Planungen für die Mitbewerber macht, so bleibt so mancher Kunde im Geschäft und geht schon gar nicht zu diesem wenn er sich gut aufgehoben und wohlfühlt.... und hierzu bedarf es wirklich nicht viel, entgegenkommen und Ehrlichkeit, ...es zahlt sich auch und solche Artikel brauchen erst gar nicht zu entstehen....
     
  3. Michael

    Michael Admin

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    Lindhorst
    Hallo Gerd,

    das ist das Statement des Tischlers ;-)
    Wenn ich es richtig verstanden habe plädierst du für gegenseitiges Vertrauen und auf das Qualitäts- und Beratungsbewusstsein des Kunden. Offenbar auch erfolgreich.
    Wenn in Deinem Beispiel aber der Kunde nur auf den Preis geachtet hätte, wäre er weg gewesen.
    Hättest Du die Planungen und das Angebot nicht herausgegeben, wäre er ebenfalls weg gewesen.
    Wenn man diese, durchaus sympatische, Strategie betrachtet, stellt sich aus Händlersicht die Frage:
    Wenn ich den Kunden verliere, obwohl ich ihm sämtliche Unterlagen zur Verfügung stelle, verliere ich ihn dann nicht erst recht, wenn ich es nicht mache ???
     
  4. schnen

    schnen Gast

    Hallo Zusammen

    Hochinteressantes Thema! Auch für mich sehr aktuell. Ich bin derjenige, welcher sich für Küche mit Meterpreis entschieden hat! Transparenz beim Küchenkauf ist auch für den Küchenfachhändler ein Problem. Immer mehr Käufer informieren sich im Fachhandel gründlich und gehen dann mit den Infos ins Internet, besorgen sich dort die Elektrogeräte etc. das Holz dann bei einem billigen Anbieter usw. Dieser Trend gilt übrigens nicht nur beim Küchenkauf. Mein Küchenstudio hat viel Zeit investiert mich detailliert zu beraten, mehrfach die Pläne geändert und ging individuell auf Sonderwünsche ein. Das muss natürlich auch von mir bezahlt werden. Natürlich wünsch ich mir schon Einzelteilpreislisten von verschiedenen Küchenfabrikaten. Aber einen messbarer Vergleich ist halt nur möglich, wenn sich das Küchenstudio vorher intensiv und vor allem individuell um die Planung kümmert, d.h. massiv in Vorleistung geht. Wenn aber dann der Kunde abspringt, bleibt das Studio auf seinen Beratungskosten sitzen. Ich rate dazu, sich vorher Referenzen einzuholen und dann aber einen Auftrag durchzuziehen. Faire Behandlung durch den Fachhandel setzt auch einen fairen Kunden voraus!

    freundliche grüße norbert
     
  5. gerdhd

    gerdhd Spezialist

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    Hallo Nobert,

    sicher geht man erst einmal von fairen Kunden aus, was ja auch weitgehend der Fall ist, zumindest bei uns. Sicher ist auch eine enorme Planungs- und Vorgesprächsleistung voraus zu leisten. Aber wenn ich z.B. bei einem Geschäft das Gefühl habe das ich hier gut aufgehoben bin, dann Kaufe ich auch dort und gehe im Normalfall nicht zu Ebay oder IKEA, den der Günstige Preis kann schnell zu einem sehr Teueren werden.

    Hallo Michael,

    Gut das ist natürlich richtig, aber wir Praktizieren das System schon seit über 100 Jahren mit Erfolg und können das nur Empfehlen.
    Was das mit dem Kunden Angeht der trotz Plan überlassung nicht bei uns Kaufen, nun dazu kann ich nur sagen, der Kunde geht weil er wahrscheinlich woanderst die Bessere Leistung bekommt, aber er geht freundlich und nicht verärgert wie er das tun würde wenn wir nichts rausrücken würden. Vielleicht hat er ja auch mal wieder eine Anfrage die er dann bei uns fertigen lässt, wenn er aber verärgert geht kommt er nie wieder und andere denen er davon erzählt auch nicht.....also wir finden einen Kunden der wegen Besserer Leistungen der Mitbewerber geht , besser als wenn er verärgert wegen unserem Verhalten geht.

