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Gebraucherinformationen für Küchenmöbel
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Materialkunde

Gebraucherinformationen für Küchenmöbel
Michael   03 Juni 2009  
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Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK) und der Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM) haben in Zusammenarbeit eine Gebraucherinformation für Kunden, Handel und Monteure zusammengestellt.
Diese beschreibt die im Küchenbau verwendeten Materialien, in ihren typischen Eigenschaften und der notwendigen Pflege. Der Inhalt soll in erster Linie dem Käufer kurze und verständliche Informationen über diese Themen geben. Sie dient als Leitfaden für die Branche auf dem gegenwärtigen Stand der Technik und kann von den AMK – und BVDM - Mitgliedsfirmen ganz oder abschnittweise übernommen werden. Es ist dem Arbeitskreis klar, dass eine Rechtsverbindlichkeit daraus nicht abgeleitet werden kann. Trotzdem werden diese Richtlinien von Gutachtern und Möbelsachverständigen im Streitfall hinzugezogen, so dass von einer allgemeinen Verbindlichkeit ausgegangen werden kann.

 

Funktionen und Nutzung der Küche

Wie alle Gegenstände des täglichen Lebens hat sich auch das Erscheinungsbild der modernen Einbauküche deutlich verändert. Eine Kücheneinrichtung bestand früher im Wesentlichen aus Einzelteilen, wie Buffet, Herd und Spülstein. Die Küchenarbeit beanspruchte einen Grossteil des Tages und bestand hauptsächlich aus Essenkochen, Aufräumen und - Putzen. Das lag zum einen an den nicht zusammenhängenden Arbeitsflächen und Funktionen und damit langen Wegen, zum andern auch an den damals noch üblichen langen Zubereitungszeiten. Mit dem Erscheinen der Einbauküche wurde die Küchenarbeit total revolutioniert. Geschickt angeordnete Arbeitsflächen und Funktionen sorgen dafür, dass Kochen heute eine rationelle Angelegenheit ist. In der Folge war auch eine Veränderung der Ansprüche unvermeidlich. Neben den reinen „Arbeitsfunktionen“ legt man heute auch sehr gossen Wert auf ein gediegenes Ambiente.

Die Küche wandelte sich von der Werkstatt in einen Raum, in dem man sich wohlfühlt. In einer heutigen Küche werden deshalb Materialien verwendet, die ursprünglich nur im Wohnbereich verwendet wurden. Diese Materialien wurden zwar qualitativ wesentlich verbessert um den Anforderungen der Küche gerecht zu werden, aber sie benötigen dennoch eine besondere Pflege, auf die wir hier eingehen wollen.

Ein kleines Materialkompendium

Holz

Holz oder präziser ausgedrückt Massivholz ist ein lebendiger Werkstoff, der besonders auf Luftfeuchtigkeit reagiert. Man sagt Holz „arbeitet“. Die Oberflächenbehandlung kann diese Erscheinung zwar verlangsamen, aber nicht vollständig verhindern. Sorgen Sie also dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Küche am Besten zwischen 40 und 70 % liegen. Kurzzeitige Über- oder Unterschreitungen im Bereich von 2-3 Tagen haben keine negativen Auswirkungen.
Übrigens fühlen Sie sich bei dieser Luftfeuchtigkeit auch am wohlsten.
Als reines Naturprodukt unterliegt Holz bedingt durch die unterschiedlichen Wuchsregionen geringfügigen Schwankungen in Farbe und Struktur. Für Liebhaber von Massivholz ist das ein Qualitätsmerkmal.

Furnier

Furnier ist dünngeschnittenes „Massivholz“ mir einer Dicke von 0,6 mm bis zu 2 mm. Durch Aufleimen auf Holzwerkstoffe erreicht man eine ähnliche Optik wie bei Massivholz und reduziert gleichzeitig die Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Luftfeuchtigkeit.

