Kühlschrank Stromverbrauch von Neugerät höher

MoonKid

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Ich habe einen alten BOMANN KG 183 mit einem Stromverbrauch (laut Datenblatt) von 131 kWh pro Jahr.

Ein neuer Liebherr CUeL 3331, mit dem ich liebäugele, verbraucht 289 kWh pro Jahr, obwohl er nur marginal größer ist. Das schockiert mich etwas.

Erscheint euch das realistisch bzw. einer der Werte unrealistisch? Zum Nachmessen habe ich keine Möglichkeit.

Ich dachte ein neuer Kühlschrank braucht weniger und erst recht, wenn er von einer höheren Qualität ist.
 

US68_KFB

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Das hängt zum Teil mit neuen Energielabeln seit März 21 zusammen. Was vorher A+++ war ist jetzt D oder E. Auch die Angaben zum Jahresstromverbrauch sind jetzt deutlich höher und sollen mehr der Realität entsprechen. Die A+++ mit 131 kW/h waren schlichtweg "geschwindelt". 200 kw/h wären realistischer

Zitat: "

Umrechnung der Energieeffizienzklassen ist nicht möglich​

Während die Klasse „A“ zukünftigen Entwicklungen vorbehalten bleibt, erreichen Produkte der Klassen „A+++“ in Zukunft meist nur die Kategorie „B“. Ein Kühlschrank, der heute noch die Energieeffizienzklasse „A“ erreicht, kann damit ab 2021 der Kategorie „C“ oder „D“ angehören. Eine einfache Umrechnung, etwa von „A+++“ zu „A“ oder „A++“ zu „B“ ist allerdings nicht möglich. Denn mit der angepassten Skalierung gibt es auch neue Verfahren zur Messung der Energieverbräuche sowie zur Bestimmung der Labelklassen.
 
Zuletzt bearbeitet:

US68_KFB

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Ich bleib bei "geschwindelt". :huch:

Es ist einfach Usus bei den Energielabeln zu "schwindeln". Egal wie die Vorgaben sind. Diese Vorgaben sind so schwammig und weltfremd.

Beispiele:
- Waschmaschinen die deren Energieverbrauch bei 60°C angegeben ist, die in der Praxis aber im 60° Programm nur mit 51°C spülen um die Labelvorgaben zu erreichen.
- Die Fettfiltereffizenz bei Dunsthauben wurde hier im Forum auch schon hinlänglich diskutiert, vollkommen nutzloses Label
- Spritverbräuche und Emissionsangaben bei Autos (siehe VW-Skandal)

Warum sollte das bei Kühlschränken anders sein? Nennen wir es mal kreativ "legaler Betrug".
In den letzten Jahren ist das sicher etwas besser und transparenter geworden, aber ohne genaue Kenntnisse der jeweiligen Messverfahren und Hintergründe, bleibt die Nachvollziehbarkeit auf der Strecke.
 

moebelprofis

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Es muss auch nicht nachvollziehbar für jeden sein. Es reicht, wenn es jeder gleich macht - und das tun die europäischen Hersteller.
 

MKme

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@US68_KFB
Das ist Unsinn. Natürlich muss man sich auf ein Verfahren einigen um Vergleichbarkeit aller Geräte herzustellen. Es ist das gleiche "Problem" wie bei den Spritverbrauchangaben bei Autos.
Für eine idealisierten Umgebungssituation sind die gemessenen Werte korrekt und damit in ihrer Gesamtheit vergleichbar.
Meine Gefrierschrank zuhause verbraucht bspw. weniger Energie als auf dem Label angegeben, weil ich in meinem Haushalt eine stabilere Situation habe als es die normierte Umgebung bietet.
 

US68_KFB

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Es muss auch nicht nachvollziehbar für jeden sein. Es reicht, wenn es jeder gleich macht - und das tun die europäischen Hersteller.
Und genau das möchte ich bezweifeln. Seit wann soll das so sein?
Gut, der Beitrag ist schon ein paar Jahre älter


Die Energielabels wurden vor 24 Jahren eingeführt. Da ist bis heute genau gar nichts vergleichbar und die Hersteller suchen permanent nach Schlupflöchern und Grauzonen. Aber vielleicht bin ich ja nur zu pessimistisch und mittlerweile ist alles Super.
 

MKme

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Es gibt Hersteller, die bauen sich ein bestmögliches Gerät zusammen für ihre Labels, es gibt andere, die nehmen einen guten Schnitt ihrer Produkttoleranz als Grundlage und wieder andere nehmen das schlecht möglichste Gerät was ein Kunde bekommen kann als Labelwert.

Jeder darf für sich entscheiden, welcher Hersteller in welche der drei Gruppen passt.
 

