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Online kaufen ist billiger...
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Küchenkauf

Online kaufen ist billiger...
Michael   02 Januar 2013  
13177   1   1  

 
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 ... sagt sich der pfiffige Küchenkäufer und schmeisst die gewünschten Gerätetypen in die Suchmaschine ein. Einbaugeräte und Zubehör - Das sind die vorerst in Frage kommenden Waren, mit den Küchenmöbeln selbst klappt es noch nicht so, aber die ersten Individualisten sind schon am Werk und möchten auch diese Warengruppe online verkaufen.

Leider hat sich die alte (und wahre) Weisheit noch nicht durchgesetzt, nach der es heisst, man bekäme immer nur das, was man auch bezahle.
Dennoch ist es schon sehr verlockend - Ein neuer Geschirrspüler muss her und nach erfolgreicher Recherche zur gewünschten Gerätetype und der Eingabe in das Suchfeld wird man mit Preisangaben nahezu überschwemmt. Perfekt!
Nun gibt es unterschiedliche Käufertypen. Derjenige, der über Leichen geht sucht sich erst einmal den günstigsten Shop aus. Das ist wie Zocken - es gibt keine Bewertungen und somit auch keine Schlechten, was das Positive an der Sache ist bzw. zu sein scheint.

Keine Bewertungen über Online-Shop im Netz?

Leider hat das oft seine Gründe und wer sich mit den rechtlichen Aspekten von Bewertungen im Internet auseinandersetzen musste, und wir mussten das, kommt schnell hinter die angewandten Schemen, die Bewertungen im Netz verhindern. Bewertungsportale und Meinungsforen sind kein rechtsfreier Raum. Fühlt sich dort jemand zu Unrecht schlecht bewertet hat er das Recht dazu, diesen Beitrag entfernen zu lassen. Meistens reicht dafür ein Drohbrief oder gleich die Abmahnkeule. Der eigentliche Bewerter ist in den meisten Fällen anonym, so dass die Störerhaftung greift und das Bewertungsportal in der Pflicht steht, die gemachten Aussagen zu beweisen. In der Regel kann es das nicht und ist verpflichtet die Bewertung zu entfernen. Ziel erreicht! Und zudem auch noch völlig kostenneutral für den Abmahner, denn die Kosten trägt in jedem Fall der Abgemahnte - also das Bewertungsportal.

Der mittlere Internetpreis für Einbaugeräte

Auf diesen weisen wir oft hin wenn es um Preiseinschätzungen zu Einbaugeräten geht. Er soll ein Maßstab sein und keine Kaufempfehlung. Aber in diesem Bereich tummeln sich die Internet-Shops, bei denen man eine seriöse Abwicklung am ehesten vermuten könnte. Aber selbst dieser Preis ist mit dem eines stationären Fachhändlers in keiner Weise vergleichbar.

Am Beispiel eines Geschirrspülers wollen wir dieses Preisgefüge einmal analysieren: Siemens Geschirrspüler

Dieser Geschirrspüler kostet bei der Idealo-Suche zwischen 523,- und 619,- Euro. Dazu kommt der jeweilige Versand bis Bordsteinkante, also nicht ins Haus. Dann ergibt sich eine Preisspanne von 523,- bis 668,-, da der erste, günstigere Shop zudem noch versandkostenfrei liefert.

Im Fachhandel hat das Gerät einen Preis von ca. 850,- Euro. Allerdings mit Full-Service, wie es im Online-Jargon so schön heisst. Bedeuten tut es das, was der Fachhandel seit jeher für seine Kunden macht:

  • Beratung
  • Anlieferung bis an den Aufstellort
  • Montage und Anschluss
  • Entsorgung des Verpackungsmaterials
  • Ggfs. sogar die kostenlose Entsorgung des Altgerätes

Viele Online-Shops bieten diesen Service zusätzlich gegen Berechnung an. Die Kosten dafür sind überall annähernd gleich. Beratung gibt es höchstens telefonisch und wenn das Gerät an der Bordsteinkante steht, geht es mit den Zusatzleistungen los:

Vertragen des Gerätes in den Aufstellraum

Einbau des Geschirrspülers

Anschluss des Geschirrspülers

Entsorgung der Verpackung

Entsorgung des Altgerätes

Und was schon fast peinlich ist:

Telefonische Terminvereinbarung

Macht alles in allem einen Zusatzleistungsbetrag von € 296,67 aus. Addiert mit dem günstigstem Shoppreis von € 523,- ergibt das einen Gesamtpreis von € 819,67.

