Orientierung Arbeitsplatten Compact/Quarz/Granit/Keramik

NataMinz

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Liebes Forum,

ich habe einige Fragen zum Thema Arbeitsplatten und hoffe hier von Eurem Expertenwissen und Erfahrung profitieren zu können. Ich habe bereits durch das Forum und Internet gestöbert, bin allerdings nicht wirklich fündig geworden.

Wir kaufen für unser neues Haus eine Nobilia -Küche. Nun bin ich beim Thema Arbeitsplatte hängen geblieben. Ich kann mich nicht zwischen mehreren Alternativen entscheiden und der Verkaufsberater ist leider nicht von großer Hilfe. Die wichtigen Kriterien für eine Arbeitsplatte für mich sind :
- schwarz (Glanz oder matt)
- relativ dünn (nicht unbedingt 12mm, 16-20mm wären eigentlich besser)
- Spülbecken und Kochfeld sollen flächenbündig eingebaut werden können (oder als Unterbau)
- die Platte soll relativ robust sein. Darauf steigen werde ich zwar nicht, aber ich bin nicht besonders zimperlich beim hantieren in der Küche und möchte nicht ständig höllisch darauf aufpassen, dass da irgendwo was abbricht oder kaputt geht
- pflegeleicht
- schick aussehen wäre toll, ist aber nicht das Hauptkriterium
- nicht all zu viel ausgeben (das wollen wahrscheinlich aber alle..)

Zur Zeit habe ich folgende Alternativen (nach zunehmendem Preis aufgelistet, wobei ich bei der ersteren noch kein Angebot habe, ich vermute aber es sollte in etwa stimmen):
- Compact 12mm von AKP (oder eventuell Lechner)
- Quarzstein 12mm von Nobilia
- Keramik 16mm von Nobilia
- Nero Assoluto Zimbabwe 20mm vom Steinmetz
- Quarzstein 20mm vom Steinmetz oder AKP

Meine Fragen sind:

- Was haltet Ihr von der neuen Nobilia-Keramikplatte? Es ist eine Verbundplatte aus 6mm Keramik, der Rest ist aus Altglas. Ich vermute, Glas als Trägermateterial für Keramik ist neu (habe zumindest im Netz nichts dazu gefunden), es gibt also vermutlich keine Erfahrung damit. Aber vom allgemeinen Wissen zu Küchenarbeitsplatten und vom Bauchgefühl, was würdet Ihr sagen? Davon abraten?
- Ist eine Compactplatte 12mm robuster als eine Quarzcompositplatte 12mm, z.B. im Bereich der Ausschnitte?
- Ist eine Arbeitsplatte aus Quarzstein in 12mm in ihrer Robustheit vergleichbar mit einer aus Granit in 20mm?
- Ich vermute, dass von allen aufgezählten Alternativen die Quarzcompositplatte in 20mm die beste von der Robustheit ist, lohnt es sich aber dafür viel mehr auszugeben? (der Unterschied zu Quarzstein 12mm ist über 2000 Euro)

Ich danke schon mal sehr für die Rückmeldungen und freue mich sehr auf Eure Einschätzungen/Tipps!
 

