MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

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Nachdem wir mit Hilfe von SchreinerSam (vielen Dank nochmals!) das Problem der Griffe gelöst haben hätte ich noch eine Frage (habe allerdings den Verdacht, dass es nicht die letzte sein wird):
ein Tischler bietet uns eine Küche mit Glasfronten an, 16+3 mm (weil die Griffe für 19 mm ausgelegt sind). Ich habe nach MDF Platten gefragt, er bietet "
melaminharzbeschichtete Spanplatten, deren Kanten mit PU-Leim bekantet werden (wasserfest)" an.
Ich habe zwar die Warenkunde hier im Forum durchgelesen und kenne jetzt den Unterschied zwischen Spanplatten und MDF Platten (oder bilde es mir wenigstens ein) aber über beschichtete Spanplatte und die angebotenen Kanten habe ich nichts gelesen.
Deshalb meine Frage an die Runde: kann mir jemand erklären was das ist und ob es empfehlenswert ist. Die Küche sollte schon gehobenen Ansprüchen genügen und ist auch nicht riesengroß, also ein wenig mehr an Materialkosten akzeptieren wir gerne.

Wie immer danke vorab
Bruno
 
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Hallo Conny!

Danke für den Hinweis auf die beiden Threads, ich habe sie mir durchgelesen. Die Meinung gehen jedoch ziemlich auseinander, das Video von Wolfgang ist ja der Gegenbeweis.
Wir würden trotz allem gerne bei Glasfronten bleiben, auch weil wir einerseits ein 3 Personen Haushalt sind und die Tochter mit 16 Jahren schon verantwortungsvoll handelt und wir beide sowieso wenig kochen. Außerdem haben wir von Anfang an auf Griffe gesetzt (also nicht grifflos) die den oberen Rand der Front abdeckt (wie in diesem Thread beschrieben: https://www.kuechen-forum.de/forum/...l.123/15325-welche-griffe-montiert-zeyko.html). Dies hat uns eigentlich jeder empfohlen, mit dem wir über Glasfronten gesprochen haben. Es gibt sogar einzelne Hersteller, die auf allen 4 Seiten einen Metallrahmen aufsetzten, die Kosten steigen dadurch aber beträchtlich und die Flexibilität reduziert sich radikal.

Grüße
Bruno und Paola
 
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

In Bezug auf Verzugsfestigkeit dürften sich Spanplatte und MDF nichts nehmen. Alle Hersteller nutzen für Glasfronten beschichtete Spanplatte. Das ist also ok.
 

Gatto1

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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Natürlich gibt es auch Hersteller, die nicht auf Spanplatte arbeiten. Insbesondere dann, wenn die Glasplatten auf lackierten Trägern verarbeitet sind. Da ist dann der Träger MDF - und da verzieht sich nichts mehr

Das sieht dann so aus (nicht vollständig)
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

ich stimme Gatto zu, in Sachen Verziehen dürfte MDF besser sein als Span.
Dein Schreiner bekommt auch (melamin-)beschichtete MDF-Platten.
PUR-Kanten betrifft die Verleimung derselben.

*winke*
Samy
P.S.: die aufgesetzten Griffe geben zumindest mal einen Schutz vor mechanischen Belastungen von oben... ist schon mal die halbe Miete.

Ich habe nach längerem Suchen einen Lieferanten für Glasfronten gefunden, werde aber wohl darauf verzichten das anzubieten. Die Mängelquote erscheint mir zu unberechenbar.
 
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Das Thema behandelt ein Alno Problem. Es liegt sicher nicht grundsätzlich an der Spanplatte. In meinem Berufsleben habe ich gefühlt mehr verbogene MDF Fronten als Spanplatten-Fronten gesehen.

Falls der Träger tatsächlich lackiert werden soll, was eher unüblich ist, da das Glas lackiert wird, ist MDF natürlich die bessere Wahl.
 

Gatto1

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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Ich war auch sehr angenehm überrascht, aber es sieht natürlich wesentlich besser aus, wenn sowohl das Glas als auch der Träger passen lackiert sind. Ausserdem ermöglicht das natürlich ganz andere Profilierungen an den Fronten.

Das ist die übernächste "Neue" bei uns. :-)
 
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Ich sehe (mit Freude oder Trauer, das muss ich noch entscheiden), dass das Thema nicht so ganz eindeutig ist.
Wobei ich den Vorschlag der Katze (gatto heißt auf italienisch Katze :-)) nicht ganz verstehe.
Lackieren würde mir mal primär wohl Vorteile innen bringen, oder? (schaut sicher besser aus).
Vorne verstehe ich nicht wieso, wenn das Glas sauber lackiert wird, müsste man wohl keinen Unterschied sehen. Oder doch? Wenn ja, kannst du mir das erklären?
Mit "Profilierung" meinst du die Kanten? Das kann ich auch noch gut verstehen, eine lackierte Kante schaut sicher sauber aus - auch wenn bei uns die obere Kante nicht sichtbar ist, da vom Griff verdeckt.

Auf jeden Fall habe ich die Idee mal weitergeleitet, schauen was da preislich rauskommt.

@Samy: der Tischler der mir das angeboten hat, arbeitet mit einem (ganz normalen) lokalen Glaser zusammen, wieso hast du länger Suchen müssen? Übersehe ich da was?
 

