Massivholz-AP und Fliesenspiegel: Wo muss die Dehnungsfuge liegen?

Dieses Thema im Forum "Montage-Details" wurde erstellt von Yoshi, 31. Aug. 2015.

  1. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Ich bin dabei, meine erste selbst gestaltete Küche einzurichten. Die Korpora sind von Ikea, die Arbeitsplatte wird demnächst geordert und wird eine Nussbaum-Massivholzplatte sein. Ich habe im Web an mehreren Stellen gelesen, dass Massivholz eine Dichtungsfuge von ca. 5mm braucht, da die Arbeitsplatte schrumpfen oder sich ausdehnen kann. Bei dem Hersteller meiner Arbeitsplatte heißt es in der Montageanleitung, dass man diese Fuge mit einer Aufkantung verdecken könne, und sie bei einem Fliesenspiegel nicht notwendig sei.

    Mein Vater hilft mir beim Einbau und hat jetzt mit einem Fliesenleger angefangen, den Fliesenspiegel zu verlegen. Auf 91cm Höhe. Die Arbeitsplatte geht aber eigentlich auf 93cm (also Oberkante). Das heißt, die oberen 2cm würden gegen die Fliesen stoßen und nur die unteren 2cm hätten „Luft“ zur Wand.

    So wie ich das Thema verstehe, ersetzt ein Fliesenspiegel die Aufkantung nur dann, wenn er über der Arbeitsplatte installiert wird und so den Spalt verdeckt – wenn er sich aber zwischen Wand und Arbeitsplatte befindet, dann stellt er doch eine Erweiterung der Wand dar und es wird eine Dehnungsfuge zwischen Arbeitsplatte und Fliesen erforderlich, oder? Mein Vater meint, die Arbeitsplatte würde sich schon nicht verziehen, aber seinen Optimismus teile ich nicht (das ist die erste Massivholzplatte in der Familie, alle anderen sind Laminat oder Edelstahl). Ich stelle mir das eigentlich so vor, dass das Holz sich gleichmäßig ausdeht oder zusammen zieht, und sich seinen Platz sucht – und sich nicht nur dort ausdehnt, wo Platz ist. Oder hat er Recht? Reicht die „halbe“ Dehnungsfuge vielleicht doch? Oder sollte ich nun doch eine Aufkantung oben drüber montieren? Entfernen lassen sich die Fliesen ja wahrscheinlich nicht mehr ohne großen Aufwand, die Hälfte ist nämlich schon dran.
     
  2. Nice-nofret

    Nice-nofret Moderatorin Moderator

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    .. ich würde die Fliesen nochmal entfernen und sie erst nach Montage der APL aufkleben, so kommt der Fliesenspiegel sicher über die APL und die diese kann arbeiten. - Die Fliesen werden sonst reissen, wenn ihr es nicht tut.
     
  3. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Mit dem Verlegen der Fliesen wurde schon Ende letzter Woche angefangen. Wenn die Spachtelmasse getrocknet ist, bekommt man sie nicht mehr so leicht ab, oder? Aber die Arbeitsplatte direkt an die Fliesen zu bauen ist also definitiv keine Option, wenn ich dich recht verstehe.
     
  4. bibbi

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    Die Arbeitsplatte kann ,je nach Planung, die Fliesen von der Wand sprengen.
    LG Bibbi
     
  5. mozart

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    Hi,
    die APL ist hier aus Nußbaum, das deutlich weniger und (ganz wesentlich!) langsamer arbeitet, als bspw. Buche. Schwankt die Luftfeuchte nicht allzu sehr, kommt man mit ca. 2-3mm Dehnunsfuge bei Standardtiefe gut aus-das kann man noch gut mit Silikon ausfugen.

    Streng nach Lehrbuch dürfte man noch nicht mal 2 Massivholzplatten über Eck miteinander verbinden, weil dabei "längs auf quer" nicht zu vermeiden ist und schon elastische Dichtungsmasse+Verbinder u.U. so stark haften, daß die Platten eher reißen als arbeiten.

