Unnötig kleine Kernbohrung - wie schlimm?..

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Hallo,
ich würde euch gerne nach eurer Meinung fragen, wie Ihr das seht:

Wir bauen gerade um, vorgestern ist die Kernbohrung an der Außenwand für die DAH der neuen Küche erfolgt, Aufbau der Küche beginnt in zwei Wochen. Leider war ich nicht vor Ort, um sicherzustellen, dass "selbstverständlich" (dachte ich!..) ein Loch für ein 150er Rohr gebohrt wird. Stattdessen ist es ein 100er(!) geworden, die anwesenden Familienmitglieder wussten leider nicht, dass es verschiedene Größen gibt, und ich wusste nicht, dass heutzutage überhaupt noch einer auf die Idee kommt, ein 100er zu bohren.:( Heute soll das Gerüst wieder abgebaut werden. Meine Frage an euch ist: Wie gravierend findet Ihr das? Meine Anforderungen an die neue DAH sind jetzt nicht wer weiß wie hoch (ist eine NEFF DED 4952), das Loch ist direkt über der DAH, also schön kurze Wege, keine weiteren Winkel usw., das ist ja schonmal gut. In der Montageanleitung der DAH ist allerdings von Mindestrohrdurchmesser von 120 die Rede... Würdet Ihr auf Neubohrung bestehen? (Extrakosten, denn die Familie hat die Erstbohrung vor Ort ja abgesegnet) Oder es dabei belassen?
Bin gespannt wie Ihr das seht.
Danke und Grüße
Bodbiene
 

martin

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Vorab: dies ist keine Rechtsberatung, sondern basiert auf meinen Erfahrungen und Kenntnissen!

Eine 100er Kernbohrung für einen DA ist nicht Stand der Technik. Das sollte jeder Unternehmer wissen. Im Neubau wird so etwas schon seit Jahren als "schwerer Baumangel" betrachtet. Auch das sollte ein Unternehmer wissen.

Stand der Technik ist eine Kernbohrung für einen 150er Mauerkasten, also min. 155mm, besser 160mm. Notfalls kann man bei schwierigen baulichen Voraussetzungen und nicht zu leistungsstarker Haube einen 125er MK einsetzen. Die Angaben des Haubenherstellers sind zu beachten, sonst erlischt u.U. die Garantie.- Ein 100er MK wäre eine absolute Notlösung, die zu schlechten Lüftungsergebnissen und erhöhter Lautstärke der Haube führt.

Deshalb würde ich unbedingt auf eine Kernbohrung für einen 150er MK bestehen.
 
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Das sehe ich auch so.


Wenn du eine 125er Bohrung hättest, wäre das notfalls akzeptabel, aber nicht wenn du die Bohrung neu setzen lässt. Von einem 100er Durchmesser gar nicht zu reden.
 
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Im Bestandsbau (hier Umbau) wird unter Umständen nicht von einem Baumangel ausgegangen.
Entscheidend ist, welcher Auftrag erteilt wurde, und wie er nachgewiesen werden kann.

Beim Neubau, da bin ich mit Martin einer Meinung, ist so ein kleines Loch ein Baumangel.
Aber das ist ein ganz anderer Umstand.
 

martin

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Egal, wie auch immer. Ich gehe davon aus, dass eine "Kernbohrung für Dunstabzug" in Auftrag gegeben wurde. Auch wenn kein konkreter Durchmesser angegeben wurde: der Auftragnehmer muss nach Stand der Technik ausführen. Und selbst wenn Familienmitglieder meinen 100 reicht, muss er entsprechend beraten und sich ggf. bestätigen lassen, dass das eben nicht Stand der Technik ist.
 

Snow

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Der Auffassung wie Martin und Daniel bin ich ebenfalls. Selbst wenn es ein Bestandsbau ist, ist nach heutigem Stand der Technik zu verfahren, insbesonders, wenn es um eine neue Bohrung handelt. Das hätte die ausführende Firma wissen müssen.

Irgendwo meine ich sogar gelesen zu haben, dass es sich bei einer 100ter Bohrung um einen Mangel handelt, vielleicht finde ich es wieder.
 
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Es gibt noch genügend Abzugshauben zu kaufen, die an ein 100er Rohr angeschlossen werden können. Mit Werten von ca. 350 m³/h. Soviel mal zum Stand der Technik. Welcher Stand sollte da angewendet werden? Nur ein vorher vereinbarter könnte da Anwendung finden. Und das sollte besser immer schriftlich vereinbart werden.
Interessant wäre mal die Raumgröße zu kennen.

Aber Baumangel hin oder her, entscheidend ist, daß dies einer Entscheidet, der dafür richtig zur Kasse bittet (Gericht)., wenn es soweit kommen soll/darf/muß...

Ein größeres Loch ist natürlich um Ecken besser. Aber ob es unbedingt zwingend Notwendig ist....?
 

martin

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Durch einen 100er MK gehen rd. 200-220m³ durch. Da wird selbst eine 350m³-Haube auf höchster Stufe ausgebremst. Hier geht es um "Stand der Technik", lieber Wolfgang.

Eine Steckdose funktioniert auch an einem 2-adrigen Kabel mit Brücke zum Schutzleiter. Das ist aber seit Jahrzehnten nicht mehr Stand der Technik (mal abgesehen davon, dass kein Netzbetreiber dies noch erlaubt).
 

Berde

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Sonst stellt ihr (Forum) doch immer die Frage, was wurde beauftragt???
Leider war ich nicht vor Ort, um sicherzustellen, dass "selbstverständlich" (dachte ich!..) ein Loch für ein 150er Rohr gebohrt wird. Stattdessen ist es ein 100er(!) geworden, die anwesenden Familienmitglieder wussten leider nicht, dass es verschiedene Größen gibt
Woher wusste der Beauftragte an welcher Stelle das Loch gebohrt
werden muss???-dies sitzt doch an der richtigen Stelle???