Gatto1

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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

PaolaBruno: ...und es heißt auch Kater ;-) aber das muss ich jemandem mit dem Vornamen Paola ja wohl nicht sagen ;-)

Der Vorteil einer ebenfalls lackierten Trägerplatte liegt darin, das man einen wertigeren Gesamteindruck hat.
In vielen Fällen ist es nämlich so, das die lackierte Glasfront und die Trägerplatte nicht denselben Farbton haben - das sieht nicht unbedingt gut aus wenn man die Türen von der Seite/oben/unten sehen kann bzw. im geöffneten Zustand. Ausserdem sind Türen in beschichteter Spanplatte in Bezug auf die Kante immer etwas "kantig-billig" in der Optik, während die lackierten Träger gesoftete Kanten haben.
Letztlich ist in der Regel die (Farb-)Auswahl bei beschichteten Trägerplatten deutlich kleiner als die Farbpalette bei lackierten Trägerplatten.

Das Profil.
Bei lackierten MDF-Trägerplatten können auch abgeschrägte, facettierte oder eingefräste Griffmulden realisiert werden, was bei beschichteten Trägern normalerweise nicht angeboten wird.
 
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@Samy: der Tischler der mir das angeboten hat, arbeitet mit einem (ganz normalen) lokalen Glaser zusammen, wieso hast du länger Suchen müssen? Übersehe ich da was?
Ich bin halt ein oller Angsthase und traue den Industrieprodukten hier mehr, was Verkleben, ggf. Lackieren und Kantenausführung an geht. Ausserdem hab ich hier keinen "normalen Glaser" gefunden der mir bspw. die Griffbohrungen exakt genug macht. Die meisten hätten schon Probleme mit maßgenauer Kantenbearbeitung

Und wie gesagt... ich neige deutlich zu Panikattacken, wenn ich an die möglichen Riskiken denke. Liegt evtl auch daran, dass bei meinem grossen Wirkungskreis evtl. Mängelbeseitigungen dann auch richtig ins Geld gehen. können*w00t* .
 

bibbi

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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

Ich würde da auch eher den Industrieprodukten vertrauen.

@paolobruno
Wenn Dein Schreiner das so anbietet,solltest Du Dir auf jedenfall eine
Referenzküche seiner Kunden anschauen, in der diese Fronten verbaut worden sind.

Wenn es Seine ersten Glasfronten sind, wäre ich eher skeptisch.
Budgetmässig wird es zwischen Schreiner und Industrieküche keine Riesenunterschiede
geben.


LG Bibbi
 
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AW: MDF oder Spanplatte als Basis für Glasfronten?

gatto ist natürlich auch Kater, aber das klingt immer so nach streunend...
Wir leben übrigens in Südtirol, also das mit dem italienischen klappt ganz gut.

Ob das mit dem Schreiner 100% ideal ist, weiß ich natürlich auch nicht. Wir haben auch noch 3 andere Angebote, von Zeyko , Cesar (italienisches Produkt, qualitativ so zwischen den beiden deutschen) und Alno. Und da hat auch, bei Glas, eigene Ideen.
- Zeyko hat einen Holzrahmen (schätze mal 5-7 cm breit), dann wird lackiertes Glase aufgeklebt. Dadurch liegt das Glas teilweise auf Holz, teilweise hohl. Das Glas ist auch kleiner (1-2 mm) als das darunter liegende Holz.
- Cesar legt das Glas auf, aber mit umlaufenden Metallrahmen, der oben als Griff fungiert (natürlich oben breiter). Das Glas ist also am Metallrahmen befestigt.
- Alno hingegen klebt vollflächig auf. Angeblich (so hat mir das der, sehr kompetente, Verkäufer erklärt) werden bei Alno nach dem Aufkleben der Glasfront die Holzkanten genau abgeschliffen, aber ich kann mir das fast nicht vorstellen. Muss aber zugeben, dass es sehr gut ausschaut.

Also ist bei dieser Frontart anscheinend noch viel Bewegung, die weiter oben genannten Beiträge zeugen auch davon, dass anscheinend auch die Industrie damit Probleme haben kann.

Aber wie gesagt: ob der Schreiner ideal ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat er vor kurzem schon eine sehr ähnliche Küche gemacht, wir haben diesen Tischler auch über unseren Glaser kennengelernt, die arbeiten oft zusammen. Das angesprochene Problem mit den Bohrungen haben wir nicht, da die Griffe die Fortsetzung der oberen Abdeckung sind. Und im allgemeinen wird (wenigstens bei uns) das Glas nicht mehr vom Glaser geschnitten, sondern bei seinen Lieferanten mit CNC Maschinen - er muss also "nur" die richtigen Maße bzw. Schablonen übermitteln.
Und da sowohl Glaser als auch Tischler hier in Meran sind, sind evtl. Nachbesserungen wohl auch leichter. (auch in Zukunft, wenn mal was kaputt geht)

Da wir sowohl Sonderhöhe (90-91 cm Korpushöhe, bitte keine Diskussionen darüber jetzt anfangen) als auch Sonderbreiten (in ca. 50% der verbauten Kästen) haben, sind die Angebote der Industrie doch deutlich teurer (in obiger Reihenfolge 27T, 22T, 18T - ohne Geräte und APL) als die vom Schreiner. Wobei ich noch schauen muss, was bei der lackierten Variante (wie von Gatto1 vorgeschlagen) herauskommt - die Idee reizt mich sehr.

@samy: was meinst du mit "Kantenausführung" beim Glas? Würdest du diese nicht mit 90° schneiden (lassen)?

Danke an alle!
Paola
Bruno
 

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