psy-prog

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Hallo,

12mm Kompakt-HPL ist zu den Steinen eine gute & günstige Alternative. Hitzebeständiger als Span mit HPL und Quarzkomposite, wasserfest, bruchsicher und relativ stoßfest. Einziger Nachteil ist die nicht schnittfeste Oberfläche und bei großer Beanspruchung kann die Oberfläche schnell "abgeschafft" werden.
Quarzkomposite empfehle ich persönlich nicht mehr so, da der Acrylanteil in der Platte ein doch großer Nachteil ist. Nur bis 160°C belastbar, nicht UV-beständig, großer Wärmedehnungskoefizient was des öfteren gerade im Ausschnittbereich zu Spannungsrissen führen kann.
Naturstein, gerade Nero-Assoluto-Z ist eine sehr robuste Platte für die Küche, unter vielen Natursteinen eine der besten Sorten für die Küche. Extrem hart & dicht (selbst Imprägnierung nimmt er relativ schlecht auf) und günstiger als Keramik. Gerade wenn man schwarz möchte würde ich diesen sogar vorziehen.
Keramik ist auch sehr robust, hier kommt es aber maßgeblich auf die Konstruktion an und i.d.R. halte ich nicht viel von Verbundaufbauten mit dünner Keramikschicht, da je dünner die Keramik ist, sie umso bruchgefährdeter ist, gerade auch was Kantenabrüche angeht. Ich empfehle dann lieber eine Vollplatte, weniger 12mm besser 20mm Stärke. Keramik muss nicht wie Naturstein imprägniert werden. Wird aber teurer als Nero-Asso und zudem sollte ein guter Unterbau der Schränke herrschen. Ich weiß nicht ob Nobilia Metalltraversen überhaupt anbietet.
Noch robuster als Feinsteinzeugkeramik (was i.d.R. Alle Keramikpallten betrifft) wäre Dekton . Durch die etwas andere Zusammensetzung, dem speziellen Sinterverfahren und mit noch höherem Gewicht gepressten Platten, eigentlich das Non-Plus-Ultra im Bereich Stein. Aber natürlich auch ein wenig teurer als Keramik. Der größte Vorteil bei Dekton zu normaler Keramik ist die Biegebeständigkeit und maximale Hitzebeständigkeit, was weniger Bruch, Abbrüchen und Spannungsrissen führt.

Nun hast du leider die Qual der Wahl.
 

bdl2k

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Hast du dir mal den 12 mm Quarzstein von Nobilia angeschaut? Meiner Meinung nach sitzt die APL auf einer Trägerplatte.

Würde mir an deiner Stelle Angebote für 20mm Quarzkomposit holen. Da du keine Unterbauspüle willst würde ich auch Keramik in Betracht ziehen.
 

moebelprofis

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Nobilia Quarzkomposit in 12mm ist massiv.

Platten in Sandwichbauweise haben massiven Platten gegenüber viele Vorteile, das kann sicher @racer besser darlegen als ich.

Die "Trittsicherheit" hängt nicht zuletzt mit dem Unterbau zusammen.
 

mozart

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Hi,
ich sehe bei schwarzer Oberfläche keine Vorteile für Quarz gegenüber bspw. Nero Assoluto.
Es muß auch nicht unbedingt der teure Original Nero Assoluto aus Simbabwe sein.
Es gibt mittlerweile viele vergleichbare Steine, ebenfalls hochwertig, feinkörnig und ohne künstliche Nachfärbung.
 

racer

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Natursteinplatten in Sandwich-Bauweise sind deutlich stabiler als die gleiche Stärke durchgehend aus einer Tafel, da die Naturmerkmale (Haarisse, Adern etc.) dann nicht mehr komplett durch die gesamte Stärke laufen.. am besten man unterklebt Naturstein nicht mit Naturtein, sondern mit Quarz-Komposite, dass dürfte die Platte am Ende noch stabiler machen, da Quartz-Komposite gar keine Haarrisse oder Adern mehr haben und somit sämtliche Sollbruchstellen komplett entfallen..

ich hoffe, dass war in Kürze verständlich

mfg

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NataMinz

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Vielen lieben Dank an alle für die wertvolle Information! Jetzt bin ich ein Stückchen schlauer.

Ursprünglich war die Quarzarbeitsplatte von Nobilia eingeplant, sie ist auch relativ günstig. Aber nachdem ich sie live gesehen habe, kamen bei mir die großen Zweifel. 12mm ist schon recht dünn und nachdem da für den flächenbündigen Einbau noch was weggeschnitten wird, habe ich echt Angst, dass sie bricht wenn ich etwas schweres in den Spülbecken stelle o.ä. Bei Nobilia wird nichts unterfüttert (zumindest so der Verkäufer), die kommt einfach drauf, so wie die üblichen Schichtstoffplatten. Deshalb suche ich jetzt eine bessere Alternative. Kann sein, dass ich mich irre und die dünne Quarzplatte unterschätze. Aber erstmal ist sie bei mir ganz hinten auf der Liste.

Dekton ist mir leider zu teuer, genauso wie Keramik in 20mm massiv. Keramik auf Glasträgerplatte überzeugt mich auch nicht besonders. Ich stelle mir es als ziemlich bruchgefährdet vor. Also ist sie jetzt auch aus dem Rennen.

