Neue Küche, Dekton Arbeitsplatte?

JackPearl

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Hallo zusammen,

benötigen für unser neues Haus eine Küche. Leider ist die Auswahl auf dem Markt riesig und richtig Ahnung davon haben wir nicht.

Haben uns für Keramik als Arbeitsplatte entschieden. Die Meisten bieten diese Platten aus 12mm Vollmaterial an, teilweise auch mit 20mm. Andere wiederum bieten 12mm Vollmaterial und der Rest Trägermaterial, sei es jetzt für 20mm oder 30mm, es wird einfach nur aufgefüllt.

Welche Dicke ist hier empfehlenswert? Möchte eigentlich nur Vollmaterial haben wodurch die Auswahl nur zwischen 12mm und 20mm fällt. Habe etwas Angst, dass 12mm zu dünn ist und dadurch leichter kaputt gehen wird. Kennt sich hier jemand aus?

Vielen Dank im Voraus.

Grüße Jack
 

JackPearl

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Hallo Kerstin, vielen Dank habe ich mir angesehen.

Gestern hat uns ein Küchenstudio Dekton als Arbeitsplatte vorgeschlagen anstatt Keramik, da sie das nicht anbieten.
Was ist von beiden denn besser?

Was ich bisher so im Forum und Internet gelesen habe, soll Dekton besser sein.
 

Fernblau

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Hallo JackPearl,

Die Firmen auf dem Platten- und Oberflächen-Markt versuchen natürlich ihre jeweiligen (durchaus beeindruckenden) Fertigungstechnologien mit Marketing-Begriffen zu versehen, die Ihnen möglichst Alleinstellungsmerkmale sichern sollen. Cosentino, als großer Player in diesem Bereich macht hierbei nicht nur keine Ausnahme, sondern ist ganz weit vorn dabei.

Cosentinos "Silestone " ist hierfür ein gutes Beispiel: Wir reden hier letztlich von einem Quarzkomposit, der natürlich auch von anderen Herstellern so ähnlich zu erhalten ist. Wenn man sich überlegt, wieviel Entwicklungs- und Industrialisierungsaufwand bis zur betriebsbereiten Übergabe einer Fertigungsstraße für ein weiteres Hightech-Material wie Dekton notwendig ist, ist der Marketing-Aufwand aber auch weitgehend nachvollziehbar.

Letztlich handelt es sich auch bei Dekton um einen keramischen Werkstoff, der sich durch die Zugabe von Rohstoffen der Glasherstellung und den Einsatz hoher Drücke und Temperaturen im Herstellungsprozess wohl am treffenden mit "hochverdichteter und hochgebrannter Sinter-Glaskeramik" bezeichnen lässt. Das dabei entstehende Material hat ganz erstaunliche Eigenschaften: Es ist komplett anorganisch (und daher sehr witterungs- und alterungsbeständig), hart (Mohs-Härte 8), temperaturbeständig (Cosentino sagt: "feuerfest") und sehr dicht (Hersteller sagt: "porenfrei").

Für den Endanwender lassen sich diese Aussagen natürlich kaum überprüfen, wer verfügt schon über ein Raster-Elektronen-Mikroskop und weitere aufwändige Prüfanlagen zur Ermittlung mikrostruktureller, mechanischer oder thermischer Eigenschaften solcher Hightech-Werkstoffe. Was jedoch heute, acht Jahre nach der Markteinführung von Dekton zweifelsfrei erwiesen zu sein scheint, ist, dass die Eigenschaften des Materials für seine Anwendung als Arbeitsplatte in der Küche kaum mehr Wünsche offen lassen: Wenn einem Optik und Haptik des Werkstoffes zusagen, man bereit ist, den ganz ordentlichen Preis dafür zu zahlen und damit leben kann, dass man damit nun in der Küche vielleicht schon ein wenig "overdressed" ist (wir reden immerhin noch von einer Arbeitsunterlage zur Nahrungszubereitung ;-)), dann hat man mit Dekton schon was ganz Feines im Haus.

