Küchenstudio weist uns alleinige Schuld zu

Snow

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Es gibt Hersteller (Pfleiderer z.B.) die Arbeitsplatten mit Laserkanten herstellen. Ob die jetzt aber einen besseren Schutz gegen Feuchtigkeit bieten, kann ich nicht sagen.
 

kuechentante

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Letzte Woche entdeckte ich, dass die Arbeitsplatte an der Kante neben der Spüle an mehreren Stellen leicht aufgequollen ist

Aufgequollen heißt schonmal Wasserschaden.
Wasserschäden sind nicht von der Garantie erfasst.

Für mich ist jetzt die Frage, ob die Konstruktion mit der nahen Kante neben der Spüle von vornherein zum Scheitern verurteilt war? Die Küche ist nicht mal 1 Jahr alt und ich tue mich schwer damit, dass es einfach heißt, wir haben etwas falsch gemacht und fertig. Wie schätzt ihr das ein und was hätten wir noch für Möglichkeiten?


Die Platte war ja bei Lieferung in Ordnung und das halbe Jahr Gewährleistung ist längst rum, ..die Küche hast Du ja nun schon 1 Jahr in Gebrauch.
Somit gilt die Beweislastumkehr .
Du bist beweispflichtig, daß Du alles richtig gemacht hast und die Platte möglicherweise fehlerhaft gefertigt wurde.

Möglichkeiten gibt es natürlich immer.
Z.Bsp. Kulanz des Händlers oder des Herstellers.
Aber Kulanz heißt , es kann ... NICHTS muss.
Hier kommt es immer darauf an, wie man sich begegnet.

Für mich ist jetzt die Frage, ob die Konstruktion mit der nahen Kante neben der Spüle von vornherein zum Scheitern verurteilt war?

Die Konstruktion ist nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Es gibt 1000-de Planungen , wo das so geplant wird, weil es eben nicht anders geht, und das Budget nichts anderes hergibt, als eine Schichtstoffplatte.
 

Tux

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Ich würde schon erwarten im Küchenfachhandel auf so ein Problem hingewiesen zu werden und ist aus meiner Laiensicht ein Beratunmgsfehler.

Bei Pfleiderer fand ich nun zur Laserkante:

"Optimaler Feuchteschutz
Das Laser-Edging-Verfahren führt neben der außergewöhnlichen
hochwertigen Optik zu einem weiteren unschlagbaren Vorteil:
Die Kante ist dicht gegenüber Feuchtigkeit und Wasserdampf –
genau wie eine Postforming-Kante!"
 

kuechentante

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Ich würde schon erwarten im Küchenfachhandel auf so ein Problem hingewiesen zu werden und ist aus meiner Laiensicht ein Beratunmgsfehler.

Wir wissen nicht was beraten wurde und was nicht.
Bei Mietwohnungen , geht es oft nicht anders zu lösen.
>>>Oft viel Arbeitsfläche gewünscht oder es ist nicht genug Abstellfläche vorhanden.
Installationen (Wasser )sind oft fix und nicht änderbar ,
die Brüstungshöhe reicht nicht aus.<<<

Für eine Einschätzung, ob was hätte anders geplant werden können, fehlen Fotos von der Gesamtsituation.
 

Snow

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@Tux
Da steht das schon drin ja, aber auch hier sind Pflegehinweise zu beachten und ob das tatsächlich auch so ist...hmmmm. Vielleicht halten die länger durch, mag sein. PU Leim ist ja auch als "Wasserdicht" angepriesen. Der größte Feind, so meine Erfahrung, ist nicht mal Feuchtigkeit die mal nen Moment steht, eher ist heißer Dampf der Feind.
ch würde schon erwarten im Küchenfachhandel auf so ein Problem hingewiesen zu werden und ist aus meiner Laiensicht ein Beratunmgsfehler.
Als Beratungsfehler würde ich das nicht sehen. Denn man bekommt ja Pflegehinweise. Tatsächlich bin ich da der Meinung von @kingofbigos dass eben Platten sehr viel länger halten, hält man sich an gewisse Regeln.
 

