Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

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Hallo Zusammen!

Wir haben letztes Jahr Nov./Dez. eine Küche in einem kleinen Küchenstudio (Familienbetrieb) bestellt. Auf der einen Seite eine Küchenzeile mit Unterschränke, Hochschränke und Arbeitsplatte und gegenüber Hochschrank + Apothekerschrank + Kühl/Gefrierschrank. Der Kühlschrank sitzt oben und geht bis zum oberen Schrankende (also kein Staufach über dem Kühlschrank). Links der Hochschrank (B 60cm) optisch auf gleicher Höhe geteilt wie rechts der Kühl/Gefrierschrank. Der Apothekerschrank optisch etwas tiefer geteilt. Also alles symmetrisch. Gesamtpreis inkl Aufbau 6250 Euro.

Mitte Januar kam ein Brief "Küchenfront wurde geändert, anbei eine neue Skizze" oder so ähnlich (Viel länger war der Brief nicht). In der Skizze ist die optische Teilung anders: Apothekerschrank und Kühl-/Gefrierschrank gleiche Höhe und Hochschrank tiefer.
Daraufhin habe ich beim Berater angerufen und gesagt, dass wir das so nicht wollen. "Ja er kümmert sich drum und fragt beim Hersteller nach, da Samstag ist kann erreicht er erst am Montag jemand. Er ruft bis spätestens Dienstag zurück.". Als er nächsten Samstag immer noch nicht zurück gerufen hatte ich wieder angerufen: "Ja, so wie er es verstanden hat geht es nicht, aber er fragt nochmal nach". Nach seiner Nachfrage bekamen wir als Antwort "Die Küche ist schon produziert und wird diese Woche [ins Küchenstudio] geliefert. Wir bauen das so auf und dann können wir hinterher schauen, dass wir die Fronten austauschen, das ist kein Problem". Leider habe ich mir das nicht schriftlich geben lassen :idee:

Küche wurde dann geliefert und wurde aufgebaut, hat auch soweit gut geklappt. Die Fronteinteilung war sogar nochmal anders als in der geänderten Skizze: Apothekerschrank jetzt gleiche Höhe wie der Hochschrank links. Zusätzlich hatte die Kühlschranktür oben eine optische Teilung wie für ein Staufach das man nach oben klappen kann. Da die optische Teilung einen kleine Spalt (ca 3-4 mm) hat sieht man dadurch die Metalloberfläche der Kühlschranktür sowie insgesamt 4 Metallbolzen die den oberen und den unteren Teil der optischen Teilung verbinden.

Bezahlt habe ich nach Aufbau der Küche den Restbetrag abzüglich eines Einbehalts von 850 Euro.

Der Küchenberater kam dann zum Vorort Termin und maß die Fronten aus. Es wurden auch neue Sockelleisten bestellt, da die vorhandenen (bedingt durch Gefälle im Boden) auf der einen Seite einen großen Spalt zwischen Sockelleiste und Unterschrank .

Die neue Sockelleiste wurde eingebaut (Ende Mai) und wegen der Front kam die Antwort (Telefongespräch Anfang Juni): "Es geht nicht, weil die Front eine Softfront ist und abgerundete Kanten/Ecken hat." Ich habe dem Berater darauf hin gesagt, sie sollen sich etwas überlegen (evtl. doch Herstellung/Lieferung wie bestellt oder Preisnachlass). Der Berater meinte er kümmert sich drum und meldet sich dann wieder. Dann nix mehr von ihm gehört.