Holzwerkstoffe - Spanplatte und MDF

Holzwerkstoffe ist der Sammelbegriff für Plattenmaterial, das aus Holzfaser, Holzspänen oder Furnieren besteht. Die Spanplatte wird aus beleimten Holzspänen unter hohem Druck und Temperaturen von etwa 100°C hergestellt. Die Mittellage besteht aus groben Spänen, die Decklage aus feinen Spänen. Dadurch entsteht ein Beplankungseffekt“ der die Formstabilität der Platte gewährleistet. Spanplatten werden immer mit Furnieren oder Kunststoffen beidseitig beschichtet. Die MDF – Platte (MDF = mitteldichte Faserplatte) wurde ähnlich wie eine Spanplatte hergestellt. Im Unterschied zu Spanplatten werden feine Holzfasern verwendet, was auch ein höheres Gewicht zur Folge hat. MDF – Platten haben eine nahezu geschlossenporige Oberfläche und eignen sich besonders für Trägermaterial von 3D-verformten Folienfronten und farbig lackierten Fronten.

Kunststoffe

Kunststoffe werden hauptsächlich als Oberflächen von Fronten und Korpussen verwendet. Man unterscheidet zwischen duroplastischen und thermoplastischen Kunststoffen. Als duroplastischer Kunststoff wird Melaminharz verwendet. Melaminharz ist sehr vielfältig einsetzbar und kann mit Dekoren bedruckt werden oder unifarbig sein. Es ist besonders reinigungsfreundlich, da es eine glatte und geschlossene Oberfläche hat. Speziell für Arbeitsplatten werden Schichtstoffe auf Melaminharzbasis eingesetzt, welche die besonderen Anforderungen an Arbeitsplatten erfüllen. Thermoplastischer Kunststoff wird als Oberfläche für Fronten eingesetzt. Der Vorteil liegt darin, dass auch Flächenprofile nahtlos gestaltet werden können.

Metalle - Edelstahl und Aluminium

Metalle in der Küche sind entweder technisch bedingt, wie bei Elektogeräten und Spülen, oder dienen der optischen Aufwertung. Verwendet werden im Regelfall Edelstahl und Aluminium.

Lacke

Als Lacke werden heute aus Umweltschutzgründen fast ausschließlich „Wasserlacke“ verwendet. Sie werden als Klarlack oder Farblack von matt bis hochglänzend verarbeitet. Metallische Trägerwerkstoffe werden auch pulverbeschichtet, wobei trockenes Lackpulver auf dem Träger „eingebrannt“ wird. Öle und Wachse Eine besondere Oberfläche erreicht man bei Massivholz mit Ölen und/oder Wachsen. Die natürliche Holzstruktur wird angefeuert ohne dass eine Oberflächenschicht sichtbar ist. Nachteilig ist die Fleckenempfindlichkeit weil keine Schutzschicht vorhanden ist.

Glas

Zur Auflockerung der Küche werden vielfach Möbeltüren mit Glasfüllung verwendet. Aus Sicherheitsgründen ist das Glas thermisch vorbehandelt, um die Bruchfestigkeit zu erhöhen und wenn doch mal eine Scheibe bricht die Scherben so klein sind, dass keine Verletzungen auftreten können.

Naturstein und Mineralstoffplatten

Als Naturstein für Arbeitsplatten wird im Regelfall Granit verwendet. Granit ist ein Tiefengestein und zeichnet sich durch eine hohe Härte aus. Die Oberfläche hat von Natur aus feinste Fugen und kann Flüssigkeiten aufnehmen. Nach einer Imprägnierung mit Silikon oder ähnlichen wird die Flüssigkeitsaufnahme verzögert, aber nicht verhindert. Fett, Öl und andere handelsüblichen Flüssigkeiten sollten sofort entfernt werden, damit diese keine bleibenden Flecken hinterlassen. Heiße Töpfe sind grundsätzlich auf einen Untersatz zu stellen, um eine Rissbildung zu vermeiden. Als Naturprodukt ist jeder Stein ein Einzelstück, sodass sich einzelne Platten in Farbe und Struktur unterscheiden können. Mineralstoffplatten bestehen aus Natursteinpartikel, die mit synthetischen Harzen gebunden sind. Die Eigenschaften werden im Wesentlichen die das verwendete Harz bestimmt.

Tipps zur Nutzung

Küchenarbeit heißt Umgang mit hohen Temperaturen, Wasserdampf, Feuchte und Nässe. Darüber hinaus verursachen viele Lebensmittel starke Flecken. Die heutigen Möbelmaterialien sind zwar gegen die meisten Beanspruchungen beständig aber dennoch gibt es Grenzen, die in den spezifischen Eigenschaften der Werkstoffe begründet sind. Damit Sie lange Freude an Ihrer neuen Küche haben sollten Sie ein paar wenige aber wichtige Tipps beim Umgang mit Ihrer Küche befolgen.

