Test LG MD3248YZ

Dieses Thema im Forum "Einbaugeräte" wurde erstellt von Turaluraluralu, 3. Juli 2009.

  1. Turaluraluralu

    Turaluraluralu Mitglied

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    7. März 2008
    Beiträge:
    476

    LG MD3248YZ Test Mikrowelle mit Grillschublade
     
    Dieser Erfahrungsbericht ist im Rahmen des von LG zusammen mit einer Unternehmensberatung eingestielten 8-wöchigen Produkttests durch Endverbraucher entstanden:

    Zusammenfassung:

    1. Verpackung, Zubehör und Gebrauchsanweisung
    2. Äußerlichkeiten und ein Blick in den Garraum
    3. Das Bedienfeld
    4. Die Funktionen
    5. Allgemeines
    6. Fazit
     
    1. Verpackung, Zubehör und Gebrauchsanweisung
    An der Verpackung ist auf den ersten Blick nichts auszusetzen. Sie ist unspektakulär und zweckmäßig.
    Allerdings ist fast die gesamte Mikrowelle durch eine klebende Klarsichtfolie geschützt ist, die es rückstandsfrei zu entfernen gilt.
    Das ist mir an mindestens einer Stelle nicht gelungen, weil die Folie "ums Eck" ausgerechnet in einem unzugänglichen Spalt kleben blieb.
    Plastikfransen müßten jetzt mit einer Pinzette entfernt werden.
    Technik und Geduld dürften aber bei einem nächsten Mal helfen.
    Trotzdem: Sollte diese Schutzfolie mal am Gerät neuern, könnte die rückstandsfreie Entfernung der Folie ein Ding der Unmöglichkeit werden.
    Das Zubehör ist schnell aufgezählt:
    Der obligatorische Glasteller und ein tieferes, geripptes und teflonbeschichtetes Backblech für Pizza und anderes geeignetes Grillgut sind dabei.

    Die Gebrauchsanweisung in Deutsch (bzw. "Denglisch", denn auf dem Gerät stehen nur englische Begriffe) ist ein doppelt geklammertes
    Heftchen im DIN-A5 Querformat rein schwarz-weiss beschriftet (auch Bilder ohne Farbe) und ohne schützenden Umschlag.
    Das ist wenig vertrauenserweckend und damit keine gute Visitenkarte für LG! Schade, denn die Anleitung wird man auch nach Jahren noch hervorkramen wollen/müssen.
    Die Erklärungen der Funktionen sind gut strukturiert und leicht verständlich, zumindest wenn man denn erst ein paar Buchstaben geistig hinzufügt oder austauscht.
    Dazu später mehr.
    Bilder der zu drückenden Tasten sind im Kontext des Gesamt-Bedienfeldes abgebildet: Man findet die Tasten relativ leicht am Gerät wieder.
    Verzichtet werden muss allerdings oft auf bebilderte Beispiele, wie das Display denn nach dem Druck der Taste aussieht.
    Abgesehen von dem desolaten (Papier-)Material der Gebrauchsanweisung, sind im Text auch viele Schreib- und Übersetzungsfehler vorzufinden.
    In den Überschriften sind Umlaute anscheinend möglich, im Text gibt es nur Leerstellen statt "ü", "ö" oder "ä".
    Übersetzungsfehler á la "die Taste x viermal mal drücken" gibt es natürlich auch, aber im Großen und Ganzen ist der Text verständlich und zielgerichtet.
     