    Beste Grüße


    Gerd Wilhelm
    Odenwald-Einrichtungen
     
  6. Küchen Klaus

    Küchen Klaus Spezialist

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    Intransparenz
    Vergleichbarkeit

    Es ist und bleibt ein Tanz auf dem Drahtseil. Für Kunden und Verkäufer. :(

    Sicherlich hat es jeder schon einmal erlebt, dass der Kunde mit einer Skizze kommt wo der Fuß unten abgeschnitten oder wegkopiert wurde. „ Das hat mir ein Bekannter gemacht“ ist eine oft zu hörende Aussage, die man höflich zur Kenntnis nimmt. So, nun haben wir eine Skizze in der Hand und wissen „ aha ‚ne Küche“. Die Qualität der Planung lassen wir mal außen vor. Wir machen also ein Angebot. Bestenfalls gibt es so heftige Kritikpunkte, dass man von vorn herein eine andere Planung vorschlägt. Aber bleiben wir mal bei der Skizze. Wissen wir denn, welches Zubehör, welche E-Geräte und ganz wichtig, welche Küche angeboten wurde und welche Serviceleistungen dahinterstehen? Ist eventuell billiger Chinagranit berechnet, oder ein Geräte Set mit einfacher Umluft. Beleuchtung dabei, Mülleimer für 36,- oder 400 € ? Selten weiß der Kunde über diese Details bescheid. Selbst die intelligentesten blicken bei komplizierten Planungen nicht durch. Handelt es sich um eine sehr große, komplizierte Planung, fällt es uns Profis - wenn wir ehrlich sind - doch selbst schwer durch das Angebot nach 3 Wochen im Detail durchzublicken. Da müssen wir uns wieder voll reindenken.

    Also werden doch zwangsläufig in Regel Äpfel mit manchmal sogar faulen Birnen verglichen.

    Leider wissen wir nicht, ob unsere lieben Kunden die Skizzen nur zur Entscheidungsfindung zu Hause haben wollen, oder schnurstracks vom Profi zur Fläche rennen um ev. ein paar Euros zu sparen. Damit will ich nicht sagen, dass es bei den Flächenanbietern keine Profis gibt und das es da billiger ist, aber der Kunde kann durchaus an einen Quereinsteiger geraten, der „die Küche“ in einem dreiwöchigen Crashkurs gelernt, und somit keine Ahnung hat und sich dann wohlmöglich noch mit den guten Ideen profiliert, aber das Ding mangels FAchwissen total gegen die Wand fährt - armer Kunde. So weit so gut. Wir haben also drei bis vier Sunden geplant, vorher in einem langen Beratungsgespräch die Kundenwünsche ermittelt und sind mit ihm die Planung und Details nachher noch einmal durchgegangen. Sagen wir mal 6 Stunden sind investiert worden. Und jetzt sollen wir das Ergebnis unserer Arbeit einfach so herausgeben? Nicht wissend, zu welchem Zweck der Kunde die Unterlagen haben will.
    ABER : wenn SEIN Haus von einem Architkten geplant wird, muß er auch dafür bezahlen.