Das ist in der Tat günstiger als das gerät direkt im Fachhandel zu kaufen. Genau genommen wurden hier durch den Onlinekauf rund € 30,- gespart. Das war die Beratung ;-)
Fairerweise müssten wir bei der Wahl des günstigsten Shops die Versandkosten von 65,- noch abziehen, da dieser diesen Artikel versandkostenfrei liefert. Insofern wären 100,- eingespart worden. Allerdings beim günstigsten Shop, dem eigentlich nur Zockernaturen aufgeschlossen sein dürften.
Wählt man einen seriösen Shop im mittleren Preissegment geht die Rechnung oftmals gegen Null, sofern man diese Serviceleistungen in Anspruch nehmen möchte oder muss.

Insbesondere beim Kauf einer neuen Küche macht der separate Onlinekauf der Elektrogeräte und des Zubehörs wenig Sinn. Die Auswahl der Geräte obliegt dem Kunden - die Bestellung der Küchenmöbel beim Händler. Das geht ziemlich oft in die Hose und der Monteur sieht sich in so einem Fall mit Geräten konfrontiert, die zur aktuellen Planungssituation völlig unpassend sind. Zu kleine Geschirrspüler, Inselhauben, die der Deckenhöhe nicht angepasst sind (evtl. wegen zusätzlichem Trockenbau), Spülen passen nicht in den Spülschrank, Mischbatterien haben nicht die benötigte Ausführung (z.B. Niederdruck) und nicht zuletzt Herd-Kochfeld-Kombinationen, die getrennt aufgestellt werden sollten. Das ist es, was ich erlebe und wenn ich ein wenig meine Phantasie bemühe, würde der Artikel einfach zu lang werden.

Wer sich gegen jeglichen Service entscheidet kann beim Online-Shop natürlich ein Schnäppchen erzielen, was aber im Fachhandel ebenso möglich ist. Fragen sie einfach nach dem Abhol- oder Lieferpreis und er wird sich erheblich von dem Preis unterscheiden, der den Full-Service ausmacht.

Weil man eben immer das bekommt, was man auch bezahlt.

Online-Shop Betrug

Neben den preislichen Aspekten, die man mit etwas Recherche und eigenen Abwägungen selbst beeinflussen kann, gibt es noch den Gefahrenaspekt beim Kauf im Internet. Wie bereits weiter oben erwähnt sind fehlende Bewertungen im Netz immer ein Warnzeichen für einen unseriösen Online-Shop. Allerdings können auch positive Bewertungsprofile keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Wenn es also unbedingt der Kauf im Netz sein muss, dann sollte man den in Frage kommenden Shop vorab nach den folgenden Kriterien einschätzen, welche alle ein Warnzeichen für evtl. unseriöse Praktiken oder gar Betrug sein können:

  • Preise weit unter dem marktüblichen Niveau sollten immer ein Warnzeichen sein. Online-Käufer nutzen Preissuchmaschinen. Betrügerische Shops müssen in kürzester Zeit so viel "Umsatz" wie möglich generieren um anschliessend schnell wieder das Weite suchen zu können. Entsprechend versuchen Sie sich über den günstigsten Preis ganz vorne bei den Preissuchmaschinen einzunisten.
  • Bei fehlenden Erfahrungsberichten überprüfen Sie wie lange die Seite bereits online ist. Über denic.de kann man Domains mit der Top Level Domain .de sehr schnell und zuverlässig prüfen. Grundsätzlich doppelt vorsichtig sollte man mit Shops im Ausland sein. Evtl. Strafanzeigen verlaufen hier meist im Sande, da ausländische Behörden zwar oft ein Amtshilfe-Abkommen mit den deutschen Behörden abgeschlossen haben, "Bagatelldelikte" unter einem Wert von 5000,- Euro aber hiervon oft ausgeschlossen sind. Es wird also schwierig den Täter im Ausland zu ermitteln.  
  • Vorkasse oder anonyme Zahlungsmittel als ausschliessliche Zahlweise. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber der Ordnung halber erwähnen wir es nochmal. Sichere Zahlungsmittel sind: Rechnung, Lastschrift (Bankeinzug lässt sich bis zu sechs Wochen widerrufen), Kreditkarte, PayPal (Käuferschutz).
    Bargeld-Transferservices wie Western Union sind vollkommen ungeeignet.
    Am sichersten Verfahren Sie natürlich, wenn Sie komplett auf Vorkasse verzichten. Im Ernstfall haben Sie immer große Schwierigkeiten Ihr Geld zurückzubekommen - meistens sogar nicht die geringste Chance.
    Bei Nachnahmelieferungen besteht natürlich nur Sicherheit, wenn das Paket beim Empfang und vor der Zahlung gleich auf den Inhalt geprüft wird.
  • Keine oder nur spärliche Informationen über die Seitenbetreiber. Diese stehen nach geltendem deutschen Recht in jedem Internet-Shop im Impressum. Geben Sie die Namen und auch die Adresse in die Suchmaschine ein. Betrüger-Shops werden nicht so blöd sein und ihre real existierende Adresse eingeben. Ominös sind immer ausländische Adressen, an denen sich offenbar sehr viele Firmen befinden. Das kann ein Zeichen für eine sogenannte Briefkastenadresse sein, die ausschliesslich zur Abwicklung der betrügerischen Geschäfte eingerichtet wurde.
    Die Anträge zur Einrichtung solcher Briefkastenadressen kursieren frei im Netz und jeder kann das für einen geringen Obulus um ca. 100,-/Monat in Anspruch nehmen.

Garantieverlust beim Kauf von Waren bei nicht authorisierten Vertragshändlern

Selbst wer in einem ominösen Online-Shop seine Ware erhalten hat ist nicht automatisch frei von Sorgen. Besonders im Markenbereich hat es sich bei den Herstellern der Geräte eingebürgert (und viele sind dabei dieses Konzept umzusetzen), den Verramsch von Markenprodukten über das Internet einzudämmen. Frei nach dem Motto, wer hohe Vertriebskosten hat (Fachhandel), bekommt gute Konditionen, und wer niedrige Kosten hat (Online-Shop), bekommt schlechtere Konditionen. Aus diesem Grund gehen einige Online-Händler oft den Weg, die Waren über Großhändler im europäischen Ausland zu beziehen, weil sie hier günstiger einkaufen können oder einfach nur den Einkauf als Online-Händler zu verschleiern versuchen.
Kaufen Sie bei einem Händler, der sich im Kundendienstfall als nicht authorisiert herausstellt, bleiben Sie im schlimmsten Fall auf den Reparaturkosten sitzen.

Videos

Abgezockt im Internet - Eine Kleinstadt voller Krimineller

Benutzerkommentare

3 Bewertungen

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4.7  (3)
(Aktualisiert: 08 Mai 2015)
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4.0

Heult doch Ihr gestrigen!

Moin,

da es mir eh in den Fingern brennt, als Internetaffiner und baldiger Küchen-Erstkäufer mal meine Sicht der Dinge zum Thema Küche, Online-Shops & Co zu veröffentlichen, mach ich das jetzt hier :)

1. Tolles Forum, tolle Tipps, vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!
2. Händler tragen die Verantwortung, Kunden die Folgekosten.
3. Was sich nicht erneuert, stribt.
4. Nur anfassen, riechen und schmecken kann man übers Internet noch nicht wirklich, aber im Video lässt sich das auch gut beschreiben!

Die in mehreren Beiträgen angesprochene Intransparenz ist doch das große Problem, insbesondere beim Thema Küche. Darüber hinaus ist es aber vorallem die Faulheit neue Wege im Verkauf zu suchen.

Ein paar Anstöße:

- detailierte, aktuelle Online-Planer der Hersteller mit Preisklassen und UVP Berechnung (bisher fand ich den von Schueller noch am besten, doch ich hätte mir gern den Weg ins Studio gesprat, nur um zu erfahren, dass das ganze SICHER > 10k kosten wird.)