    2. Äußerlichkeiten und ein Blick in den Garraum

    Die Mikrowelle ist durch die Grillschublade deutlich höher als andere Mikrowellen mit Grillfunktion aber noch knapp vor Kaliber "Monstrum".
    Sie ist auch nicht schwerer als andere Mikrowellen, z.b. ist unsere 10 Jahre alte AEG kompakter aber mindestens ebenso schwer.
    Das Gewicht hätte sogar noch 1-2 Kilo mehr vertragen können, denn so kann es passieren, daß das Drücken des Türöffners oder die Bedienung der Schublade
    das ganze Gerät verschieben.
    Die Farbe ist bis auf das Sicherheitsglass silber gehalten. Ein silberner Metallik-Lack ist oben und an den Seiten aufgetragen.
    Der untere Bereich, die Grillschublade, ist mit Edelstahl verkleidet.
    Der Griff der Schublade wirkt sehr stabil, ist ebenfalls aus Edelstahl und bietet vorläufig die überzeugendste Vorstellung.
    Zu schade, daß der Griff leicht gekrümmt ist und auch sonst so völlig anders aussieht als die Griffe unserer Einbaugeräte von Siemens.
    Das stört die Optik. Meine Frau is not amused.
    Farblich paßt die Mikrowelle ansonsten einigermassen harmonisch zu unseren Edelstahlgeräten (Backofen und Dampfgarer) im Hochschrank direkt daneben.
    Die Optik der LG ist funktional schlicht, ganz und gar nicht stylisch und wirkt daher auch eher wie ein Profigerät, ohne natürlich eines zu sein.
    Der Garraum des Mikrowellenbereiches ist erfreulich groß und keine Heizspirale stört, weil diese im Zwischenboden zur darunter liegenden Schublade steckt.
    Dort kann man sie nur aus einem bestimmten Winkel (von schräg unten) bei geöffneter Schublade erkennen. An eine Entnahme oder Reinigung ist nicht zu denken.
    Man kommt nicht vernünftig ran und intuitiv denke ich, das ist vielleicht auch gut so.
     
     
    3. Das Bedienfeld

    Wie von mir befürchtet besteht das Bedienfeld aus einer Vielzahl (15 Stk. habe ich gezählt) berührungsempfindlicher Sensortasten.
    Keine schnell und intuitiv bedienbaren Drehregler also.
    Da das zu erwarten war und Sensortasten leichter zu putzen sind: Schwamm drüber! Dann muss man eben x mal auf dieselbe Taste drücken.
    Auszug Bedienungsanleitung: "Stundentaste 15-mal mal drücken" (doppeltes "mal" gibts öfter). Gut, daß das nur beim einmaligen Stellen der Uhr nötig ist.
    Aber halt: Die Uhrzeit wird nicht durch einen Akku oder eine Knopfzelle gepuffert. Wenn man also den Netzstecker zieht oder die Haupt-Stromsicherung mal rausfliegt ist Neueingabe angesagt. Das ist ätzend!
    Zurück zum Bedienfeld der Mikro-Grill-Heissluft-Kombi:
    Zugegebenermassen hätte das Bedienkonzept von LG auch keinen Platz für Drehregler gelassen, denn jede Hauptfunktion der LG hat einen eigenen Bereich mit mindestens einer Taste und 4-6 Mini-Bildern (keine Tasten!) vom betreffenden Gargut/Lebensmittel.
    Ca. 20 dieser Minibilder gibt es innerhalb des Bedienfeldes.
    Die Fülle an Tasten und Icons erschlagen einen zwar zu Beginn, erweisen sich aber nach kurzer Eingewöhnungszeit als große Hilfe.
     
    4. Die Funktionen
    Zwei große Funktionsblöcke sind zu erkennen. Einer für Mikrowellenfunktionen und einer für die Schublade mit ihrer knapp darüber befindlichen Grillspirale.
    Der erste Block ist nochmal in 3 Unterblöcke unterteilt: AUTO-REHEAT, AUTO-DEFROST und AUTO-COOK.
    Das AUTO steht wohl für die Programme, die durch die Minibilder symbolisiert werden.
    Allerdings relativiert sich das "Automatische", wenn man bedenkt, daß die Mikrowelle nicht wissen kann, wie dick der Braten in der Röhre ist.
    Daher gibt es neben der Möglichkeit, einfach die Garzeit manuell zu verändern auch die Möglichkeit, das Gewicht über 2 Tasten (+/-) nach vorheriger Schätzung oder Wiegung einzugeben.

    AUTO-REHEAT
    Die Brot- und Butterfunktion der Mikrowelle: Aufwärmen. Habe ich im Laufe der 8 Wochen mehrfach benutzt und diese Funktion arbeitet, wie von meiner neuen
    AEG-Mikrowelle gewohnt, sehr gut.

    AUTO-COOK
    Eine Funktion, die ich noch nie benutzt habe. Auch diesmal nicht.