    Wenn sich doch der Handel endlich mal einig sein würde und eine Planungspauschale erheben würde, wäre dies nicht ganz so gravierend, weil dann wenigstens die Arbeit bezahlt würde. Aber ohne jegliche Gegenleistung fällt es doch sehr schwer die Planungen einfach so herauszugeben. Wir alle wissen, welche Kostenstrukturen hinter einer Planung stecken. Es ist nicht nur die Zeit, die wir einsetzen. Die Kosten, die die Planungssysteme verursachen, was Energie kostet etc. können so einfach nicht ermittelt werden. Wenn ich nur mal die oben erwähnte Zeit mal auf Kundendienst Rechnungen umlege, brauchte man eigentlich gar nicht mehr zu verkaufen und könnte von der Dienstleistung Planung gut leben. Jetzt kommt aber wieder die Crux bei der Geschichte. Welchen Wert hat die Planung überhaupt für den Kunden. Hier im Forum sehen wir immer wieder, was da für Müllhaufen zusammengeplant werden und im Gegenzug auch, was aus den Räumen gezaubert werden kann. Wie soll man hier eine Berechnungsgrundlage finden? Durch die Einführung von Planungskosten würde natürlich auch der Angebotstourismus der Kunden stark eingeschränkt. Viele sind sich nicht bewusst, was für Kosten sie verursachen wenn sie sich für ihre 5000,-€ Küche bis zu 12 Angebote machen lassen. Kosten = 12 Angebote x 6 Sunden x 35 € Personalkosten = 2.520 € ( zugegeben, ein wenig hoch gegriffen, aber selbst bei weniger Zeiteinsatz erschreckend )

    Nun einmal zur der Preispolitik.
    Man ist bei den Möbel auf die Herstellerlisten angewiesen. Ich kenne keine Liste, die reelle UVP’s hat. Das Verwirrspiel, das wir mit unseren Kunden machen MÜSSEN, wird uns doch von der Industrie aufgezwungen. Es gibt Wertverrechnungen, Blockverrechnungen, Modelle mit und ohne Arbeitsplatten, Modelle mit und ohne E-Geräten um hier nur mal einen kleinen Auszug aus der Palette zu bringen. Richtig schlimm wird es dann bei den E-Geräten. Ich frage mich allen ernstes wieso die Gerätehersteller, bis auf Miele, überhaupt noch Listen mit völlig überzogenen UVP’s herausgeben.

    Solange die Industrie so weitermacht müssen wir und die Kunden mit der Intransparenz leben. Aber dadurch würden die Küchenangebote auch nicht vergleichbarer werden. Es sei denn, es würde ein „Ehrenkodex“ unter den Küchenverkäufern vereinbart. Und dies erscheint mit so unrealistisch wie Eiswürfel auf der Sonne.

    Es ist und bleibt ein Drahtseilakt.

    Als einziges Mittel für fair Play gegenüber meinen Kunden erscheint mir derzeit der absolute Endpreis für die Gesamtleistung im Angebot, ohne unglaubwürdige Rabattaussagen.



    Abschließend eine kleine wahre Geschichte. ( Thema Angebote und Skizzen herausgeben )

    Ich verkaufe auch Bäder. Kunde, nennen wir ihn mal Schnibbeldick, kommt mit dem Wusch :
    „Ich möchte ein Bad kaufen, alles aus einer Hand, habe keine Zeit mich selbst um alles zu kümmern“. OK, also Bad aufwendig geplant. Mit Podesten, Trockenbau, Wanne im Raum, Dusche mit bodenbündiger Duschtasse, Oberschränke im Trockenbau versenkt und allem Schnickschnack. Da sitzt man schon mal 6 Stunden dran. Familie Schnibbeldick ist von den Ideen begeistert und gibt Signale das Bad kaufen zu wollen. Wir haben dann am PC noch die verschiedenen Raumfarben ausprobiert, Bordüren gesetzt, Fliesenformate festgelegt und eine sehr schöne Raumgestaltung entwickelt. Also werden jetzt die Partnerunternehmen für Maler, Fliesen, Sanitär und Elektroarbeiten zwecks Angebotserstellung für die einzelnen Gewerke aktiviert, mit Skizzen versorgt und über die Varianten der Gewerke informiert. Natürlich wollten Schnibbeldicks auch die Pläne haben und bekamen sie, weil ja eindeutige Kaufsignale da waren. Es vergingen ca. vier Wochen.

