Granitarbeitsplatte so richtig verbaut?

abakus2k

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Hallo zusammen,

bei meiner (selbst montierten) Ikea Küche wurde vor kurzem eine Natursteinarbeitsplatte aus Granit montiert. Bestellt habe ich bei einem Möbelladen, montiert wurde sie von einem Steinmetz. Soweit ist auch alles sauber verarbeitet. Heute habe ich mir mal alles genauer angeschaut und da sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob das so fachgerecht ausgeführt wurde.

Die Arbeitsplatte besteht aus zwei Platten, die eine Platte ist im folgenden Bild blau umrandet:
APL_Platte.jpg


Der Eckschrank darunter sieht ohne Arbeitsplatte so aus:
DSC_5741.JPG


Näher betrachtet sieht er so aus:
Eckschrank.jpg


Die Arbeitsplatte wird normalerweise auf diesen Metallblechen befestigt (grüne Pfeile). Der Eckschrank hat dieses Metall an der Türe, aber dafür nicht an der hinteren Wand (gelber Pfeil). Diese Stelle sollte daher bei der Montage unterlegt werden.

Es wurde an der Stelle allerdings nichts unterlegt, sodass die Arbeitsplatte teilweise frei in der Luft hängt (gelbe Linie). Die grünen Punkte sind die einzigen Auflagerpunkte an dieser Ecke:
APL_ohne_Lager.jpg


Lagerpunkt A sieht von unten so aus, da steckt eigentlich nur ein kleiner Kunststoffkeil:
DSC_0838.JPG


Da sich das Brett, auf dem die Arbeitsplatte an Punkt A aufliegt schon nach unten biegt, hab ich provisorisch eine Holzstütze reingeklemmt:
DSC_0833.JPG


Das freihängende Stück Arbeitsplatte (entlang der gelben Linie) sieht von unten so aus:
DSC_0841.JPG


DSC_0845.JPG


Man sieht, dass überall Licht durchscheint (von unten hingehalten). Auf dem ersten der beiden Bilder sieht man auch noch, dass die Arbeitsplatte aufgrund der fehlenden Abstützung ne leichte Biegung macht (gelber Pfeil):
APL_Biegung_von_unten.jpg
 

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abakus2k

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Von oben sieht die Durchbiegung so aus, es handelt sich um ca. 1 bis 1,8 mm:
DSC_0839.JPG


Und skizziert sieht die Biegung so aus (roter Bogen):
APL_Biegung.PNG


Was sagt ihr dazu? Sollte ich reklamieren?
Momentan ist das stabil, ich denke mir aber, dass sich da irgendwann trotzdem etwas setzt und die Platte dann soweit absinkt, dass es eine Stufe am Übergang geben wird bzw. das Silikon reißt.

Die fehlende Unterfütterung könnte ich wahrscheinlich noch selbst mit flachen Blechen ausgleichen, aber bei der Durchbiegung bin ich mir nicht sicher, ob das mal Probleme machen wird. Es ist zumindest mit dem Auge nicht erkennbar.

Vielen Dank für eure Meinung!
 

Snow

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Hallo @abakus2k
Aus meiner Sicht betrachtet, hätte ich, wäre ich der Steinmetz, die Platte erst gar nicht montiert. Grundlage ist, dass die US absolut im Lot stehen müssen. Zum 2. sind die Metalltraversen m. E. nicht geeignet, um da einen Stein aufzulegen, da ja diese, wenn auch nur wenige mm, vorstehen und so die Platte gar nicht auf den US plan liegen kann. Ich meine, dass da eine Rekla wirkungslos sein wird, da du die US selbst montiert hast. Ich wäre gespannt was der Steinmetz dazu sagt.
 

abakus2k

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Hallo und danke für deine Antwort!

Die Unterschränke sind sehr gut ausgerichtet. Einziges Problem war eben, dass der Eckschrank aufgrund der fehlenden Metalltraversen an der Hinter- und Seitenwand um das Maß der Traverse tiefer liegt, aber da sollte deswegen unterfüttert werden.

Die Arbeitsplatte liegt daher nicht auf den Seitenwänden der Unterschränke, sondern auf den vorne und hinten durchlaufenden Metalltraversen (bis eben beim Eckschrank). Hatte da extra vorher noch angefragt, ob das ein Problem wäre, was verneint wurde.