    AUTO-DEFROST
    Ein Programm, verschiedene gefrorenen Lebensmittel möglichst effizient und dabei schonend aufzutauen.

    Dieser Programm-Block hat Icons für Fleisch, Geflügel, Fisch und Brot.
    In diesen 8 Wochen Testdauer ca. 2 mal für Grillfleisch benutzt. Funktioniert wie gewohnt tadellos.
     
    Extra Block (die Grill-/Heißluftschublade):
    GRILLER-CONTROLS

    BAKE
    Pommes, Tiefkühlkost, Kekse, Teegebäck

    Natürlich habe ich die McAbel-Pommes in der Schublade ausprobiert. Funktioniert zwar erstaunlich gut über den Grill und den Lüfter, aber
    dennoch nicht so gut wie im Backofen. Es fehlt wohl an Raum für Sauerstoff, der die Pommes knusprig macht.

    PIZZA
    Gefrorene Pizza dick oder dünn, Pizza/Flammkuchen auch aus frisch gemachtem Teig, also nicht gefroren oder vorgegart.
    Pizza oder Flammkuchen gelingen ausgesprochen gut. Da kann ich kaum einen Unterschied zum Heißluftbackofen feststellen.
     
     
    5. Allgemeines
    850 Watt Ausgangsleistung soll die Mikrowelle maximal bieten. 4 weitere, niedrigere Leistungsstufen, stehen auf ggf. mehrfachen Sensordruck einer bestimmten Taste zur Verfügung.
    Die Wattzahl wird im Display angezeigt.
    Das Erhitzen von Wasser für einen Tee oder Instantkaffee klappt gut in 30 Sekunden.
    Dafür 3 mal die 10-Sekundentaste drücken oder 1 mal auf die Starttaste: Beides verschafft 30 Sekunden Betrieb.
    Weiteres Drücken der Starttaste verlängert um jeweils 30 Sekunden.
     
    Auftauen über die Defrost-Funktionstastenleiste ist ein wenig komplizierter, weil die Menge bzw. das Gewicht eine entscheidende Rolle spielen kann.
    Man hat dafür (sowie auch für alle anderen Grundfunktionen aus Punkt 4) eine Taste um das Gewicht des aufzutauenden Lebensmittel nach Schätzung oder besser nach dem Wiegen einzugeben.
    Tatsächlich ist es so, daß mit jedem Druck der "+"-Taste (mehr Gewicht) 10sek zur Auftauzeit addiert werden. "-"-Taste analog für Verkürzung um 10 Sekunden.
    Je besser man das Gewicht einschätzt, desto besser auch das Ergebnis.
     
    Die Grillschublade funktioniert meiner Einschätzung nach so:
    Ein Propeller sorgt gut hörbar aber nicht penetrant für die Verteilung der Hitze, die die Grillspirale erzeugt. Das gerippte Backblech mit der Teflonbeschichtung reflektiert von unten die Hitze gegen das Gargut.
    Das Ergebnis kann sich etwas überraschend für mich durchaus sehen und schmecken lassen.
     
     
     
    6. Fazit
    Die LG MD3248 kann durchaus überzeugen und ist ihr Geld wert. Sie liegt zwischen 185,- und 250,- Euro.
    Falls sie trotzdem wie Blei in den Regalen liegt, dürfte das daran liegen, daß sie den Charme eines Grossküchengerätes ausstrahlt ohne ein solches zu sein.
    Die Vielzahl der Sensortasten schreckt so manchen ab. Dabei sind sie sogar deutlich komfortsteigernd, weil erklärend bebildert.
    Die typische Mikrowellenanwendung wird nicht das Kaufargument für dieses Gerät sein. Das ist natürlich die Grillschublade.
    Die Grillspirale ist aus dem Mikrowellenraum verschwunden, was ich als angenehm empfand.
    Das macht den Innenraum besser nutzbar, beugt schmerzhaften Unfällen und geschmolzenen "Kondenshauben" (die Dinger aus Plastik) vor und erleichtert die Reinigung des Innenraums.
    Und wer öfter mal schnell - und meiner Einschätzung nach - energieeffizient Pizza, Pommes, Flammkuchen oder ähnliches eßfertig gart, der dürfte froh sein, dieses Gerät bzw. auch nur dessen Schublade zu besitzen.
    Aber: Wer einen guten Heißluftbackofen und eine Mikrowelle besitzt, der braucht diese Kombi im Grunde nicht. Dann könnte ihr einziges As noch der Stromverbrauch sein.
    Diesen konnte ich nicht direkt vergleichen, weil ich kein Meßgerät an unseren Backofen zwischenschalten kann.
    An der LG habe ich beim Garen einer tiefgefrorenen Fertig-Pizza einen Wert von 0,25 kW (=250 Watt) innerhalb der benötigten 20 Minuten Garzeit ermittelt. Das scheint mir günstig.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 8. Juli 2009
  2. missjenny

