Küchenplanung Neubau - Küche mit "schwebender" Kochinsel

Anonymaus

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Hallo Björn,


du brauchst die zulässige Drückfestigkeit der Dämmung.
Bei einer normalen Dämmung wird das nicht sehr hoch sein weil die lasten normalerweise über Flächen verteilt werden, bei dir wird die last konzentriert eingeleitet.

Dann müsstest du dir die Lasten der Kochinsel ausrechnen und kannst dann die Geometrie anpassen, bis die Belastung der Dämmung unter der zulässigen Druckfestigkeit liegt.
Da gibt es viele Faktoren, die Fläche auf dem die drucklast wirkt ist stark von der Stahlkonstruktion abhängig.
Wahrscheinlich wird es für die Dämmung maßgebend sein, wenn die Insel nicht gleichmäßig belastet wird sondern (auf Basis deiner letzten Skizze) wenn die lasten hauptsächlich im Bereich der unteren linken Ecke liegen.
Die lasten zu ermitteln ist auch nicht so einfach, es gibt keine Vorgaben. Du könntest 50 g Zuckerwatte in den Schubladen lagern oder 200 kg Mehl.
Für das Eigengewicht vom Unterschrank gibt es zum Glück viele Informationen von Ikea , folgendes Unterschrank mit drei Schubladen besteht aus mehreren Paketen mit einem gesamten Gewicht von ca. 44 kg, also ca. 122 kg/qm.
METOD / MAXIMERA Unterschrank mit 3 Schubladen - weiß/Havstorp türkis - IKEA Deutschland
Evtl. gibt es auch angaben zur maximalen Belastung der Schubläden?

Je nachdem wie groß die lasten sind, könnte alternativ die Dämmung ignoriert werden, wenn ihr Mutter auf den Gewindestangen befestigt und dann die Stahlkonstruktion auf die Mutter drauf liegt, dann bekommen die Gewindestangen auch die drucklasten.
Die Gewindestangen müsste man auch nachweisen, egal ob nur Zugbelastung oder auch druck.

Es wäre sinnvoll es erst aufzubauen und zu testen oder einen Ingenieur zu beauftragen der es mit Sicherheitsfaktoren nachweisen kann. Für die Dämmung oder für die Gewindestangen sollte so oder so ein Nachweis geführt werden.

Einfach zusätzliche Bewehrung einbetonieren bringt wahrscheinlich nichts, es muss einen zweck haben bzw. durchdacht sein.
 

mozart

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Hi,
ein älteres Beispiel für eine ähnliche Konstruktion:


Hier ist der (Gesamt-)Korpus weitestgehend selbsttragend gebaut, er besteht aus durchgehendem Ober-und Unterboden und hat eine zentrale, senkrechte Rückwand aus 30mm-Birkemultiplex. Gesamtlänge 220cm.
Den Betonsockel hätte man ohne Änderung der Korpuskonstruktion auch viel kleiner machen können, der Korpus ist selbsttragend.
Die Ikea -Korpusse sind so weich, daß sie KEINEN Beitrag zur Steifigkeit erbringen. Deine Unterkonstruktion muß in diesem Fall schlicht einen "erhöhten Fußboden" zur Verfügung stellen.
Bei der geplanten Länge erscheint mir der Weg über einen selbsttragenden Korpus einfacher.
 

bibbi

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Beim Küchenhersteller sollten die Schrankkorpusse verleimt sein,das ist beim Schweden nicht der Fall.
Das hatte ich auch schon angemerkt.
Aus meiner Sicht verliert die Insel optisch sehr durch die restliche "An der Wand entlang" Küchenplanung .Deswegen lieber die schlichtere 3 Block Lösung ,hier wird die Insel eher zum Hauptakteur.
 

hartmutskueche

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du brauchst die zulässige Drückfestigkeit der Dämmung...