    Samstags begegnete ich Schnibbeldicks im Baumarkt. Meine Skizzenmappe, prall gefüllt, in der Hand. Sie suchten sich dort die Sachen für ihr Bad zusammen. Hilfreich waren ihnen sicherlich auch die Angebote der Handwerker. :knuppel:
     
  7. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Hallo erstmal,

    so wir waren mit unserer *Eigenen* Planung bei den verschiedensten Küchenhäusern mit welchem Ergebnis?
    Keines hat uns die Einzelpreise Ihres Angebotes überlassen es gab immer nur eine "Endsumme" egal ob Vesta, Marquardt, Möbel Mann oder ein kl. Küchenhaus die einzigen die wenigstens einen Plan herausgaben war Marquardt!!!

    Nun was sagen denn die Profis dazu?

    Dabei muss man anmerken das die teuerste und am wenigsten ansprechende optik durch das kl. Fachküchenstudio ausgearbeitet wurde.

    Wenn ich mich bei einem Handwerker über Arbeiten informiere oder bei einem Fußbodenfachverkäufer ein Angebot machen lasse bekomme ich jeden Preis genannt und zur Entscheidungsfindung mit nach Hause.
    Wieso sollte das bei einer Küche nicht möglich sein??

    Wer sich ein Auto aussucht geht ja auch von Händler zu Händler fragt nach einem Fahrzeug wie er sich das Vorstellt bekommt ein detailiertes Angebot mit, möglichst noch eine Probefahrt und das ganze geht auch nicht inerhalb von 5 Min und der Händler ist auch nicht sicher ob der Kunde nicht bei einem Mitbewerber sich das gleiche Fahrzeug für 500€ günstiger kauft.
    Trotzdem erwartet jeder auch der Küchenfachhändler das sich seine Kunden mit eienr pauschalen Aussage zufrieden geben.
    I C H kann das nicht :knuppel: nachvollziehen!!!

    Küchenbär
     
  8. Michael

    Michael Admin

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    Rein intuitiv habe ich vor Eröffnung des Themas in der Smilie-Auswahl noch schnell den "schwingenden Knüppel" einsortiert, und das scheint gut so gewesen zu sein. Zumindest erfreut er sich in diesem Thread grosser Beliebtheit ;-)

    Hallo Küchenbär,

    Kompetenz ist grössenunanhängig. Insofern hast Du mit den Grossen Glück und mit dem Kleinen offenbar Pech gehabt.

    Weiterhin schreibst Du:
    Dass das nicht von jedem erwartet wird, zeigt ja z.B. die Strategie von Gerd. Von ihm bekommt der Kunde sämtliche Unterlagen ausgehändigt. Die von ihm gemachten positiven Erfahrungen bestärken ihn, es auch zukünftig zu tun.

    Wer dann aber öfter mal mit "Schnibbeldicks" zu tun hat...
    Sich mit der angefertigten Planung ein Vergleichsangebot einholen zu wollen, ist eine Sache. Das Zeug dann im Baumarkt zu besorgen eine Andere. Aber sich dann auch noch mit Planungen unter dem Arm erwischen zu lassen... :oops: (Ich lass den Knüppel jetzt mal stecken)
     
  9. INS1DER

    INS1DER Gast

    Wer sich von einem Architekten ein Haus planen lässt, muss auch bezahlen. Küchenverkäufer machen das kostenlos.

    Einzelpreise?? Was die Bremsscheiben kosten? Die einzelnen Sitze, der Hebel der Handbremse??

    Mich würde mal interessieren, was DU denn beruflich machst?!
     
  10. martin

    martin Moderator

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    Hallo,

    klar ist es wegen "abkupfernder" Mitbewerber problematisch, Pläne und Einzelpreise heraus zu geben. Ich tue es trotzdem. Und jeder, der nur kopiert ohne seinen Hintern zum Kunden zu bewegen, wird, so er den Auftrag abstaubt, viel Geld mitbringen müssen, um eine gebrauchsfähige Küche abzuliefern.

