Welche Warmwasser Wärmepumpe?

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von tantchen, 10. Mai 2011.

  1. tantchen

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    Hi,

    bei uns im 3-Familienhaus ist der neue 300l Speicher undicht geworden. Da die Heizung zwar auch schon 16 Jahre auf dem Buckel hat, aber noch läuft und das Budget noch zu knapp ist, haben wir uns für die Anschaffung einer Warmwasser-Wärmepumpe entschieden.

    Jetzt hab ich hier ein Angebot mit drei Möglichkeiten vorliegen:
    - Stiebel Eltron WWK 300 SOL (mit Wärmetauscher für Solar/Zentralheizungsanschluss)
    - Style WP mit 2 Wärmetauschern, keine genauere Bezeichnung
    - Dimplex Wärmepumpe, auch ohne Typbezeichnung, 1 Tauscher

    Ich hatte zunächst die Stiebel Eltron für das Angebot angefordert. Die haben offenbar einen guten Ruf. Aber die ist auch mit Abstand die Teuerste.

    Weiß hier jemand vielleicht, wie die Anderen qualitativ sind? Dimplex hab ich schonmal gehört, Style sagt mir gar nix. Hab nur eine Firma 'Styleboiler' in der Schweiz gefunden, die offenbar ein sehr ähnliches oder gleiches Gerät anbieten. Aber Schweiz heißt ja nicht automatisch super Qualität.
    Die Behälter sind jedenfalls emailliert. Edelstahl wäre schon besser.

    Falls ich heut abend im Vereinsheim den Sanitärer treffe, kann ich vll. fragen. Würde aber trotzdem gerne unabhängige Meinungen hören.
    Was würdet Ihr machen? Egal was, hauptsache billig? Oder doch lieber die teure Variante?
     
  2. Frankenbu

    Frankenbu Mitglied

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Hallo, ich habe |Link ist nur für Mitglieder sichtbar|im Keller stehen, sehr leise und bisher absolut problemlos, allerdings ist das ein Gerät für alles, also inklusive Lüftungsanlage, Warmwasserbereitung und natürlich auch Heizung, aber prinzipiell ja das gleiche. Was habt ihr euch den als nächste Heizung vorgestellt, ist ja auch nicht ganz unerheblich, denn ne Öl oder Gasheizung macht ja quasi als Abfallprodukt Warmwasser im Winter mit, im Sommer kommt man mit Solar alleine fast über die Runden. Von daher würde ichh das alles mal genauer durchkalkulieren ob es nicht günstiger wäre gleich ne komplette Heizung zu kaufen, bei älteren Häusern aber eher schwierig mit Wärmepumpe zu realisieren. Also lieber doch erstmal nen Heizungsfachmann fragen bevor man am Ende zuviel investiert ;-)
     
  3. racer

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Ich habe eine neue Ölheizung (2001), Kupferrohre und Heizkörper alle neu... mal so in den Raum gesprochen: kann man ein solches System eigentlich problemlos mit einer Luftwärmepumpe kombinieren/ergänzen, und bei einer Größenordnung von ca. 7000-8000 Watt Heizleistung (130 qm / 7 Heizkörper) was darf so was kosten, geschätzt auf den Tausender... (den es ja nicht gibt, aber auf den fünfhunderter hört sich halt komisch an...;-))

    mfg

    Racer
     
  4. tantchen

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Den Installateur haben wir natürlich befragt. Er wußte, dass wir später evtl. was mit Wärempumpe und Solar machen wollten. Also wenn irgendwie möglich, weg von Öl. Am besten auch ohne Gas. Das läge schon draußen in der Straße.

    Er hat uns erst einen Edelstahlspeicher empfohlen mit Wäremtauscher für Solar etc.. Am nächsten Tag dann der Anruf, dass der mit 300l und der Wärmetauscherfläche später eh nicht passen würde und wir dann lieber alternativ jetzt einen möglichst günstigen, emaillierten 200l Speicher reinstellen und den dann später beim Kauf der Heizung wegschmeißen sollten.