Bleiben Compact, Granit und Quarzcomposit in 20mm. Der letztere ist deutlich teurer als der Rest, und wenn der keine besonderen Vorteile bietet und der "schwarze Granit" vergleichbar ist (stimmt es auch für eine 20mm starke Granitplatte?), dann bleiben wohl nur zwei zur Auswahl - viel besser als vorher!

Danke nochmal für Eure Hilfe!
 

racer

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Wer sagt, dass Quartz-Komposite Platten keinen Vorteil bieten ?, mir fallen da gleich einige ein:

deutlich bruchfester
absolut dicht in der Oberfläche
extrem hart, also kratzunempfindlich

mfg

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Evelin

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Quarzkomposite empfehle ich persönlich nicht mehr so, da der Acrylanteil in der Platte ein doch großer Nachteil ist. Nur bis 160°C belastbar, nicht UV-beständig, großer Wärmedehnungskoefizient was des öfteren gerade im Ausschnittbereich zu Spannungsrissen führen kann.
na da weiß es aber jemand. In meinem ganzen Land von 26 Mill Einwohner leben 20 Mill mit Quarzkomposit, nicht viel anders in Singapore, NZ, UK und USA, wo Ceasarstone vor wenigen Jahren eine riesige Fertigunsanlage gebaut hat. Bei uns ist es bekanntlich sonniger als in DE (höchste Hautkrebsrate der Welt) und wenn sich die Platte merklich verfärben würde, müsste man das ja an bestimmten Stellen sehen können. Meine Platte ist seit 8 Jahren drauf und ich habe ein 2m breites Fenster an einer Seite (Ostseite). Jawohl die Platte würde sich MERKLICH verfärben, wenn man sie im Außenbereich einbauen würde. Deshalb hat man bei uns im Außenbereich Granit.

Und in DE sind die Tempunterschiede in Wohnräumen so groß, dass sich die Platte dehnt oder wird das Kochfeld so heiß? Ist doch kein Holz. Wo ich lebe haben wir fast täglich Tempunterschiede von 15 Grad bei klarem Himmel (zwischen Tag und Nacht). Soll die Platte sich da jetzt jedes Mal dehnen oder reißen? Im Forum hat sich noch niemand gemeldet und dieses Problem beschrieben.

Was ich aber im Forum schon gelesen habe, dass manche etwas auf die Keramikplatte gedonnert haben und diese ist dann kaputt gegangen.

In Deutschland werden einfach andere Produkte vermarktet und in DE kann man die Masse der Käufer sicherlich auch sehr gut in eine bestimmte Richtung manipulieren.

Warum soll ich einen heißen Topf/Pfanne auf eine AP stellen? würde mir im Traum nicht einfallen egal aus welchem Material meine AP besteht. Warum sollte ich auf einer AP schneiden wollen (deine HPL Anmerkung)? Wer macht sowas und warum? Ich versuche alle meine Besitztümer zu pflegen, dazu gehört auch mein Küche und ich werde nicht aus Bequemlichkeit irgendwas machen, was der Küche in irgendeiner Form schadet. Sie soll ja eine Weile halten und soll nach 20J möglichst wie am ersten Tag aussehen. Dementsprechend behandle ich meine Küche.
 

psy-prog

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@ Evelin: weiß ich aus dem Grund, da ich schon mehrere Quarzkomposit-Platten getauscht habe, die Risse bekommen haben, letzt gegen Kompakt-HPL und davor gegen Dekton . Meist entstehen die Risse im Bereich der Ausschnitte, ob das Verarbeitungsfehler waren kann ich nicht beurteilen. Bei dem Kunden mit Tausch in Dekton, war die Quarzplatte recht press zwischen 2 Wänden verbaut, welche direkt unterm Fenster war. Steinmetz sagte, sie konnte sich eben nicht dehnen und deshalb der Riss. Beim Tausch gegen HPL waren die Risse im Ausschnittbereich und war an manchen Stellen vergilbt (Blanco -Zeus).
Mag sein, dass man Vergilbungen bei vielen Farben nicht wahrnimmt, ist allerdings Tatsache. Zudem kennt nicht jeder das Küchenforum.
Bei den defekten Keramikplatten hier im Forum handelte es sich auch meist um Verbundplatten mit dünner Nutzschicht (6mm) von denen ich ja abrate.
Und die Erklärungen der Eigenschaften bezüglich Hitzebeständigkeit und Schnittfestigkeit mache ich aus dem Grund, da ich schon alles mögliche erlebt habe. Klar gehen viele sorgsam mit ihren Möbeln um, manche aber eben nicht.
 