    Im Übrigen kann der Austausch eines einzelnen Schranktyps in einer Planung zu erheblichem Mehr- oder Minderaufwand bei Transport und Montage führen. Das muss kalkulatorisch berücksichtigt werden. Es ist also bisweilen nicht möglich, einfach nur die Preisdifferenz der beiden Typen ins Angebot einzurechnen.

    Der Vergleich mit dem Autokauf hinkt vorne und hinten. Es interessiert niemanden, was der Kotflügel vorne links kostet, und die denkbaren Fahrzeug-Varianten betragen selbst bei Nobelkarossen mit Individualausstattung nur einen kleinen Bruchteil dessen, was bei Küchen bereits in der unteren Mittelklasse möglich ist.

    Solange Kunden gegen das Urheberrecht durch Weitergabe von Plänen und Angeboten verstoßen, wird es wohl in unserer Branche weiterhin viel Intransparenz geben.
     
  11. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Hallo Insider

    Welcher "Architekt" baut dir ein Haus?
    Meines wissens sind Architekten üblicherweise "nur" Planer und bekommen diese auch bezahlt.
    Sollten sich Küchenplaner genügend profilieren können (ähnlich wie Innenarchitekten) sollte dieses natürlich getrennt bezahlt werden.
    Die Frage geht jedoch nicht um die Planung sondern um das Angebot der Händler!!
    Warum können Kunden kein Detailiertes Angebot bekommen um selbständig auf details zu verzichten fals der Preis zu hoch ist und das Budget sprengt. Spätestens nach dem 3. Besuch des Küchenhändlers wird der Kunde das Haus nichtmehr betreten fals sich entweder derPreis oder der Inhalt nicht seinen Wünschen angepasst hat.
    Bei einem Möbelhändler der dir eine Schlaf- oder Wohnziommereinrichtung verkaufen möchte wirst du auch ein detailiertes Angebot erhalten und dann vergleichen oder?

    Küchenbär

    [/quote]
     
  12. HALLO,

    bei uns bekommen die Kunden grundsätzlich ein detailliertes Angebot und auch die Planung mit raus, das ist ein Geschäftsprinzip >>Vertrauen schaffen vom ersten Augenblick.

    Meine Meinung der Küchenhandel macht sich in manchen Regionen selbst kaputt mit völlig überzogenen Rabatten und Angeboten, mit gelogenen 0 % Finanzierung und Geschenken " .....

    Manchmal wünscht man sich auch mehr Absprachen unter den Händlern, wie es in anderen Branchen durchaus üblich ist.

    Ich habe mir auch schon überlegt ob es nicht besser wäre wenn der Kunde für die Ausgabe von Angebot und Planungen eine Art Kaution zahlen müsste?
    Berechtigt wäre es durchaus, ein gute Planung und Beratung die 3 Stunden oder länger dauern kann ist schon ein zeitlicher Aufwand für den Berater ohne Abschluss Garantie. Ein Auto oder eine Versicherung lässt sich schneller verkaufen als eine Küche, hier ist der Aufwand viel höher.
    Bei Auftragserteilung würde die Kaution verrechnet, das würde natürlich nur funktionieren wenn alle Händler mitmachen würden ( daran würde es auch scheitern ). Der Vorteil liegt auf der Hand die Kunden würden die Angebotsanzahl einschränken , es gäbe nicht mehr soviel " Spasspalnungen" , der Berater würde für seine Leistung gewürdigt.

    Ich denke und hoffe das sich am Ende Ehrlichkeit, Vertrauen und Kompetenz durchsetzten wir und hoffe das der ganze Schwachsinn wie z.B.: " Wenn Sie heute kaufen, schenken wir Ihnen Ihre Küche wenn es am 24.12. 2007 12 Uhr auf dem Marktplatz schneit" :knuppel: bald aufhört ...........