    Wichtig ist, daß die Plattenanlage rundherum etwas Luft hat und die Verschraubungen mit den Schränken mit großer Bohrung und Karosseriescheiben und nur leicht angezogen sind.
    Wer sein Holz liebt, ölt es auch von unten.
    Nußbaum (bei APL meistens amerikanischer) ist sehr unkritisch, mit Buche kaum zu vergleichen.

    Grüße,
    Jens
     
  6. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    Die Aufkantung kannst du doch auch an die Fliesenwand befestigen. Moosgummi-Dichtung (möglichst dünn) darunter, so dass die Platte sich darunter noch bewegen kann. Fertig.:nageln:
     
  7. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Also jetzt einfach die Arbeitsplatte mit 3mm Abstand zu den Fliesen montieren? Die AP ist übrigens 625mm dick, also Standard denke ich. Aber europäischer Nussbaum, nicht amerikanischer.

    Ich möchte auch Wangen aus dem gleichen Holz installieren und habe den Hersteller dazu schon angeschrieben. Er schrieb, dass eine direkte Verbindung ohne Spalt zwar nicht ideal sei, ihm bei Eckverbindungen (U-Form) aber noch keine Probleme bekannt seien. Deshalb sollten auch die Wangen ohne Spalt möglich sein.

    Okay, werde ich beachten. Danke! :-)

    Aber nur vor der Installation, danach nur noch in regelmäßigen Abständen oben, oder?

    Naja, ursprünglich war statt einer Aufkantung der Fliesenspiegel gedacht. Wenn ich jetzt quasi eine zweite Fuge zwischen Fliesen und AP brauche, dann denke ich ernsthaft wieder über die Aufkantung nach.
     
  8. Nice-nofret

    Nice-nofret Moderatorin Moderator

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    Bei mir hat die Nussbaum-Fensterbank die Fliesen gesprengt ... nurmal so zum sagen..
     
  9. bibbi

    bibbi Spezialist

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    Meine Schreinerlehre ist zwar 30 Jahre her,aber ich habe da so einen Wert von 10 Prozent im Kopf.Bei 62cm Tiefe sind das 6,2mm.Bei einer U Planung 1,2cm.Und ich kann mich noch gut an den Fall von damals erinnern.War Gott sei Dank eine Planung vom Chef.Bei Neubauten mit mehr Wandfeuchte kann das durc
    haus schnel passieren.3mm wäre aus m
    einer Sicht zu knapp
     
  10. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    Sind 10% von 62 cm nicht 6,2 cm;D
     
  11. bibbi

    bibbi Spezialist

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    Ist schon spät.
    Morgen such ich mal mein Facbuch.Und Kopfrechnen konnte ich noch nie besonders.
    LG Bibbi
     
  12. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    So ca. 1 cm pro Seite hatte ich auch irgendwie im Kopf... Nunja, press geht auf keinem Fall.
     
  13. Snow

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    Na ja, die Platte kommt ja nicht frisch vom Baum.
    Ich stimme da @mozart zu. Nussbaum arbeitet nur mäßig in der Breite, noch weniger in der Länge. Solltet ihr ein L planen, wird die Platte am Stoß auf keinen Fall verleimt, sondern nur mittels Dominos oder Lamellos und Plattenverbinder gehalten. Die Platte von unten so wie von Jens beschrieben befestigen.
    Bei einer U/L-Zeile geh ich auf 5mm Wandabstand, lege hinten -wenn kein WAP gewünscht wird- eine Silikonschnur und dichte mit Silikon ab. Bei einzeilig reichen zur Wand gut 3mm und Silikon. In die Traversen des US bohre ich Langlöcher quer zu Länge und "fixiere" die Platte/n mit FlaKo-Schrauben und Unterlegscheiben, dass läßt die Platte in der Breite arbeiten. Bisher nicht eine einzige Rekla.
     
