Kaufvertrag - was ist üblich?

Dieses Thema im Forum "Küche und Recht" wurde erstellt von Streusel, 25. Jan. 2014.

  1. Streusel

    Streusel Mitglied

    Seit:
    7. Aug. 2013
    Beiträge:
    49

    Hallo,
    ich möchte eine Küche kaufen. Ich hatte bisher 2 Termine im Küchenstudio und es ist noch einiges unklar. Gibt es sowas wie einen Vorvertag? Ich kann verstehen, dass das Küchenstudio irgendwann eine Entscheidung will. Meine Frage, wie sieht üblicherweise der Kaufvertrag aus? Welche Formulierungen gibt es bzgl. Änderungen? Gibt es hier vllt ein Musterexemplar?
    Bis jetzt habe ich seitens des Verkäufers noch keine Unterlagen erhalten. Es wurde noch kein Aufmaß grnommen. Ich hätte zumindest vorher gern eine Liste der eingeplanten E-Geräte. Ist es üblich, den Vertrag vor Unterzeichnung mit nach Hause zu nehmen? Handelt es sich um einen Werkvertrag? Ich würde mich über ein paar Tipps sehr freuen, damit ich nicht ins Messer laufe. Vielen Dank.
     
  2. Magnolia

    Magnolia Mitglied

    Seit:
    25. Dez. 2010
    Beiträge:
    6.516
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    So etwas wie einen Vortrag kenne ich in diesem Zusammenhang nicht.
    Also ich würde auf alle Fälle erst unterschreiben, wenn die Planung, Geräte, Preis und Aufmaß gemacht sind.

    Nach der Unterschrift kommen evtl. Änderungen und Du bist dem KFB total ausgeliefert was z.B. den Preis betrifft. Wieso solltest Du das also tun ????;-)

    Erarbeite einen optimalen Küchenplan mit allen Details, dann hast Du auch die Möglichkeit konkret zu vergleichen. :cool:

    PS: Ich bin auch nur Kunde und kein KFB (die erzählen evtl. etwas anderes), aber von mir selbst wurde von keinem Küchenstudio eine Unterschrift verlangt, bevor nicht alles stimmig war (also auch kein Vorvertrag)

    Oder sprichst Du von einer aufwendigen kompletten Schreinerlösung?
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Jan. 2014
  3. R.KlärBär

    R.KlärBär Mitglied

    Seit:
    19. Dez. 2013
    Beiträge:
    126
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Bevor (!) du irgenwas unterschreibst, sollte alles geklärt sein. Unterschreibst du vorher irgendwas, bist schon auf der Verliererseite. Und Vertrag ist Vertrag. Da gibts auch kein 14tägiges Rücktrittsrecht, wie irrtümlich oft angenommen wird. Und sagst du, ich kaufe das, ist auch das schon ein rechtsgültiger Vertrag. Hat der Verkäufer einen Zeugen, wirst du das Gegenteil nicht beweisen können.

    Eine Küche ist eine größere Anschaffung. Anders als zB bei einem Auto, was nach ein paar Jahren oft wieder verkauft wird, hast du deine küche für die nächsten Jahrzehnte.

    Du solltest genaue Angaben darüber bekommen, aus welchen Möbelteilen (Hersteller, Programm, Farbe, Material, welche Art der Schränke) und Geräten (Farbikat, Bezeichnung) die Küche bestehen wird. Ein Händler, der seinen Kunden respektiert, übergibt ihm einen ausführlichen Gerätesprospekt, in dem die infrage kommenden Geräte angekreuzt sind. So sollte auch geklärt sein, wer Lieferung, Montage, Wasser- und Ektroanschlüsse macht und, vor allen Dingen, wer das bezahlt (du oder gehörts zum kostelosen Service).

    Ein wirklich seriöser Händler wird die die nötigen Informationen zukommen lassen.

    Sollte er rumzicken, (unser geistiges eigentum, machen die anderen auch nicht u.s.w.), dann mach ihm klar, dass du nicht gewillt bist, die "Katze im Sack" zu kaufen und dass andere Mütter auch hübsche Töchter und Söhne haben. Jedes Küchenfarbrikat(von einigen exclusiven Luxusmarken abgesehen) und jedes Gerät bekommst du in jeder Region immer von mehreren Händlern.

    Bedenke, dass du der als Kunde, nein, nicht König, sonder Kaiser bist. Der Händler will was von DIR, nämlich dein womöglich sauerverdientes Geld.

    Also, ran ans Werk!

    Gruß Jörg
     
  4. Streusel

    Streusel Mitglied

    Seit:
    7. Aug. 2013
    Beiträge:
    49
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Vielen Dank für eure Antworten. Wird denn vor oder nach dem Vertagsabschluss ausgemessen?
     
  5. martin

    martin Moderator

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    Barsinghausen
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Wer wirklich seriös arbeitet, wird Dir ohne Aufmaß noch nicht einmal ein verbindliches Angebot machen.
     
  6. Magnolia

    Magnolia Mitglied

    Seit:
    25. Dez. 2010
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    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    @ Martin: Als "unseriös" würde ich die Anbieter, die kein Aufmaß vor der Angebotserstellung aber nicht betiteln.

    2 Küchenstudios kamen tatsächlich vor der Angebotserstellung zum Aufmaß und die anderen wären vor meiner Unterschrift zum Aufmaß gekommen.
    (Auftag hat dann aber tatsächlich einer von diesen mit "Aufmaß vor Angebot" bekommen)

    Die Restlichen haben mir ein Angebot erstellt ohne vorherhiges Aufmaß.

