Küche bestellt - Hersteller insolvent

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Ich habe bei einem lokalen Händler eine Küche planen lassen (Lack/Miele-Geräte). Es wurde sehr intensiv und ehrlich beraten (z.B. detaillierter Voranschlag/Rabatte). Diese sollte in der 10. Woche 2010 geliefert werden. Heute (18.2.10) erfahre ich aus der Presse , dass der Hersteller insolvent ist (siehe Forum Neuigkeiten). Ich habe keinerlei Anzahlungen geleistet.

Es stellen sich sofort folgende Fragen:z.B...
- wird die Firma die Küche überhaupt noch liefern können, da sie ja auch von den Zulieferern abhängig ist (Vorkasse??)
- falls doch, welche Probleme gibt es mit der Gewährleistung?
-kann ich als Kunde von diesem Kauf zurücktreten?
-sollte ich verlangen, einen anderen Hersteller mit der Lieferung zu beauftragen?
- wenn die Firma nicht liefern kann oder nur deutlich verzögert, wie kann ich mich verhalten??

Wenn jemand Tipps hat - bevor ich einen Anwalt beauftrage- wäre ich sehr dankbar.
Wir hatten uns intensiv mit der Planung auseinander gesetzt und darauf gefreut..

Hardy
 

KerstinB

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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Hallo Hardy,
was sagt denn dein Vertragspartner, das Küchenstudio? Das wäre ja vielleicht als erstes mal abzuklären. Vielleicht steht die Küche auch schon bei ihm.
 

Gatto1

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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

hardy

Ich sehe die Situation wie folgt:
- zunächst ist der Vertrag mit Deinem Küchenstudio bindend
- wenn E+K noch liefern kann (und die Produktion soll ja zunächst fortgesetzt werden), musst Du die Küche auch abnehmen
- was die Gewährleistung anbetrifft, ist im Falle einer Rekla ohnehin NICHT der Hersteller, sondern dein Vertragspartner -das Küchenstudio- in der Pflicht
- Wenn die Küche noch geliefert werden kann, kannst Du NICHT vom Kauf zurücktreten
- wenn die Firma NICHT liefern kann, bist Du aus dem Schneider - kann sie nur verspätet liefern, musst Du zunächst eine angemessene Nachfrist setzen (in diesem Fall sicherlich 4-6 Wochen) wird dann nicht geliefert, hast Du die Möglichkeit DANACH vom Kaufvertrag zurück zu treten

Soweit die rein rechtliche Situation wie ich sie sehen.
Wenn Du allerdings unbedingt einen anderen Hersteller haben möchtest, kannst Du ZUM GEGENWÄRTIGEN ZEITPUNKT nur mit dem Küchenstudio reden. Verlangen kannst Du es nicht.

Ich denke, das Dein Küchenstudio gerne noch ein bis zwei Wochen abwarten würde, wie sich das mit E+K entwickelt. Sieht es dann so aus, als würde E+K wirklich den Bach runter gehen, wird sich Dein Vertragspartner sicherlich gerne mit Dir über einen Lieferantenwechsel unterhalten.

Nochmal: Solange die Möglichkeit besteht, das E+K noch liefert, bist Du an den Vertrag gebunden.
Erst wenn eine Lieferung unwahrscheinlich oder augeschlossen ist, kannst Du erfolgversprechend einen Rücktritt fordern.
Alles andere ist eine reine Verhandlungssache zwischen Dir und Deinem Vertragspartner und kann nur einvernehmlich erfolgen.

Gatto1
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Hi,

ich würde auf jeden Fall deinen Händler kontaktieren und schauen ob der Händler vielleicht "schon" einen neuen Hersteller in der Hinterhand hat oder sowieso noch einen anderen qualitativ gleichen oder besseren Hersteller im Programm hat.