  14. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Wie groß war denn da der Abstand? Fest bis an die Fliesen bauen kommt für mich nach euren Antworten definitiv nicht in Frage, die Frage ist also nur wie groß die Fuge sein muss. Der Zwischenraum unterhalb der Fliesen scheint ja nun komplett verschwendet, wenn ich euch richtig lese.

    Zweimal einzeilig, jeweils mit Wange. Länge jeweils 1.6m. Also 5mm Wandabstand, heißt in diesem Fall 5mm Abstand zum Fliesenspiegel, ja? WAP sagt mir nichts, Wandarbeitsplatte?

    Und wenn mir die Fuge dann doch zu groß ist, kann ich doch auch nachträglich noch eine Aufkantung montieren, oder? Die würde dann an die Fliesen montiert und mit Moosgummidichtung dazwischen versehen werden.
     
  15. bibbi

    bibbi Spezialist

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    Wenns 2 x 1 zeilig ist,würde ich es bei 5mm belassen und mit Silikonfuge arbeiten.
    (Die Platten können sich ja nach vorne bewegen)
    Das Silikon sollte aber für Holzplatten geeignet sein.
    LG Bibbi
     
  16. Snow

    Snow Spezialist

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    Ich nehme gerne Pattex Küche Silikon. Kostet um die 8-10 Euro/Kartusche. Wenn ihr noch etwas ungeübt sein solltet, dann würde ich raten, die geölte Platte im Fugenbereich abzukleben, geht leichter und ihr vermeidet auf der Platte Schmierereien.
    Wandabschlußprofil
     
  17. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Danke an alle Antworten!

    Also

    • Platten von unten mit großer Bohrung (Langlöcher) und Karosseriescheiben verschrauben und nur leicht anziehen.
    • Wangen mit Dominos oder Lamellos und Plattenverbindern an der AP befestigen.
    • Fuge zwischen Fliesen und AP 5mm …
    • … und darüber eine Aufkantung (8cm hoch) mit Moosgummi drunter.

    Die Silikonfuge ist unabhängig von der Aufkantung, oder? Die Aufkantung ist nur zum Verdecken da?
     
  18. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    Wir haben die Arbeitsplatten jetzt eingebaut. Wir haben zwar nicht alle vorgeschlagenen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt, waren bei der Montage aber sehr viel vorsichtiger, als es mein Tischler-Freund sonst gewesen wäre. „Wenn du das so willst, dann machen wir das so. Ist ja nicht schlecht!“ :-) Die eine Seite ist ja nur 125cm kurz, die andere mit 163cm auch nicht sehr lang. In so einer kleinen Küche und bei so hartem Holz (Nussbaum) ist das Risiko ja geringer, dass etwas passiert. Und wenn doch, lernt man was draus.

    Anbei ein paar Fotos. Folgendes haben wir gemacht:

    • die Platten sind alle einmal geölt geliefert worden. Auf der linken Seite (125cm) ist das Kochfeld, da haben wir vor dem Einbau nicht noch mal geölt. Ich habe dann nach dem Einbau die Oberseiten der AP und der Wange sowie den Ausschnitt des Kochfeldes dick eingeölt (so dick, dass ein leichter Film zurück blieb, aber den kann ich wohl immer noch mit einem Tuch rauspolieren). Auf der rechten Seite (163cm) passiert viel mit Wasser: Spüle, Waschmaschine und Geschirrspüler sind dort. Da habe ich beide Seiten der AP dick mit Öl bepinselt, dazwischen ruhte die Platte zwei Nächte. Bei der Oberseite hatte ich nach ca. 15 Minuten noch ein weiteres Mal geölt. Den Ausschnitt habe ich jedes Mal dick eingeölt, damit könnte ich wahrscheinlich baden gehen, der erinnert fast an einen Schiffsrumpf. Wange wieder erst nach dem Einbau geölt, weil sie ja schon einmal geölt war. Die Aufkantungen alle auf der Vorderseite, an den Seiten und Schnittkanten geölt, aber nicht hinten, weil wir die verklebt haben.