    Das fanden wir dann doch nicht so toll.
    Mein Freund brachte mich dann auf die Idee mit der Warmwasser-Wärmepumpe. Und ich finde, das ist in der jetzigen Situation die beste Lösung für uns.

    - Man ist im Fall der Fälle beim Warmwasser das ganze Jahr über komplett unabhängig von der Heizung
    - Wir könnten den unwirtschaftlichen neuen Heizkessel im Sommer komplett abstellen.
    - Wir könnten an den Solar-Anschluss trotzdem den Heizkessel dranstöpseln für eine Unterstützung zum Stromsparen im Winter. Oder es kommt doch mal Solarthermie auf's Dach.

    Eine komplette Heizung wäre momentan einfach noch zu teuer. Wir müßten einen Kredit aufnehmen und das wollten wir eigentlich vermeiden.

    Wir haben zwar nur einen Ölverbrauch von ca. 2600l pro Jahr (Haus gedämmt) - aber eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat einfach zu schlechte JAZ. Das müßte schon was mit Brunnen sein. Incl. Planung, Angeboten einholen, Gemeinde befragen/genehmigen lassen... Und dafür haben wir eigentlich jetzt mit dem undichten Ding im Keller auch nicht die Zeit.

    Daher beschränkt sich meine Frage prinzipiell wirklich nur auf "mit welchem Hersteller habt Ihr ggf. gute Erfahrungen gemacht?"

    Inzwischen hab ich aber mal Datenblätter verglichen. Dimplex fällt eigentlich raus. Und Stiebel Eltron hätte unter gleichen Voraussetzungen (15° Luft/70% Feuchte/15° Wasser) eine COP von 4,2 (!) und dieser Styleboiler nur 3,2.

    @Frankenbu
    Du könntest also Stiebel guten Gewissens empfehlen? Auch wenn es eigentlich ein ganz anderes Gerät ist? Wie gestaltet sich da die Steuerung? Alles zuverlässig?

    Nachtrag: einen größeren Pufferspeicher, so dass er später passt, reinstellen macht lt. Sanitärer auch keinen Sinn. Warum auch immer...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2011
  5. martin

    martin Moderator

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Bekannte von uns haben seit 3 Jahren eine Siemens-Wärmepumpe und sind damit sehr zufrieden.
     
  6. Frankenbu

    Frankenbu Mitglied

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Ich kann Stiebel Eltron prinzipiell empfehlen, auch wenn das Ding erst ein Jahr hier läuft. Bei Wärmepumpen ist halt das Problem als Heizung die geringe Vorlauftemperatur, je höher diese sein soll desto ineffizienter arbeiten die Dinger, wir hatten jetzt selbst bei -18°C nur eine Vorlauftemperatur von 35°C das geht halt nur mit einer Flächenheizung (also Fussboden oder Wandheizung) Heizkörper bringen da noch keine Wärme in den Raum. Allerdings gibt es mittlerweile auch Wärmepumpen für ältere Häuser die eine höhere Vorlauftemperatur mit ner ganz guten effizienz verbinden. Sole Wärmepumpe war mir zu teuer, zwei Brunnen bohren kostet richtig Geld und Erdwärme aus dem garten, naja da hat man halt über ne grosse Fläche Leitungen verlegt. Bis man die Kohle eingespart hat kann man 20-30Jahre mit ner Luft-Wasser Pumpe Heizen, wenn man die Bohrungen auch noch über nen Krdit finanziert verlängert sich die Zeit noch entsprechend ;-)
     
  7. tantchen

    tantchen Premium

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Inzwischen war noch ein anderer Sanitärer da. Weil ich noch ein zweites Angebot einholen wollte. Der meinte sogar, dass wir gar keine Zentralheizung da anschließen bräuchten. Das wäre nur mit Wärmepumpe/Strom immer noch billiger, wie mit Öl zuheizen. Da bin ich ja mal gespannt auf die nächste Abrechnungsperiode. Die startet bei uns Anfang Juni.