Mitte August kam dann eine (freundliche) Erinnerung "den Restbetrag zu bezahlen, da ja inzwischen alles erledigt sei". Darauf habe ich per Brief das Telefon von Anfang Juni und die ausgebliebene Antwort von Anfang Juni geschildert und eine Frist von ~14 Tagen für eine Rückantwort gesetzt. Zwei Tage später kam der Anruf vom Berater was ich den für einen Brief bekommen hätte, er wäre letzte Woche in Urlaub gewesen und jetzt wäre sein Chef im Urlaub. Und mit meiner Bemerkung, dass ich nicht zufrieden wäre meinte er, das sie uns ja kostenlos die Sockelleisten ersetzt hätte. Meine Unzufriedenheit beruht ja nicht nur darauf, dass die Front anders geliefert wurde, dann versprochen wurde es nachträglich zu ändern sondern auch weil sich das Küchenstudio bzw. der Berater sich nur auf mehrfaches Nachfragen gerührt hat. Wir mussten uns jedesmal um Termine kümmern bzw. nachfragen ob die Teile da sind, das der Einbautermin klappt etc., obwohl immer ausgemacht war, dass sie sich melden.
Der Berater meinte dann "Ok, sowas (also das mit dem Nachfragen müssen von uns) muss ich doch wissen, so kann ich ja auch mit meinem Chef besser argumentieren [wegen Preisnachlass o.ä.]". Er würde die kommende Woche wenn sein Chef vom Urlaub zurück ist mit ihm sprechen (das wäre noch in meiner Frist gewesen). Naja es kam wiedermal keine Antwort, erst jetzt zwei Wochen nach meinem Fristende kam ein Anruf, sie bieten uns einen Einkaufsgutschein von 200 Euro.

Jetzt würde ich gerne mal die Meinung von den Profis hier hören was sie dazu sagen. Und auch in welcher Höhe ein Preisnachlass oder ähnliches gerechtfertigt wäre?

Viele Grüße
neuling09
 
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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

Ich denke es wäre ganz sinnvoll Bilder einzustellen, dann können sich die Profis die ganze Sache besser vorstellen und sagen was geht und was nicht.

Das mit der Küchlschranktür hört sich aber echt grusselig an - da würde ich schon auf einen Austausch bestehen.

Liebe Grüße von Nina :-)
 

Gatto1

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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

Hallo Neuling,

da ich natürlich keine exakten Daten - Hersteller, Front, Türmaße, Geräte-/Nischenmaße etc. - habe, versuche ich mal einige SEHR PAUSCHALE Infos zum Besten zu geben

- das lahme Verhalten des Küchenstudios lasse ich mal aussen vor. Das geht so garnicht, ist aber nun kein Reklamationsgrund. Das es eine grottenmäßige Negativwerbung ist steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Zur Technik:
Wenn es eine Tür in der benötigten Gesamthöhe gibt, sollte ein Austausch kein Problem sein.
Da es sich bei Deiner Küche wahrscheinlich um eine Folienfront handelt (das habe ich mal vom Preis und der Bemerkung "Softfront" geschlossen), können wir allerdings jede Form von Sonderanfertigung ausschließen. Das heißt, wenn das Maß nicht vorhanden ist, gibt es keine Möglichkeit durch einen einfachen Frontwechsel das "Problem zu beheben"

Zur rechtlichen Situation:
Normalerweise enthalten die AGBs - und meistens auch die Zeichnungen und die Teilebeschreibung - einen Zusatz im Sinne: Die entgültige Frontaufteilung richtet sich nach den vom Hersteller angebotenen Frontmaßen - bzw. Frontaufteilung/Details abweichend.

Sofern es also im Kaufvertrag oder in einem -von beiden Seiten unterzeichneten bzw. bestätigten - schriftlichen Zusatz keine eindeutige Vereinbarung über eine einheitliche Frontgestaltung als Bedingung für den Kaufabschluss gibt, ist die "Falschlieferung" formaljuristisch in Ordnung.

Lösungsansätze:
1) Ein Preisnachlaß von 200,-€ = ca.3% der Kaufsumme ist deutlich mehr, als die kompletten Fronten an dem Kühlschrankumbau kosten.
Meiner Meinung nach ist das ein angemessener Betrag - sofern es sich um eine Kulanzleistung handelt
2) Wenn Dir die Linienführung wichtig ist, dann kläre doch mal mit dem Küchenberater, welche Frontmaße es gibt, und ob man ggf. mit anderen Türen und durch eine Versetzung des Kühlgerätes innerhalb des Schrankes ein optisch besseres Ergebnis erzielen kann.