    missjenny Mitglied

    Seit:
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    eigentlich linker Niederrhein (landschaftlich eins
    AW: Test LG MD3248YZ

    Boah was für ein toller und ausführlicher Bericht!! Ich hab das Teil ja auch hier stehen und überleg grad, ob ich deine Struktur jetzt einfach übernehme und meinen "Serm" einfüge (bzw. deinen bestätige) oder ob ich was eigenes schreiben muss....

    Mir ist heute Nachmittag beim Versetzen /Verschieben des Geräts ein Fuß abgebrochen, bin gespannt wie das gehandhabt wird....

    Gruß,

    jenny
     
  3. Turaluraluralu

    Turaluraluralu Mitglied

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    Beiträge:
    476
    AW: Test LG MD3248YZ

    Danke für das Lob, Jenny!
    Du kannst gerne die Struktur übernehmen. Vielleicht sind dir die Schwachstellen aufgefallen: Ich habe noch nie mit einer Mikrowelle gekocht. Immer nur aufgewärmt, Flüssigkeiten erhitzt oder aufgetaut.

    Das mit dem abgebrochenen Fuß ist schon peinlich für das Gerät.
    Das darf eigentlich nicht passieren.

    Ich bin mächtig gespannt auf deine Sichtweise.

    LG
    Christian
     
  4. missjenny

    missjenny Mitglied

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    eigentlich linker Niederrhein (landschaftlich eins
    AW: Test LG MD3248YZ

    Nachdem Christian mir eine perfekte Vorlage anbietet, werde ich diese gerne übernehmen und ergänzen. Bei den meisten Punkten kann ich kaum was anderes machen , als mit dem Kopf zustimmend zu nicken, bei einigen Punkten hab ich noch Kleinigkeiten zugefügt. Ausdrücklichen Dank an Christian, der mir die Sache durch seinen tollen Bericht so einfach gemacht hat!!


    LG MD3248YZ Test Mikrowelle mit Grillschublade
     
    Dieser Erfahrungsbericht ist im Rahmen des von LG zusammen mit einer Unternehmensberatung eingestielten 8-wöchigen Produkttests durch Endverbraucher entstanden:
    Für uns kam der Zeitpunkt sehr günstig aus, weil ich die küchenlosen Wochen damit überbrückt habe und zusammen mit einer anderen Mikrowelle für bis zu 6 Personen damit gekocht habe.

    Zusammenfassung:

    1. Verpackung, Zubehör und Gebrauchsanweisung
    2. Äußerlichkeiten und ein Blick in den Garraum
    3. Das Bedienfeld
    4. Die Funktionen
    5. Allgemeines
    6. Fazit
     
    1. Verpackung, Zubehör und Gebrauchsanweisung
    An der Verpackung ist auf den ersten Blick nichts auszusetzen. Sie ist unspektakulär und zweckmäßig.

    Witzig fand ich die Auspackanleitung und fragte mich ob man wirklich 2 Leute braucht um eine Mikrowelle auszupacken - aber bald merkte ich: besser wär es auf jeden Fall!! Das Teil ist einfach nur riesig und ganz schön schwer!

