Küchenverkäufer verlangt "Auftrag" bevor er "weitermache"

Dieses Thema im Forum "Küche und Recht" wurde erstellt von Stadtflucht15, 9. März 2015.

  1. Stadtflucht15

    Stadtflucht15 Mitglied

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    9. März 2015
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    2

    Liebes Forum,

    ich bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag :-)
    Mein Mann und ich sind gerade in den ersten Planungen eines Umbaus. Zur Inspiration sind wir vor 4 Wochen einmal durch ein ortsansässiges inhabergeführtes Möbelhaus gelaufen. Dabei hatten wir gleich ein sehr nettes Gespräch mit einem Küchenverkäufer, woraufhin wir einen Termin einen Tag später ausgemacht haben.
    Zu diesem Termin kamen wir schon sehr gut vorbereitet, hatten schon ein paar Wochen still hier mitgelesen, zu Hause auf dem Planer quasi den kompletten Grundriss erstellt. Diesen haben wir an diesem Termin quasi vorgestellt. Der Küchenverkäufer, Schreinermeister, war sehr aufmerksam, hatte intelligente Anregungen, hat sich richtig "reingedacht" in die Küche. Das fanden wir toll und fühlten uns wohl, waren zwei Stunden dort.
    Zweiter Termin letzte Woche: Er präsentierte uns virtuelle Begehung der Küche. Hatte Elektrogeräte rausgesucht, die er uns vorstellen wollte. Nannte einen ersten Preis von 18.000 als grobe Richtung. Zu diesem Termin mussten wir unsere kleine Tochter mitnehmen, die nach 2h verständlicherweise keinen Bock mehr hatte. Keine Ahnung also, was wir an diesem Termin noch besprochen hätten, wären wir alleine dort gewesen. Ich fragte am Ende, wie es jetzt weitergehe.
    Er meinte: also jetzt brauch ich mal einen offiziellen Auftrag von Ihnen und dann machen wir weiter mit genauer Schrankbesprechung, Griffe, Nochmal überlegen wg Abstand zwischen Zeilen etc. Dass der Raum, so wie er geplant ist, noch nicht existiert und wir nicht wissen, wie hoch der Bodenaufbau wird (wichtig wg Dachschräge), weiß der Küchenverkäufer. Er möchte, wenn Umbau vorangeschritten ist, selbst nochmal messen und dann endgültig bestellen. Er hat auch öfters betont, dass Änderungen bis zuletzt möglich sind.

    Jetzt zum ABER:
    Auftrag bedeutet doch quasi Kaufvertrag oder nicht? Zumindest hab ich das online auf einer Verbraucherseite gelesen.
    Wie soll ich denn jetzt was unterschreiben, wenn die Küche noch überhaupt nicht fertig geplant ist??? Ich weiß zum Beispiel jetzt schon, dass ich zwei Schränke nochmal ändere, wir vlt. doch auf Bosch umschwenken, statt Miele etc. Die 18.000 können doch gar kein Angebot sein, da das "Produkt" noch gar nicht steht. Zudem die Unsicherheit, was sich beim Umbau noch alles ergibt (Wand rausreißen etc.)

    Irgendwie fühlen wir uns unter Druck gesetzt, dabei hatte alles so toll angefangen...

    Was denkt ihr?

    Danke!
     
  2. Michael

    Michael Admin

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    Man kann einen Vorabauftrag unterschreiben. Hier sollte klar geregelt sein, dass spätere Änderungen bis zur Bestellfreigabe jederzeit möglich sind.
    Dem KFB geht es jetzt sicher nicht um Kundenfang per Unterschrift. Verständlich ist aber auch seine Sorge, weitere Zeit und Mühe (Die er sich offenbar gegeben hat) zu investieren und ihr geht nachher in ein anderes Geschäft um evtl. etwas günstiger zu kaufen. Er macht quasi die Arbeit und ein anderer bekommt den Auftrag.

    Wenn ihr euch wohlfühlt und ihr meint den richtigen KFB für euer Projekt gefunden zu haben, warum nicht?

    Ihr müsst beurteilen ob seine Leistungsbereitschaft nach dem Auftrag abnehmen könnte oder nicht. Wenn er es ernst meint wird er sich nach der Unterschrift noch mehr ins Zeug legen. Er weiß ja dann wofür.