Wie gesagt, mir fehlen zu viele Infos, um diese Möglichkeit schon im Vorfeld zu prüfen.

Miteinander geht es immer besser als gegeneinander - auch wenn die Gegenseite nervig ist ;-)

Gatto1
 
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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

Hallo!

Wenn es eine Tür in der benötigten Gesamthöhe gibt, sollte ein Austausch kein Problem sein.
Da es sich bei Deiner Küche wahrscheinlich um eine Folienfront handelt (das habe ich mal vom Preis und der Bemerkung "Softfront" geschlossen), können wir allerdings jede Form von Sonderanfertigung ausschließen. Das heißt, wenn das Maß nicht vorhanden ist, gibt es keine Möglichkeit durch einen einfachen Frontwechsel das "Problem zu beheben"
Es handelt sich um eine Schüller Creativ.

So wie Du das beschreibst ist es wohl, der Berater meinte die Fronten würden in speziellen Formen hergestellt.

Zur rechtlichen Situation:
Normalerweise enthalten die AGBs - und meistens auch die Zeichnungen und die Teilebeschreibung - einen Zusatz im Sinne: Die entgültige Frontaufteilung richtet sich nach den vom Hersteller angebotenen Frontmaßen - bzw. Frontaufteilung/Details abweichend.

Sofern es also im Kaufvertrag oder in einem -von beiden Seiten unterzeichneten bzw. bestätigten - schriftlichen Zusatz keine eindeutige Vereinbarung über eine einheitliche Frontgestaltung als Bedingung für den Kaufabschluss gibt, ist die "Falschlieferung" formaljuristisch in Ordnung.
Also im "Auftrag" (den ich hier habe) kann ich keinen Hinweis finden in dem steht, dass Änderungen möglich sind.
In den Zeichnungen bzw. Computerskizzen steht der Hinweis "Dieser Plan ist herstellerneutral, Maße + Fronten sind symbolisch.". Unter symbolisch verstehe ich aber dass zumindest die symetrische Einteilung und die nicht vorhandene optische Trennung der Türschranktür beibehalten bleibt. Ob die Teile jetzt spezielle Maße haben ist mir ja egal, es sollte halt so aussehen wie auf der Skizze wie wir die Küche ausgesucht und bestellt haben.

Lösungsansätze:
1) Ein Preisnachlaß von 200,-€ = ca.3% der Kaufsumme ist deutlich mehr, als die kompletten Fronten an dem Kühlschrankumbau kosten.
Meiner Meinung nach ist das ein angemessener Betrag - sofern es sich um eine Kulanzleistung handelt
Da ich keine Hinweis habe auf "Änderungen möglich" sehe ich es nicht als Kulanzleistung. Und es ist ja nicht nur die Kühlschranktür verkehrt sondern auch die linke Tür, dort ist die optische Trennung zu tief (sie sollte auf Höhe der Trennung Kühl-/Gefrierkombination sein).

2) Wenn Dir die Linienführung wichtig ist, dann kläre doch mal mit dem Küchenberater, welche Frontmaße es gibt, und ob man ggf. mit anderen Türen und durch eine Versetzung des Kühlgerätes innerhalb des Schrankes ein optisch besseres Ergebnis erzielen kann.
Das versetzen des Kühlschranks ist laut Berater auch nicht möglich. Es ist zwar unter dem Kühlgerät ca 5cm erhöhter Boden aber die Maßen würden wohl trotzdem nicht passen. :(

Hier noch zwei Bilder, einmal die Gesamtansicht und dann noch die optische Trennung an der Kühlschranktür im Detail:
proxy.php?image=http%3A%2F%2Fimg190.imageshack.us%2Fimg190%2F7931%2Fdsc0007klein.th.jpg&hash=762d2d4c39562bab4d068f5a2d747a40
proxy.php?image=http%3A%2F%2Fimg16.imageshack.us%2Fimg16%2F4530%2Fdsc0022klein.th.jpg&hash=60d54ff702fd85beed91475615bccd97


Danke für Eure Antworten :-)
 

martin

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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

"Dieser Plan ist herstellerneutral, Maße + Fronten sind symbolisch
Das bedeutet nichts anderes als: so könnte es aussehen, es kann von der (Front-) Aufteilung aber auch ganz anders sein. Du bist also auf die Kulanz des Küchenstudios angewiesen. Einen Rechtsanspruch auf Symmetrie wirst Du wohl kaum herleiten können.
 