Wenn schon, würde ich ebenfalls auf 150 MK gehen.
 
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Danke euch allen für eure Meinungen, das ist für mich sehr hilfreich!
Die Küche ist relativ groß, Rauminhalt liegt bei rund 70 m³. Die Stelle hatte ich einige Tage zuvor direkt an der Wand markiert. Ich wusste wie gesagt leider nicht, dass ich "150" hätte mit dazu sagen sollen... Ich hoffe, ich kann nächste Woche verhandeln, dass ich nicht komplett allein auf den Kosten für eine neue Bohrung sitzen bleibe.
 

bibbi

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Was willst du denn vehandeln ? Wenn du einem Handwerker nur die Position der Bohrung markierst und nicht den Durchmesser festlegst dann nimmt er ,was er hat,nämlich die 100er Bohrkrone.Was anderes wäre,wenn ein KFB die Bohrung auf dem Installationsplan falsch bemasst hätte.Oder der Hanwerker bohrt nicht das auf dem Planangegebene Mass..
Das wirst du leider selber Ausbügeln müssen.
 
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Sehe ich nicht so. Wenn ich einem Handwerker keine konkreten Angaben mache, weil ich es nicht besser weiss, erwarte ich von einem Profi, dass er detailiert nachfragt.
Wenn ich mir Winterreifen bestelle fragt mich der Händler ja auch nach den Abmessungen und bestellt nicht irgendwas.
 

Berde

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Dann kommt der Bohrmensch auf die Baustelle und bohrt einfach
ein 100 er Loch weil er keine weitere Angaben hat???

@Bodbiene Der hat doch sicher bei Auftragsannahme, spätestens vor
Ort nachgefragt, gib doch mal dazu genauere Infos.


@Michael In deinem Beispiel hättest du einfach Reifen für ein Auto bestellt
und der Händler hätte dir irgendwelche Sommerreifen montiert.;-)
 
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Ich bin da vorbelastet und habe leider mit Menschen, die Löcher in die Außenwände anderer bohren, keine so guten Erfahrungen gemacht. Die hellsten Kerzen auf der Torte waren das bisher zum Großteil nicht. Und das kann ich mit Fotos von zerschossenen Elektroleitungen und Bauschaumerweiterungen belegen. :cool:
Einer von den Jungs wäre mir mal fast durch ein Glasdach geschossen weil er sein Körpergewicht schamlos unterschätzt hat. :trost:
 
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Was willst du denn vehandeln ? Wenn du einem Handwerker nur die Position der Bohrung markierst und nicht den Durchmesser festlegst dann nimmt er ,was er hat,nämlich die 100er Bohrkrone.
Er hatte wohl ein 115er Loch gebohrt. Und dann mit Bauschaum drumrum ein 100er Rohr eingebaut.

Dann kommt der Bohrmensch auf die Baustelle und bohrt einfach
ein 100 er Loch weil er keine weitere Angaben hat???
Der hat doch sicher bei Auftragsannahme, spätestens vor Ort nachgefragt, gib doch mal dazu genauere Infos.
Wie gesagt ich war leider nicht dabei, aber meine Familienmitglieder berichten, er habe einfach gebohrt. Die genaue Position hat er bei ihnen noch mal abgesichert, der Durchmesser wurde nicht erwähnt. Und meine Familie wusste nicht, dass es bzgl. Durchmesser überhaupt Diskussionsbedarf geben könnte; sie dachten, es gäbe halt "EINE Dunstabzugslochgröße", und das wäre die, und fertig.

Mich ärgert's, es ist eine sehr große Küche, da sollte klar sein, dass es kein Miniloch werden soll. Ich hoffe auf Kulanz morgen, und wenn nicht, hoffe ich, dass eine Neubohrung nicht allzu teuer kommt.

Danke euch fürs Mitreden!
 

bibbi

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Es müsste doch ein Auftrag/Angebot oder ähnliches vorgelegen haben.
Da Durchmesser und Wandstärke preisabhängig sind muss das doch irgendwo aufgeführt gewesen sein.
 
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Nein, nicht schriftlich, die Bohrleute sind sowieso gerade auf unserer Baustelle beschäftigt (Sanitär), da passiert viel auf Zuruf. Der Auftrag lautete: "Dunstabzugloch an die markierte Stelle bohren, Rohr rein und Mauerkasten drauf."
Mir ging es im Ursprungsposting auch nicht primär um juristische Fragen, sondern darum, wie Ihr den technischen Aspekt einschätzt, also ob es sinnvoll ist, in Hinblick auf DAH-Leistung und -Komfort Anstrengungen bzgl. einer Neubohrung zu unternehmen.
 

Snow

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Eine neue Bohrung würde ich persönlich auf jeden Fall veranlassen.
 
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Nein, nicht schriftlich, die Bohrleute sind sowieso gerade auf unserer Baustelle beschäftigt (Sanitär), da passiert viel auf Zuruf. Der Auftrag lautete: "Dunstabzugloch an die markierte Stelle bohren, Rohr rein und Mauerkasten drauf."
Das sind doch beste Voraussetzungen um vom Vertrag zurück zu treten, bzw. diesen zu stornieren....das würde ich auf jeden Fall mal prüfen.
Die Kosten für die Arbeit läßt du dir zurück erstatten, falls schon bezahlt, und danach erteilst du einen Auftrag der den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Dann aber die richtige Größe beauftragen...und an der richtigen Stelle.
 

menorca

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Lag der Mauerkasten denn schon vor, wenn es hieß "Mauerkasten drauf"?
 

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