    Also die Entscheidung für Stiebel ist eigentlich so gut wie gefallen. Denke, damit macht man nix falsch. Wenn die Angaben im Datenblatt stimmen, sind die wohl sehr energieeffizient.

    Der Sanitärer von heute macht sehr viel mit Geothermie/WP und hat mal im Kopf grob gerechnet, dass uns eine Sole-Wasser-WP mit Sondenbohrungen (ca. 9000,-) und zus. Pufferspeicher (noch ein riesen Kasten im Keller) so um die 25.000 Euro kosten würde.
    Eine Luft-WP käme da "nur" auch so um die 5000-6000,- biliger. Also alles in einem Rahmen, wo wir vor Ablauf der nächsten 8-10 Jahre noch einen Teil finanzieren müßten...

    Also wenn ich das mal mit einem hundsgewöhnlichen Gas- oder Öl-Brennwertkessel vergleiche: bei einer Lebensdauer von 15-20 Jahren und dann ja auch immer steigenden Strompreisen kann sich so 'ne (Luft-Wasser oder Sole) WP ja eigentlich kaum noch rechnen...
    Vor allem, wenn es wirklich nur noch um's Heizen im Winter dreht, Warmwasser würden wir ja jetzt unabhängig machen. Für geschätzte 10-15.000 Euro können wir lange Öl oder Gas verbrennen. Nur der Teil, der teurer wäre wie der WP-Betrieb, versteht sich.
     
  8. J-A-U

    J-A-U Premium

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Schade das ich den Thread wieder etwas spät gefunden habe...


    Frankenbu hats schon erwähnt, ganz wichtig bei Wärmepumpen ist die Vorlauftemperatur, bzw. die Spreizung zwischen Außen- und Vorlauftemperatur.
    Bei Flächenheizung (es gibt nicht nur FBH!) sind das max. 35°C. Heizkörper hat man früher sogar über 70° gefahren. Heut ~55°C.
    Allerdings berücksichtigt das nicht dein Warmwasser!

    Auch da gibt es systembedingte Unterschiede:
    Bei einem Kombispeicher (großer Speicher mit Edelstahlwellschlauch) beginnt die Wohlfühltemperatur (zum Duschen) bei ca. 45°C im Puffer.
    Bei einer Frischwasserstation (Edelstahlwärmetauscher, ein "hydraulischer Durchlauferhitzer") sollte die Systemtemperatur etwas höher liegen, ca 3-5K über der gewünschten Warmwassertemperatur.
    Bei einem Boiler dagegen muss der gesamte (!) Inhalt regelmäßig (!) auf 60°C gebracht werden um Legionellen abzutöten (ich mein mindestens 1x die Woche) d.h. der Vorlauf muss bei 62-65°C liegen.
    Bei den Edelstahlsystemen ist das klein Problem, in denen sind nur ein paar Liter Warmwasser gespeichert die beim Zapfen schnell aus der Warmzone bewegt werden. Zumal das Edelstahl das Wachstum der Bakterien behindert.
    Niedrige Systemtemperaturen haben noch den Nachteil das die Speicherkapazität natürlich entsprechend gering ausfällt. Die oben genannten 45°C beim Kombispeicher sind ein Erfahrungswert mit einem 1000l Puffer im 3 Personenhaushalt. Möchte man Baden reicht die Temperatur nicht mehr.
    Frischwasserstation benötigt ebenfalls einen Heizungspuffer und hat halt den Vorteil das die Technik komplett extern angebracht ist (bei Defekten von Vorteil) da lässt sich dann auch das gesamte Volumen des Heizungspuffers nutzen (bei Kombi bleibt immer etwas Restwärme zurück bzw. wird unanagenehm). Mit der FriWa ist man am flexibelsten was das übrige Systen angeht.
    Brauchwasserspeicher verbaut man heute eigentlich nur noch im Mehrfamilienbereich oder wenns in der Anschaffung billig sein muss. Durch die hohe Temperatur und das große Volumen (= große Außenfläche) sind die Verluste sehr hoch und man verbraucht fast mehr Energie zum Warmhalten als fürs gezapfte Wasser.