Berde

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Egal wie, aber hier muss einiges an Feuchtigkeit drangekommen sein.

Und ob dies Pfleiderer macht oder nicht nützt ja nichts wenn dieser Küchenhersteller
gar nicht mit Pfleiderer arbeitet.

Und bei Pfleiderer steht auch: "einige Varianten sind mit Laserkante lieferbar"
und "die vordere Längskante ist mit der Laserkante versehen"
 

Snow

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Und ob dies Pfleiderer macht oder nicht nützt ja nichts wenn dieser Küchenhersteller
gar nicht mit Pfleiderer arbeitet.
Das ist natürlich richtig.

Meiner persönlichen Meinung nach könnte (wie im Bild zu sehen) auch ein Gerät das dort steht (Hitze, Dampf) den Schaden verursacht haben.
 

Michael

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Natürlich war hier Feuchtigkeit im Spiel. Aber wir alle wissen doch, dass die Kantenverarbeitung von Kommission zu Kommission durchaus zu wünschen übrig lassen kann.
Ich habe hier mal ein Foto einer Nische von Häcker aus der letzten Woche angehängt. Glaubt ihr tatsächlich, die darf man feucht abwischen? Also nicht baden oder so, sondern nur feucht abwischen.
Und ganz ehrlich: Von mir als Monteur gibt es da keinen Hinweis oder eine Rekla für. Dann bekomme ich keine Küche mehr fertig. Arbeitsplatten sehen zum Teil ähnlich aus.

Es wird immer schneller und billiger produziert. Da geht sowas regelmäßig durch und ich kann euch genau die Hersteller nennen wo das passiert und wo nicht. :psst:
 

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Connyea

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IMG_20200914_205148.jpg

Vielen Dank für all eure Antworten. Ich habe nochmal ein Bild von etwas weiter weg gemacht. Hinten steht ein Toaster - der wird allerdings nur aller Jubeljahre mal benutzt und in diesem Bereich ist auch alles in Ordnung. Aufgequollen ist es auf Breite der Spüle. Ansonsten steht daneben nur noch ein Flaschentrockner - die Flaschen kommen aber fast immer aus dem Geschirrspüler und sind somit so gut wie trocken. Etwas weiter weg noch die Kaffeemaschine - da zieht aber nicht wirklich Wärme rüber. Das Fenster kommt dann direkt rechts daneben.
Ich bin einfach verärgert, dass die Küche anscheinend mit einer solchen Schwachstelle geplant wurde und der Mann vom Küchenstudio steif und fest darauf beharrt, dass da mehrmals über Stunden Wasser gestanden haben muss. Und damit war es für ihn erledigt...
 

Michael

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Und im übrigen kann es hier auch sein, dass die Spüle unzureichen abgedichtet eingebaut wurde und der Schichtstoff deswegen dort hochkommt.
Die bräunliche Verfärbung am rechten Spülenrand spräche jedenfalls dafür.
 

kuechentante

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Wenn die Spüle da nicht richtig abgedichtet ist, dann könnte das Wasser da in die Ritze gekrochen sein.
Wasser sucht sich seinen Weg.
Aber dann müsste möglicherweise ein Buckel auf der Fläche und am Spülenrand sein .
Den seh ich nicht ... hmm

@Michael
Aber Du hast schon Recht .
Es wird zunehmend gespart .. an allem.
 

kuechentante

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Wie gesagt .. es gilt die Beweislastumkehr.
Und so einfach mal Platte tauschen ist da nicht, wegen der aufgesetzten Rückwände.

Ich mag die Holzdinger als Rückwand nicht. Fliese ist Fliese.
Da stellen die Leute Ihre Stullenbretter und sonstwas zum Abtrocknen hochkant , weil sie es von der Fliese so gewohnt sind.

Ich kann dem TE nur raten seinen feuchten Lappen, der da so achtlos auf der Spüle rumliegt , und Kontakt zur Rückwand hat , da ganz schnell wegzunehmen und STETS UND IMMER darauf zu achten , daß der nicht im feuchten Zustand da über Nacht achtlos liegenbleibt.
Sonst hat er das nächste Problem ...mit der Rückwand
(sichtbar bei den ersten Bildern)

Und mir soll mal keiner erklären , " Das machen wir Nie , da passen wir IMMER auf !"
Manchmal sind es die Kinder oder deren Besuch oder die Tante, die beim Geburtstag gern mal mithilft.