US68_KFB

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Tja, worauf soll ich mich als Kunde denn verlassen, wenn auf dem Papier die Geräte für 300 EUR (Kühlschrank/Waschmaschine whatever) die gleichen tollen Labelwerte erreichen, wie die Geräte für 1000 EUR.

Wie der Waschmaschinentest von 2013 zeigt und wie die technischen Daten unserer heutigen Geräte von 2022 zeigen, hat sich seit den 90ern nicht wirklich etwas getan, was man einen Quantensprung nennen könnte. Dafür kriegt man heute zusätzlich Touchdisplay und WLAN. Die Waschprogramme und -ergebnisse sind kaum besser geworden. Energie und Wasserverbrauch haben sich nur marginal verringert. Die Lebensdauer vermutlich schon mehr. :psst:

Vielleicht tut sich ja jetzt etwas mit den neuen Energielabeln, wo die ganzen tollen A++ Geräte von 2020 jetzt nur noch zwischen D und F eingestuft sind. Das kann ja nicht so bleiben.

Wir hatten doch hier gerade erst die Diskussion, wo jemand die Kühlschranktemperatur nachgemessen hat und die eingestellte Temperatur laut Kühlschrank praktisch nie erreicht wurde, sondern immer 3 bis 5 Grad zu warm. Ich finde das leider nicht mehr.
 

martin

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... und für ungeeichte Innenraumthermometer gibt es eine Empfehlung unserer Regierung, dass die angezeigte Temperatur 1° höher ist als die tatsächliche Temperatur.
 

US68_KFB

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Ja, solche Toleranzen gibt es ja überall. Deshalb bestelle ich sämtliche Arbeitsplatten immer mit etwas mehr Überstand, weil Möbel bis zu 0,2% größer ausfallen können. Also kann die 3 m Kücheninsel auch mal 3,006 m lang sein. Also die Platte lieber auch so lang bestellen.

Tachometer, wissen auch die wenigsten, müssen voreilen, aber maximal 10% + 4 km/h. Wir fahren also alle viel zu langsam. ;-)
 

MoonKid

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Puh... Jetzt mal bitte wieder zurück zum Thema.
Das Thema war die Angabe des Stromverbrauchs von Kühlschränken in kWh.

Es geht nicht um Label irgendeiner Art oder um andere Geräte. ;-)

Ich bin kein Fachmann. Meine Annahme war das kWh ein relativ "messunabhängiger" Wert ist.
Verstehe ich es richtig, dass es eine Normumgebung (Raum mit definierter Größe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etc) gibt, in der die kWh ermittelt werden?
Und die Vorgaben für diese Normumgebung haben sich zwischen den beiden Kühlschränken, also alt und neu, geändert?
Daher der Unterschied?

Ich habe also keine Möglichkeit mehr den Verbrauch, vor Kauf, realistisch zu vergleichen?
 

US68_KFB

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Um es mal kurz auszudrücken und aus Shakespeares Hamlet, Akt II, Szene IV, Vers 48 zu zitieren „Nein!“
 

moebelprofis

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Verstehe ich es richtig, dass es eine Normumgebung (Raum mit definierter Größe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etc) gibt, in der die kWh ermittelt werden?
grob gesagt: ja
Und die Vorgaben für diese Normumgebung haben sich zwischen den beiden Kühlschränken, also alt und neu, geändert?
Daher der Unterschied?
kurz gesagt: so ist es
Ich habe also keine Möglichkeit mehr den Verbrauch, vor Kauf, realistisch zu vergleichen?
zwischen Alt- und Neugerät: nein
 

MKme

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Ich bin kein Fachmann. Meine Annahme war das kWh ein relativ "messunabhängiger" Wert ist.
Verstehe ich es richtig, dass es eine Normumgebung (Raum mit definierter Größe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etc) gibt, in der die kWh ermittelt werden?
Es ist noch deutlich umfangreicher: Würde man einen Kühlschrank einfach so leer in einen Raum stellen und nichts mit ihm tun verbraucht er kaum Energie.
Deshalb werden bei der Bestimmung des Energievebrauchs für definierte Zeiten die Türen geöffnet, Dinge in den Kühlschrank gelegt, die eine bestimmte Masse, Volumen und Temperatur haben etc. um einen Gebrauch zu simulieren.
Da jeder Hersteller das genau gleich macht lassen sich die Geräte daraufhin vergleichen.

Da sich die Labelverordnung geändert hat, lassen sich die alten Labels mit den neuen nicht mehr vergleichen, weil sich das Prozedere stark geändert hat.
Das wäre so als hättest du den Spritverbrauch früher bei 50km/h im vierten Gang gemessen und würdest ihn jetzt vergleichen mit dem Verbrauch bei 70km/h im dritten Gang.


Um das Ganze abzukürzen: Kauf den Liebherr :-)
 
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