  • Sorgen Sie beim Kochen für ausreichende Belüftung und dafür, dass entstehender Dampf nicht an Möbelteilen kondensieren kann.
  • Benutzen Sie grundsätzlich den Dunstabzug.
  • Vermeiden Sie überschwappendes Wasser, damit keine Quellungen am oder im Möbel auftreten.
  • Öffnen Sie den Geschirrspüler erst ca. 20 min nach Ablauf des Programms, damit der Dampf Gelegenheit hat im Gerät zu kondensieren.
  • Stellen Sie keine heißen Töpfe ohne schützende Unterlage auf die Arbeitsplatte oder andere Möbelteile.
  • Überprüfen Sie ab und zu die Oberflächentemperatur an der Seitenkante der Backofentüre. Hinweis: Solange Sie Kante noch mit der Fingerkuppe berühren können ist die Temperatur kleiner als etwa 70 Grad und die Wärmeabgabe in Ordnung. Wenn nicht, muss der Backofen auf Dichtigkeit der Türe durch Ihren Kundendienst überprüft werden.
  • Stellen Sie die Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Toaster nicht unter die Hängeschränke oder auf Nut- und Federverbindungen der Arbeitsplatten. Auf Dauer schädigt der Dampf bzw. die Temperatur und evtl. entweichendes Wasser Ihre Möbel.
  • Überprüfen Sie regelmäßig den Kondenswasserablauf in Ihrem Kühlschrank, damit keine Verstopfung stattfindet. Beachten Sie dazu auch die Gebrauchsanleitung des Geräteherstellers.
  • Schneiden Sie nicht direkt auf der Arbeitsplatte, sondern verwenden ein Schneidbrett.
  • Porzellan- und Steingutgeschirr hat an der Unterseite einen unglasierten Rand. Beim Schieben über die Arbeitsplatte können deshalb leichte Kratzer entstehen.

Pflegetipps

In erster Linie sind die Pflegeanleitungen der jeweiligen Hersteller zu beachten. Diese können aufgrund besonderer Materialeigenschaften von unseren nachfolgenden Tipps abweichen. Die regelmäßige Pflege Ihrer Einbauküche bedeutet Werterhaltung und verlängert die Lebensdauer erheblich. Zudem halten Sie Ihre Küche in hygienisch einwandfreien Zustand.

  • Verwenden Sie grundsätzlich nur milde und wasserlösliche Haushaltsreiniger die in ihrer Produktinformation ausdrücklich für Küchenmöbel vorgesehen sind.
  • Verwenden Sie am besten einen weiches, nichtfusselndes Tuch, ein Leder oder Schwamm. Verwenden Sie keine Microfasertücher.
  • Entfernen Sie Verschmutzungen so schnell wie möglich. Frische Flecken lassen sich wesentlich leichter und meistens auch vollständig entfernen.
  • Nach der Reinigung gründlich Trockenreiben.
  • Verwenden Sie auf keinen Fall Lösemittel, Scheuerpulver, Stahlwolle oder Topfkratzer, denn sie zerstören die Oberfläche so stark, dass eine Aufarbeitung nicht mehr möglich ist.
  • Benutzen Sie niemals einen Dampfstrahler oder einen Schlauch.

exclamationRechtliche Hinweise

Bei dieser Gebraucherinformation der AMK und des BVDM handelt es sich um Empfehlungen zur Reinigung und Pflege von Küchenmöbeln. Sie basieren auf Laborversuchen und Erfahrungen aus der Praxis und entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. In Zweifelsfällen sollten Sie an einer unauffälligen Stelle prüfen, ob das von Ihnen verwendete Reinigungsmittel die Oberfläche angreift.

Benutzerkommentare

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Als erste Orientierung ist dies ein Artikel, der in die richtige Richtung geht.
Man erkennt zumindest, dass auch rubuste Materialien eine gewisse Sorgfalt im Umgang erfordern.
Ein gründlichere Auseinandersetzung mit den Pros und Cons passt wohl eher in das Forum.

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