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Materialkunde

Furnier
Michael   03 Juni 2009  
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Kirschbaum FurnierFurnier oder Furnierblätter sind dünne Holzschichten, die durch Sägen, Messern oder Schälen eines Stammes oder von Stammteilen in Dicken von 0,2...8,0 mm, meist 0,6 mm hergestellt werden.
Die Bezeichnung Furnier ist abgeleitet vom französischen "fournir" und bedeutet "mit etwas belegen". Mit Furnieren werden Vollholzflächen und Holzwerkstoffplatten meistens beidseitig beklebt.
Als Furnierholz eigenen sich alle gut schälbaren Holzarten mit einer schönen Maserung. Hauptsächlich werden Eiche, Fichte, Buche, Kirsche, Birke und Erle verwendet. Die Optik der Oberfläche ist in erster Linie abhängig von der Holzart und dem Herstellungsverfahrens. Die Gebrauchseigenschaften sind weitestgehend abhängig von der weiteren Oberflächenbehandlung.
Man unterscheidet zwischen Schäl-, Säge-, Dreh- und Messerfurnier. Am häufigsten kommen die Schälfurniere zum Einsatz. Schälfurniere besitzen keine natürliche Maserung sondern geflammte Muster. Als Deckfurniere kommen in der Regel Messerfurniere zum Einsatz. Säge- und Messerfurniere besitzen eine natürliche Maserung (wie Bretter).

Herstellung

Die Vorbehandlung zur Furnierherstellung ist in der Regel bei allen Hölzern und Herstellungsverfahren gleich. Als erstes werden die Stämme gedämpft oder gekocht. Hierdurch wird das Holzgefüge für die spätere Bearbeitung weich und geschmeidig gemacht und zugleich werden Wachstumsspannungen abgebaut. Noch zu erwähnen ist, dass bei einigen Holzarten durch das Dämpfen eine Farbveränderung eintritt, beispielsweise wird Buche rötlich.
Anschließend werden die Stämme entrindet und gesäubert. Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind werden die Furniere entweder durch Messern oder Schälen hergestellt.

Sägefurnier

Die älteste Herstellungsweise von Furnier ist das Sägen. Vom Stamm werden die Furnierblätter mit der Säge abgetrennt, in der vorindustriellen Zeit oft mit dem Stamm über einer offenen Grube liegend. Eine Person stand in der Grube, die zweite auf einem Gerüst über dem Stamm, gesägt wurde mit einer Rahmensäge. Zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurden dann die ersten von Dampfkraft betriebenen Furniersägen entwickelt. In England und Amerika waren das riesige hochspezialisierte Kreissägen mit Sägeblattdurchmessern bis zu 4 Metern, während im kontinentalen Europa sich die Form der Gattersägen durchsetzte. Um 1900 war dann die höchste Entwicklungsreife solcher Maschinen erreicht, die verlustfreie Herstellung von gemessertem Furnier bedeutete das Ende der industriellen Sägefurnierherstellung.

Da bei dem Sägen von Furnieren ca. 50 % Verschnitt entstehen, ist dies eine aufwendige und mit hohem Materialverlust behaftete Methode. Doch gibt es einige gute Gründe, weshalb auch heute noch Sägefurniere mit typischen Dicken von 1,2 - 2,5 mm hergestellt und verkauft werden:

  • Das gesägte Furnier behält seine helle, natürliche Farbe und wird nicht wie beim Messern durch das oft tagelange Kochen zur Geschmeidigmachung für den Messerprozess farblich stark verändert.
  • Die bei gemesserten Furnieren immer vorhandene Anfälligkeit für Rissbildungen und Brüche besonders der dem Messer zugewandten "linken" Seite entfällt bei gesägten Furnieren völlig.
  • Viele Hölzer lassen sich durch ihre hohe Härte nur zu Sägefurnier verarbeiten, so gibt es keine andere Methode z. Bsp. Ebenholz, Palmenholz, Eisenholz, Schlangenholz oder auch Weißbuche zu Messerfurnier zu verarbeiten.
  • Für hochwertige und hochbelastete Tischlerarbeiten kommen aufgrund der überlegenen Materialeigenschaften auch heute noch Sägefurniere zum Einsatz, so z. Bsp. für Restaurierungsarbeiten an historischen Objekten wie Möbeln, Parketten, Wandvertäfelungen und Decken, aber auch modernen Treppenstufen, Tafelparkette, Außentüren oder Einzelanfertigungen hochwertiger Möbelentwürfe. Hier ist die Langlebigkeit der Objekte mit einer durch die Dicke des Furniers gegebenen Aufarbeitungsmöglichkeit das ausschlaggebende Argument.

Für viele anspruchsvolle Handwerker kommt auch heute wieder Sägefurnier zum Einsatz, wenn es um die Herstellung von Einzelmöbeln geht: oft verlangen Kunden nach dauerhaften Lösungen beim Bau von teuren Entwurfsmöbeln, die fast papierdünnen Messerfurniere sind nach einer Beschädigung bei z. Bsp. einer Tischplatte nicht mehr reparier- oder aufarbeitbar. Hier hilft der Einsatz von Sägefurnieren dauerhafte, oft über Generationen nutzbare Möbel zu fertigen.

Messerfurnier

messerbirkeBeim Messern werden die Baumstämme zuerst in großen Gruben gekocht, um das Holz geschmeidiger zu machen. Hierbei verändert sich die natürliche Farbe des Holzes zum Teil erheblich. Die Stämme werden anschließend waagerecht eingespannt und gegen ein Messer auf- und ab bewegt. Dabei werden bei jeder Abwärtsbewegung dünne Scheiben von 0,3 mm bis 3 mm Stärke vom Stamm abgetrennt.

Sogenannte Micro-Furniere werden sogar in Dicken zwischen 0,1 mm und 0,15 mm hergestellt. Messerfurniere werden vornehmlich als Sichtfurniere auf billigeres Trägermaterial (meist Spanplatten) aufgebracht. Sie sind nach neuester Technik hergestellt so dünn, daß oft ein Hindurchsehen ohne ein Trägermaterial möglich ist.


Schälfurnier

Birke geschaeltBeim Schälen werden die Stämme zuerst 48 Stunden gekocht, danach entrindet und dann wie eine Walze drehbar eingespannt. Der Stamm rotiert anschließend schnell um die eigene Achse gegen einen Messerbalken, der vom Stamm ein Furnierband abtrennt. Man kann sich das beim Abwickeln einer Küchenpapierrolle gut vorstellen. Das Furnierband wird dann in schmale, einzelne Furnierblätter durch senkrecht schlagende oder rotierende Messer (so genannte Clipper) aufgeteilt. Die Furnierblätter in Stärken von vornehmlich 0,5 mm bis 1,5 mm werden zu plattenförmigen Holzwerkstoffen wie Furniersperrholz, Schichtholz oder Stabsperrholz weiterverarbeitet. Eine Besonderheit ist die Verarbeitung der Furniere zu Formsperrholz.
Eine Sonderform des Schälfurniers stellt das exzentrische schälen dar. Hierbei wird der Stamm nicht um die Markröhre gedreht, sondern um einen parallelen Mittelpunkt. Dadurch entsteht beim Schälfurnier eine anspruchsvollere Maserung.

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