Mit etwas Mut und guter, flächiger Unterstützung durch den Unterbau kann man sich hier auch an Materialstärken von 12mm wagen, 8mm würde ich jedoch auch schon fast als übermütig bezeichnen und nur bei vollflächigem Support planen und einsetzen. Die Nachteile (Preis, sehr schwierige Bearbeitbarkeit vor Ort und eine Sprödigkeit, die der hohen Härte geschuldet ist) muss man dann auch in Kauf nehmen. Keramische Alternativen gibt es einige (Neolith, Laminam...), inwieweit es das letztlich meist immer noch etwas teurere Dekton sein muss, bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde, dass der Werkstoff auf folgender Seite ganz gut beschrieben ist:

Was ist Dekton?

...ach ja: Mich als Material-Fan hat's auf jeden Fall erwischt: Wir haben gestern "unsere Ballerina " mit einer 20mm Dekton-Platte bestellt... ;-)
 
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Nice-nofret

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Danke für die hervorragende Erläuterung zu Dekton :-)

Ich habe mir erlaubt Deinen Text zu gliedern und die Ueberschrift anzupassen
 
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Fernblau

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Thanks :-[.
Ich versuche nur einen Bruchteil von dem zurückzugeben, was ich hier lesen und lernen durfte...
 

isabella

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Ja, die Beschreibung ist sehr ausführlich und verständlich, habe ich gebookmarkt, damit sie nicht verloren geht. Danke, @Fernblau
 

JackPearl

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Hallo Fernblau ,

vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Auch wir tendieren momentan zu einer 20mm Dekton Vollmaterial Platte und einer Ballerina Küche. Kostet zwar etwas mehr als Nolte /Nobilia lässt sich aber von der Qualität her nicht vergleichen.
Bin zwar Laie aber das ein oder andere habe ich bereits über die Unterschiede von Ballerina zu Nolte/Nobilia gelesen.

Grüße
 

ivenh0

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Bei uns war auch schnell klar, dass es Dekton wird. Der Küchenplaner hat für ihn selbstverständlich mit einer 20mm Platte gearbeitet. Wir haben dann darauf aufmerksam gemacht, dass uns eine 12mm aus optischen Gründen besser gefallen würde. Netter Nebeneffekt: war mehrere hundert oder sogar tausend(?) € billiger.
Ist seit über einem Jahr im Einsatz und absolut weiter zu empfehlen.
 

JackPearl

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Haben uns auch 12mm überlegt, allerdings habe ich schon das ein oder andere Mal gelesen, dass es zu Brüchen etc. kommen kann, da die Platte zu dünn ist.
Kenne mich da allerdings nicht so aus.
 

Fernblau

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Die 12mm geben eine schöne schmale Silhouette, mir gefällt das auch sehr. Wir hatten ebenfalls so begonnen in der Planung. Da war es noch nicht Dekton , sondern möglichst die günstigste Keramik, die wir kriegen konnten (nicht, dass die deutlich günstiger gewesen wäre :rofl:). Uns war aber auch klar, dass das Tanzen auf der Arbeitsplatte bei 12mm endlich ein Ende haben muss :dance: und (Scherz beiseite) ein guter Unterbau mit extra Traversen unter den kritischen Stellen schon sehr wichtig ist. Dann taucht das Kochfeld noch relativ tief ab und die Schublade unter der Kochstelle drohte der rel. dünnen APL zum Opfer zu fallen. Wir haben uns dann die 20-er Variante angeschaut und und in dieses Maß verliebt. Passte für uns :2daumenhoch:.

@ivenh0, der Aufpreis von 12mm zu 20mm war für uns nichtmal spürbar. Er ist natürlich da, aber bei uns vermischte sich diese Änderung mit der Endverhandlung. Der Preis war irgendwann gefixt und die "Einpreisung" der 20-er Dicke letztlich ein schlagendes Argument zur Entscheidung für ein Studio.
Wenn man jetzt allerdings sogar auf 8mm gehen möchte, dürfte es wieder teuer werden, denn dann ist eine flächige Aufdopplung der Platte auf einen Träger Pflicht, um die erforderliche Stabilität zu erreichen. Wir setzen die 8mm jedenfalls lieber in die Nische am Kochfeld :-).
 