    Wenn ihr Pech habt wickelt er euch um den Finger und lässt euch tanzen. Er hat ja nichts zu verlieren: Ihr seid an ihn gebunden.

    Wenn ihr ihn nach den bisherigen Gesprächen einschätzen könnt sollte die Entscheidung leichter fallen.
     
  3. isabella

    isabella Mitglied

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    Ich meine, der wird nicht wegrennen, wenn ihr nicht sofort unterschreibt, oder? Ihr wart auch nur dort um Euch erstmals zu informieren. Ich würde mal auch andere Läden/Hersteller anschauen wollen, bevor ich mich festlege; in ein paar Wochen ist er immer noch da. Zu klären - bevor man irgendetwas unterschreibt - wären auch so Scherze wie Bezahlungsmodalitäten, Bankburgschaft...
    Es gibt objektiv gesehen keinen Grund für Euch, etwas zu überstürzen.
     
  4. Strandparty

    Strandparty Mitglied

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    223
    Ich bin da eher ein Gefühlsmensch: Wenn das Gefühl passt, dann kaufe ich.

    Wegen der aktuellen Küche (vor 5 Jahren gekauft) waren wir seinerzeit in 3 Küchenfachgeschäften, wovon 2 sehr schnell ausschieden.

    Wegen der neuen Küche, die wir bald kaufen, waren wir in dem Geschäft, wo wir damals kauften und kaufen dort wieder. Und wir hatten uns beratschern lassen, dass wir nochmal in eins der 2 Studios gehen, die vor 5 Jahren ausgeschieden sind: Die Zeit hätten wir uns sparen können.

    Natürlich schreien einige, dass wir uns letztlich nur 1 Angebot einholen, man holt sich ja heute mindestens 3. Tut man das? Wenn mir meine Zeit zu schade ist und wenn mein Gefühl "ja" sagt und wenn ich nicht noch 2 weitere behelligen möchte, sich Zeit für mich zu nehmen, wenn eh nur einer der dreien einen Zuschlag bekommen kann, dann finde ich es korrekt. Es gibt Sachen, die mir sagen, dass ich korrekt liege, z.B. dass wir die Geräte zum Internetpreis bekommen und der Verkäufer seit 40 Jahren (hochpreisige, ausgefallene) Küchen verkauft.
    Der Kaufvertrag war übrigens per Handschlag! So mog ich det! ;D
     
  5. tantchen

    tantchen Premium

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    Ich würde da nix unterschreiben. Wie Isabella schon sagt, der ist auch später noch da, wenn Ihr mit dem Bau weiter seid. Vorvertrag braucht es doch eigentlich auch nicht, wenn noch so viele Unsicherheiten bestehen.

    Ich persönlich würde mich ohne vernünftigen Grund/großen Vorteil nicht in so eine Abhängigkeit begeben. Mit jeder Art von Vertrag bindet Ihr Euch an dieses Studio/Planer. Egal was dann noch beim Bau passiert... Änderungen sind dann zwar möglich, aber das heißt nicht, dass man dann auch noch preislich alle Optionen/Verhandlungsmöglichkeiten offen hat. Was wenn Ihr vll. später doch andere Geräte möchtet, die dieser Händler gar nicht führt?

    Stattdessen solltet Ihr lieber hier im Forum unabhänig die optimale Küchenplanung erstellen, damit Ihr für den Umbau wisst, wo Wasser und Stromanschlüss hinkommen.

    Danach ist immernoch genug Zeit, wieder zu diesem Planer zu gehen und dort weiterzumachen. Sofern das was er heute geplant hat, überhaupt noch zu dem passt, was hier rauskommt.
     
  6. Philmax

    Philmax Mitglied

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    Einen Vertrag würde ich immer nur unterschreiben, wenn alles fertig geplant ist. Sonst kann euch der Küchenverkäufer hinterher über den Tisch ziehen, mit Mondpreisen für jede noch so kleine Änderung.
     
  7. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    Ja, da gibt es wohl nichts mehr hinzu zu fügen.
    Erst muß alles geklärt sein und dann gibt es die Unterschrift.
     
