Siemens Kochfeld auf 12mm Keramik-Arbeitsplatte

Korree

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Hallo zusammen,

bin neu hier und habe mich extra wegen des Themas hier angemeldet, weil ich keine konkreten Infos gefunden habe.

Zum "Problem": Wir haben uns im Voraus für das 80 cm breite Kochfeld von Siemens mit der Modellnummer EX845LVC1E ausgesucht. In der Planung wurde dann eine Arbeitsplatte aus Neolith (Keramik) mit 12 mm Stärke gewählt und vom Berater ein Modell von Neff vorgeschlagen - weil schneller lieferbar. Da es zu teuer war und wir diesen Magnetring nicht haben wollten, haben wir uns dazu entschieden die Küche ohne Kochfeld liefern zu lassen aber mit vorgefertigtem Ausschnitt der Arbeitsplatte.

Habe vorhin zufällig auf der Seite von BSH gestöbert und in der Montageanleitung als Mindestmaß für die Stärke der Arbeitsplatte 16 mm entdeckt und direkt nen Schock bekommen :( Habe dann vergleichsweise mal die Montageanleitung des vorgeschlagenen Modells von Neff angeschaut und auch dort die besagten 16 mm entdeckt.


Jetzt stelle ich mir die Frage, wo ist der Fehler? Baut das Kochfeld zu hoch und muss daher diese 16 mm haben oder wurde ein Fehler bei der Planung begangen? Oder geht es hier um die Stabilität der Arbeitsplatte um Lasten zu tragen?

Die Küche soll grifflos ausgeführt sein und unterhalb des Kochfelds befindet sich eine Schublade, falls euch das irgendwie hilft.

 
Danke für die schnelle Antwort.

Also müssen vom Küchenlieferanten noch Traversen bestellt werden oder kommen die von Siemens ?

Und ist eine Holzplatte zur Abdeckung des Kochfelds von unten sinnvoll? Immerhin kommt unter das Kochfeld das Besteck rein.
 
Ich kenne zwar deinen Küchenhersteller nicht, aber die Stahltraversen müssen sehr wahrscheinlich vom Küchenstudio besorgt und montiert werden.

Heute montiert.
12mm Keramik APL und Miele Induktionskochfeld flächenbündig.

Die Stahltraverse fehlt noch und wird nachträglich montiert. Der Schubkasten muss eine reduzierte Höhe haben weil die meisten Kochfelder bei dünnen Arbeitsplatten zu tief in den Schrank ragen.
 

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Sorry, hab vergessen es zu erwähnen. Die Küche ist von Schüller .

Die Traverse würde dann quer zur Arbeitsplattenkante montiert oder längs?

Wenn ich das richtig sehe, ist das auf den Bildern keine grifflose Ausführung und
falls ich das Prinzip der grifflosen Küche richtig verstanden habe, sind zwischen Schublade und Kante der Arbeitsplatte sowieso nochmal 50 mm Platz für die Mulde. Das Kochfeld braucht mindestens 65 mm, dann würde es doch passen
 
Hi,
in den meisten Fällen passt die Traverse nicht zwischen das Greifraumprofil und das Kochfeldgehäuse. Das klappt nur, wenn es entsprechend geplant wurde. (Vorderer APL-Steg breiter, hinten mehr Platz für das Kochfeld durch zurückgesetzte/teilweise entfernte Rückwand des Kochstellenschranks oder einen übertiefen Schrank).
Auch bei Michaels Beispiel passt es augenscheinlich nur nach dem Entfernen der vorderen Schranktraverse. Das Greifraumprofil kann man aber nicht entfernen.
Dieses Profil unterstützt m.E. nur dann, wenn Schrankbreite und Kochfeldbreite nah beieinander liegen. Bei einem 60er-Feld über einem 120er-Schrank hilft das dünnwandige Profil nicht weiter, es ist zu elastisch und beult bei Belastung nach unten weg.
12mm-Keramik plane ich gerne, aber nur noch mit wirklich stabilem Unterbau im Kochfeldbereich.
Beim Becken ist das idR. einfacher. Der häufigste Fall ist hier ein (kraftschlüssig verklebtes) 50er-Becken im 60er-Schrank-da entsteht kaum Belastung für die APL, der Beckenrand liegt praktisch direkt an der Innenseite der Seitenwand.
 