Viele Grüße
 

KerstinB

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Der Steinmetz hat die Unterschrankaufstellung beim Aufmessen doch sehen können - oder?
Meiner Meinung nach, hätte er für die Linie Punkt A bis in die Wandecke und für Punkt A nach links (die 2. Platte) eine bessere Auflage konstruieren oder fordern müssen:
apl_ohne_lager-jpg.301918


Denn der Eckschrank hat auf der langen Wandseite keine Korpusseite zum Auflegen, sondern nur die Rückwand und diese Holzquerstrebe, die ja ca. 124 cm breit ist, und wie du ja gezeigt hast, schon durchhängt.

Ich würde da erstmal reklamieren.
 

Nörgli

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Liegt die Platte überhaupt auf den Metalltraversen auf? Denn die Schrauben, mit denen man die befestigt, stehen ja drüber... also müsste die Platte nur auf diesen liegen? Oder sind die Schrauben tief genug versenkt?
 

Snow

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Hinter dem Eckschrank hätten idealerweise Leisten an die Wand montiert werden sollen, auf der die Platte aufliegt, dann würde die Platte auch nicht durchhängen und wie gesagt, stehen die Traversen über, die Platte kann nicht plan liegen. Ich meine was man dem Steinmetz vorwerfen könnte ist, wie geschrieben, dass er die überhaupt so montiert hat.
 

mozart

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Hi,
der Steinmetz liefert die Platten, legt sie auf und macht ggf. die restlichen Arbeiten, wie Silikon, Spüleneinbau, etc. . Seine Aufgabe it doch nicht, den Unterbau für den Granit vorzubereiten.
Ich hab das mittlerweile mehrmals geschrieben-die aktuellen Ikea -Teile (Schränke kann man sie nicht nennen, es sind keine) sind nicht für das Auflegen starrer Materialien geeignet. Es sei denn, man bastelt das passend-das macht natürlich nicht der Steinmetz.
 

KerstinB

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@mozart, wenn aber der Steinmetz zum Aufmaß kommt und die Küche wie aufgebaut sieht, und seine Entscheidung trifft, wie er die Plattenanlage teilt, dann kann der Steinmetz auch nochmal auf den mangelnden Unterbau hinweisen und nicht einfach drauf loslegen.
 

Michael

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Von oben sieht die Durchbiegung so aus, es handelt sich um ca. 1 bis 1,8 mm:

Dass die Platte gebogen ist liegt nicht an der falschen Unterkonstruktion. Die ist halt einfach ein wenig gebogen. Kann mal vorkommen und erscheint mir in dem Bereich nicht sonderlich schlimm zu sein.
Natursteinplatten biegen sich nicht - sie brechen. :cool:
 

abakus2k

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Hallo zusammen!

Der Steinmetz hat die Unterschrankaufstellung beim Aufmessen doch sehen können - oder?
Meiner Meinung nach, hätte er für die Linie Punkt A bis in die Wandecke und für Punkt A nach links (die 2. Platte) eine bessere Auflage konstruieren oder fordern müssen:
apl_ohne_lager-jpg.301918


Denn der Eckschrank hat auf der langen Wandseite keine Korpusseite zum Auflegen, sondern nur die Rückwand und diese Holzquerstrebe, die ja ca. 124 cm breit ist, und wie du ja gezeigt hast, schon durchhängt.

Ich würde da erstmal reklamieren.

Richtig, er hat die Küche für die Arbeitsplatte vermessen und da eigentlich auch nochmals die Ebenheit geprüft. Das mit der besseren Auflage sehe ich auch so, die hätte ich vorher noch ohne Probleme verstärken können. Jetzt würde es wohl auch noch gehen, nur bin ich mir nicht sicher, was passiert, wenn ich diesen kleinen Keil rausziehe. Vermutlich wird sich dann die Platte hinten absenken, von daher lass ich die Finger davon.

Liegt die Platte überhaupt auf den Metalltraversen auf? Denn die Schrauben, mit denen man die befestigt, stehen ja drüber... also müsste die Platte nur auf diesen liegen? Oder sind die Schrauben tief genug versenkt?