    Als Kunde besteht man ja schon selbst darauf, dass das Aufmaß VOR meiner Unterschrift erfolgt, deswegen kann ja trotzdem erst ein Angebot von den Küchenstudios abgegeben werden. ;-) Ohne Unterschrift sind ja Änderungen (mit entsprechenden Preisänderungen) problemlos möglich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Jan. 2014
  7. martin

    martin Moderator

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    23. Jan. 2006
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    Barsinghausen
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Ich habe nirgendwo etwas von "unseriös" geschrieben! Ich schrieb "wirklich seriös". Deinen Umkehrschluss finde ich schon heftig.
     
  8. Magnolia

    Magnolia Mitglied

    Seit:
    25. Dez. 2010
    Beiträge:
    6.516
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    ...deswegen meine ".." in dem obigen Beitrag ;-).
    Aber auch das - nicht wirklicht seriös- fand ich nicht gerecht oder fair.
     
  9. menorca

    menorca Moderatorin Moderator

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    München
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Meinen Händler empfinde ich als wirklich seriös! Trotzdem wurde das Aufmaß erst gemacht, als der Vertrag schon unterschrieben war, was in einem Neu- oder Umbau auch kaum anders möglich ist. Und schwupps musste bei mir ein 90cm Schrank in einen 80cm Schrank umgetauscht werden.

    Bei dem Händler, wo du einen Preis genannt bekommst, der dir zusagt, und bei dem du insgesamt ein gutes Gefühl hast (Beratung, Planung, Service, nicht mit Mondpreisen gestartet und dann mit riesigen Rabatten gelockt), solltest du signalisieren, dass du dort kaufen möchtest.
    Das unterschriftsreife Angebot solltest du dann zum gründlichen Durchlesen mit nach Hause bekommen. Dort sollte jeder einzelne Schrank und jedes Gerät und Detail aufgelistet sein. Du solltest im Gegenzug dieses Angebot gründlich durcharbeiten, so dass du jede Position wirklich verstehst.

    Beispiele, was trotz aller Sorgfneu in meinem Vertrag falsch gelistet war: die Farbe von zwei Blenden (wir hatten mündlich die Frontfarbe umentschieden, fast alles war auch mit der neuen Bezeichnung, nur bei den Blenden hatte es nicht geklappt), die Richtung der eingebauten Brotschneidemaschine (nur ein Buchstabe in der langen Artikelnummer: R statt L), Wärmeschublade unter DGC mit Griff aber optisch eigentlich gleiche Zubehörschublade unter BO ohne Griff (also die Geräte googeln und genau gucken), ein einzelner Schrank wird bei mir ohne Griffe, das war falsch gezeichnet.
     
  10. Michael

    Michael Admin

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    Lindhorst
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Es gibt eben keine pauschale Vorgehensweise. Annette hat bei ihrem Händler ein so gutes Gefühl gehabt, dass es nicht als Risiko empfunden werden kann wenn vor dem Aufmaß unterschrieben wird.
    Ein Angebot mit detailierten Einzelpreisen kann man bei nachträglichen Änderungen und Preisunterschieden transparent nachvollziehen.

    Bei einem KFB, der sich eher als Phrasenschleuder entpuppt, sieht das natürlich anders aus. Oder die "Ich muss mal zum Chef"-Methode oder offensichtliches Desinteresse an den eigenen Bedürfnissen. Heimlichtuerei, Intransparenz, etc.
    Bei solchen sollte sich die vorzeitige Unterschrift u.U. rächen und man wird als Spielball benutzt. Man kann sich ja nicht mehr wehren.

    Alles eine Sache des persönlichen Bauchgefühls.
     
  11. kuechentante

    kuechentante Spezialist

    Seit:
    2. Apr. 2009
    Beiträge:
    3.072
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Bei uns gibt es kein Entweder oder.
    Wenn Omma nicht alleine messen kann, fahren wir Vor der Planung schon mal hin , dann passt es auch mit oder ohne Unterschrift.
    Wenn das Haus erst gebaut wird umso besser. dann ist die Unterschrift VOR Aufmaß auf dem Papier.

    Für alle anderen Fälle fragen wir gründlichst alle Maße ab. (So wie hier im Forum auch) Da geht hinterher auch meist nix schief bzw. muss nicht großartig geändert werden.
    Kleinere Änderungen sind bei uns inklusiv, heißt kosten dann nicht mehr.

    Als Küchenkunde kann man auch eine Aufmaßpauschale anbieten oder ein guter KFB bietet die von sich aus an. Die wird dann auf den Preis angerechnet, und ist somit kostenneutral.

    Viel Wege führen nach Rom.
     
  12. KerstinB

    KerstinB Administratorin Admin

    Seit:
    14. Feb. 2008
    Beiträge:
    44.700
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Ja, ich glaube, das ist ein guter Seiteneffekt einer hiesigen Küchenplanung. Anschließend kann man seine Küchenmaße singen ;-) ... also mir hat meine KFB die Maße voll abgenommen. Auch, als ich dann mit der Küche eines Freundes ankam. Ihr Mann hat die Küche zwar trotzdem gemessen (das gehört einfach zur eigenen Absicherung des Küchenstudios), aber es stimmte alles :cool:
     
  13. kuechentante

    kuechentante Spezialist

    Seit:
    2. Apr. 2009
    Beiträge:
    3.072
    AW: Kaufvertrag - was ist üblich?

    Durch dieses Forum , hab ich auch sehr viel dazugelernt.
    Spart Geld für uns vorab (Sprit und Zeit) , und damit auch für den Kunden .
     
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