    Kombispeicher kostet (natürlich je nach Marke und Größe) zw. 1800 und 2500€.
    Eine Frischwasserstation kostet ca. 1200- 2500€ der Heizungspuffer dazu 800-1500€.
    Ein emailierter Brauchwasserspeicher koste ca. 550-1000€. Wobei der neue mit 300l schon eher großzügig dimensioniert war. Das recht eigentlich für 4-6 Personen. Von daher würden euch 200l auch genügen.
    Brauchwasserspeicher in Edelstahl hab ich keine Preise, aber die sind mit Sicherheit zum niederknien!
    (Alles ohne Einbau und weiteres Material)

    Anhand der Zahlen die ich oben genannt habe dürfte klar sein das der COP den Stiebel da angibt ein haltloses Werbeversprechen darstellt und keinen Bezug zur Realität hat (das machen leider alle WP-Hersteller :'( ).
    Und gerade beim Brauchwasserspeicher ist eben das Problem das eine besonders hohe Temperatur notwendig ist!
    Für die Effizienz wärs sogar am Besten man macht mit der WP nur das Heizungswasser für die Flächenheizung (max. 30°C) und erhitzt das Brauchwasser getrennt.

    Ein weiteres haltloses Werbeverspechen: CO2-Einsparung.
    Bei unserem aktuellen Strommix laufen die WP im Mittellastbereich. Der (wohl bis 2050) aus Kohle kommt. Der offizielle Gesamtwirkungsgrad unserer Meiler liegt bei 28%. ein L/W-WP an Heizkörper kommt auf einen reelen COP von ca. 2-2,5. D.h. mit einer WP erzeugt man mehr CO2 als mit einer moderne Ölbrennwertheizung! :'(
    Aber selbst an FBH mit Warmwasserbreitung ist mit 3-3,5 Schluss, was immer noch kein CO2 spart... *stocksauer*

    Was die zukünftigen Kosten angeht ist das natürlich nur schwer vorhersehbar. Vorteil der WP: Kein Kaminfeger, keine jährliche Wartung. Dafür erzeugt der Zweitarifzähler deutlich höhere Grundkosten und den günstigen WP-Strom gibts nicht überall! Ihr seid (wenn ihr keinen teuren Lichtstrom verheizen wollt) im Grund auf die großen 4 festgelegt (ev. habt einen regionalen Anbieter?).
    Man kann natürlich teuren Öko-Lichtstrom verheizen. Wobei da auch nicht selbstverständlich ist das der Strom wirklich regenerativ erzeugt wurde oder blos mit CO2-Zertifikaten "grün"-gekauft wurde.

    Bei Lebenserwartung gehe ich (erstmal) auch nicht von mehr als bei einer Öl/Gasheizung aus.


    Wenn ihr in die Zukunft investieren wollt kommt ihr an einem Pufferspeicher (ob jetzt Kombi oder nicht) kaum vorbei, also macht euch mal Gedanken wegen einem Stellplatz.
    Was die WP angeht sind Erdwärmesyteme vorzuziehen, da am ehesten die Flächenkollektoren (wenn man den Garten dazu hat). Bei Bohrungen gibts ein paar Gemeinheiten, sitzt euer Haus über einer Gipsschicht hat sich das Thema u.U. eh erledigt.