    Allerdings ist fast die gesamte Mikrowelle durch eine klebende Klarsichtfolie geschützt ist, die es rückstandsfrei zu entfernen gilt.
    Das ist mir an mindestens einer Stelle nicht gelungen, weil die Folie "ums Eck" ausgerechnet in einem unzugänglichen Spalt kleben blieb.
    Plastikfransen müßten jetzt mit einer Pinzette entfernt werden.
    Technik und Geduld dürften aber bei einem nächsten Mal helfen.
    Trotzdem: Sollte diese Schutzfolie mal am Gerät neuern, könnte die rückstandsfreie Entfernung der Folie ein Ding der Unmöglichkeit werden.
    Auch ich habe mein Bestes getan um die Folie rückstandsfrei abzubekommen, bin am selben Spalt wie Christian gescheitert und es roch beim ersten Gebrauch ziemlich verschmorrt.

    Das Zubehör ist schnell aufgezählt:
    Der obligatorische Glasteller und ein tieferes, geripptes und teflonbeschichtetes Backblech für Pizza und anderes geeignetes Grillgut sind dabei.

    Die Gebrauchsanweisung in Deutsch (bzw. "Denglisch", denn auf dem Gerät stehen nur englische Begriffe) ist ein doppelt geklammertes
    Heftchen im DIN-A5 Querformat rein schwarz-weiss beschriftet (auch Bilder ohne Farbe) und ohne schützenden Umschlag.
    Das ist wenig vertrauenserweckend und damit keine gute Visitenkarte für LG! Schade, denn die Anleitung wird man auch nach Jahren noch hervorkramen wollen/müssen.
    Die Erklärungen der Funktionen sind gut strukturiert und leicht verständlich, zumindest wenn man denn erst ein paar Buchstaben geistig hinzufügt oder austauscht.
    Dazu später mehr.
    Bilder der zu drückenden Tasten sind im Kontext des Gesamt-Bedienfeldes abgebildet: Man findet die Tasten relativ leicht am Gerät wieder.
    Verzichtet werden muss allerdings oft auf bebilderte Beispiele, wie das Display denn nach dem Druck der Taste aussieht.
    Abgesehen von dem desolaten (Papier-)Material der Gebrauchsanweisung, sind im Text auch viele Schreib- und Übersetzungsfehler vorzufinden.
    In den Überschriften sind Umlaute anscheinend möglich, im Text gibt es nur Leerstellen statt "ü", "ö" oder "ä".
    Übersetzungsfehler á la "die Taste x viermal mal drücken" gibt es natürlich auch, aber im Großen und Ganzen ist der Text verständlich und zielgerichtet.

    Die Anleitung ist auf jeden Fall ein Minuspunkt, auch ich bemängel die vielen Buchstabenfehler und das dünne Papier. Ich habe wirklich oft reingesehen und da wäre ein leichter Pappeinband schon gut für die Stabilität gewesen. Verständlich ist die Anleitung allein durch die Bilder und nachvollziehbar auch!

     
    2. Äußerlichkeiten und ein Blick in den Garraum

    Die Mikrowelle ist durch die Grillschublade deutlich höher als andere Mikrowellen mit Grillfunktion aber noch knapp vor Kaliber "Monstrum".


    Ich würd sie schon in den Bereich Monstrum einordnen. Zarte Frauenarme bekommen sie kaum "umklammert" und es läßt sich ganz schlecht ein günstiger Hebewinkel herstellen. In den Lifttürenschrank meiner neuen Küche hätte sie nicht gepaßt, weil sie zu hoch ist.

    Das Gewicht hätte sogar noch 1-2 Kilo mehr vertragen können, denn so kann es passieren, daß das Drücken des Türöffners oder die Bedienung der Schublade das ganze Gerät verschieben.

    Schieben ist übrigens ein Stichwort, das ich aufgreifen muss. Beim Verschieben auf der Arbeitsplatte ist bei mir nämlich in Woche 6 ein Fuß abgebrochen. Und nicht irgendwie abgegangen, sodass ich ihn wieder aufstecken könnte, sondern so richtig ab. Jetzt wird mir ein neuer geschickt, den ich angeblich einfach anschrauben kann- bin gespannt.

    Die Farbe ist bis auf das Sicherheitsglass silber gehalten. Ein silberner Metallik-Lack ist oben und an den Seiten aufgetragen.
    Der untere Bereich, die Grillschublade, ist mit Edelstahl verkleidet.
    Der Griff der Schublade wirkt sehr stabil, ist ebenfalls aus Edelstahl und bietet vorläufig die überzeugendste Vorstellung.

