Aufquellende Arbeitsplattenverbindung - Haftpflichtfrage Nutzung vs. Montage

erickster

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Hallo,
wir wohnen seit vier Jahren in einer Mietwohnung mit Einbauküche. Seinerzeit wurde eine neue Arbeitsplatte montiert, entsprechend den Wänden in U-Form, also mit verleimten Verbindungen am unteren Strich des Us - dort ist auch der Herd, die Spüle ist auf einem Seitenarm des Us. Nun quellen diese Verbindungen an einigen Stellen auf. Wir haben beim ersten Anzeichen Alarm geschlagen. Der Tischler hat den Schaden begutachten und es ist jetzt die Rede von “stehendem Wasser” und der Frage nach einer Haftpflichtversicherung, d. h. offensichtlich wird uns eindeutiges Verschulden zugerechnet. Das widerspricht meinem Rechtsempfinden, da wir die Küche im Rahmen normaler Kochaktivitäten nutzen, Arbeitsplatten abwischen, es keinen Wasserunfall gab, keine nassen Tücher ablegen.
Weiß jemand, wie hier die Entscheidungsfindung verläuft; wie wir vorgehen, was wir machen können? Auf der einen Seite liegt es sicher auch an der Qualität der Arbeitsplatte und, ganz besonders, der Verbindung und Dichtung, inwieweit ein Wasserschaden möglich ist? Auf der anderen Seite steht außer Frage, dass es ein Wasserschaden ist, aber “wie viel Wassser muss eine Arbeitsplatte abkönnen” vs. “wie gut muss eine Dichtung sein”, damit jemand das Haftpflichtpingpong gewinnt?
Ich habe einige Fotos angehängt. Weiß jemand einen Rat? In der Küche zu kochen, hat seinen Reiz verloren, da wir mit Dingen sorgsam umgehen und erstmal gar nicht zuordnen können, was wir falsch gemacht haben und in Zukunft anders handhaben sollen.
Herzlichen Dank
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martin

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Bild 1 zeigt eine ungenau montierte und/oder gefertigte APL-Eckverbindung.

Für Bild 2 und 5 gilt das Gleiche; zusätzlich scheint mir die Vorderkante der linken Platte einen Stoßschaden zu haben, der nun aufquillt. Ein Transportschaden vor Montage erscheint mir hier wahrscheinlicher, als dass Ihr dagegen gedonnert seid.

Bild 4 scheint mir kein Quellschaden zu sein. Nach meinem Eindruck ist hier die APL bereits bei Lieferung verzogen gewesen. Mit sorgfältiger Montage kann man das meist kompensieren.

Grundsätzlich gilt: diese Eckverbindungen sind immer nur bedingt gegen Nässe resistent. Nach ca. 1 Stunde wird Nässeeinwirkung kritisch. Da kann schon ein feuchtes Handtuch zum Schaden führen. Das heißt im Klartext: nach getaner Arbeit muss die APL im Verbindungsbereich trocken gewischt werden.

Zu den haftungsrechtlichen Fragen können und dürfen wir Dir hier keine Auskunft geben.
 

mozart

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Hi,
Bild 2 zeigt allerdings auch, daß hier gewartet wurde, bis nichts mehr zu retten war. Ein Quellschaden -ganz gleich, ob durch unsaubere Passung oder durch stehendes Wasser- beginnt ganz klein.
Schwierig nach 4 Jahren.
VG,
Jens
 

erickster

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Hallo Martin, hallo mozart,

vielen vielen Dank für Eure Einschätzung. Daraus interpretiere ich, dass dieser Fall dann nicht so eben mal abwälzbar ist. Ich vermute, mit dieser Information kontaktiere ich wohl am besten den Vermieter und bitte um ein unabhängiges Gutachten? Oder leiten wir tatsächlich alles (inkl. dieser Fotos) an unsere Haftpflicht weiter und die klamüsieren das dann aus? (Martin, das ist keine haftungsrechtliche sondern eine Verfahrensfrage, oder? Ansonsten Entschuldigung.)

@martin: Danke nochmal für dein Darübersehen. Stoßschaden zu Bild 2 und 5: Ich glaube, das ist eine optische Täuschung der Fotos. Es müsste doch eine Verforumung von direkt oben zu sehen sein? Zwei ergänzende Bilder anbei.
D. h. bereits die "ungenau montierten Verbindungen" könnten für eine geringere Toleranz beim Kontakt mit Wasser sorgen? Und der bereits bei Lieferung verhandene Verzug ist ein weiteres Indiz, dass die Verbindung nicht so wasserresistent hätten sein können, als mit einem Richtmaß von 1h Wasserkontakt angenommen werden kann?

@mozart: Das ist bereits das fortgeschrittene Stadium 3-4 Wochen nach unserer ersten Meldung. Der Hub war wirklich kaum sichtbar, als wir bereits Alarm schlugen.

U7.jpg
 

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martin

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Wenn die APL an der Kante von vorne einen heftigen, flächigen Stoß bekommt, kann es ohne bleibende sichtbare Verformung zu einem nur schwer zu erkennenden Haarriss im Schichtstoff kommen, und genau danach sieht es für mich aus.
 

kuechentante

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Oder leiten wir tatsächlich alles (inkl. dieser Fotos) an unsere Haftpflicht weiter und die klamüsieren das dann aus? (Martin, das ist keine haftungsrechtliche sondern eine Verfahrensfrage, oder? Ansonsten Entschuldigung.)

Eine Haftpflichtversicherung prüft automatisch und wehrt unberechtigte Ansprüche der Gegenseite ab.
Ich würde es der Haftpflichtversicherung melden , und warten was passiert.

Dies ist keine Rechtsberatung.
 

Michael

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Für mich eine typische verleimte Verbindung mit zu großer Fuge weil der Leim schneller aushärtete als der Monteur arbeiten konnte.
Der Gutachter wird sagen es ist korrekt verleimt worden, weil er es nicht besser weiß.

Deswegen nehme ich grundsätzlich dauerelastische Dichtmasse. Wenn dann was aufquillt wird der Gutachter zwar auf einen Montagefehler hindeuten, allerdings mit dem entscheidenen Haken: Es quillt nix auf. :cool:

Ich würde auch die Versicherung informieren. Die kümmern sich ganz gut um die Schuldfrage und sie werden alles daran setzen damit du nicht schuld bist. ;-)
 

erickster

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Martin, Küchentante, Michael, vielen Dank euch, das ist außerordentlich hilfreich! Vielen Dank für eure Ratschläge!
:-[
 

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