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Materialkunde

Lack
Michael   03 Juni 2009  
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Lackoberflächen sind dafür prädestiniert, farbliche Akzente in der Küche zu setzen. Sie verschaffen der Küchenplanung eine besondere Flexibilität, ist es doch mit Ihrer Hilfe möglich, die Übergänge zwischen Küche und den benachbarten Räumen besonders behutsam und raffiniert zu gestalten.
Lacke sind niemals völlig kratzfest und erfordern dadurch mehr Pflege als beispielsweise Kunstoffoberflächen. Gleiches gilt auch für hochglänzende Lackflächen. Sie wirken kostbar und einzigartig repräsentativ. Die besondere Qualität dieser Oberflächen ist, daß der Betrachter immer wieder überrascht wird. Je nach den stets wechselnden Lichtverhältnissen trifft man auf neue Reflexionen von Personen, Räumen und Gegenständen. Durch die Lichtspiegelung wird jeder Raum verändert.


Obwohl auch massive Holzfronten lackiert werden, bezeichnet man als Lackfront nur Fronten, bei denen Farbe und Struktur des Lackes im Vordergrund stehen. Massive Fronten werden meistens nur klar lackiert, um die Holzoptik zu wahren. Lackfronten werden in unterschiedlichen Strukturen, Formen und Farben angeboten.
Als Trägermaterial wird, wie bei der Folienfront, ein MDF-Träger verwendet, der vorher in die entsprechende Form gebracht und dann zusätzlich mit einer Grundierung vorbehandelt wird.
Lackfronten werden 6-seitig fugenlos lackiert, also beide Flächen und alle vier Kanten. Bei strukturierten Lackoberflächen handelt es sich um pigmentierten PUR-Lack (Polyurethan), den man in verschiedenen Strukturen lackieren kann, auf Wunsch auch mit Metalliceffekt. Hochglanzfronten sind mit PUR-Lack lackiert. Dieser wird mit Härter im Verhältnis 1:1 gemischt und nach mehrfachem Lackaufbau schließlich bis auf Hochglanz poliert. Dadurch bekommt die Hochglanzfront eine glasharte Oberfläche und kann vom Kunden später immer wieder mühelos poliert werden, ohne dass es dabei Kratzer in der Oberfläche gibt.

Heute bietet die Lackindustrie eine Vielzahl von Lacken für die unterschiedlichsten Anforderungen. Neben Qualität, Wirtschaftlichkeit und guter Verarbeitbarkeit ist vor allem die Umweltverträglichkeit ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Güte. Ein zeitgemäßer Lack ist emissionsarm und sparsam in der Verarbeitung. Im Möbelbau sind heute hauptsächlich PUR-, Wasser- und UV- Lacke anzutreffen. Wobei der Trend zu lösemittelarmen Wasser- und UV-Lacken geht, die dem PUR-Lack in seinen Eigenschaften um nichts nachstehen.

Die Bestandteile von Lacken

Bis auf wenige Ausnahmen besteht jeder Lack aus den vier Hauptkomponenten Bindemittel, Pigmente, Lösemittel und Additive.
Bindemittel sind die Basis jedes Lackes – verantwortlich für Glanz, Härte und Strapazierfähigkeit. Sie gehören zu den nichtflüchtigen Anteilen des Beschichtungsstoffes und bilden den fertigen Lackfilm. Bindemittel, meistens Kunstharze mit hohen Anteilen natürlicher Rohstoffe, umhüllen die Pigmente und verbinden sie mit dem Untergrund.

Die Pigmente sind im Bindemittel fein verteilt und geben dem Lack die Farbe. Mit organischen Pigmenten, werden eine Vielzahl brillanter Farbtöne erzielt. Anorganische Pigmente erreichen zwar weniger Brillanz, geben dem Lack aber eine besonders hohe Licht- und Wetterbeständigkeit. Pigmente auf der Basis toxischer Metalle, wie beispielsweise Blei, werden in Deutschland für Holzlacke nicht verwendet.

