Umlufthaube mit weniger Durchzug als Abluft?

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Hallo Ihr Lieben!
Je tiefer ich in die Planung der Küche einsteige, umso mehr Fragezeichen habe ich im Hirn. Heute habe ich mich quasi wirr gesurft in Sachen DAH. Ich hätte gerne einen Umluft-Lüfterbaustein im Oberschrank . Da habe ich brauchbare Modelle bei Neff und Miele gefunden. Was mich aber total irritiert, ist die Tatsache, dass die im Umluftbetrieb nur die Hälfte an Leistung haben, wie im Abluftbetrieb. Hier im Forum habe ich gefunden, dass Umlufthauben wohl bei über 300cbm/h an ihre Grenzen kommen.
Mehrere KFBs haben mir zu einer Umlufthaube geraten. Aber reicht die denn wirklich?
Unsere Küche hat ein Volumen von ca. 22,5 cbm; das entspräche nach einer Berechnung, die ich gefunden habe, einem Luftumsatz von (22,5*8=) 180cbm/h. Allerdings ist unsere Küche offen zum Wohnraum, Wohnraum incl. Küche haben ein Volumen von ca. 170cbm. Wie finde ich denn jetzt meine richtige DAH-Leistung?
Nach meinen Lektüren heute frage ich mich, wieso in unserem Niedrigenergiehaus überhaupt ein DAH-Loch in der Wand ist. Laut Recherche ist das wärmetechnisch total ungünstig. Da würde ich doch gerne wieder auf Umluft umsteigen (hatten wir in der Mietwohnung vorher und hat gut geklappt), zumal dann die Planung besser passen würde. Aber ich bin jetzt echt verunsichert, ob eine Umlufthaube genug 'Wums' hat.
Könnt Ihr mir da weiterhelfen?
Danke Euch schonmal!
Eine ratlose Oma
 
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wo steht denn, dass Umlufthauben bei 300 cbm/h an ihre Grenzen kommen ?

Fast alle Haubenmodelle können sowohl als Ab- aber auch als Umlufthauben betrieben werden, dabei bleiben die Leistungswerte der Motoren erst einmal gleich... nach DIN oder freiblasend werden die meisten Hauben mit deutlich höheren Werten angegeben...

ich habe mal gelernt, dass die qbm Zahl des Raums bei privaten Küchen mal 15 genommen werden sollte...

wenn Du sagst, der Küchenraum ist zum Wohnzimmer offen, dann wäre es Grundriss interessant. Gibt es z.B. einen Sturz zwischen beiden Räumen ? wo steht das Kochfeld in der Planung genau ? (Wohlmöglich im Übergang?) Wieviel Türen hat der Raum ? wieviel der angrenzenden Räume werden nicht geheizt ? (Querthermik)

Du siehst, es gibt einige Punkte zu beachten... zudem, wie breit ist das Kochfeld und wie breit soll die Haube werden ? Gibt es einen Frasenfangraum oder eine Art Randabsaugung ?

Wenn Ihr ein Niedrigenergiehaus habt, nach welchem Standard ? und ist in dem Standard eine Abluft überhaupt gestattet ?

Falls es dieses Loch bereits gibt, welchen Durchmesser hat das Loch ?

mfg

Racer
 
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Ui! Racer, vielen Dank für deine schnelle Antwort, dir ja wieder NOCH MEHR Fragen aufwirft! Ich werde versuchen, Antworten zu finden.
 

Nice-nofret

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Ja, die gleiche DAH im Umluftbetrieb ist lauter und weniger effizient, wie im Abluftbetrieb. Je besser die Filter sind, umso deutlicher der Leistungsabfall.

Ob und was bei euren Räumen genügt, kann man nur beurteilen, wenn Racers Fragen beantwortet sind.
 
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Das stimmt so nicht mehr ganz, Vanessa.

Mittlerweile hat sich viel in Bezug Filtertechnik-Umluft getan.
Die herkömmlichen Aktiv-Kohlefilter können nicht so hoch mit dem Kochdunst durchströmt werden, man sagt so um die 300 m³, dann ist Schluss.
Aber trotzdem kann natürlich eine höhere Leistung der Haube eingestellt werden, die Gerüche werden dann nur nicht mehr so gut neutralisiert.