    • die Arbeitsplatten haben wir mit Winkeln an den Korpora (bzw. auf der einen Seite an der Wand) verschraubt, bei Spülenschrank und Kochfeldschrank haben wir die integrierten Metallschienen statt der Winkel verwendet. Wir haben auf meinen Wunsch aber immer die Langlöcher quer zur Maserung verwendet. Obwohl mein Freund meinte, dass Nussbaum so hart sei, dass sich das eh kaum verziehe. Aber sicher ist sicher! Die linke Wange haben wir direkt an den nebenstehenden Korpus geschraubt, die rechte Wange haben wir mit einem Winkel an die AP geschraubt und werden sie wahrscheinlich noch mit dem Geschirrspüler verschrauben. Die Wangen sind 89cm hoch und 62cm breit bei 2.7cm Dicke.

    • Die Dehnungsfuge war gar kein Thema, denn durch die Schwelle am Boden konnten wir die Korpora eh nicht ganz an die Wand stellen. Der Raum ist zudem nicht ganz senkrecht. Die Dehnungsfuge beträgt auf der linken Seite ca. 1cm, auf der rechten Seite etwa 0.3cm auf der einen und vielleicht 1.5cm auf der anderen Seite. Da haben die Platten also mehr als genug Spiel! Die Aufkantungen waren daher aber dringend nötig, mein Vater fand sie nämlich überflüssig.

    • wir haben extra Moosgummi besorgt. Mein Freund, gelernter Tischler, kannte die Methode gar nicht, war aber sehr angetan davon. Allerdings gefiel mir die weiße Fuge nicht, deshalb haben wir die Aufkantungen ohne was dazwischen montiert (an den Wänden festgeklebt), und lediglich ein transparentes Silikon (Glassilikon oder so?) davor geschmiert. So kommt hoffentlich auch keine Feuchtigkeit dazwischen. Mein Freund meinte, dass im schlimmsten Fall die Aufkantungen nach 20 Jahren schimmeln könnten.

    Die Höhe von 93cm ist übrigens super! Hier im Forum wird ja so viel über Arbeitshöhen diskutiert, und die empfohlenen Werte schwanken extrem. Ich habe einfach die 92cm von Ikea (80cm Korpus + 8cm Standardbeine + 4cm AP) genommen und wegen des Geschirrspülers die Beine um 1cm erhöht. Ich bin 188cm groß, und beim ersten Testen fühlt sich die Höhe sehr komfortabel an und ich glaube, dass sie nicht noch höher sein sollte. 92±2cm scheint mir die ideale Höhe bei meiner Größe zu sein.
     

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  19. Keita

    Keita Mitglied

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    Was hast Du denn für ein Öl genommen, dass es trotz der Schichtdicke scheinbar schnell getrocknet ist? Und waren die Aufkantungen auch werkseitig geölt, oder sind die nur einseitig behandelt?
     
  20. Yoshi

    Yoshi Mitglied

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    12. Juni 2015
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    106
    Ich habe für alles Rustins Dänisches Öl verwendet. Das ist anscheinend ein Spezialöl, das auch einen Schutz bietet. Es wurde mir vom Hersteller empfohlen und ich habe auch gute Bewertungen im Web gefunden. Die Aufkantungen sind auf der Rückseite tatsächlich komplett ungeölt. Aber sie sind nur 8cm breit und 1.8cm dick, deshalb hielt der Tischler das nicht für nötig. Die Kanten und Schnittkanten (sie sind auf Gehrung miteinander verbunden) sind geölt.

    edit: Hier die |Link ist nur für Mitglieder sichtbar| und die |Link ist nur für Mitglieder sichtbar| (ich hoffe, ich darf direkt dahin verlinken): 138 Reviews, durchschnittlich 4.8/5 Sterne. Es wurde auch auf einigen Heimwerker/Holz-Seiten genannt.
     
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