Hallo Anonymus, um die Druckfestigkeit einer evtl. Dämmung würde ich mich wirklich nur kümmern, wenn der Sockel mittig unter der Insel steht, und die Auflagefläche groß genug ist, dann funktioniert das.

Wenn der Sockel jedoch, wie in der jüngsten Planung, exzentrisch angeordnet ist und noch nicht mal unter den Schwerpunkt drunter reicht, dann können wir das mit der Dämmung vergessen. In diesem Fall muss ein permanentes Moment aufgenommen werden (nicht nur Gewichtskräfte!), und die dabei zu übertragenden Zugkräfte (hinten) und Druckkräfte (hinten) können je nach Masse der Insel und Lage des Schwerpunkts ganz enorm sein, am größten sind sie Druckkräfte an der vorderen Kante des Sockels.
wenn ihr Mutter auf den Gewindestangen befestigt und dann die Stahlkonstruktion auf die Mutter drauf liegt, dann bekommen die Gewindestangen auch die drucklasten

bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe - war der Vorschlag, die gesamte Konstruktion auf Gewindestangen zu stellen? Bitte davon auf jeden Fall die Finger lassen; rein festigkeitsmässig könnte das funktionieren (natürlich in Abhängigkeit der Lasten, über die haben wir noch nicht ausführlich gesprochen), müsste man rechnen. Aber die reine Festigkeit ist nur EIN Auslegungskriterium: es müssen auch die Durchbiegungen betrachtet werden. Und so eine windige Gewindestangen- Konstruktion wäre so weich, dass sich die Insel in alle Richtungen bewegt, wenn man dagegen drückt, das geht keinesfalls, abgesehen von den Knicklasten, wenn wir einfach auf Stangen abstellen.

Ich bleibe dabei: ein mittiger Sockel, groß genug, funktioniert einfach mit Abstellen. Ein exzentrischer Sockel verträgt absolut keine Nachgiebigkeiten unter der Auflagefläche, da muss in jedem Fall direkt auf die Bopla betoniert werden. Und damit sind wir auch schon bei der Sinnhaftigkeit der Anschlussarmierung:

Einfach zusätzliche Bewehrung einbetonieren bringt wahrscheinlich nichts, es muss einen zweck haben bzw. durchdacht sein

Diese nimmt die Zugkräfte im hinteren Bereich des Sockels am Besten auf. Das ist viel sicherer als die Konstruktion im Nachhinein aufwändig mit der Bodenplatte zu verbinden um ein Kippen zu verhindern.

Wie schon geschrieben: sich das näher anzuschauen lohnt, wenn der TE sicher ist, dass er es jetzt so machen will. Ich würde noch ein Weilchen damit warten, da sich das mit der weiteren Planung der gesamten Küche möglicherweise nochmal ändert.

Der Hartmut
 

Bonnet

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Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob meine Gedanken richtig verstanden wurden. Ich habe das mal im Schnitt grob dargestellt.

Plan B (mittige Unterkonstruktion) sehe so aus:
1627992533469.jpeg

Diese würde ohne Verankerung in die Bodenplatte auskommen.
Wenn ich jetzt eine Verankerung/Verbindung zur Bodenplatte schaffe, sollte doch eine Verschiebung der Fußes möglich sein oder?

Hier das bild dazu:
1627992981280.jpeg


Die Frage wäre dann nur, wie weit?

Die Stahlfüße könnten mit Holz verkleidet werden. Auf einen Betonsockel würde dann verzichten werden.

LG Björn
 

Anonymaus

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Danke für die Darstellung, tatsächlich hatte ich einen punkt missverstanden.

Die lasten werden im Bereich deine stahlstützen wirken, die Auskragung nach links kannst du dir sparen.

Wie weit die Stahlkonstruktion außermittig positioniert werden kann hängt dann wahrscheinlich von ein paar punkten:
- was kann die Verankerung im Boden
- was kann die Stahlkonstruktion
- wie stabil ist das ganze auf der Stahlkonstruktion -> die Insel sollte sich nicht durchbiegen, die Schubladen sollten noch aufgehen können.

