Einbaugeräte im Nachhinein aus Vertrag entfernen

Julia884

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folgendes Problem hat sich bei mir ereignet. Anfang des Jahres entschied ich mich für einen kleinen Küchenhändler in unserer Nähe. Da es sich bei uns um einen Neubau handelt, musste die Planung rechtzeitig begonnen werden. Soweit so gut. Wir haben gegen April Fronten, E-Geräte und Plan fertig gestellt. Der Händler meinte zu mir, dass wir bis Dezember Luft hätten noch alle möglichen Änderungen vorzunehmen. Er möchte bitte, dass ich den Vertrag aber schon unterschreibe, weil er mir im nächsten Jahr (Auslieferung der Küche ist ca April 2020) den Preis nicht mehr garantieren kann. Angeblich werden die Möbel ja immer zum Jahreswechsel teurer. Das tat ich dann auch. Im Laufe der Zeit ergaben sich hier und da einige Änderungen. Auch die Fronten haben wir uns anders überlegt. Wobei wir aber immer bei den teuren Lackfronten bleiben. Auch habe ich mich dazu entschlossen die Armatur aus dem Vertrag nachträglich zu streichen, denn 500 EUR sind mir doch zu viel. Auch die Glasverblendungen an 2 der Wände wurden problemlos entfernt. Kein Wort von Vertragsbindung.
Jetzt geht es darum, dass wir die DAH Berbel Skyline gerne rausnehmen möchten, Da das Teil fast 5000 EUR kostet und unser Budget gerade etwas am Limit kratzt. Bisher war auch alles problemlos möglich. Auch mussten wir keine Anzahlung leisten, weil er ja immer sagte, dass wir noch alles ändern können. Nur wenn es jetzt um die Geräte geht, Da macht er zu. Er sagt, Er will die Berbel auf keinen Fall aus dem Vertrag nehmen. Lieber plant Er mir die ganze Küche auf billige Fronten um und streicht hier und da. Aber blos nicht die berbel. Ich fühle mich jetzt irgendwie verarscht. Ich soll mir eine qualitativ hochwertige Küche versauen, nur wegen einer DAH? Wie ist das denn rechtlich? Kann er mir alles nach Wunsch ändern, nur die Geräte nicht? Das ist doch genau so eine Position, wie die Möbel auch? Darf er das differenzieren? Mir ist schon klar, dass er daran wohl am meisten verdient. Aber das ist doch nicht mein Problem.
 

mozart

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Stell dir mal vor, dein Händler würde genauso handeln wie Du.
Wasseranschluß, Ausschnitte in den Arbeitsplatten und die Anlieferung nimmt er heraus, darfst Du selber machen. Silikonfugen macht er seit kurzem nicht mehr, da hilft dir bestimmt jemand, für Schränke über 80cm Breite nimmt er jetzt eine Extrazahlung, notfalls kannst Du ja auch schmalere aussuchen.
Ich hätte dir mit der Herausnahme der Armatur die komplette Wasserinstallation gestrichen. Ohne Armatur keine Dichtigkeitsprüfung, ohne diese keine Installation.
Du liegst übrigens 2mal falsch. Die Skyline wird idR. mit eher mäßiger Deckung gehandelt.´Küchen werden ganz real jedes Jahr teurer, auch im EK.
 
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Julia884

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:think: ich glaube du hast die Sachlage generell nicht ganz verstanden. Er hatte es mir ja selber angeboten. Und auch weiterhin ist er bereit alles mögliche zu tauschen und wegfallen zu lassen. Aber nur nicht die Berbel :think:. Ich bin ja nicht blöd und weiß, dass er gkda sicherlich die größte gewinnspanne hat. Nur finde ich es nicht ganz korrekt dem Kunden gegenüber. Wenn er mir von Anfang an gesagt hätte, dass Änderungen nicht mehr möglich sind, wäre es OK. Aber in diesem Fall verstehe ich die Differenzierung nicht. Daher ist dein Vergleich auch nicht so gerechtfertigt. Warum schmerzt es ihn nicht, Die Fronten auf billig umzustellen, aber nicht die DAH?
 

martin

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@Julia884 : ich denke eher, Du hast nicht verstanden, was mozart Dir sagen will.

Dein Händler hat sich trotz Vertrages bis jetzt sehr kulant verhalten. Irgendwo ist auch da eine Grenze, die nicht überschritten werden darf, weil sonst die Rendite fehlt.

Du hast einen schriftlichen Vertrag unterschrieben und nur der gilt. Verträge sind dazu da, dass sich beide Vertragspartner daran halten.
 

mozart

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Julia, ich bin kein Jurist, aber ich unterschreibe regelmäßig Kaufverträge für Küchen und bespreche dabei Dinge mit meinen Kunden.
Fast immer geht es dabei darum, in Details Änderungen vornehmen zu können. Wenn sich durch den Baufortschritt Änderungen an der Küche ergeben, wenn es für ein Gerät einen Nachfolgetyp gibt. Wenn der Kunde Farben ändern möchte oder die Aufteilung des Abfallsammlers.
Manchmal wechseln wir im letzten Moment den Hersteller oder stellen die ganze Küche um.
Nie geht es dabei hingegen darum, den Auftrag nachträglich in erheblichem Maße zusammenzustreichen. Daran bestünde bei mir (und bei deinem Händler) doch gar kein Interesse.
 