    Schönen Tag an alle
    J.D.
    neuekueche.de
     
  13. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Hi neuekuech.de

    warum nicht eine kaution für eine Planung fände ich pers. nicht zuviel verlangt.
    Doch was macht der Küchenverkäufer wenn der Kunde mit einer fertigen Planung kommt und dafür ein Angebot erwartet? *stocksauer*

    Küchenbär
     
  14. Küchen Klaus

    Küchen Klaus Spezialist

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    Hi Küchenbär,

    klar haben wir Händler Verständnis für den Kunden. Ich denke jeder ist bereit mit dem Kunden zusammen das Angebot zu modifizieren um dann den Endpreis in die Nähe des Budgets zu bringen.

    Dein Beispiel mit dem Teppichhändler kann man nicht auf Küchen übertragen. Der hat seinen Quadratmeterpreis für die Ware die der Kunde aussucht. Dann die Verlegekosten, und fertig. Da hat man in der Regel bei der Küche erst den Grundriss gezeichnet.

    Auf das Thema Kaution, bei mir hieß es Planungspauschale, bin ich in meinem etwas zu ausführlichen Statement eingegangen.
    Zu deiner Anmerkung: ( siehe letztes Zitat )

    Hier wird dann vom Kunden - und das erleben wir tagtäglich - aus Eigennutz und wissentlich gegen das Urheberrecht verstoßen.

    Summa summarum drehen wir uns im Kreis und es wird mittelfristig für alle Kunden und alle Händler keine befriedigende Lösung geben.


    Seit dem der "Geiz ist geil" Wahn ausgebrochen ist hat sich alles stark verändert. Es werden Fairness und Anstand von den meisten diesem Wahn untergeordnet.

    PS:
    Ich bitte um Nachsicht, wenn ich aus meinem eigenen Statement zitiert haben ;-)
     
  15. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Lieber Küchenklaus
    welches Urheberrecht verletzt ein Kunde der wie wir mittels einem Internetplaner ob von IKEA oder von Alno oder einem anderen sich selbst eine Küche plant und damit zu einem Händler geht??

    Oder meintest du der Händler verstöst gegen das urheberrecht an der Planung des Kunden wenn er ihm dazu Preise nennt`? *crazy*

    Ich möchte schonmal wissen ob hier alle Kunden als Idioten und Diebe des "Geistigeneigentums" irgendwelcher Küchen(fach)händler eingestuft werden und hingestellt als wüsten sie nicht was sie wollen!!
    Oder kann man deine Aussage bezüglich des DIEBSTAHLS Geristigeneigentums anders bewerten???

    Küchenbär
     
  16. martin

    martin Moderator

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    Barsinghausen
    Hallo Küchenbär,

    es geht hier nicht um Planungen, die der Kunde selbst entworfen hat. Es geht darum, dass ein Küchenplaner an seinem Entwurf ein Urheberrecht hat. Diese Händlerplanung darf nur mit dessen Zustimmung weiter gegeben werden, selbst wenn nicht explizit auf das Urheberrecht hingewiesen wurde.

    Leider ist nur sehr wenigen Leuten bewusst, dass sie mit der ungenehmigten Weitergabe einer urheberrechtlich geschützten Planung einen Straftatbestand erfüllen (wie im übrigen auch derjenige, der eine solche "überlassene" Planung für ein Angebot verwendet).

    Und glaub mir: in den allermeisten Fällen kann ein Händler sehr genau unterscheiden, ob ihm eine Eigenplanung des Kunden oder der Entwurf eines Mitbewerbers vorgelegt wird.
     
  17. Küchen Klaus

    Küchen Klaus Spezialist

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    Hi Küchenbär,

    es war nicht die Rede davon, dass der Kunde selbst geplant hat, weil das doch die ganz große Ausnahme ist. Vielmehr geht es darum, dass Kunden mit Planungen des einen bei anderen "hausieren" zu gehen. Hierum rankt sich das Thema!

    Wenn du dich akribisch mit dem Thema auseinandersetzt bist du wirklich die berühmte Ausnahme.
    Die allerwenigsten machen und können das !!! Meistens ist doch nur der Wunsch nach einer neuen Küche da, aber was wann wie und wo geht, damit sind eben viele total überfordert und somit auf die Erfahrungen des Fachhandels angewiesen - ergo muß geplant werden.