    Die Optik der LG ist funktional schlicht, ganz und gar nicht stylisch und wirkt daher auch eher wie ein Profigerät, ohne natürlich eines zu sein.
    Der Garraum des Mikrowellenbereiches ist erfreulich groß und keine Heizspirale stört, weil diese im Zwischenboden zur darunter liegenden Schublade steckt.
    Dort kann man sie nur aus einem bestimmten Winkel (von schräg unten) bei geöffneter Schublade erkennen. An eine Entnahme oder Reinigung ist nicht zu denken.
    Man kommt nicht vernünftig ran und intuitiv denke ich, das ist vielleicht auch gut so.

    Naja, ich hätte gerne gereinigt, nachdem ich versucht habe ein Aufbackbaguett darin zu backen, das noch ein wenig aufgegangen ist und oben an die Heizspirale gestossen ist. Es dauerte 2 weitere Grillschubladengänge bis es nicht mehr verbrannt roch...
     
     
    3. Das Bedienfeld

    Wie von mir befürchtet besteht das Bedienfeld aus einer Vielzahl (15 Stk. habe ich gezählt) berührungsempfindlicher Sensortasten.
    Keine schnell und intuitiv bedienbaren Drehregler also.
    Da das zu erwarten war und Sensortasten leichter zu putzen sind: Schwamm drüber! Dann muss man eben x mal auf dieselbe Taste drücken.
    Auszug Bedienungsanleitung: "Stundentaste 15-mal mal drücken" (doppeltes "mal" gibts öfter). Gut, daß das nur beim einmaligen Stellen der Uhr nötig ist.
    Aber halt: Die Uhrzeit wird nicht durch einen Akku oder eine Knopfzelle gepuffert. Wenn man also den Netzstecker zieht oder die Haupt-Stromsicherung mal rausfliegt ist Neueingabe angesagt. Das ist ätzend!

    Hat mich nicht so sehr gestört, ich hab die Uhr gar nicht gestellt....

    Zurück zum Bedienfeld der Mikro-Grill-Heissluft-Kombi:
    Zugegebenermassen hätte das Bedienkonzept von LG auch keinen Platz für Drehregler gelassen, denn jede Hauptfunktion der LG hat einen eigenen Bereich mit mindestens einer Taste und 4-6 Mini-Bildern (keine Tasten!) vom betreffenden Gargut/Lebensmittel.
    Ca. 20 dieser Minibilder gibt es innerhalb des Bedienfeldes.
    Die Fülle an Tasten und Icons erschlagen einen zwar zu Beginn, erweisen sich aber nach kurzer Eingewöhnungszeit als große Hilfe.

    Ja absolut! Diese Bilder machen die Bedienung im wahrsten Sinne des Wortes Kinderleicht, sodass auch meine Kinder bald verstanden haben, wie sie ihre Milch drin warm bekommen !
     
    4. Die Funktionen
    Zwei große Funktionsblöcke sind zu erkennen. Einer für Mikrowellenfunktionen und einer für die Schublade mit ihrer knapp darüber befindlichen Grillspirale.
    Der erste Block ist nochmal in 3 Unterblöcke unterteilt: AUTO-REHEAT, AUTO-DEFROST und AUTO-COOK.
    Das AUTO steht wohl für die Programme, die durch die Minibilder symbolisiert werden.
    Allerdings relativiert sich das "Automatische", wenn man bedenkt, daß die Mikrowelle nicht wissen kann, wie dick der Braten in der Röhre ist.
    Daher gibt es neben der Möglichkeit, einfach die Garzeit manuell zu verändern auch die Möglichkeit, das Gewicht über 2 Tasten (+/-) nach vorheriger Schätzung oder Wiegung einzugeben.

    AUTO-REHEAT
    Die Brot- und Butterfunktion der Mikrowelle: Aufwärmen. Habe ich im Laufe der 8 Wochen mehrfach benutzt und diese Funktion arbeitet, sehr gut.

    Kann ich bestätigen, tadellos!

