Welches Material für Arbeitsplatte 2-3cm dick nicht aus Holz

kuecheninfo

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Was ist das günstigste Material für Arbeitsplatten , die nicht aus Holz sind?

Geplant hatte ich eine 3cm dicke AP aus Holz, fürchte aber nun, dass das Holz die permanente Feuchtigkeit nicht aushält. Ich möchte bei meiner kleinen Spüle das nasse Geschirr auf die AP legen. Außerdem ist darunter eine Waschmaschine, die dampft.

Also wäre ein Material von Vorteil, das keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Nach kurzem Suchen habe ich entdeckt, dass ich pro Meter mit 350€ rechnen kann. Gebraucht werden ca. 3m.

Noch ein Vorteil wäre es, wenn die AP nur 2cm statt 3cm hat. Aus baulichen Gründen bin ich bei 3cm AP auf einer Höhe Oberkante von 92,5cm.
 

kuecheninfo

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Danke. liest sich interessant.

Wie stabil ist so ein Kompaktschichtstoff? Kann ich da problemlos mit einem Hammer darauf klopfen, zB Fleisch?

Welche Dicke empfiehlt sich?

Was sind die Nachteile von Kompaktschichtstoff?
 

Fernblau

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Kompaktplatten (bzw. Kompaktschichtpressstoff) werden nach dem Herstellungsprozess auch "HPL-Schichtstoffplatten" (high pressure laminate) genannt. Sie können etwa 2-20 mm dick sein und bestehen aus mehreren Schichten Zellulose, die mit Harzen getränkt und unter Hitze mit hohem Druck miteinander verpresst werden. Die Deckschichten (das Dekor) bilden dünne Melaminharz-Platten, die gemeinsam mit der Kernschicht verpresst werden. Dieser Kern der Platte ist meist dunkel, kann aber auch farbig gestaltet werden. Beim Anfasen und an den Schnittkanten ergeben sich somit interessante Farb-Effekte.

Das Material hat weit mehr Anwendungsgebiete als nur in der Küche, man kann die verschiedensten Oberflächen damit gestalten, bis hin zu Außenfassaden.

In der Küche werden i.d.R. Materialstärken von 12-20 mm eingesetzt.
Das Material zeichnet sich gegenüber der traditionellen Schichtstoff -APL, die ja nur auf der Oberfläche feuchtigkeitsbeständig ist und im Kern zum Aufquellen neigt, durch eine durchgehende Feuchtigkeitsresistenz aus. Damit kann man z.B. Spülen problemlos unterbauen (das geht ja sonst nur bei mineralischen Materialien) oder die Kanten beliebig anfasen. Weiterhin wird eine gute Beständigkeit gegenüber Haushalts-Chemikalien erreicht. Auch die Schlagfestigkeit ist sehr gut, das Fleischklopfen stellt kein Problem dar, die Platte ist nicht spröde. Damit ist die jedoch auch nicht besonders hart (Härte und Sprödigkeit sind ja Geschwister) und somit auch nur begrenzt schnittfest. Temperaturbeständigkeit ist auch nicht die größte Stärke des Werkstoffes, hier würde ich mich ähnlich vorsichtig verhalten, wie bei normalen Schichtstoff-APL. Diesbezüglich (Härte und Temperaturbeständigkeit) sind Quarzkomposite (z.B. Silestone ), Keramiken oder Glas-Keramiken (z.B. Dekton ) deutlich resistenter, aber -wie gesagt- auch spröder.

Preislich bewegen wir uns mit den HPL-Platten meist zwischen Schichtstoff und Quarzkomposit (mit manchmal ziemlich geringem Abstand, weshalb ich mir Quarz zumindest alternativ mit anschauen würde...)
 
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Michael

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Und wenn die Waschmaschine dampft solltest du sie austauschen oder reparieren lassen. ;-)
 

kuecheninfo

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Vielen Dank für die auführliche Erklärung!

Also schneiden kann man auf Kompaktschichtstoff nicht? Ist da Quarzkomposit besser?

Vielleicht kann wer grob die Vor- und Nachteile von Kompaktschichtstoff vs. Quarzkomposit

Quarzkomposit
+ Härte
+ Temperatur
+ Wasserresistent
- Preis

Kompaktschichtstoff
+ Wasserresistent
+ Preis

Die Waschmaschine dampft noch nicht, weil es sie noch gar nicht gibt, Es wird eine Miele um die 1000€ werden. Es könnte auch sein, dass man die erhöhte Luftfeuchtigkeit aus dem Siphon riecht, nicht viel aber merkbar und das Hygrometer zeigt beim Waschen auch ein wenig mehr an als sonst, wie ich bei Bekannten merke.
 

racer

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besorge Dir Muster und prüfe, ob die Materialien das können, was Du erwartest .. die eierlegende Wollmichsau gibt es nicht... jedes Material wird Vorteile und Nachteile haben..

ich werfe mal Edelstahl mit ins Rennen...

mfg

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kuecheninfo

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Nee, ein Schneidbrett ist da besser. Sonst hast du die Wahl zwischen Platte kaputt oder Messer kaputt.