Ja, mein Beispiel ist nicht grifflos. Da kommt die Traverse weg und der Stahl rein. Kochfeld sitzt 70mm von vorn und das passt dann bei Ballerina haargenau.
Bei Greifraumprofil hast du 5cm bis hinter das Profil + die Stärke der zusätzlichen Stahltraverse. Bei uns 25mm.

Und ganz wichtig: Jedes bisschen Übertiefe hilft. Da müssen ganz viele Planer mal langsam umdenken.
 
Ich erinnere mich dunkel ;-)

Schüller hat schon vor Jahren für die 15 mm Keramik 61,5 cm Tiefe für grifflose Planungen vorgeschrieben.
 
Wie sieht es aus mit 12 mm Keramik und einem flächenbündig eingebauten 80 cm Kochfeld mit integriertem Dunstabzug (Muldenlüfter )?
Ist das mit Stahltraversen machbar?

Und was ist mit einem Unterbau-Spülbecken? Muss man da bei 12 mm Keramik jedesmal vorsichtig sein, wenn man z.B. einen schweren Topf mit Wasser hineinstellt?

Ich bin in Kontakt mit einem Steinmetz, der mir sagt, dass 12 mm Keramik selbst ohne Stahltraversen kein Problem seien.
Zitat: "Nehmen Sie 12 mm, weil da gibt es viel mehr Auswahl."
Ich weiß nicht, ob man dem trauen kann...?

Anmerken möchte ich noch, dass wir beim Kochfeld eine tiefere Arbeitsplatte haben, also die Stege breiter machen könnten.
 
Hi,
der häufigste Fall ist 50er-Unterbaubecken im 60er-Spülenschrank.
Das ist dann unkritisch, weil durch das Becken kaum Biegebelastung auf die Platte entsteht, der seitliche Beckenrand liegt fast direkt an der Schrankseite.
Die meisten Spülenschränke haben vorne hinter der Front auch noch eine hochkant stehende Blende, die zusätzlich stützt.
Es bleibt natürlich so, daß bei UB-Becken die APL die Beckenkante darstellt. Knallt etwas darauf, wird die APL beschädigt, nicht da Becken.
Bei einem flächenbündigen Becken ist es andersherum, nur zur Info. UB finden fast alle Kunden schöner.

Wenn Du den Kochstellenschrank übertief planen kannst, ist das extrem von Vorteil. Dann kann das KF einige cm zurückgesetzt werden und es entsteht Platz für eine solide Stahltraverse.
Lass dir das vom Planer zeigen. Es gibt Blechtraversen à la Ikea , die genau garnichts tragen und solide Stahltraversen aus 3mm-Material.

Die meisten Schadensfälle, die ich hatte, waren 12mm-Keramik.
Mit entsprechendem Unterbau ist da aber gut in den Griff zu kriegen.
 
Vielen Dank @mozart !

Ja, bei uns geht es um ein 50er-Unterbaubecken im 60er-Spülenschrank. Und ja, der Kantenproblematik sind wir uns bewusst. Ich werde das nochmal mit meiner Frau besprechen.

Frage dazu: Könnte man eigentlich eine Keramik-APL nachträglich von Unterbau- auf flächenbündiges Spülbecken "umrüsten"?
Ich meine, wenn man sich z.B. die APL-Kante beschädigt hat. Kann man dann nachträglich eine Absenkung in die APL schleifen lassen, um das UB-Becken gegen ein flächenbündiges zu tauschen und auf diese Weise die APL-Beschädigung "verdecken"?

Zum Kochfeld: Wenn ich dich richtig verstehe, dann sind solide Stahltraversen die Antwort auf alle Fragen? Soll heißen: Wenn solide Stahltraversen verbaut werden, dann muss man sich auch bei einem schweren KF mit Muldenlüfter flächenbündig in 12 mm Keramik keine Sorgen machen?