    Solar peilt man übern Daumen ca. 1,5m² pro Person. Da kommt man bei 4 Personen mit 300l Brauchwasserspeicher gerade so hin.
    Mein neuer Herr hat mehr installiert ("Heizungsunterstützung" - so ein Quatsch), da sind die 800l Kombi mit 3 Personen bereits jetzt schon am späten Nachmittag "randvoll".


    Daher ein Vorschlag von mir den ihr euch trotz eurer fortgeschrittenen Planung und der Dringlichkeit überlegen solltet:
    Elektrischer Durchlauferhitzer.
    Kein Speicher (d.h. keine Speicherverluste) und geringere Temperatur. Dadurch steht sie der Effizient einer Brauchwasserpumpe kaum nach. Die Anschaffung ist deutlich günstiger, Platzbedarf geringer und vom Installationsaufwand auch kein Groschengrab. Im Gegenteil: ihr spart euch die Zu-/Abluftluftöffnungen in der Kellerwand.
    Nachteile: Nicht so "hip" und man kann nicht gezielt den NT-Strom nutzen.
    Wobei der Energiebedarf für Warmwassser überschaubar ist (solang es nicht ständig warmgehalten werden muss) und in Relation zur übrigen Heizung den kleinsten Teil ausmacht.

    Ihr solltet nur die paar Kröten aufwenden eine Durchlauferhitzer zu installieren der auch mit Warmwasser am Eingang zurecht kommt. Dann könnt ihr später immer noch das solarerwärmte Wasser ausm Kombispeicher durch den Erhitzer lassen. Ist es zu kalt (weil schattig) wird nachgeheizt, ist es warm genug gehts ohne Strom.


    mfg JAU

    P.S. Ganz zum Schluss noch ein Angebot: Ich hab einen 300l Brauchwasserspeicher über wegen Umplanung auf Frischwasserstation, den würd ich für "kleines" Geld abgeben. Nur falls an so einer Lösung noch Interesse besteht. ;-)


    Nachtrag:
    Eine Stiebel Eltron BWP30H lag vor 2 Jahren bei 2700€ (UVP, incl.). 300l, Lufttemperatureinsatzgrenze (!) 8-35°C. Dazu eine Erläuterung:
    Eine L/W-WP kühlt die angesaugt Luft ab, was dazu führt das Kondenswasser ausfällt. Dieses Wasser beginnt dann schon über 0°C am Wärmetauscher zu gefrieren. Bei einer Heizungs-WP mit Pufferspeicher wird bei Vereisung die vorher erzeugte Wärme ausm Puffer genutzt um den Luftwärmetauscher wieder zu enteisen. Das geht bei einer Brauchwasserpumpe offensichtlich nicht, was bedeutet das ab 8°C die Wärmepumpe aus bleibt und Warmwasser nur noch über den zusätzlich verbauten Heizstab erzeugt.

    Im Vergleich dazu der teuerste Durchlauferhitzer (bis 27kW) hier im Katalog: 840€ (auch UVP, incl. MwSt).
     
  9. martin

    martin Moderator

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Deine Ausführungen sind sehr aufschlussreich und bestätigen meine Bedenken gegenüber WP & Co.

    Bei tantchen handelt es sich allerdings um ein Mehrfamilienhaus, so dass Deine Beispielzahlen nicht so recht passen.
     
  10. tantchen

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    AW: Welche Warmwasser Wärempumpe?

    Hmm, ja wo fang ich denn da an?

    Kurz:
    - wie oben erwähnt 3-Familienhaus, derzeit 5 Personen, aber von den Wohnungen her könnten es auch gut 12-13 Personen sein. Heißt, man kann net einfach irgendwas Kleines reinbauen.
    - Der vorhandene 300l Speicher ist bestimmt auch schon 16 Jahre alt und hat also damals für mindestens 11-12 Personen incl. Kinder/Jugendliche gereicht. Heut sind die Kinder unten aus'm Haus.
    - Wir leben hier seit Jahren mit einer Brauchwasser-Speichertemperatur von ca. 45°. Eigentlich leichtsinnig, aber es gab da noch nie Probleme mit irgendwelchen Keimen.
    Ich glaub, das werden wir finanziell überleben, wenn das neue Teil einmal pro Woche kurz aufgeheizt wird. Mit dem Heizstab oben drin wird immerhin der obere Bereich auf 65 Grad erhitzt, wenn man möchte.

