Küchen Vermittlungsportale im Internet

Küchenkauf über Anbieterportale

 
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Sie versprechen das Blaue vom Himmel - Küchenkauf ohne Zeit und Mühe zu investieren, einfach ein paar Fragen beantworten, Adressdaten eingeben und kurz darauf meldet sich der analysierte Spezialist um Ihnen Ihre Traumküche zu verhökern. Im Ernst?

Küchenportal, Kitchenadvisor, Moderne Küche Com, Küchen-Atlas oder Küchenfinder, um nur einige der Küchenportale zu nennen, die in den letzten Jahren aus dem Boden sprossen, versprechen Ihnen den Rundum-Sorglos-Küchenkauf. Die Bedarfsanalysen bis zum Kontaktformular, das Ihre Adresse einsammeln soll, sind mäßig tiefgreifend und entsprechend mühelos hangeln Sie sich auch durch die einfachen Fragen nach der Küchenform, der Frontfarbe und ob Sie auch einen Backofen möchten.

Das Geschäftsmodell der Küchenportale

Das Konzept ist schnell erklärt: Fachhändler registrieren sich in dem Portal und nur wer sich registriert hat bekommt gegen eine entsprechende Vergütung Ihre Adresse zwecks Kontaktaufnahme. Von den Vergütungen lebt der Inhaber des Küchenportals, der damit die Kosten für seinen Aufwand, z.B. das Verfassen meist oberflächlicher Texte zum Thema Küche, deckt. 

Versprochen wird der Küchenkauf ohne Zeit und Mühe zu investieren, aber letztlich werden Sie auch nach der Kontaktaufnahme nicht darum herum kommen das Küchenstudio aufzusuchen und das gleiche Prozedere zu durchlaufen wie es jeder machen muss wenn er sich für seine Küchenplanung interessiert. Demzufolge stellt sich die Frage, ob jemand, der keine Zeit und Mühe in seine Küchenplanung investieren möchte, überhaupt einen Spezialisten benötigt? Denn der nimmt sich Zeit und macht sich Mühe um bedarfsgerecht zu beraten und hat eigentlich kein Interesse an einem Kunden, der genau das nicht möchte.

Hier wird also versucht den uninteressierten Kunden an den Küchenspezialisten zu vermittteln, was ähnlich absurd ist wie den Lada-Käufer zu BMW oder Mercedes zu schicken. Es macht keinen Sinn.

All dem zum Trotz scheint das System aber zu funktionieren - anders kann man sich die Anzahl der hinzugekommenen Portale nach dem Käuferportal (das waren die Ersten mit dem Konzept - Küchenportal) kaum erklären.

Es ist wohl ähnlich wie beim Meterkauf auf Verkaufsmessen - Man will es eigentlich nicht, verspricht sich aber davon, mit einer Unterschrift die gesamten Strapazen der lästigen Küchenplanung mit einem Schlag vom Tisch zu haben. Leider ist das ein Trugschluß und wer sich intensiv mit seiner Küchenplanung beschäftigen möchte kann sich den Zwischenschritt über zusätzliche Portale sparen.

Wie bei allen Maklern und Marketingaktionen, die den Händler Geld kosten darf man sich auch hier ungetrübt die Frage stellen, wer das am Ende alles zahlt? Natürlich Sie - Der Endkunde. Sie bezahlen die Hochglanzprospekte, die Ihnen unschlagbar günstige Preise versprechen, Sie zahlen die Fernseh- oder Radiowerbung und natürlich zahlen Sie auch sämtliche Verkaufsprovisionen, unabhängig davon ob sie an einen Messeverkäufer oder an ein Verkaufsportal gehen.

Nachfolgend stellen wir einige der Anbieterportale im Detail vor:

Küchen Atlas

Küchen Atlas bezeichnet sich selbst als Europas Küchenportal Nummer eins und will Sie beim Küchenkauf unterstützen. Neben dem Verkauf von sogenannten Gütesiegeln an Küchenstudios kann man auch hier direkte Anfragen nach einem Fachhändler stellen und bekommt anschließend entsprechende Empfehlungen. Nach welchen Kriterien der empfohlene Küchenplaner gewählt wird ist relativ unklar.

KüchenPortal

Das KüchenPortal geht aus dem Beko Käuferportal hervor und sie waren die Ersten mit dem Geschäftsmodell des Anbieterportals. Die Vorgehensweise ist exakt die, wie im oberen Abschnitt beschrieben und Ihre Adresse wird am Ende an drei Fachhändler in Ihrer Nähe weitergeleitet. Diese werden Sie im Anschluß kontaktieren und für die Vermittlung bezahlen.

Moderne Küche

ModerneKüche bezeichnet sich als unabhängiges Portal für Küchenplanung. Geplant wird hier auch nicht sondern, wie bei allen anderen Küchenportalen, steht ausschließlich das Sammeln von Adressen im Vordergrund. Auch hier zahlen die registrierten Händler für die Vermittlung der Kontaktdaten.