Ist mein Umkehrschluss zutreffend, dass ein solches KF ohne Stahltraversen flächenbündig in 12 mm Keramik einzubauen, definitiv eine Fehlberatung darstellt und keinesfalls gemacht werden sollte?
 
Frage dazu: Könnte man eigentlich eine Keramik-APL nachträglich von Unterbau- auf flächenbündiges Spülbecken "umrüsten"?
Nein
Kann man dann nachträglich eine Absenkung in die APL schleifen lassen, um das UB-Becken gegen ein flächenbündiges zu tauschen und auf diese Weise die APL-Beschädigung "verdecken"?
Nein

Keramik ist im Prinzip nicht zu reparieren und im Nachhinein nicht mehr zu bearbeiten.
Die Platten müssten also ausgebaut werden und zurück zum Werk.
Da kannst du gleich neue Platten kaufen.
ass ein solches KF ohne Stahltraversen flächenbündig in 12 mm Keramik einzubauen, definitiv eine Fehlberatung darstellt und keinesfalls gemacht werden sollte?
Das kommt auf die Planung und Plattenanlage an.
Dein KFB/Küchenstudio sollte schon Erfahrung mit dem Material haben.
 
Hi,

eine nachträgliche Bearbeitung wäre eher Theorie-Du wirst niemanden finden, der sich das antut.

Es kommt immer auf die verbauten Breiten an.
Hast Du einen 80er-Muldenlüfter über einem 80er-oder 90er-Schrank, sind die Hebelverhältnisse unkritisch, ähnlich wie beim beschriebenen Beckeneinbau.
Auch ein flächenbündiges Kochfeld stabilisiert durch die Verfugung etwas die Platte.
Der Steg bleibt aber auch unabhängig von den Breitenverhältnissen eine Schwachstelle.
"Setzt" sich da jemand mit vollem Gewicht drauf (die Füße immer noch auf dem Boden), kann er brechen. Dagegen hilft nur ein stabiler Unterbau. Das kann beim Einbau eines Muldenlüfters auch einfach die senkrechte Traverse oben hinter der Front sein-so sie entsprechend stabil ausgeführt ist. Die obere Kehlleiste bei grifflosen Küchen trägt hingegen so gut wie gar nicht, die ist aus dünnwandigem Alu und viel zu elastisch.
Am sichersten ist immer eine (zusätzliche) robuste Stahltraverse.
Sowas:
1732007946023.png

Abm. 50x20mm hochkant eingebaut

Nicht sowas:
1732008035509.png



Zur Beratung-es werden heute auch kritische Materialien verbaut, sei es aus Kosten- oder aus optischen Gründen.
Vor 25 Jahren hätte man 12mm-Keramik nicht verbaut, man hätte das als unsolide betrachtet.
Dann wird leider auch bei den Schränken gespart und meistens ohne Übertiefe oder gar durchgehende Oberböden geplant. Ohne Übertiefe passt aber keine echte Verstärkung vor das Kochfeld-viele günstigere Hersteller liefern übertiefe Schränke aber gar nicht, mit Nobilia z.B. der größte Anbieter überhaupt.
Damit spart man sich die Mehrkosten bei APL, Schränken und Verstärkungen.
Dem Kunden wird dennoch suggeriert, er habe ja mit Keramik eine besonders solide Lösung gekauft.
Plant man alles ein, was so an Verstärkungen, Leerkorpen für tote Ecken, übertiefen Schränken und Platten sinnvoll ist, liegt man ganz schnell 1500€ über dem Angebot eines Mitbewerbers. Das wollen dann oft Kunde UND Anbieter nicht. Bis es knackt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Stahltraversen gehören übrigens in alle Schränke, die breiter sind als 60 cm. Geschlossene Oberböden bei Unterschränken kenne ich bei den üblichen Massenherstellern jedenfalls nicht.
 
Bei unseren Lieferanten zumindest Ballerina und Leicht.
Aber auch bei einem Nolte -Schrank kann man ja einen 19mm-Boden zum bauseitigen Austausch mitliefern.
 
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