    Zweitarifzähler wird es keinen geben, wozu auch? Grade bei den zus. Gebühren und der mickrigen Einsparung gegenüber "Normalstrom" lohnt sich das net. Es kommt einfach ein Zwischenzähler ran und gut is.

    Den großen Rest versteh ich net so ganz. Irgendwie würfelst Du glaub Heizung und Brauchwasser ziemlich durcheinander. Uns geht es heute nicht um die Heizung, wie anfangs erwähnt. Was später kommt, werden wir dann beizeiten gründlich "untersuchen" und abwägen. Was nützt eine Heizungs-WP, die selbst bei deutlichen Gas- und Ölpreissteigerungen allein schon wegen der Anschaffungskosten über 15-20 Jahre Lebensdauer gesehen immernoch teurer ist, als Gas/Öl?

    Deswegen macht es auch überhaupt keinen Sinn, heute irgendwas zu kaufen, wie z.B. großen Puffer, wenn man noch gar net weiß, was kommt und wie das später dimensioniert sein wird.
    Mit der Luft-WP sind wir beim Warmwasser völlig unabhängig und flexibel, auch wenn uns im nächsten Winter die Heizung kaupttgeht.

    In unserem Heizungskeller herrschen übrigens auch im Winter Temperaturen von mind. 10-15° C, also eigentlich kein Problem. Und wenn die WP unter 6°C doch aussteigen oder zuviel el. zuheizen sollte - dann hat man bei der SOL Variante ja immer noch die Möglichkeit, die Zentralheizung anzuschließen und wie WP abzuschalten.
    Die Energieeffizienz dürfte also bei dieser Brauchwasser-WP-Art übers Jahr gesehen deutlich besser ausfallen, als bei einer Luft-Wasser-WP Heizung...
     
  11. J-A-U

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Tschuldigung, ich hatte mich verlesen: Statt 3 Familien hab ich 3 Personen aufgenommen. :-[
    Aber das betrifft ja hauptsächlich die Solargeschichte, wobei bei 12 Personen die Zapfleitung eines Kombispeichers glaub auch knapp wird.

    Das es den Anschein hat ich würfle Heizung und Brauchwasser wahllos durcheinander kommt zum Einen daher das es bei uns eben üblich ist mit der Heizung Warmwasser zu erzeugen und man sich bei Anschaffung auch ruhig über die Zukunft Gedanken machen darf.
    Zum Anderen kommts von den Begrifflichkeiten:
    So eine BW-WP ist eben nix anderes als eine L/W-WP mit Speicher und Heizstab. Nur halt von der Leistung deutlich kleiner. D.h. auf der eine Seite (Brauch-) Wasser auf der andern Luft.

    Und genau die Luft solltest du nicht einfach ausm Keller saugen/blasen! Den damit kühlst du dein Gebäude innerhalb der Isolierhülle aus, womöglich noch den Raum in dem dein Speicher steht... :-X
    So ne BW-WP ist eher was bei kontrollierter Wohnraumlüftung (Passivhaus), wo die Abluft nachm Wärmetauscher auch im Winter noch ein paar °C über Null hat und man der das letze Quentchen Energie abverlangt bevor man sie rausbläst.

    Was die Legionellen angeht:
    Ein fitter, erwachsener Mensch kommt mit denen noch einigermaßen klar, Kinder und Alte können aber auch heute noch daran sterben!