    Eines kann ich dir versichern. Nichts wäre mir lieber, als wenn wir reelle Preislisten ohne Mondpreise mit den gängisten Schränken für unsere Kunden hätten. Dies gilt für Küchen und E-Geräte. Dann wäre die gesamte Diskussion überflüssig.

    Ich muß Dir recht geben, es ist alles total bekloppt und undurchsichtig. Aber die kleinen Wölfe müssen leider mit den großen Wölfen heulen. Sonst gibt es sie bald nicht mehr. Und was dann, wenn die kleinen weg sind ? Dann haben wenige große das Monopol. Und was bei den großen geschieht............ lies mal im Astroh Thread.

    Naiver Weise hatte ich das Thema schon bei einem der großen Produzenten in Deutschland angeregt. Die Antwort war so ähnlich wie : " Was meinen Sie was die Flächenanbieter dazu sagen würden, die sind unsere größten Umsatzbringer. Die könnten dann ja keine Werbung mit Rabatten mehr machen und wären viel zu transparent für die Kunden."

    Meine Bewunderung gilt allen Kollegen, die jedem Kunden die Unterlagen mitgeben.
     
  18. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Lieber Küchenklaus,
    ich verstehe euere Wut über manche Abzocker, dennoch bleibt die Frage ob nicht jeder Kunde das Recht auf ein detailiertes Angebot hat?
    Wie gesagt denk mal darüber nach ob du nicht auch ein detailiertes Angebot über ein Schlafzimmer mit einem begehbaren Kleiderschrank und diversen anderen klein Möbeln möchtest um dann zuhause nochmals darüber zuschlafen. Natürlich auch bei einem Mitbewerber des Möbelhauses ein Angebot einzuholen. Das wollte ich nur zubedenken geben.

    Und nochmals natürlich ist die Arbeit einer Küchenplanung zeitaufwändig und u.U. schwierig dennoch denke ich mal das in der Regel der Kunde mit einer gewissen vorstellung zu einem Küchenhändler geht und nicht nur sagt ich möchte eine Küche!
    Denn dann ann kann er natürlich auch wie in anderen Beiträgen zu lesen auch "Meterware" bestellen und sich überraschen lassen.

    Küchenbär
     
  19. Küchen Klaus

    Küchen Klaus Spezialist

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    Hi Küchenbär,

    wenns nicht zu deftig in diesem Thread wird, soll dies mein letzter Kommentar zu dem Thema sein. Ich habe mich ja ausführlich geäußert.

    Der Kunde ist die Ausnahme. Man weiss sehr wohl, welche E-Geräte man haben will und manchmal auch schon welche Front und Arbeitsplatte. Aber die Zusammenstellung wird in der Regel dem Planer überlassen. Und damit geht's dann los mit den kostenlosen Leistungen.

    nee, nee, es ist keine Wut, etwas Frust aber manchmal schon. Und dann greifen eben diese Schutzmechanismen in der einen oder anderen Form.

    Wie ich schon schrieb, reelle Preislisten für Endverbraucher wären das Heilmittel. Dann entscheidet - selbst für die Doofen ;-), die immer noch nicht ausgestorben sind ;D, nicht die Höhe des Pseudorabattes, sondern die Qualität des Verkäufers mit dem gesamten Leistungspaket dahinter.
     
  20. Küchenbär

    Küchenbär Mitglied

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    Lieber Küchenklaus
    wie gesagt ich gebe dir ja in vielen Dingen recht mit dem was du sagst, nur bedenke das ein "Kunde" natürlich nicht nur ein Angebot für eine Investition in Höhe von ca.18 -35.000€ einholen möchte und welche vergleichsmöglichkeit hat er dann wenn er nur EINEN ENDPREIS vergleichen kann!!
    Küchenbär
     

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