Küchenfinder

Küchenfinder will, dass du die besten Küchenstudios in deiner Nähe findest. Ja, hier wird geduzt und somit soll sich die Ansprache wohl an jüngeres Publikum wenden. Ob nun gerade jüngere Küchenkäufer nicht dazu in der Lage sind die Google-Suche zu benutzen um ein Küchenstudio zu finden sei einmal dahingestellt. Es geht ja auch um das "beste" Küchenstudio.

Kitchenadvisor

Kitchenadvisor ist eine der jüngeren Vermittlungsplattformen, die man gerne als Startup bezeichnet. Hier wird besonders deutlich um was es diesen Portalen tatsächlich geht: Um Gewinn, Gewinnmaximierung oder einfach nur um aus den roten Zahlen in die Gewinnzone zu kommen. Kitchenadvisor hat erst Anfang 2018 eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen und sich damit 750.000,- frisches Kapital besorgt. Mir ist nicht klar wer in so ein Unternehmen investiert, das doch eigentlich nur nachmacht, was Andere bereits erfolgreich praktizieren. Den Begriff "StartUp" assoziiere ich immer mit neuen, frischen Ideen, aber hier handelt es sich höchstens um ein "CopyUp".

Nachtrag zum Kitchenadvisor:

Nach Angaben von Kitchenadvisor erhalten Kunden zunächst immer eine telefonische Beratung von einem echten Küchenberater. Dieser gibt Tipps zur Küchenplanung und kann Hersteller-unabhängig beraten, was den Planungsspielraum deutlich vergrößert. Zusätzlich nennt er dem Kunden am Ende des Gesprächs direkt einen Schätzpreis, den das System auf Basis der Kunden-Angaben ermittelt. So weiß der Kunde, welcher Preis für seine Küche fair wäre. Wenn der Kunde diesen Preis akzeptiert, gehen die Wünsche an 3 regionale Studios, die dann wiederum Planungen auf die Kitchenadvisor Plattform hochladen. So bekommt der Kunde innerhalb von ein paar Tagen 3 Angebote, die auf seinen Grundriss passen und seine Wünsche beinhalten. Er kann nun aussuchen, welche(s) Studio(s) er gerne vor Ort besuchen möchte. Dort dauert der Termin dann keine 3 oder 4 Stunden mehr sondern nur noch 1 Stunde, da Konfiguration und Preis ja schon abgesprochen sind.

Die Händler müssen lediglich bei erfolgreichem Verkauf bezahlen. Dadurch ist Kitchenadvisor auch immer engagiert, nur wirklich gut passende Kunden an das jeweilige Studio zu vermitteln. Möchte ein Kunde bspw. einen bestimmten Gerätehersteller, dann werden auch nur Händler angefragt, die den auch im Sortiment haben, damit die Zeit von beiden Seiten nicht verschwendet wird.

Gleichzeitig kann der Händler immer flexibel an- und ablehnen. Wenn er preislich nicht mithalten kann oder ihm der Kunde zu weit entfernt ist oder sonst irgendetwas nicht passt, kann er jederzeit die Anfrage mit einem Klick zurückschicken.

Was hat das mit Küchenplanung zu tun?

Eigentlich wenig und es ist fraglich, ob die Geschäftsinhaber zum Thema Küchen und Küchenplanung ausreichende Kompetenzen vorweisen können. Um in den Suchmaschinen vor den eigentlichen Fachhändlereinträgen zu erscheinen (Das ist das Ziel, denn schließlich soll der Suchende erst das Portal finden und nicht den Händler) wird viel Zeit und Geld in Artikel investiert, die auf den Vermittlungsportalen erscheinen und Tipps zur Küchenplanung und zum Küchenkauf geben sollen. Analysiert man diese Texte wird schnell klar: Es handelt sich größtenteils um Keywordspaming ohne wirkliche Relevanz. Da wird der Spülenhersteller BLANCO gerne unter den Geräteherstellern gelistet oder die Küchenstudio-Verzeichnisse weisen hoffnungslos veraltete Daten auf. Angeblich sind solche Verzeichnisse redaktionell erfasst und geprüft, was aber mit ein wenig Recherche schnell widerlegt ist. In der Regel handelt es sich um simple Datenimporte aus KlickTel-CDs und Küchenstudios, die es seit Jahren nicht mehr gibt, sind dort immer noch gelistet.

Abschließend könnte man eigentlich festhalten, dass kein Mensch einen zusätzlichen kostenpflichtigen Vermittler zwischen Endkunde und Handel benötigt. Allerdings sind sie da und werden offenbar auch genutzt. Jeder so wie er mag.

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Küchenkauf
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10 August 2017
Käuferportal, Europas führende Onlineplattform für Produkte rund ums Haus, bezieht offiziell sein neues Büro am Potsdamer Platz. Im ehemaligen "Forum Tower" am Potsdamer Platz 11 werden die knapp 400 Mitarbeiter der Berliner Firma in Zukunft auf mehr als 8500 m2 und sieben Etagen Platz finden.
31 Januar 2018
KitchenAdvisor, die Vermittlungsplattform für Küchen-Suchende, schließt eine weitere Finanzierungsrunde ab und holt sich frisches Kapital in Höhe von 750.000 Euro.