Die Platte liegt an den allermeisten Stellen auf der Traverse auf, nur direkt am Eckschrank bzw. dem Schrank rechts neben dem Eckschrank ist das nicht der Fall. Die Schrauben sind in der Traverse versenkt, sodass diese nicht überstehen.

Beispiele:
DSC_0847.JPG


DSC_0848.JPG


DSC_0849.JPG


DSC_0850.JPG


DSC_0851.JPG


DSC_0852.JPG


An der Innenecke direkt am Eckschrank ist allerdings wieder eine Problemstelle (die Rückwandstücke habe ich als Stütze reingeschoben, da die Platte sonst wieder in der Luft hängen würde):
DSC_0853.JPG


Und nochmal ganz allgemein:

Die Küche habe ich selbst aufgestellt, dem Möbelhaus aber mitgeteilt, dass es eine Ikea -Küche ist. Auch den Steinmetz habe ich beim Vermessen gefragt, ob das Probleme macht und ob er schon Steinplatten auf Ikea-Küchen gemacht hat. Seiner Aussage nach wäre es kein Problem und er hat schon Steinplatten auf Ikea-Küchen montiert.

Da ich selbst sehr penibel bin, wurden die Untrschränke von mir wirklich penibelst ausgerichtet mit Wasserwaagen und einer langen Alulatte. Wenn das so nicht geeignet wäre, dann hätte man mich darauf hinweisen müssen.

Wie würdet ihr da jetzt weiter vorgehen? Ist das so einfach nur unschön, wird aber trotzdem die nächsten zehn Jahre halten oder könnte ich irgendwann Probleme bekommen?

Vielen Dank und Grüße
 

racer

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ja, da kann ich Michael nur bestätigen, die Platte biegt sich nicht.. keinen einzigen Mikromillimeter.. wenn sie lose liegt, bricht sie.. aber sie wird sich garantiert nie biegen...

Komposite-Platten können sich biegen, Natursteine hingegen nicht.

Du hast aber insofern recht, dass die Auflage in der Ecke deutlich stabiler hätte sein müssen ! Da gehört eine Auflageleiste an die Wand gedübelt, zumal sich die Schränke, wenn sie erst einmal eingeräumt sind, deutlich "setzen" werden und spätestens dann reißt die Fuge auf und die Platte wird wohl wahrscheinlich auch brechen. Das muss verändert werden !

mfg

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Du kannst die Schränke noch so penibel ausgerichtet haben, die Schränke werden sich im Gebrauch deutlich "setzen" also in sich zusammensacken, das kann schon mal mehrere Millimeter ausmachen.. angefangen damit, dass die Spanplatte an Restfeuchte verliert bis hin zu der Tatsache, dass die Füße und der Unterboden noch weiter nachgeben werden..

2 bis 3 mm werden reichen, dass am Ende das Plattenende in der Luft hängt und unweigerlich bei leichtem Druck an der richtigen Stelle brechen wird.

mfg

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abakus2k

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Danke für die Einschätzungen!
Die Unterschränke standen jetzt über ein Jahr rum, Monate davon mit je 20 kg Gewichten belastet. Denke mal, dass es dann hauptsächlich noch zu Setzungen durch das Eigengewicht der Arbeitsplatte kommt.

Ich werde wohl mal beim Verkäufer anfragen, wie er das sieht. Selbst umsetzen könnte ich aber relativ einfach folgendes:
  • Alle Lücken zwischen Korpusseitenwänden und APL mit Hölzchen unterfüttern, sodass die APL überall Kontakt hat.
  • Im Eckschrank nochmal parallel zu der durchgebogenen Auflage eine stabile Latte entlang ziehen, auf der beide Platten direkt aufliegen.
An der Wand direkt wird nichts mehr abgestützt werden können, außer die Platten werden wieder ausgebaut.

Was haltet ihr davon?

Vielen Dank und Grüße
 

Nörgli

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Könntest du nicht die Rückwand des Eckschrankes weiter ausschneiden bis nach oben (nur an zwei, drei Stellen) und dort noch mal Winkel an die Wand anbringen, die die Leiste stützen?
 

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