Es geht ja nur um eine Gegenüberstellung der Eigenschaften. Im Normalfall will ich darauf auch nicht schneiden. Aber es könnte schon sein, dass ich mir einmal zB ein Stück (weichen) Kuchen aus dem Supermarkt in der Plastikverpackung ohne Schneidbrett direkt auf der AP abschneide und dann möchte ich da keinen Schnitt sehen, oder ein Stück Käse um ein anderes Beispiel zu nennen.
 

racer

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es gibt Materialien, da ist das so, dass man den Schnitt sähe, wenn man darauf schneiden würde. Corian z.B., dass ist aber in sofern kein Problem, da man mit der nächsten Plattenpflege den Schnitt einfach wieder entfernt..

die Frage ist also nicht, ob man den Schnitt sieht, sondern eher, ob man den Schnitt einfach wieder wegbekommt..

wie gesagt, unterschiedliche Materialien, unterschiedliche Eigenschaften..

mfg

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kuecheninfo

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Zuerst danke für die Antworten, aber ich frage mich schon, warum auf ganz konkrete Fragen, die unabhängig von der gesamten Planung sind, nach einem detaillierten Plan gefragt wird.

Was hat meine Frage damit zu tun, ob nun zB der Kühlschrank nun links, rechts, vorne oder hinten steht?

Von meiner Seite ist die Planung fertig. Man muss ja nicht immer alles zeichnen, wenn es nur um 4 Komponenten geht, also 2 Zeilen, links vorne Herd, dahinter Kühlschrank, rechts vorne Waschmaschine, dahinter Spüle und fertig. Abstand zwischen den 2 Zeilen ca. 70cm. Größer ist der Raum nicht. Was braucht es da noch viel einen Plan? Diese Aufteilung ist lange überlegt und von meiner Seite kann es da nur mehr minimal Änderungen geben.
 

Michael

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aber ich frage mich schon, warum auf ganz konkrete Fragen, die unabhängig von der gesamten Planung sind, nach einem detaillierten Plan gefragt wird.

Wir wollen dich nur ärgern. Natürlich brauchen wir keinen Plan. Es ist egal wie lang die Platte ist, ob Teilungen erforderlich oder notwendig sind, wie die Ausschnitte platziert sind, etc.
Alles völlig wumpe. Allerdings bekommst du so nicht deine Frage beantwortet. Es sei denn du nimmst Schichtstoff . Den gibt es von einigen Herstellern auch auf Tischlerplatte in 16 oder 19mm.
 

Fernblau

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Die Planung wird hier immer mal nachgefragt, um Einzelfragen im gesamten Kontext zu sehen. Manchmal (sogar ziemlich häufig) ergeben sich dann noch Ideen, die über die Frage des Thread-Erstellers hinausgehen.

Das klingt manchmal "übergriffiger", als es gemeint ist. Am Ende ist es Deine/eure Küche. Wir werden in unserer Küche auch einige Details haben, die hier im Forum oftmals nicht favorisiert werden. Ganz einfach deshalb, weil wir als Nutzer mit uns und unserer Küche klarkommen müssen und niemand sonst darin kocht. Ein etwaiger Nachnutzer darf gerne alles umgestalten...

Ich hatte mir gestern bei der Erläuterung schon Mühe gegeben, dicht bei Deiner Frage zu bleiben. Als "Material-Fan" hatte ich mich bei unserer Planung auch sehr intensiv mit APL-Werkstoffen und -Varianten befasst.

Die Vor- und Nachteile von Kompaktschichtstoff und Quarzkomposit hast Du ja weiter oben bereits prima zusammengefasst. @racer hat mit Stahl noch eine Lösung ins Rennen geworfen, die im gewerblichen Bereich zum Standard gehört, in der Heimküche jedoch bislang meist ganz besonderen, individuellen Lösungen vorbehalten ist. Könnte mir auch gefallen. Noch lieber wäre mir nur Titan, dann wäre man aber endgültig im Bereich einer durch nichts mehr zu rechtfertigenden Dekadenz ;-).

Deine Fragestellung enthält "2cm" und "günstig". Dazu ist eigentlich bereits viel gesagt: Schichtstoff und Naturstein sind bezüglich der 2cm schwierig und werden erst ab 3cm interessant. Quarzkomposit, Keramik, Stahl und Glas (hatten wir noch nicht) gehen, sind möglicherweise nicht günstig genug. Mineralwerkstoff (z.B. Corian ) war auch schon erwähnt, ist relativ weich, aber gut aufzuarbeiten (kostet aber auch über die Lebensdauer: Stichwort "lifetime cost"). Kompaktschichtstoff passt, Härte und Temperaturbeständigkeit entsprechen aber weitgehend der von Schichtstoff, lediglich die Feuchtigkeitsbeständigkeit des Grundwerkstoffes ist deutlich besser und ermöglicht erweiterte Gestaltungsvarianten wie flächenbündige Lösungen oder Unterbau-Spülen.