Lösemittel (LM) machen den Lack erst verarbeitungsfähig. Sie lösen andere Stoffe, ohne sie zu verändern, und verdunsten bei der Trocknung. Moderne Möbellacke sind lösemittelarm, sie enthalten die flüchtigen organischen Lösemittel in nur geringer Konzentration. Bei den neu entwickelten Wasserlacken ersetzt Wasser weitgehend die Lösemittel.

Zu den Additiven zählen zahlreiche Hilfs- und Zusatzstoffe, die den Lacken bestimmte Produkteigenschaften geben. Beispielsweise verhindern Emulgatoren das Eindicken und die Flockenbildung. Topfkonservierer unterbinden das Schimmeln und Faulen, UV-Absorber hemmen das Vergilben und Verspröden durch Sonneneinstrahlung. Der Anteil der Zusatzstoffe in Lacken ist dabei sehr gering (ca. 0,1 bis 1 Prozent).

Polyurethan Lacke

PUR- Lacke sind 2-Komponenten-Reaktionslacke. Sie härten nicht nur physikalisch durch Lösemittelabdunstung, sondern auch chemisch durch Additionsreaktionen. Dadurch sind sie unempfindlich gegen die verschiedenen Holzinhaltsstoffe. Der chemische Härtungsprozess macht dieses System außerdem extrem widerstandsfähig, so dass derartige Beschichtungen sehr belastbar sind. Ein breites Spektrum an Produkten lässt eine Vielzahl von Anwendungen zu.

Aufgrund des hohen Lösemittelanteils bei PUR- Lacken ist die Verwendung von Wasserlacken vorzuziehen. Bei Arbeitsplatten findet er kaum Einsatz, da der Lackfilm eine schlechte Schnittfestigkeit besitzt und außerdem nicht geeignet ist um heiße Pfannen und Töpfe abzustellen.

Wasserlacke

Unter der Bezeichnung Wasserlack fasst man ein breites Spektrum wasserverdünnbarer Lackmaterialien zusammen, die in nahezu allen Anwendungsbereichen eine gute Alternative zu den herkömmlichen Lacksystemen sind. Ihr Einsatz hat eine herausragende Bedeutung für alle Verbraucher, die für die Veredlung von Holzoberflächen umweltschonende Materialien verwenden wollen. Da der Anteil der organischen Lösemittel deutlich unter 10 % liegt, leisten Wasserlacke für die Umwelt einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung von Emissionen.

UV-Lacke

Mit UV-Lacken kann Holz, ähnlich wie mit Wasserlacken, besonders umweltschonend lackiert werden. UV steht für ultraviolett und bezeichnet die Art der Lackhärtung. Die dabei ablaufende chemische Reaktion wird durch energiereiches UV-Licht in Gang gesetzt: Sogenannte Photoinitiatoren nehmen Lichtenergie auf und zerfallen in reaktionsfreudige Spaltprodukte, die eine rasche Kettenreaktion auslösen – der Lackfilm härtet in nur wenigen Sekunden völlig aus. Das Verfahren der UV-Härtung ist in lösemittelhaltigen und in wasserbasierenden Lacksystemen zu finden. Letztere werden zumeist als UV- Spritzlacke angewendet, weil damit die Lösemittelemissionen in der Produktion minimiert werden. Auf ebenen Flächen können mittels Walzen sogar völlig lösemittelfreie UV-Lacke aufgetragen werden.

NC-Lacke

Nitrolacke, die nach ihrem Bindemittel eigentlich Nitrocelluloselacke heißen, gelten als die klassischen Lacke für Holzoberflächen. Der Anteil an organischen Lösemitteln ist verarbeitungsbedingt relativ hoch, deshalb werden sie mittlerweile häufig durch andere Lacktypen ersetzt.

UP-Lacke

Polyester- oder UP-Lacke (nach den als Bindemittel verwendeten ungesättigten Polyesterharzen) sind festkörperreiche Lacke, die durch eine chemische Reaktion, die Polymerisation, trocknen. Das in ihnen enthaltene Lösemittel ist mit den Lösemitteln anderer Lacktypen kaum zu vergleichen. Es wird bei der Härtung mit in den Lackfilm „eingebaut“ und kann deshalb nicht in die Raumluft entweichen.

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