psy-prog

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Cosentino selbst schreibt vor, Dekton (Keramik) nicht mit Silestone zu unterfüttern, wegen des Dehnungskoeffzients, mag sein, dass das bei Naturstein anders ist
 

mozart

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Deinem Pamphlet zum Trotz-Quarz ist weniger temperaturbeständig als die meisten Natursteine und neigt je nach Farbe und verwendetem Bindemittel zum Vergilben.
In Deutschland werden viel mehr Produkte vermarktet, schließlich kommt ein großer Teil der Technik, der Materialien und Entwicklungen von hier. Aus deinem Land kommt Braunkohle...
 

NataMinz

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Hallo zusammen!

Inzwischen habe ich das Angebot für die Compact-Platte, es liegt preislich in etwa beim Quarz 20mm! :-\ Und deutlich über dem Nero (2 oder 3cm). Sind die generell so teuer oder bin ich einfach nur beim "falschen" Hersteller gelandet? Schade, wäre es günstiger, wäre es eine gute Alternative für mich.
 

US68_KFB

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Alles in Ordnung so weit. Das deckt sich ungefähr mit unseren Preisen. Naturstein liegt preislich etwa doppelt (je nach Sorte) so teuer wie die normalen 4 cm Schichtstoffplatten, dann kommt Compact/ Quarz und dann erst, mit etwas Abstand, Keramik und Dekton mit dem etwa verdoppelten Steinpreis. Aber auch da gestaffelt nach verschiedenen Sorten.
 

racer

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Hallo,


Quarzkomposite empfehle ich persönlich nicht mehr so, da der Acrylanteil in der Platte ein doch großer Nachteil ist. Nur bis 160°C belastbar, nicht UV-beständig, großer Wärmedehnungskoefizient was des öfteren gerade im Ausschnittbereich zu Spannungsrissen führen kann.

Hier passt aber einiges an Infos nicht... Quartz-Komposite wie Silestone werden mit Epoxyharz gebunden und nicht mit Acryl.. (mit Acryl wird Corian gegossen und das ist ein Mineralwerkstoff) die Temperaturbeständigkeit liegt bei 250 Grad... die Wärmeausdehnung mag durch die 5% Kunstharz etwas größer sein, sie ist aber nicht so extrem wie hier beschrieben, Spannungsrisse passieren schneller, je dünner die Rohplatte ist..
die Hitzebeständigkeit bei Naturstein beträgt im Allgemeinen übrigens auch nur ca. 200 Grad, danach KANN auch der Naturstein reißen oder ausblühen..

Die Vorteile von Quartz-Komposite Platten habe ich oben bereits erwähnt...

mfg
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psy-prog

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Nun ja, Silestone selbst gibt eine maximale Temperaturbeständigkeit von etwa 160°C an und im Grunde sind fast alle Polymere Acryl
 

psy-prog

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@ Nataminz: Kompakt-HPL teurer als Naturstein? Dann ist das wohl der falsche Hersteller/Händler. Bei mir liegen die unter Quarzkomposit und unter Nero-Asso.
Bei Lechner weiß ich, ist Kompakt-HPL sehr teuer
 

NataMinz

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@ Nataminz: Kompakt-HPL teurer als Naturstein? Dann ist das wohl der falsche Hersteller/Händler. Bei mir liegen die unter Quarzkomposit und unter Nero-Asso.
Bei Lechner weiß ich, ist Kompakt-HPL sehr teuer
Der Hersteller ist AKP. Da sind auch Granit- und Quarzarbeitsplatten überaus teuer (Nero z. B. fast doppelt so teuer wie beim Steinmetz, beide mit Montage). Compact fast gleich vom Preis wie Quarz 2cm.

Ich würde mir schon gerne andere Angebote für eine Compactplatte holen, wüsste aber nicht wo..
 
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