Dann den Vertrag auf einen neuen Hersteller umschreiben !, sollte dem Studio fast egal sein, denn der Umsatz ist ja nicht weg. Vielleicht geht er ja sogar kullanterweise auf einen höherwertigeren Anbieter, wer weiss....

ich würde auf keinen Fall noch die Küche so abnehmen, auch wenn noch lieferbar sein sollte. Wenn die Firma abgewickelt wird, dann stehst du im Falle einer Reklamation bescheiden da, auch wenn wenn dein Händler dein Vertragspartner ist. Das gibt dann nur unnötig Stress.

meine Glaskugel ist momentan in der Reinigung, deshalb ab zum Studio ;-):cool:
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Das sehe ich auch so.

Sobald der Insolvenzverwalter in Aktion tritt ist es mit evtl. Reklamationen zumindest für den Händler vorbei. Wenn der Händler Pech hat, muß er diese sogar bezahlen.

Wir haben so einen Fall schon hinter uns. Gut, der Küchenlieferant war Grottenschlecht, Reklamationen waren bei diesem Hersteller Programm. Die Reklamationen waren fast nicht mehr beherrschbar und die Abwicklung war äußerst schwierig weil,

der Küchenhersteller die Zulieferer nicht mehr bezahlt hat und die sich dann weigerten etwas zu liefern

die Verwneuung total mit dieser Situation überfordert war und erstmal nix mehr ging

keiner wußte, wie berechtigte Reklamationen abgearbeitet werden sollten

Zum guten Schluss haben wir die berechtigten Reklamationen selber zahlen müssen, damit der Kunde natürlich Zufriedengestellt werden konnte.

Also, Oldenburger hats ja schon geschrieben. Ab ins Küchenstudio und nachfragen was geht.

LG Wolfgang
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Liebe Forumler,
herzlichen Dank für die schnelle und facettenreichen Antworten.Ich habe natürlich – wie mehrfach angesprochen- sofort Kontakt mit dem Studio aufgenommen. Wie auch erwartet, versucht man dort etwas Zeit zu gewinnen, da E+K bisher ein verlässlicher Partner war. Ich habe dabei dem Berater auf den Zahn gefühlt: Erst r im Anschluss an eine erfolglose Nachfrage habe ich ihm den Zeitungsausschnitt auf den Tisch gelegt. Ob er wirklich erst ab dem 15.2. von der Schräglage wusste- sollten Insider besser einschätzen können. Ich hatte ihn jedenfalls mehrfach auf Presseberichte über Probleme der Branche angesprochen, von Kurzarbeit war dagegen nie die Rede. E+Ks Probleme von 2009 wurden auch jetzt erst zugestanden. Das Vertrauen in den Berater hat also ein wenig gelitten. Sicherlich bemüht sich auch das Studio -aus eigenem Interesse- um Klärung.Ich bin jedenfalls zu 2 Dingen nicht bereit:
1. meine neue Küche auszubauen, ohne verlässliches Lieferdatum.Liefertermin sollte Anfang der 10. Woche sein. D.h. ich muss auch meine anderen Handwerker (Fliesen ..)informieren.
2. Ich möchte keine Küche unter dem Niveau von E+K, aber auch nicht mehr bezahlen. Ich habe deutlich , aber fair verhandelt (da , wo ich es einschätzen konnte)- so wie ich mich beraten fühlte. Ich weiß auch, dass ich die „Holz“-Kalkulation als Laie eigentlich nicht richtig einschätzen kann.
FRAGE: was könnten Sie mir Vergleichbares (Korpus lack weiß Hochglanz/Miele- Geräte liefert das Studio selbst – daher deutlich im fünfstelligen Bereich) empfehlen, falls E+K „den Bach runtergeht“, was ich natürlich nicht wünsche- vor allem wegen der Arbeitsplätze da (+ meiner Küche).Da ich bisher weder eine Anzahlung geleistet habe und unser Vertrag ein mündlicher- gleichwohl bindender ist (ich hatte mich bewusst für einen lokalen Händler entschieden),
FRAGE 2: sollte ich doch noch einen Vertrag über die Gewährleistung schließen??

Gruß

Hardy
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Hallo Hardy,

welche Hersteller kann der Händler denn noch anbieten?

