PUR-Verleimung

Dieses Thema im Forum "Tipps und Tricks" wurde erstellt von LinLin, 18. Feb. 2015.

  1. LinLin

    LinLin Mitglied

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    Hallo,

    bin grade auf der Küchensuche. Ich möchte eine Küche mit einer Schichtstofffront kaufen und bin auf das Thema: Verleimung gekommen. Hier soll ja die PUR-Verleimung besonders gut sein. Bis jetzt machen dies Häcker, Balerina und Beeck. Wer von den großen Herstellern macht dies noch und welche Alternativen zur PUR Verleimung gibt es ? Bei der PUR Verleimung geht es ja um das Problem das „normale“ Verleimung nicht so wasserabweisend sind und nach der Zeit sich der Schichtstoff von den Fronten löst. Oder liege ich hier falsch ?

    Danke und Grüße
     
  2. Keita

    Keita Mitglied

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    Ich würde den Angaben bzgl. Flächenverleimung bzw. -verklebung von Schichtstoffen auf Trägerplatten nicht zu viel Bedeutung beimessen, insbesondere weil nicht jeder Hersteller Angaben dazu macht.
    Neben PUR-Klebstoffen können bspw. auch PVAc-, Harz- oder Kontaktklebstoffe eingesetzt werden, ohne die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit negativ zu beeinflussen. Schäden treten i.d.R. auch nicht durch Ablösungen von Flächenverklebungen auf, sondern durch das Aufquellen des Trägermaterials - insofern wäre IMHO eine saubere und wenn möglich fugenfreie Verklebung des Kantenmaterials wichtiger als die Flächenverklebung - Stichwort "Laserkante" (bzw. Hot-Melt, es muss nicht immer Laser sein).
     
  3. LinLin

    LinLin Mitglied

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    29. Jan. 2015
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    Also Hot-Melt ist ja Schmelzklebstoff. Kann ich diese Verarbeitung der Kanten gleichsetzen mit Laser ?? Weil jemand hat mir schon erzählt Laser-Kanten könnten sich auch auf/ablösen. Ich glaube nicht oder ? Sind beide Verfahren gleichwertig ??? Und warum stellen die Firmen die Verarbeitung mit PUR-Klebstoffen als so besonders da ??
    Und was von PVAc-, Harz-Kontaktklebstoffe und Pur ist jetzt besonders gut gehen Wasserdampf ??

    Danke und Grüße
     
  4. llllincoln

    llllincoln Mitglied

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    Ich denke das kann man von jeder Kantenbearbeitung sagen. Die Laser-Methode macht aber einen sehr sehr guter Eindruck. Bei normalen Gebrauch sollte da nix passieren.
     
  5. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    PVAC Klebstoff ist eigentlich Weißleim. Mit dem Klebstoff wird Schichtstoff auf die Trägerplatte geklebt. Dieser Leim ist nicht wasserbeständig und nur bedingt wärmebeständig.

    Pur = Polyurethanklebstoffe, Heißkleber. Dieser Kleber ist hochfeuchtebeständig.
     
  6. Keita

    Keita Mitglied

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    Sorry, sollte natürlich "Hot-Air" heißen, dabei wird wie beim Laser der Aktivator auf dem Kantenmaterial erhitzt und auf das Plattenmaterial aufgeschmolzen.

    Natürlich lassen sich auch Laserkanten vom Plattenmaterial lösen, die dazu notwendigen Kräfte werden ja bei Haftfestigkeitsversuchen ermittelt - bei youtube gibt es ein Video davon (ich glaube von Bulthaup). Unter normalen Umständen bleibt die Kante aber dort wo sie hingehört.

    PUR-Kleber sind relativ einfach in der Handhabung und problemlos maschinell zu verarbeiten, wenn auch nicht ganz ungefährlich. Der Einsatz von PUR-Klebern wird wahrscheinlich deswegen explizit erwähnt, weil es eine höhere Wertigkeit suggeriert, eben Marketing…
    Wenn man bedenkt, dass renommierte Schichtstoff- und Verbundplattenhersteller für die Flächenverklebung auch nur D2- und D3-Leime einsetzen, sollte man IMHO dieses Merkmal nicht überbewertung. Zumal viele Hersteller wie gesagt die eingesetzte Kleberart nicht explizit erwähnen.

    PVAc gibt es in den Leimklassen D1 bis D4, ab D3 ist der Leim für kurzzeitige und D4 für länger anhaltende Einwirkung von Feuchtigkeit geeignet. D4 mit zugesetztem Härter setzt noch eins drauf, aber das dürfte wohl kaum jemand für die Verklebung von Schichtstoffen einsetzen.

    Ich persönlich würde mir keine Gedanken um die Verklebung machen, der Hersteller bezieht das Plattenmaterial i.d.R. als Verbundplatte vom Plattenhersteller. Und der weiß, wie und womit er die Schichten verpressen muss, damit der Verbund auch langfristig ein Verbund bleibt und nicht in seine Einzelteile zerfällt.
     
  7. LinLin

    LinLin Mitglied

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    Vielen Dank für die Info und ich sehe eine Verarbeitung der Kanten mit Laser oder Hot-Air sollte mir reichen, aber ich denke alle Hersteller werden eins von diesen Verfahren verwenden oder ? Oder gibt es noch Firmen die nicht so arbeiten ?



    Danke für die Info und Grüße
     
  8. Keita

    Keita Mitglied

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    Meinst Du "Laserkanten"? Die Zahl steigt stetig, aber es dürfte noch zahlreiche Hersteller geben, die ihre Maschinen noch nicht nach- bzw. umgerüstet haben oder deren Zulieferer noch nicht soweit sind. Manche Hersteller bieten auch nur vereinzelte Modelle/Typen mit solchen Kanten an. Liegt teilweise auch daran, dass nicht alle Kanten für diese Art der Applikation geeignet sind und daher weiterhin konventionell geklebt werden müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Feb. 2015
  9. shopfitter

    shopfitter Team

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    Hi,
    PUR Kleber findet seinen Einsatzbereich bei der Kantenbeschickung; nicht in der Flächenverleimung.
    Die Anwendung im Bereich Kantenverarbeitung war und ist deutlich aufwändiger und kostenintensiver als der Einsatz herkömmlicher Schmelzkleber; somit nicht nur wegen deutlich verbesserter Feuchtebeständigkeit ein explizites Qualitätskriterium.
     
  10. Keita

    Keita Mitglied

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    Es gibt Hersteller, die auch in der Flächenverklebung PUR einsetzen. Wenn man vom höheren Reinigungsaufwand u.a. der Walzen bzw. Düsen absieht, ist die Beschichtung mittels PUR-Schmelzkleber für den Verarbeiter nicht nennenswert aufwändiger als bei PVAc-Klebern.
     
  11. Schreinersam

    Schreinersam Team

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    Ich nehme, speziell bei Hochglanzflächen nur PUR-Verleimung.
    Die Flächen sind dann glatter, ebener als mit anderen Leimen.
    Mein Leib-undMagenlieferant (Pfleiderer) bitet für alle Schichtstoff-Verbundplatten PU an.

    Die Kantenverklebung mit PU ist m.M. sehr nahe der Laserqualität.
    Wir haben auch eine nicht mehr sichtbare Leimfuge.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Feb. 2015

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