    Was ihr im Endefekt macht bleibt natürlich euch überlassen. Die WP-Hersteller fahren derzeit aber einen Werbefeldzug der fast unglaublich ist und viele Heizungsbauer sind zu der Technologie gelangt wie die Jungfrau zum Kinde. Da ist Fehlberatung leider nix ungewöhnliches. Also Augen auf!
    (Tipp von mir: Gibts bei euch in der Nähe auch einen Kältespezi? Da mal aufschlagen - die kennen sich mit der Materie meist besser aus als die HZB die ich so kenne.)


    mfg JAU
     
  12. tantchen

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Also die Dämmung geht bei uns grade mal bis an die Unterkante Kellerfenster (Hochparterre) , der Rest vom Keller ist ungedämmt. Kellerdecke übrigens auch. Die Fenster sind uralt und lassen sich überhaupt nicht schließen. Mir graust eigentlich bei der Überlegung, was da im Winter alles an Energie rausgeblasen wird.
    Andererseits ist der Keller auch furztrocken ;-)
    Der Speicher stünde neben dem Heizkessel, der produziert auch genug Abwärme im Winter. Müßte man eben die nicht wegen Zuluft notwendigen Fensteröffnungen irgendwie abdichten.
    Im Sommer könnte man die Luft auch von draußen durchs Kellerfenster ansaugen. Ich denke, wir müssen das dann einfach mal ein Jahr lang überwachen und die Temperaturen und Feuchtewerte, Stromverbrauch usw. protokollieren. Dann sieht man weiter, welche Maßnahmen als nächstes Sinn machen (Heizkessel dranstöpseln, Kellerfenster erneuern, Kellerdecke dämmen...)
     
  13. J-A-U

    J-A-U Premium

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    An die Abwärme des Heizungskessels hab ich jetzt nicht gedacht. Wenn ihr die aber nutzen möchtet ist es wurschd ob die Fenster dicht sind oder nicht. Du brauchst in jedem Fall eine ausreichend große Zuluftöffnung und eine Ablauftöffnung die so liegen das es keinen thermischen Kurzschluss gibt (z.B. übers Hauseck).

    Wie kalt der Keller dann wird wird sich zeigen, notfalls muss ein Luftkanal (isoliert wegen Kondenswasser!) nachgerüstet werden.
    Man merkts halt vielleicht auch erst wenn die unterste Wohnung wieder bewohnt wird und man dort kalte Füße bekommt, bzw. übermäßig heizt weil halt der Boden kalt ist.


    Ich hab bei mir auch ewig rumgemacht wegen Zuluft fürn Holzofen und schließlich die günstigste Lösung gewählt: Loch in die Wand und fertig (Betrifft auch den Raum in dem meine Pufferspeicher stehen). Frag mich zwischenzeitlich warum ichs nicht ordentlich gemacht hab - mich nervt die ständige Zugluft im Keller. *stocksauer*


    mfg JAU
     
  14. martin

    martin Moderator

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Die Abwärme der Heizung nutzen zu wollen, halte ich für eine Schnapsidee. Wird die Heizungsanlage irgendwann erneuert, ist ziemlich Schluss mit Abwärme. Moderne Anlagen produzieren kaum noch Abwärme.
     
  15. auklar

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Es war nicht die grundsätzliche Idee die Abwärme der Heizung nutzen zu wollen, Martin. Das ist aktuell ein schöner Nebeneffekt und wird sich natürlich, je effizienter die Heizungsanlage bzgl. Verlustwärme ist mehr oder weniger relativieren.

    Die Idee dahinter ist die gewonnene Flexibilität und Unabhängigkeit, auch um die Heizungsthematik zunächst von der Warmwasserproblematik zu trennen. Und genau dies erreicht man mit dieser Wärmepumpe ;-)

    In den warmen Monaten soll die Luft für die Pumpe durch einen Kanal/Schlauch von außen gezogen werden - somit kann die Heizungsanlage, welche dies aktuell leistet, in der "heizfreien" Zeit komplett abgeschalten werden.