Je mehr Aktiv-Kohle sich im Filterelement befindet, desto höher kann die Durchströmgschwindigkeit gewählt werden.

Mittlerweile gibt es Filter, Kokosnuss-Schale-Granulate, die sind viel durchlässiger und wirksamer als Aktiv-Kohle, sodass die auch nicht mehr lauter sind.

Aber am besten ist es immer noch, die Haube auf Abluft zu betreiben.
 
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Guten Morgen!
Jetzt habe ich mal versucht, alle Fragen zu beantworten. Nur die Frage nach dem Standard des Niedrigenergiehauses kann ich nicht beantworten, da ich das Gutachten nicht hier habe. Aber für die Frage nach der DAH ist das ja auch eher unrelevant, sondern nur so eine Frage, die nebenbei aufgetreten ist.

Den Grundriss unseres EG habe ich ein bisschen bearbeitet (sorry; bin nicht die Größte am Rechner): blau=zusätzliche Wand bis zur Decke hoch, grün=120cm breit HS mit Bo und Kühli, rot= 80er US mit 60er Induktions-KF, gelb= restliche Zeile. An der planlinken Wand sind OS geplant, in den über dem KF soll der Lüfterbaustein.
Das Loch für Abluft ist planobenrechts in der Ecke nach planoben raus aus dem Haus, mit 20cm Durchmesser.
194419-fe8a9aa7eb24bafe324a79e973392847.jpg

Vom Wohnraum gehen also nur zwei Türen ab: Keller und Flur. Die Kellertür ist eigentlich immer geschlossen. Die Flurtür steht eigentlich immer offen, es sei denn, die Vögel fliegen und die Haustür wird geöffnet oder es ist wirklich super-frostig. Der Flur ist geheizt. Wir habe noch nie störende `Querlüftchen` in der Küche gemerkt, aber auch noch nie explizit drauf geachtet.
- was mir gerade beim Nochmaldurchlesen auffällt: unsere Terrassentür an der planrechten Wand fehlt in dem Grundriss: 264cm von der planrechtsoberen Ecke nach unten geht eine Terrassentür in die Garageneinfahrt. Diese Tür wird nur ganz selten nach großen Einkäufen geöffnet, um die Einkäufe von der Garage auf direktem Wege ins Haus zu laden. Im Alltag steht vor dieser Tür unser Vogelkäfig

Mein Favourit wäre von Neff der Baustein D57ML67NO: 70 cm breit, Randabsaugung , LED-Licht an der vorderen Kante. Die Lüfterleistung ist in der Intensiv-Stufe bei Abluft mit 770, bei Umluft mit 370 cbm/h angegeben, beim Normalbetrieb 570 Abluft, 320 Umluft. Das finde ich vor allem bei der Intensivstufe einen ganz schön heftigen Unterschied. Und bei Deiner Rechnung -Racer- mit 15-fachem Luftvolumen käme das ja knapp hin.
Die Angabe mit den ab 300cbm/h müsste ich suchen; war mir halt beim surfen hier im Forum ins Auge gefallen.

Jetzt werde ich mal meinen Planungs-Thread auf den aktuellen Stand bringen.
Liebe Grüße
Oma
 

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Hallo Wolfgang!

Deinen Post lese ich erst jetzt... Von Kokos in den Filtern habe ich auch noch nichts gelesen. Das ist ja wirklich ein tiefes Thema mit den DAH! Meine Güte, wie kann man da einen Überblick behalten.

Wenn ich die Ansprüche eines Niedrigenergiehauses richtig verstehe, ist die Abluft da nicht so günstig. (Man merkt es ja auch: in dem Schrank, in dem bei unserer jetzigen Küche der Auslass liegt, ist es deutlich kühler.) Wenn ich unsere jetzige Abluft-Haube mal aus Versehen anschalte, ohne ein Fenster zu öffnen, zieht das Ding unser Haus auf Vakuum und die Luft zischt durch die Dichtungen an den Terrassentüren. Heiztechnisch kann ich die Empfehlung für Umluft gut verstehen. Filtertechnisch verstehe ich den Zuspruch für Abluft gut (den Dreck halt einfach vor´s Haus kehren;-)).
Mich irritiert der große Unterschied zwischen Abluft- und Umluftbetrieb und die Tatsache, dass mir alle KFBs zu einer Umlufthaube raten.