    AUTO-COOK
    Ich habe in der Mikrowelle gekocht: Kartoffeln, Reis, Milchreis , Nudeln, Tomatensuce. Es hat sehr,sehr gut funktioniert, die Zeiten stimmten absolut mit der Vorgabe in der Gebrauchsanweisung überein und geschmeckt hat es auch. Eine Zeitersparnis zum herkömmlichen Kochen hat man allerdings nicht!

    AUTO-DEFROST
    Ein Programm, verschiedene gefrorenen Lebensmittel möglichst effizient und dabei schonend aufzutauen.

    Dieser Programm-Block hat Icons für Fleisch, Geflügel, Fisch und Brot.
    In diesen 8 Wochen Testdauer ca. 2 mal für Grillfleisch benutzt. Funktioniert wie gewohnt tadellos.

    Mit dem Defrostergebnis waren wir sehr zufrieden! Ich kenne es von anderen Mikrowellen, dass die äusseren Schichten da schonmal angekocht werden, das hab ich hier nicht erlebt und die angegebenen Zeiten für das entsprechende Gewicht hat auch gestimmt!
     
    Extra Block (die Grill-/Heißluftschublade):
    GRILLER-CONTROLS

    BAKE
    Pommes, Tiefkühlkost, Kekse, Teegebäck

    Wir haben
    1. Pommes gebacken- wirklich sehr gut!
    2. Fleisch gegrillt - war ok, wenngleich ein echter Grill da viel besser ist, weil das Fleisch in der Schublade erstmal im Saft schmort
    3. Fertiggerichte wie Nasi Goreng etc gebraten, was nicht so ganz der Bringer war. An eine Pfanne kommt die Schublade leider nicht heran.


    PIZZA
    Gefrorene Pizza dick oder dünn, Pizza/Flammkuchen auch aus frisch gemachtem Teig, also nicht gefroren oder vorgegart.
    Pizza oder Flammkuchen gelingen ausgesprochen gut. Da kann ich kaum einen Unterschied zum Heißluftbackofen feststellen.
     
    Auch wir waren echt baff-selten haben wir so gute TK-Pizza gegessen. Auch Piccolinis, Bruscettas etc.- solche Sachen werden ausgezeichnet!
     
    5. Allgemeines
    850 Watt Ausgangsleistung soll die Mikrowelle maximal bieten. 4 weitere, niedrigere Leistungsstufen, stehen auf ggf. mehrfachen Sensordruck einer bestimmten Taste zur Verfügung.
    Die Wattzahl wird im Display angezeigt.
    Das Erhitzen von Wasser für einen Tee oder Instantkaffee klappt gut in 30 Sekunden.
    Dafür 3 mal die 10-Sekundentaste drücken oder 1 mal auf die Starttaste: Beides verschafft 30 Sekunden Betrieb.
    Weiteres Drücken der Starttaste verlängert um jeweils 30 Sekunden.
     
    Auftauen über die Defrost-Funktionstastenleiste ist ein wenig komplizierter, weil die Menge bzw. das Gewicht eine entscheidende Rolle spielen kann.
    Man hat dafür (sowie auch für alle anderen Grundfunktionen aus Punkt 4) eine Taste um das Gewicht des aufzutauenden Lebensmittel nach Schätzung oder besser nach dem Wiegen einzugeben.
    Tatsächlich ist es so, daß mit jedem Druck der "+"-Taste (mehr Gewicht) 10sek zur Auftauzeit addiert werden. "-"-Taste analog für Verkürzung um 10 Sekunden.
    Je besser man das Gewicht einschätzt, desto besser auch das Ergebnis.


     
    Die Grillschublade funktioniert meiner Einschätzung nach so:
    Ein Propeller sorgt gut hörbar aber nicht penetrant für die Verteilung der Hitze, die die Grillspirale erzeugt. Das gerippte Backblech mit der Teflonbeschichtung reflektiert von unten die Hitze gegen das Gargut.
    Das Ergebnis kann sich durchaus sehen und schmecken lassen.

    Diese Grillschublade funktioniert übrigens ohne Vorheizen, daher dauert das Pizzabacken auch wirklich nur 20 Minuten und nicht 20 Minuten Plus Vorheizzeit, wie es bei meiner Inverter Grill MW jetzt ist.
     