- Aufklärung über die Preisgestalltung im Vorfeld und schneller Einschätzungspreis (unfassbar, nur bei Poco-Domäne bin ich nach nur 1h mit einem Preis für eine frei geplante Küche wieder raus, bei drei Fachhändlern erst nach dem zweiten/dritten Termin)

- Videos! Zeig mir deine Schubladen, deine Schränke, deine Geräte, im Einsatz! Berate via Video und spar es dir jedem Kunden alles nochmal zu erläutern. 100.000 Klicks auf dein Beratungsvideo? Günstiger kann man Werbung wohl kaum gestalten (z.B. der Schüller-Verkäufer der mal eben in die 90er Ausziehschublade steigt).

- Ich will die VOLLE Geräteauswahl - genau das ist der große Vorteil vom Onlinekauf(!), denn ich will das Teka oder Constructa Zeug nicht, ich will Miele Backofen, Neff Induktion, Beko Geschirrspüler und Liebherr Kühlschrank, weil ich kleinlich bin und jedes Teil mit Bedacht zuvor ausgewählt habe.

- kurz: ich will Kostentransparent, flexibel und auch selbst planen und entscheiden können, was ich an Service und Teilen benötige

Händler die sich über Kunden beschweren, weil Sie Preise vergleichen und sparen wollen haben den falschen Beruf.

Online ist seit 10 Jahren auf vollen Touren und der Einzelhandel hatt es immernoch nicht begriffen, wie er es für sich nutzen kann. Dabei gäbe es sooo viele gute Möglichkeiten!

Aber auch solche Foren nutzen Einnahmemöglichkeiten leider nicht. Werbung? Sorry, Sicherheitsrisiko, Tracking, Speicher und CPU fresser, nein Danke. Spenden? Ok, ihr bietet auch was gutes, deal! Zwei etwas versteckte Links später -> 10EUR! WTF! Meine zwei Monate bei Stiftung-Warentest-Online haben 7EUR gekostet und die boten professionelle PDF-Testberichte zu allen möglichen Dingen an!

Leider gibt es noch viel zu wenig gute und verbreitete Micropayment Möglichkeiten im Web, ein Klick, ein Confirm und Ihr bekommt 10ct-xxEUR, fertig. Das wäre mal 2015 würdig.

Genauso Küchen - so viele haben Tablet und/oder SmartPhone, aber nutzen das die Küchenstudios vernünftig aus? Planung daheim, Beratung remote? Augmented-Reality? VR-Brillen? Man muss vorauseilen, wenn man nicht morgen schon von gestern sein will!

(Aktualisiert: 07 April 2013)
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5.0

Ein sehr guter Artikel zum Onlineeinkauf von Einbauküchen

Insgesamt muss der Online Einkauf auch günstiger sein, da keine Mitarbeiter bzw weniger Mitarbeiter (Verkäufer,Küchenberater) bezahlt werden müssen und vieles durch die Internetseite erledigt werden kann. außerdem Ein Möbelhaus braucht viel Platz und benötigt viele Teure gewerbliche Quatratmeter Fläche für die Ausstellung die mit den Verkäufern und Mitarbeitern Strom usw zusätzliche Kosten verursachen die erst erwirtschaftet werden müssen. Leider gibt es online auch sehr viele schwarze Scharfe aber offline natürlich auch. doch eines gilt für Beide Bereiche Preise vergleichen eine Möglichkeit das online zu machen und völlig gratis gibt es hier.http://www.einbau-kuechen.info/einbaukuechen-fragebogen/ Kurz ein Formular ausfüllen und 3 Kostenlose Angebote erhalten.
Beste Grüße und vielen Dank für den wirklich wertvollen Artikel
Jörg Mengel

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5.0

Tja..

...so siehts aus!

Leider zum Ärger der örtlichen Verkäufer ist es mittlerweile fast schon normal, dass sich viele in Fachgeschäften beraten lassen und anschließend online bestellen.

Das viele Verkäufer aber vom Verkauf leben und durch eine Beratung kein Geld verdienen will keiner wissen!

Traurig aber wahr!!

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