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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

Hi zusammen,

ich habe ein paar Jahr beim Küchenhersteller als Sachbearbeiter gearbeitet und kenne das Problem sehr gut....

sagen wir mal das zb beim Apothekerschrank die untere Tür so um die 53 cm ist und die obere Tür ca. 133 cm....das sind je nach Hersteller Standardmasse....

fast alle hersteller arbeiten in einem festgelegten Frontraster....und das grösste Problem ist meist, das die obere Apothekertür fast nie in einer kleineren grösse vorhanden ist (weil der man für eine kleinere Front (bis zu 2-3 Raster kleiner) keine Verwendung hätte und diese kleineren Fronten unnötig Platz im Lager verschwenden würde)....erst wieder ab der höhe des höchsten Hängeschranks.....und deshalb wäre die es nicht möglich den Apotheker 2-geteilt auf die gleiche Fuge zu bringen...

was hier fast zu 99% sicher möglich wäre, ist die Front des Apothekers genauso 3-zuteilen wie beim Kühlschrank, genauso die Fronten austauschen vom linken Schrank (Besenschrank? Geschirrschrank ?)....wenn du mir sagst, welcher Hersteller, kann ich dir sicher sagen, ob das möglich ist ?!?

die Verbindungsstifte bei den Fronten sind nun mal leider ein fertigungstechnisches übel, das man akzeptieren muss....die fallen bei abgerundeten Fronten nun mal mehr auf....

der Ursprung des ganzen Problems ist allerdings die Auswahl des Kühlschranks....bei diesem Kühlschrank ist die untere Tür des Gefrierfachs leider minimal höher als zb die untere Tür des Apothekerschranks. Also MUSS bei der unteren Schranktür die nächst höhere Front im Raster genommen werden. Dadurch muss das Gerät auch um 8 cm aufgebockt werden, damit die Fuge des Kühlschrank mit der Fuge des Umbauschranks zusammenpasst....

Dem Verkäufer kann man keine Schuld geben, denn die technischen Zeichnungen der Kühlschrankhersteller sind teilweise sehr unübersichtlich und somit auch zu kompliziert den richtigen Schrank für den Kühlschrank zu finden. Viele Hersteller haben auch im Verkaufshandbuch nur ein/zwei Standardschrank/e (mit Standardfugenbild) für große Kühl-Gefrier-Kombinationen. Aber bei dem Hersteller hätte meiner Meinung nach noch ein Sachbearbeiter sitzen müssen, der das saubere Fugenbild in der Bestellung sieht und gleich eine Anpassung an/der Schränke daneben durchführt (so habe ich es meist gemacht in Rücksprache mit dem Verkäufer)....
 
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AW: Küchenfront (-einteilung) anders geliefert als bestellt

misch ich auch noch nen bißchen mit.

1. man bekommt was man zahlt. zwar sind 6500,- viel geld aber eben für eine küche bewegt man sich im unteren bereich.
hochwertige hersteller haben oft mehr möglichkeiten bezüglich türaufteilungen und sonderanfertigungen.
schüller kenn ich zwar nicht, aber der gehört auch zu den preiswerten herstellern und wie schon vorposter geschrieben haben ist eine aufteilung des apo schrankes in den selben türmaßen wie der kühlschrankumbau nicht möglich.

2. optisch vertretbar fände ich die lösung den besenschrank mit den selben türblättern zu verkleiden wie den kühlumbau.
dann hat man auf den beiden schränken eine identische aufteilung.
zwei neue türen sollten sich endweder kostenlos oder zumindest preislich deutlich reduziert sicher über schüller besorgen lassen.
 

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