     
     
    6. Fazit
    Die LG MD3248 kann durchaus überzeugen und ist ihr Geld wert. Sie liegt zwischen 185,- und 250,- Euro.
    Falls sie trotzdem wie Blei in den Regalen liegt, dürfte das daran liegen, daß sie den Charme eines Grossküchengerätes ausstrahlt ohne ein solches zu sein.
    Die Vielzahl der Sensortasten schreckt so manchen ab. Dabei sind sie sogar deutlich komfortsteigernd, weil erklärend bebildert.
    Die typische Mikrowellenanwendung wird nicht das Kaufargument für dieses Gerät sein. Das ist natürlich die Grillschublade.
    Die Grillspirale ist aus dem Mikrowellenraum verschwunden, was ich als angenehm empfand.

    Was ich aber als sehr schade empfinde ist, dass man bei Benutzung der Grillschublade nicht gleichzeitig den Garraum nutzen kann und umgekehrt. So kann ich auch bei meiner Mikrowelle mit Inverter Grill bleiben, die kann dasselbe und paßt wenigstens in meinen Lifttürenschrank.

    Das macht den Innenraum besser nutzbar, beugt schmerzhaften Unfällen und geschmolzenen "Kondenshauben" (die Dinger aus Plastik) vor und erleichtert die Reinigung des Innenraums.
    Und wer öfter mal schnell - und meiner Einschätzung nach - energieeffizient Pizza, Pommes, Flammkuchen oder ähnliches eßfertig gart, der dürfte froh sein, dieses Gerät bzw. auch nur dessen Schublade zu besitzen.
    Aber: Wer einen guten Heißluftbackofen und eine Mikrowelle besitzt, der braucht diese Kombi im Grunde nicht. Dann könnte ihr einziges As noch der Stromverbrauch sein.
    Diesen konnte ich nicht direkt vergleichen, weil ich kein Meßgerät an unseren Backofen zwischenschalten kann.
    An der LG habe ich beim Garen einer tiefgefrorenen Fertig-Pizza einen Wert von 0,25 kW (=250 Watt) innerhalb der benötigten 20 Minuten Garzeit ermittelt. Das scheint mir günstig.

    Da ich eine wirklich gut ausgestattete Küche besitze mit einem tollem Backofen, mit Heißluft und Superschnellaufheizmöglichkeit, eine Wärmeschublade, ein Induktionskochfeld und eine Mikrowelle mit Inverter Grill, bin ich auf so eine Mikrowelle nicht angewiesen. Allerdings finde auch ich, dass sie ihr Geld durchaus wert ist und in den Sonderfunktionen wirklich herausragend ist. Daher werde ich sie behalten und in unser Büro stellen. Dort wird sie mit Sicherheit den hungrigen Angestellten gute Dienste erweisen!

    jenny
     
  5. Turaluraluralu

    Turaluraluralu Mitglied

    Seit:
    7. März 2008
    Beiträge:
    476
    AW: Test LG MD3248YZ

    Hallo Jenny,

    man merkt, du hast das Gerät viel öfter benutzt als ich.*2daumenhoch*
    Gut, daß dein Eindruck meinem so ziemlich entspricht.

    Wichtiger Einwand deinerseits. Das wäre schon praktischer. Allerdings müßte die LG dann viel mehr Leistung bringen, was teurere Elektronik erfordert.

    Du hast ebenfalls recht, daß die Reinigung der Heizspirale im Bedarfsfall echt ne Krux ist.

    Das mit der Uhr-Stellerei: ;D Gibts doch gar nicht! Nicht gestellt? Nicht 15 mal auf den Stundenknopf gedrückt? Mußte ich 3 mal im Laufe der Zeit (ca. 7 Wochen) machen.

    Geräte mit (Digital-)Uhr und ohne wenigstens einer paar-Minuten-Pufferung kriegen von mir dicken Punkteabzug. Das können unsere Rollotrons ja besser. Bonuspunkte gibts für selbsttätiges Stellen mittels Funk oder internet.;D


    Übrigens habe ich im Netz gelesen, die Schublade würde mit Unterhitze funktionieren, quasi so als wäre da ganz unten am Boden noch eine Heizeinheit. Aber glaub ich nicht so recht.

    Vielleicht kann LG oder ViCo was dazu sagen....?


    LG
    Christian
     
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