Oma
 
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@ Kerstin: über das KF soll ja auch eine Umlufthaube. Für planrechts den Herd finden wir einfach keine gute Lösung, bei der in der kleinen Küche noch Platz für einen kleinen Essplatz bleibt.
Das einfachste wäre ja, Spüle und KF zu tauschen, aber dann habe ich rechts vom KF zu wenig Ellbogenfreiheit.
 
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Umlufthauben sind um einiges einfacher zu planen. Das ist sehr oft der einzige Grund, warum Umluft mehr empfohlen wird.
 
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Es ist aber auch leider so, dass enorme Anforderungen für diese Niedrigenergiehäuser bestehen, die der arme (!!!!! dies ruhig wörtlich nehmen, denn es kostet Geld) Bauherr dann irgendwie umsetzten muss.
Oftmals kann eine Abluft-DAH für den jeweiligen Standard nur mit erneuerbaren Energien (beispielsweise Geothermie) "ausgeglichen" werden.

PS: Die Frage DAH betrifft also auch den Architekten / Bauträger....., wenn der aber schon ein DAH-Loch gebohrt hat, so wird er es in seien Berechnungen schon mit eingerechnet haben.
 
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@Magnolia das stimmt so nicht ganz. So lange der Mauerkasten das Blower-Door Zertifikat hat, ist er so ziemlich in jedes Niedrigenergiehaus einbaubar.
Auch bei Bauträgern geht es erstmal ums "wollen" ;-)
 
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Ok, das mit dem Zertifikat habe ich nicht gewusst, dass dies dann problemlos geht.
Generell finde ich es nicht sooooooo einfach, da man die Berechnungen der Baufirma / Heizung etc. diesbezüglich nicht kennt. Nur Dämmung, 3-fach-Verglasung etc. reicht heute halt heute einfach nicht mehr......

Aber ich lese jetzt einfach mal nur weiter mit ;-)
 

Nice-nofret

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Wolfgang: prinzipiell sitimmt meine Aussagen aber auch heute immer noch; und wenn Du der Strömung was in den Weg wirfst, dann kann die Leistung nur geringer werden ;-)
 
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Mich irritiert der große Unterschied zwischen Abluft- und Umluftbetrieb und die Tatsache, dass mir alle KFBs zu einer Umlufthaube raten.
Dich kann keiner zwingen, gefilterte Luft zu atmen. Also, ich kenne jetzt kein Gesetz, welches entsprechendes regelt.

Deshalb ist Abluft auch nicht verboten....

Zur Luftwechselrate
15 mal die Luft zu wechseln, bedeutet ja schon fast Durchzug;-)
6 - 12 mal kommt da eher hin. In kleinen Räumen öfter (12) große Räume weniger (6).

Beachten sollte man aber das Wort Wechselrate. Die Luft wird ausgetauscht. Verbrauchte raus, frische Luft rein. Dies bezieht sich dann eigentlich auf Abzugshauben im Abluftbetrieb.
Im Umluftbetrieb zählt das nicht, weil die Luft (Schwaden) im Raum verbleibt.
Wenn einem schlecht wird, öffnet man ein Fenster und läßt frische Luft hinein.
Deswegen ist es ersteinmal nebensächlich, wie viel die Haube im Umluftbetrieb bringt.
Es kommt darauf an, welches Ergebnis gewünscht wird. Danach sucht man sich seine Haube aus.
 
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Das Blower Door Zertifikat besagt ja nur, dass der eingesetzte Mauerkasten Luftdicht ist. Damit ist dem Energiestandard des Gebäudes Genüge getan. Letztlich ist es doch energetisch egal ob ich eine Umlufthaube betreibe und gleichzeitig lüfte um die Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, aus dem haus zu lassen, oder ob ich gleich auf Abluft gehe und das Fenster öffnen muss um dem entstehenden Unterdruck entgegen zu wirken. Lüften ist Lüften.
Einzig beim Betrieb einer kontrollierten Wohnraumlüftungsanlage wäre für mich Umluft die Wahl.
 

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