Du brauchst eigentlich jemand der dir die Stahlkonstruktion nachweißt.
Du wirst aber auch nur einen Nachweis bekommen was die Stahlkonstruktion kann und wie sich die verformt.
Wie sich die unterschränke verhalten ist ja eine andere Sache. Die stehen normalerweise auf einer ebene die sich kaum bewegt, da wäre es sinnvoll deine Stahlkonstruktion möglichst steif auszuführen damit es sich dementsprechend wenig verformt.

Man kann es natürlich einfach mal ausprobieren und dann anpassen bis es funktioniert, aber ich glaube das könnte am ende teurerer sein.
 

mozart

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Hi,
wenn die Insel ca. 2m lang ist und die Skizze in #28 halbwegs maßstäblich, dann schließt Du hier mit Kanonen auf Spatzen.
Hier würde eine Grundplatte in der Größe des Fußquerschnitts, die auf dem Estrich bzw. Bodenbelag gut verdübelt ist und etwas Lastverteilung an der Unterseite des Korpus völlig ausreichen.
Der Fußbereich kann ganz normal aus 19er-Plattenmaterial gefertigt werden.
Wie dick wird denn der Estrich?
 

Bonnet

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Da sind wieder gute Punkte dabei.

Die Skizze in #28 ist nicht maßstäblich.
1628009592343.jpeg

Es geht darum wie weit ich mit dieser Konstruktion den Überhang darstellen kann.

Der Estrich hat eine Stärke von 6cm.

Ich bin auf Hartmut gespannt.
 

hartmutskueche

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#28 halbwegs maßstäblich, dann schließt Du hier mit Kanonen auf Spatzen.
Ich sehe das genauso wie Mozart. Auf deiner Skizze liegt der Schwerpunkt der Insel noch deutlich über deiner Sockelkonstruktion. Da müsstest du nur absichern, dass dir zusätzliche Lasten die Insel nicht umschmeißen, etwa wenn sich am freien Ende jemand drauf setzt. Deine letzte Frage ist schwer zu beantworten. Ich sage dir mal, wie ich vorgehen würde: mach mal intensiv mit deiner Gesamtplanung weiter und tu so als wäre technisch alles möglich ohne Rücksicht auf Details. Im Rahmen dessen, was du bislang gezeigt hast, halte ich auch technisch alles für möglich. Wenn du dir dann sicher bist, wie es aussehen soll, dann detaillieren wir eine Lösung und rechnen auch mal ein wenig. Momentan ist diese Detailarbeit aber vergebens, wenn sich nochmal Änderungen ergeben. Die Frage von Anonymus lag mir übrigens auch schon auf der Zunge: machst du das selbst oder hast du einen Stahlbauer an der Hand?

Der Hartmut
 

Bonnet

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Okay dann werde ich in der nächsten Woche mal eine genaue Planung der Insel erstellen. Und noch den rest der Küche Planen. Wobei die Aufteilung ja eigentlich schon feststeht aber die Einzelheiten noch nicht. E-Geräte, Arbeitsplatte ,...

Hier bei fällt mir auch gleich die Frage ein:
Muss ich bei der Auswahl des GS etwas beachten wenn ich diesen Halbhoch einbauen möchte?

Die Inselkonstruktion möchte ich zusammen mit nem Bekannten machen, der Schlosser ist. Habe aber zur not auch nen Stahlbauunternehmen in der Nähe.

Björn
 

hartmutskueche

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mit nem Bekannten machen, der Schlosser ist
das ist schon mal gut, da sind dann Schweißnähte zu erwarten, die auch halten.
Den würde ich übrigens auch frühzeitig in die Planung mit einbeziehen; vermutlich hat der aufgrund seiner Erfahrungen auch Ideen. Außerdem ist die Standardantwort oft: "und das soll halten?"; auch deswegen ist es besser, wenn er sich gleich mit einbringen kann.

Der Hartmut
 

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