Fernblau

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@JackPearl: Das ist wohl so. Letztlich haben wir Ballerina als im wahrsten Sinne des Wortes preiswert (also den Preis wert) empfunden. Wir waren mit Häcker Systemat ins Planungs-Rennen gegangen, da ist der Unterschied zu Ballerina vielleicht nur noch die berühmte Nasenlänge bzw. liegt nur in Details, deren Bedeutung jeder für sich bewerten muss. Ballerina kam für uns auch erst später ins Rennen, nachdem ein freundlicher Händler den Hersteller preisgleich anbot.

Überzeugt hatten mich/uns dann dieses Forum, ein paar Details zu Korpus und Beschlägen und die Aussage eines Monteurs, dass er Ballerina am liebsten verbaut, da er die Möbel als sehr robust und solide empfindet und sogar qualitativ auf der Höhe von Leicht (nächste Preisstufe) sieht. Dann sind wir gewechselt.

Nichtsdestotrotz: Alle genannten Hersteller haben ihre Fans, ihren Markt und ihre Berechtigung, wir reden hier von tollen Küchen mit Unterschieden auf hohem Niveau...
 
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JackPearl

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Danke für die Informationen :-)

Laut dem Küchenranking hier ist Ballerina ja sogar überhalb von Leicht anzuordnen. Keine Ahnung, in wieweit das stimmt.

Habe bisher bei gleicher Küche folgende Erfahrungen gemacht:
- Nolte Küche bei Großhändler teuer als Ballerina bei Einzelhändler
- Leicht Küche bei Einzelhändler teuerer als alles Andere

Haben bei Ballerina also bisher wirklich das günstigste Angebot erhalten, daher bin ich etwas stutzig geworden, ob das denn wirklich sein kann.
 

Fernblau

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Das Studio, mit dem wir letztlich den Vertrag geschlossen haben, hatte unseren Favoriten (Häcker Systemat) im Angebot. Auf dieser Basis haben wir geplant und verglichen. Als es dann preislich eng wurde, haben sie Ballerina ins Rennen geworfen und damit den einzigen Hersteller erwischt, mit dem ich ein "Fremdgehen" nicht ausgeschlossen hatte. Das Ganze noch ausstattungsgleich und etwas günstiger und es war um uns geschehen. Lediglich die beleuchteten Glasseiten in den Auszügen musste ich mir abschminken, aber auf die jährliche Batteriewechsel-Arie hatte ich bei dem Gimmick ohnehin keine große Lust... :rofl:
 

Fernblau

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Nochmal zwei Gedanken zu Leicht vs Ballerina. Das Studio, mit dem wir letztlich handelseinig geworden sind, deckt mit Häcker Systemat, Ballerina und Leicht den "Mittelklasse-Bereich" ganz gut ab. Leicht wird in deren Sortiment ganz klar mit der "Premium-Schleife" beworben und dürfte daher (wir haben ausschließlich Systemat und Ballerina planen lassen, daher nur meine Mutmaßung) vom Preisniveau schon noch etwas über den anderen beiden liegen. In der Planungsphase wurde uns (ein bisschen hinter vorgehaltener Hand) sowohl vom Planer, als auch von einem Monteur gesagt, dass sie Ballerina sehr gern verplanen und verbauen. Der Monteur mochte einfach diese "stabilen Kisten" mit der dicken, verschraubten Rückwand. Als Fan von Material und Solidität zum attraktiven Preis hat mich das überzeugt, obwohl ich die andere Stärke von Ballerina - die extrem individualisierbare Farbgebung - gar nicht ausnutzen konnte (wir bleiben bei einfach weiß ;-))

@JackPearl : Was ist es bei euch geworden? Seid ihr durch mit der Planung?
 

AurelieS

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Unser Küchenstudio hat auch Häcker, Ballerina und Leicht im Angebot. Beim ersten Besuch hatte ich mich in eine Leicht Küche gleich am Eingang verkuckt und aus lauter Angst, dass sie zu teuer ist, nichtmal danach gefragt sondern erstmal gleich Ballerina planen lassen.
Letztendlich ist es nun aber doch die Leicht geworden - der Preisunterschied war überraschender Weise letztendlich gar nicht so hoch. Wir hatten uns aber auch die 11mm Leicht Kompaktschichtstoff Arbeitsplatte ausgesucht, da gab es dann einen Kombipreis.
 
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