Schotty

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ich kann das Verhalten des Händlers schon nachvollziehen. Für die gesamte Küche macht er natürlich einen Paketpreis, wobei er bei einzelnen Position mehr verdient und bei anderen weniger (oder vielleicht sogar draufzahlt?). Wenn du jetzt Dinge wie die Armatur, den Wandspiegel und zuletzt so eine große Position wie die Premium-Haube rausnimmst, rechnet sich das irgendwann nicht mehr.

Die Aussage:
"Mir ist schon klar, dass er daran wohl am meisten verdient. Aber das ist doch nicht mein Problem."

... und die dahinterliegende Einstellung finde ich fast schon ein bisschen unverschämt.
 

cliffideo

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Sorry Schotty, ich finde es nicht unverschämt, wenn Küchenlaien nicht die Berechnungsgrundlagen des Küchenprofis verstehen.
Stell Dir vor, Du stehst beim Feinkost-Albrecht an der Kasse und stellst fest, upps, nicht genug Geld dabei - gut, lass ich eben 3 Artikel weg und kauf die dann nächstes Mal - sollte kein Problem sein.
Sitzt aber ein Küchenhändler an der Kasse, würde der sagen: Sorry, wenn Sie nicht alles nehmen, bekommen Sie garnichts außer einer dicken Stornorechnung - die Erträge dieser 3 weggelassenen Artikel subventionieren Ihren restlichen Einkauf!
Das würde kein normaler Kunde akzeptieren, ist aber in der Küchenwelt außer bei IKEA Gang und Gäbe.
 

bibbi

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Lebensmittelhändler und schwedische Möbelhäuser haben eine lineare Einzelpreiskalkulation
und keine Projektkalkulation.
Das kann man nicht vergleichen.
 

Boschibär

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Ich vermute, er hat die Haube schon bestellt und wahrscheinlich auch schon da.
Sonst würde er da nicht so zumachen.
Wenn es Ihm um den Gewinn ginge, könnte er den auf die nächste Haube wieder aufschlagen.

Auch ich sage allen meinen Kunden, das wir bis zu einem gewissen Punkt alles ändern können.
Das jemand kommt und Stück für Stück einzelne Teile nicht mehr möchte habe ich aber auch noch nicht gehabt. Meinstens geht es da um Farben, Maßänderungen nach Aufmaß, etc.

Sprich offen mit deinem Händler, frage ihn, ob er die Haube schon da hat. Wenn nicht, wird er sich ggf. darauf einlassen, sich den entgangenen Gewinn von Dir kompensieren zu lassen.
 

mozart

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Hi,
cliffideo, die TE steht aber nicht an der Kasse, sie hat den Laden nach dem Einkauf längst verlassen.
 

kuechentante

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Und von der laufenden Änderei mal ganz abgesehen.
... verursacht diese ganze Umplanerei neben einer geringen Rendite noch zusätzliche nicht unerhebliche Kosten beim Händler.

Stichwort : Zeit = Geld

Das Projekt ist abgeschlossen und mit entsprechendem Gewinn kalkuliert.
Jedes mal wenn der Händler Deinen Auftrag wieder und wieder anfassen muss, verliert er Zeit, die ursprünglich nicht kalkuliert war .
Es müssen Bestellungen storniert werden oder geändert werden.
Oder schenkst Du deinem Chef die Überstunden oder arbeitest umsonst ?

Jedes mal , bei noch so klitzekleinen Änderungen ,sagenhaft viel Papier sowie zeitraubende Interne Abläufe.
An der anderen Seite der Leitung(Lieferanten) arbeiten auch noch weitere Leute an Deinem Auftrag.
(Änderungsbestellungen,Stornierungen etc..)

Weiters hat das auch zur Folge, daß Dein Händler Dir zur Strafe auch noch die Installationspläne ändern darf. (gleichfalls Papier , Tinte ,Zeit = Geld.)
>>Es schleichen sich ggf. Fehler ein, die vorher nicht da waren.

Änderungen von Fronten/Modell geht immer, aber die ganze Küche ändern und das auch noch stückchen -und scheibchenweise, frisst die ganze Rendite auf.
Die Aussage:
"Mir ist schon klar, dass er daran wohl am meisten verdient. Aber das ist doch nicht mein Problem."
Nun mal andersum gedacht:
Und dem Händler dürfte wohl egal sein, daß Du das geplante Budget für andere Dinge ausgegeben hast.

Und dafür soll er noch umsonst arbeiten.

Nach mehr als 25 Jahren in der Küchenbranche lernt man immer noch dazu.

Sachen gibts.
 

Schotty

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Sorry Schotty, ich finde es nicht unverschämt, wenn Küchenlaien nicht die Berechnungsgrundlagen des Küchenprofis verstehen.
Das nicht-verstehen wurde nicht von kritisiert, sondern die "ist ja nicht mein Problem"-Einstellung. Für Nicht-wissen kann keiner was, für nicht-wissen-wollen schon.
 
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