Aus meiner Sicht hat sich der Händler nicht falsch verhalten, was aus Sicht eines Betroffenen durchaus anders gesehen werden kann.
Wenn jede Schieflage eines Unternehmens gleich an den Endkunden weitergegeben würde, wäre der blosse Verdacht u.U. schon tödlich für das Unternehmen.
Das aktuellste Beispiel für eine "positive" Insolvenz ist der Hersteller Nieburg , der mittlerweile wieder soliden Boden unter den Füssen hat und sogar qualitativ zulegen konnte.

Dein Händler schwimmt momentan auch und ist auf Informationen der Insolvenzverwneuung angewiesen.

Ich würde es auch von den Gegebenheiten abhängig machen. Die Küche ist wertig und wenn du nicht vorhast in den nächsten Jahren nochmals umzuziehen, benötigst du auch keine Ergänzungsteile mehr. Ein Fläschchen Lack könnte man mitliefern lassen und die Gewährleistungsverpflichtung trägt sowieso der Händler und nicht der Hersteller.
Sollte bei der Montage was schief gehen, dürften kurzfristig noch Ersatzteile zu bekommen sein.

Es ist sicher ein ungutes Gefühl, aber es gäbe für mich Schlimmeres. Ein insolventer Händler und geleistete Anzahlungen wären Besorgnis erregender.

Sorry für die ausgeprägte Nutzung des Konjunktivs, aber genau weiss ich das natürlich auch alles nicht.
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Hallo Michael,
danke für deine ausführliche Antwort.
Es ist mir natürlich klar, dass ich einem Endkunden keine Interna mitteile -zumal nicht in der Planungsphase. Nur muss ein Studio auch mit halbwegs informierten Kunden rechnen, die zum
Beispiel den Wirtschaftsteil einer reg. Zeitung lesen und für die eien Internetrecherche normal ist.

Ich hoffe immer noch, dass es bei E+K weiter geht. Die prekäre Lage des lokalen Studios kann ich schon einschätzen, da er sich voll und ganz auf diesen Lieferanten eingestellt hatte und dass, weil die Beziehungen über Jahre sehr gut waren.

Eine gewisse Portion Unbehagen, habe ich trotzdem- obwohl ich auf der rel. sicheren Seit bin.

Außerdem bin ich trainiert darin Alternativen zu denken: deshalb die Frage nach gleichwertigen Herstellern, wobei die Beiträge zu E+K im Neuigkeits-Forum darauf schließen lassen, dass E+K nicht angemesssen hoch im Preis war...was immer das auch heißt.
Außerdem sind die Rankings zwar nachlesbar- aber für den Laien im Detail schwer nachzuvollziehen, da ja manchmal die Differenzen nicht besonders groß sind.

Danke nochmals
Gruß
Hardy
 
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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Sehr viele Händler lassen Aufträge der Firma E+K derzeit auf eggersmann umrechnen... aber auch Rational wäre sicherlich eine qualitativ vertretbare Alternative zu E+K...

mfg

Racer
 

Smart

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AW: Küche bestellt - Hersteller insolvent

Hi,

ich denke, das man E+K mit Rational, Leicht, Bax oder auch Eggersmann vergleichen kann, dein Händler wird aktuell bestimmt auch den ein oder anderen Lieferanten genauer begutachten.

Ich würde ihm einfach etwas Zeit geben (ca.1 - 2 Wochen), dann wird er bestimmt eine Entscheidung treffen (gerade mit dem Gedanken, das Format oder auch Ebke/Cristini abgeschlossen haben, kann ich mir vorstellen das er sich umorientiert.), ob er z.B. weiter an dem Produkt festhällt oder nicht. Auch wenn es in deinem Fall schwierig wird, da du die Küche schon in KW 10 - 10 haben willst. Versuch doch erstmal rauszufinden, ob E+K bereits wieder Ware ausliefert oder ob die Tore noch verschlossen sind.

Dein Händler wird denke ich auf keinen Fall nach der Pleite von E+K auf einmal nur noch einen "billig Anbieter" verkaufen wollen, das wäre nicht in seinem Interesse wenn er bisher doch er hochwertig verkauft hat.
 

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