  8. Schreinersam

    Schreinersam Team

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    Schwierige Situation für beide Seiten.

    Ihr wollt euch nicht mit zu vielen Unwägbarkeiten festlegen lasse,
    der KFB will nicht zu viel Gehirnschmalz und Planungsaufwendungen einsetzen, ohne
    eine gewisse Sicherheit zu haben, dass das nicht alles für die Katz (oder für die Konkurenz) ist.

    Ich würde mal überlegen, ob nicht beide Interessen mit einem Planungsobolus abgesichert werden könnten ???

    Beispielsweise könntet Ihr dem KFB anbieten, einen Betrag vorab zu zahlen, der bei Auftragserteilung angerechnet wird, ansonsten aber verfällt.

    Ihr bindet Euch ein bisschen, der KFB weiss, dass es Euch ernst ist und Ihr ihn favorisiert.

    Reden ist hier eindeutig "Gold". Komuniziert Eure Ängste, vllt. nimmt er sie Euch ja.

    *winke*
    und viel Glück beim Küchenkauf wünscht
    Samy
     
  9. Magnolia

    Magnolia Mitglied

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    Ich würde erst unterschreiben, wenn alle Details absolut klar und im Vertrag festgehalten sind. Ich denke, da braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben.
    Ich würde alles genau hier planen und erst dann einen erneuten Termin ausmachen, wenn Du sicher bist, wie die Küchenaufteilung aussehen soll, damit dem Küchenstudio nicht zuviel Zeit "verloren" geht.
    Es ist leider schon oft so geschehen, dass der Kunde quasi dem Vertragspartner "ausgeliefert" ist, wenn die Unterschrift unter dem Vertrag steht. (Muss nicht aber kann)
    Änderungen kosten dann auf einem ein kleines Vermögen ;-)
     
  10. TobiasM.

    TobiasM. Mitglied

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    121
    Ich hatte bei meinem Küchenplaner einen echten Glücksgriff.
    Die Unterschrift war erst nötig, als die Küchenplanung komplett stand und später auftretende Änderungswünsche (und das waren ne Menge) wurden extrem günstig umgesetzt oder teilweise sogar (trotz eigentlich anfallendem Mehraufwand oder Mehrkosten) "geschenkt". Als Belohnung gab's gleich noch nen zweiten Küchenauftrag! So ein Küchenplaner wird sicher auch noch später davon profitieren, wenn irgendeiner der vielen Freunde und Bekannten auch mal ne Küche braucht und sich an unsere super positive Erfahrung erinnert.
    Fazit für mich ganz persönlich: Ein Küchenplaner, der einen sofort festnageln will, obwohl die Planung noch nicht mal wirklich steht, käme für mich nicht in Frage. Die Sorge, an eines der schwarzen Schafe zu geraten (die es leider gibt), wäre bei mir zu groß.
     
  11. Snow

    Snow Spezialist

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    Nach der Beschreibung der TE scheint sie sich ja gut aufgehoben zu fühlen. Der KFB- offensichtich auch der Inhaber-hat finde ich fair komuniziert, für sein Gedankengut entlohnt werden zu wollen.
    Und da bin ich bei @Michael. Ihr könnt ja ansprechen, was ihr dann im Vertrag festgelegt haben möchtet, wie von Michael schon erwähnt.

    Aber auch @Schreinersam´s Post ist m. E. denkbar. Sprecht diese Option ebenfalls an und ihr seht ja dann an der Reaktion, ob er tatsächlich an einer vernünftigen Lösung interessiert ist oder nur schnelles Geld verdienen möchte.
     
  12. Strandparty

    Strandparty Mitglied

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    Ich finde Sams Vorschlag gut und fair!

    Wir haben in unserem Studio gleich 3 Ausstellungsgeräte sehr günstig gekauft, so dass wir an das Studio gebunden waren. Da es sehr kompetent ist und wir da schon einmal gekauft haben und viele Bekannte dahingehen oder auch dahinschicken, vertrauen wir ihnen. Aber das ist eher die Ausnahme.
     
  13. Stadtflucht15

    Stadtflucht15 Mitglied

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    Herzlichen Dank an alle für eure Antworten!
    Ihr habt genau auch das ausgedrückt, was mir duch den Kopf ging...