Es gibt kein unkaputtbares Material.:obacht:
 

Michael

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Aber dann müsste möglicherweise ein Buckel auf der Fläche und am Spülenrand sein .
Den seh ich nicht ... hmm

Es sind nur ca. 5cm bis zur APL Kante und dort herrscht der geringste Widerstand.
Falls es dort zu Wassereintritt gekommen sein sollte müsste man das von unten am Ausschnitt erkennen können. Das wäre dann ein Beweis für die Beweislastumkehr.:so-what:
 

racer

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zu den einzelnen Kommentaren:

Laserkanten halten garantiert die Feuchtigkeit nicht besser ab, als herkömmliche Verleimungen, (da mag ein Hersteller noch so blumig damit werben) man sieht nur die aktive Klebeschicht nicht und daher sind Laserkanten nur ein optischer Vorteil und somit bei Fronten am Ende sicherlich besser einzusetzen, als bei Arbeitsplatten . Im Gegenteil, ich bin mir sicher, dass bei einer klassischen PUR Verleimung, der Leim deutlich tiefer in die Spanplatte eindringt und so das Trägermaterial vor Feuchtigkeit besser schützt, als bei einer Laserkante.

Ja, beschichtete Spanplatten mit dieser Art Anleimer (die, wenn die Platten vorne nicht doppelrund sind, so auch als Vorderkanten angeboten werden) sind nur bedingt als Arbeitsplatten (gerade in Verbindung mit Feuchtigkeit) zu gebrauchen. Sie haben, wie bereits häufiger erwähnt, nur einen einzigen Vorteil, sie sind billig !

Alle physischen Eigenschaften dieses Plattenmaterials in Verbindung mit diesem Anleimer liegen weit unter den alternativen Materialien, die als Arbeitsplatte sonst noch verwendet werden. Dennoch hat sich diese Plattenart nun einmal bei den klassischen Massenvermarktungen im Bereich Küche durchgesetzt. Diese Küchen sollen ja auch nicht ewig halten.

Die Kante auf dem Bild wurde industriell gefertigt, die Kante wurde nicht vor Ort montiert.

Ja, eine solche Kante im unmittelbaren Bereich der Spüle hätte ein guter Planer vermieden. Eine realistische Chance, irgendwem daraus eine Fehlberatung zu drehen, nach einem Jahr Gebrauch in Verbindung mit einem Wasserschaden, wird aber ganz bestimmt nicht funktionieren.

Am Ende habt ihr die Küche so gekauft. Ob eine gute Beratung am Ende überhaupt Gegenstand des Verkaufs war, wissen wir nicht. Der Verkäufer muss am Ende nur aussagen, dass ihr es so haben wolltet und schon steht Aussage gegen Aussage. Da werdet ihr den nicht mit packen. Zudem ist noch eines sehr sicher, die Feuchtigkeit, die den Schaden verursacht hat, hat nicht der Küchenhändler verursacht.

Solange nicht mehr kaputt ist, als diese Platte, tauscht die gegen ein vernünftiges Plattenmaterial aus. Ja, das kostet zusätzliches Geld, aber dann wird die Küche auch deutlich länger halten !

mfg

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racer

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noch ein Nachtrag zur der verlinkten Metallleiste:

hier hätte sich das Wasser erst recht (wegen des Kapilareffekts) gesammelt und der Schaden wäre am Ende wohl ebenso schnell aufgetreten, zumal diese Kante, die optische Gestaltung ja wohl eindeutig verschlimmert hätte..

optisch sollen diese Küchen halt dennoch schön aussehen, trotz des Plattenmaterials..

mfg

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Snow

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Bevor die Plattenanlage ausgetauscht wird, würde ich eine OP an der offenen Plattenkante riskieren. Wasserfesten Leim mit Spitze und Kanüle einbringen und mit Hilfe von Hartholzunterlagen und Zwingen fest verpressen.
 

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