    In den wintermonaten muss man sehen wie sich das Thema verhält - auch ich vermute, dass die Kellerwärme nicht ausreichen wird, vor allem dann, wenn die Heizanlage wirklich durch eine modernere ersetzt wird...

    Dann gibts natürlich zum einen die Möglichkeit das Warmwasser autark zu lassen und den Heizstab zu nutzen, da dies aber nicht besonders effizient ist, bietet die WWK 300 SOL eben die Möglichkeit durch einen zusätzlichen Wärmetauscher eine Solaranlage (naja auch hier wird die Energie im Winter wohl nicht immer ausreichen) oder eben die Heizanlage anzuschließen. Dann wäre das WW nicht mehr autark, aber man könnte die Heizanlage wieder nutzen - egal ob neue oder neue Heizung - aber eben nur im Winter...

    Wie eine neue Heizanlage aussieht und wann diese angeschafft wird bleibt eben durch die Lösung unabhängig und das ist der allerwichtigste Hintergrund!
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Mai 2011
  16. J-A-U

    J-A-U Premium

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    AW: Welche Warmwasser Wärmepumpe?

    Das Warmwasser von der Heizung zu trennen erreicht man auch mit einem Durchlauferhitzer, ja sogar mit einem einfachen Emailspeicher (zum wegschmeißen ;-) ) mit Heizstab (4,5kW gibts unter 300€).
    Die Idee an sich finde ich nicht schlecht obwohl es immer noch billiger ist mit nem Ölofen Warmwasser zu machen als mit Strom. Ich prophezeie aber jetzt schon: Wenn die Ölheizung die Krätsche macht dann im Winter. Oder die Heizperiode beginnt und ihr bekommt das Teil nimmer zum Laufen. Dann ist es zwar toll das ihr Warmwasser habt, aber die Bude ist trotzdem kalt. :( Und der Stress ist der gleiche wie jetzt...
    Wenn das im Skiurlaub passiert frieren euch gleich noch die Leitungen ein. :-X

    Was Solar angeht hats der erste HZB ja schon gesagt das 300l zu wenig sind für 12 Personen. D.h. ein zusätzlicher Puffer ist nötig, wie wird die BWP dann angebunden?
    Einmal ist es möglich Solar komplett aufn Puffer laufen zu lassen und bei Bedarf den Speicher zu laden. Nachteil: Der Puffer taugt zum Laden erst wenn er selbst 60°C hat. Machbar, aber sehr verlustbehaftet.
    Dann kann man das als Zonenschaltung machen, also Speicher Zone 1 (mit Prio) und Puffer als Zone 2. Nur die Wärme vom Puffer in den Speicher zu bekommen ist kompliziert und (nach meiner Erfahrung) nicht zu empfehlen. :-X Es begrenzt euch auch in der Auswahl der Systeme weil nur teure Regelungen solche Schemata können.

    Da möcht ich auch nochmal auf die FriWa zurückkommen: Die ist zwar verhältnismäßig teuer, braucht aber zum einen relativ geringe Vorlauftemperaturen hat aber auch sehr niedrige Rücklauftemperatur. Denn das kalte Wasser hat so 6-8°C wenn es aus der Leitung kommt. Damit kommst du an der FriWa auf 15-20°C Temperatur zurück zum Speicher. Was dann zum Solar geschickt wird und dort auch in der Übergangszeit für brauchbare Erträge sorgt.
    Quasi die FBH unter den Warmwassersystemen. :cool:
    Am Speicher brauchst du nicht nur 60°C Vorlauf, ist der fast voll geladen ist auch der Rücklauf 50°C warm!


    Ich weiß, wieder viel Info die euch im Augenblick nicht wirklich weiter bringt. Aber da es hier um eine Entscheidung für die nächsten 10 Jahre geht schadet ein Blick in die Zukunft sicher nicht...


    mfg JAU
     
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