Die Entscheidung wird Dir letztlich niemand abnehmen. Persönlich haben wir uns für Dekton entschieden, wissend, dass Preis und eine der extremen Härte geschuldete Sprödigkeit hier die limitierenden Faktoren sind. Dafür ist unsere APL geteilt, was heißt, der Einschlag des Gußbräters, der vom Hängeschrank auf die Platte kracht, vernichtet nicht die gesamte Platte. Vielleicht stelle ich den da oben aber auch einfach nicht rein ;-).

Wenn Du noch Materialfragen hast - gern her damit :-)
 

racer

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um das mal mit etwas weniger Ironie als Michael zu beantworten:

Es gibt Thread-Ersteller hier im Forum, die eröffnen einen Thread und nur weil Sie gehört haben, dass Autoreifen richtig teuer sein können und sich dennoch abnutzen, fragen sie nicht, welches Auto sie am besten kaufen sollten, sondern sie fragen, welches Auto fährt mit den wenigsten Reifen.. ?

Da für jeden Experten die Frage einfach komisch klingt, möchte man gerne die Geschichte dazu erzählt haben wollen, oder das Umfeld kennen, anstelle nur 1 zu 1 auf die Frage einzugehen!

Nur so kann man erkennen, wann der Thread Ersteller auf den "Holzweg" (in Deinem Fall ja eher vom Holzweg weg) abgebogen ist...

und ihm vielleicht klar machen, dass er quer denkt und das was er anfragt, entweder gar nicht sein Problem ist, oder sein Problem am Ende gar nicht löst...

mfg

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kuecheninfo

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Danke für die ausführlichen Antworten und für das Wohlwollen.

Ich sage es mal anders. Meine Küche hat die Länge von 1 Bett und die Breite von 1 1/2 Betten, Fläche also ca. 2m x 1,3m. Arbeitsplattenlänge gesamt von ca. 2,6m.

Da ich nun gelesen habe, dass 7m AP 5000€ kosten können, kam ich zu meiner Thread-Frage. Ein Meterpreis von 700€ ist undenkbar. Andererseits benötige ich ja nicht so viel, sodass es ok ist, wenn es gegenüber einer Standard-AP deutlich teurer wird. Ich denke bei 1000€ für die AP ist Schluss.

Einen gültigen Plan, der auf mm stimmt, habe ich noch nicht.
 

racer

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"7 Meter Arbeitsplatte kosten 5.000 €" wo steht das ? Das ist wohl eher eine Pauschalisierung. Der Preis dürfte die Einbauten von Spüle und Kochfeld mitbeinhalten und allein bei den beiden Positionen (Art des Einbaus, ohne Spüle und Kochfeld natürlich) kann man sich je nach Material schon züchtigen und loslassen....

mach Dir klar, welche Eigenschaften du bei einer Arbeitsplatte erwartest und schau, welches Material das am ehesten erfüllt. Danach schaue Dir an, welche Einbauarten bei dem Material möglich sind und lass Dir daraufhin konkrete Angebote machen.

mfg

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kuecheninfo

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Ich glaube das hatte hier irgendwo jemand im Forum geschrieben und ich bin mir ziemlich sicher, dass er nur die Platte meinte.

Wie schon geschrieben wurde, alle Eigenschaften kann man nicht haben, also lasse ich mir ein Angebot für Kompaktschichtstoff und Quarzkomposit machen. Vielleicht entscheidet dann ja schon der Preis.

Ansonsten gilt, ich weiß (noch) nicht was mir wichtig ist. Die alte Holzplatte hatte dem Nutzer der alten Küche auch Jahrzehnte gereicht.

Schneidbrett ist ja kein großes Problem.

Heiße Sachen aus dem Backofen stelle ich auf den Grillrost des Backofens o.ä. Die abgeleitete Wärme auf den Grillrost wird hoffentlich jedes Material aushalten.

Vielleicht gibt es ja noch Hinweise, wobei es in der Praxis Probleme geben kann. In dieser Miniküche wird sich Kochen auf das Wesentliche beschränken und keine 6-Gänge Menüs gekocht werden. Wenn da 2 x 60cm an AP zum Kochen übrig bleiben und das dann vielleicht auch noch teilweise durch eine Brotschneidemaschine, etc. verstellt ist, dann muss man da sowieso sehr flexibel sein. Ich mache zB öfters Pizza und habe das schon bei 40x60 geschafft. Der Pizzateig wird dann in der Luft durch Werfen in Form gebracht und nicht gewalkt.
 

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