    Denn, wir sind definitv zufrieden mit den Gesprächen, die wir dort hatten und haben uns wohl gefühlt. Wir wissen auch durchaus zu schätzen, welche Vorleistung das Möbelhaus in diesem Fall leistet, ohne eine Auftragsgarantie zu haben. Wenn das alles so weiterginge würden wir bestimmt die küche auch dort kaufen.

    Andererseits will ich natürlich erstmal zu Ende planen und dann nochmal ein definitives Angebot, bevor ich irgendwas unterschreibe, und sei es nur ein Vorvertrag. Will einfach am Ende auch nochmal in der Lage sein, ein bisschen zu verhandeln, bevor das ganze dann besiegelt wird.

    Keiner von euch hat übrigens auf meine rein rechtliche Frage eindeutig geantwortet.
    "Auftrag" bedeutet also tatsächlich "Kaufvertrag"?! Weiß da noch jemand was dazu?

    Werde übrigens den Vorschlag von oben auch aufgreifen und euch sicherlich bald unsere bisherige Küchenplanung hier im Forum vorstellen.
     
  14. Keita

    Keita Mitglied

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    Das hängt doch ausschließlich davon ab, was Ihr mit dem KFB vereinbart. Wenn Ihr ihn ausschließlich mit einer Planung beauftragt, ist der Kauf der Küche natürlich nicht Bestandteil des Vertrags.
     
  15. tantchen

    tantchen Premium

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    Dank erstmal Vertragsfreiheit kann das alles Mögliche sein von "ja, wir lassen gegen Obulus dort eine Küche PLANEN" bis "ja, wir werden dort für voraussichtlich 18.000 dort eine Küche kaufen, ohne zu wissen, was dann letztendlich drin ist".
    Was genau er bei Euch jetzt damit gemeint hat, kann man aus der Ferne natürlich nicht sagen. Das gibt es wohl zu selten, um sagen zu können "das ist i.d.R. ein ...vertrag".
     
  16. Michael

    Michael Admin

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    Man könnte einen Vertrag ohne Endbtrag gestalten. Zusicherung die Küche bei dem Händler zu kaufen, ansonsten sind € XXXX zur Zahlung für die Planungsleistung fällig.

    Dann sollte er immer noch motiviert genug sein.
     
  17. Snow

    Snow Spezialist

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    30. Okt. 2010
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    78655 Dunningen
    Weil das dann m. E. einer Rechtsberatung gleich käme, was hier nicht möglich ist.
     
  18. dr.dimitri

    dr.dimitri Mitglied

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    Das ist doch keine Rechtsberatung. Um etwas zu unterschreiben, braucht ihr ein konkretes Angebot, in dem auch genau aufgelistet ist was in die Küche kommt. Sprich welche Fronten, welche Griffe, welche Arbeitsplatte etc. Wir haben genau so eine Auflistung bekommen.
    Die umfasste bei uns ca. 10 Seiten und hat minutiös aufgeschlüsselt was der genaue Umfang ist. Das ist dann die Basis, aufgrund der man festlegt, ob es wirklich diese Griffe sind, will man den Eckschrank haben, ist Skonto festgelegt etc. etc.
    Ist das geklärt, wird das Angebot nochmal überarbeitet und der festgelegte Preis dort auch festgehalten. Entscheidet ihr euch dafür, unterschreibt ihr einen Werkvertrag dem dieses Angebot zugrundeliegt.

    Den Kunden dazu zu drängen etwas zu unterschrieben ohne das dieser weiß was es letztendlich kostet ist m.M. nach extrem unseriös.
    Ich würde mir einen anderen Anbieter suchen. Macht auch keine Preisvorgaben, sondern sagt was ihr wollt. Unseren Erfahrungen nach wurden die maximale Grenze immer leicht überschritten um sich dann etwas runterhandeln zu lassen. Auch keine Geräte rein, die werden ansonsten gerne in einer Mischkalkulation eingebaut.
    Also zuerst Küche nur mit Holzteilen und Arbeitsplatte und anschließend separat ein Angebot der Geräte. Die kann man sich auch wo anders holen und einbauen lassen.

    Immer auch mehrere Angebote einholen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. März 2015
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