Herausgabe von Planungsunterlagen

Dieses Thema im Forum "Teilaspekte zur Küchenplanung" wurde erstellt von Carla, 7. Juni 2010.

  1. Carla

    Carla Mitglied

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    7. Juni 2010
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    2

    Halo, liebe Forenmitglieder,
    diese Erfahrung hat wohl jeder, der eine Küche kaufen will schon machen müssen, man geht in das Küchenstudio, mit seinen Vorstellungen, seinen Unterlagen usw. und wenn man es wieder verlässt, fragt man sich, was hatte der jetzt eigentlich in der Ecke geplant oder wie waren gleich die Unterschränke angeordnet usw. Man weiß nach ein paar Tagen nicht mehr, wie die Küche geplant war, wenn man sich nicht selbst etwas darüber aufgeschrieben hat, also geht man zum nächsten Küchenstudio mit einer Erfahrung reicher. Man hat eine Zahl im Hinterkopf aber über die Planung hat man keine Unterlagen.
    Ist das nicht in höchstem Maße kundenunfreundlich ?!*stocksauer*
    Ich weiß nicht, warum wir das so einfach hinnehmen müssen, bei jedem Handwerker ,Autohöndler usw. bekommt man das Angebot schriftlich und (mehr oder weniger)übersichtlich.

    Auch wenn ich z.B. eine Küchenplanung online mache, bekomme ich nicht die 3D-Ansicht der Küche ausgedruckt, dabei war das doch mein Gehirnschmalz, den ich da gelassen hab. Nur Ikea z.B. hat damit kein Problem, da bekommt man alle Ansichten, alle Schränke mit Bild und Preisen einzeln aufgelistet. warum können das die anderen Küchenhersteller nicht auch?
    Oder man hört einen Preis für die geplante Küche von 20000.-Euro und dann meint der Verkäufer er könne mir einen Preis von 9999.- Euro machen, wo ist da die Transparenz für den Kunden. Das ist doch über den Daumen gepeilt und höchst fragwürdig.
    Was habt Ihr damit für Erfahrungen gemacht und wie kann man sich gegen dieses Gebaren wehren?

    Gruß
    Carla
     
  2. ulla

    ulla Premium

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  3. Wolfgang 01

    Wolfgang 01 Spezialist

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo Carla,

    IKEA bietet nicht nur allein eine Transparenz an. Auch beispielweise wir und bestimmt noch einige andere Händler mehr.

    Bei uns bekommt jeder Kunde alle Planungsunterlagen mit. Zeichnungen, Grundriss und die komplette Auflistung aus der hervorgeht, aus welchen Bestandsteilen die Küche besteht. Selbstverständlich auch Online.

    Wenn du diese Unterlagen von deinem Küchenplaner nicht bekommen hast, kann es sein, dass du vor dem Verkaufsgespräch nicht signalisiert hast, dass du diese Unterlagen haben möchtest, zum (Preis)Vergleich.

    Ich würde dir empfehlen, den KFB vor dem Verkaufsgespräch darüber zu informieren, dass du sämtliche Unterlagen haben möchtest. Evtl. kann man dafür ja ein paar Euro geben, für die Druckkosten. Mehr nicht.

    Sollte sich der KFB weigern, würde ich ein anderes Geschäft aufsuchen.

    LG Wolfgang
     
  4. Wendy

    Wendy Mitglied

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    65
    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo

    letztlich wird es nichts nutzen, darüber gefrustet zu sein. Im Grunde kann nur helfen, selbst eine sehr detaillierte Planung am online verfügbaren Alno-Küchenplaner zu machen.

    Das bietet mehrere Vorteile: Zum einen beschäftigt man sich genau mit den Möglichkeiten, die eine Küche bietet.
    Zum anderen kennt man durch die viele Probiererei und Planerei schon die Schranktypen, die verplant sind und hat während des Verkaufs- und Planungsgesprächs einen "Wissensvorsprung", den man dazu nutzen kann, genauer hinzuhören und darauf zu achten, über welche E-Geräte beispielsweise gesprochen wird.

    Bei mir war es so:
    Selbst geplant
    hier zur Diskussion gestellt
    Antworten nochmal für mich gründlichst durchdacht
    umgeplant
    wieder eingestellt
    Antworten nochmal für mich gründlichst durchdacht
    Durch Möbelhäuser und Küchenstudios gewandert - Inspirationen geholt
    Spülen und Armaturen notiert, die in Frage kommen.
    Nach "Beiwerk" gegooglet wie Spülen, Armaturen etc. und übliche Marktpreise herausgefunden.

    Nun mal in konkrete Beratungen eingestiegen. Hier eigene Planungen schon mitbringen.

    Du wirst merken: Du kannst Dich viel besser auf das Gespräch konzentrieren, wenn Du mit ganz konkreten Grundideen kommst.

    Und Du wirst ggf. auch besser vergleichbare Angebote erhalten - auch wenn man Dir keine Planung mitgibt. Denn Du machst die Vorgaben.

    Ich persönlich habe mir auch den zeitlichen Luxus geleistet, beim ersten Gespräch noch nicht zu verhandeln. Sondern erstmal nur eine erste Offerte machen zu lassen.

    Meine Erfahrung war: Das irritiert durchaus.

    Ich habe mir von jedem ein erstes Angebot machen lassen. Nirgends hinterm Berg gehalten, daß man natürlich noch anderweitig ebenfalls fragen wird.

    Jetzt hat man schonmal eine durchaus interessante Bandbreite.

    Nun arbeitet man sich ein, prüft die Preise der angebotenen Elektrogeräte.

    Denn oft hat der Händler bei seinen Angeboten eine Kopplung mit bestimmten E-Geräte-Herstellern.

    Kann ja sein, daß das angebotene Gerät passend wäre. Es spricht ja nichts dagegen, von so einer Kopplung zu profitieren, wenn die Geräte einem gefallen.

    Prüfen, wo man keinen Kompromiß eingehen will.

    Im Grunde läuft es darauf raus: möglichst selbst schon dafür sorgen, reichlich Marktkenntnis und Informationen zu haben.

    Dann erübrigt sich manches Argument (75 % Rabatt auf freigeplante Küchen....) von selbst - brachte bei mir z.B. kein einziger Verkäufer an!

    Auch bei der von mir gewünschten Spüle kam nie zur Sprache "Sie haben ja so ne teure Spüle rausgesucht, die kostet 980 €" - weil ich immer schon sagte, daß ich weiß, daß die problemlos für 320 bis 350 € zu beziehen ist....

    Wenn jemand ein Auto kaufen will, informiert er sich vorher auch genau über Hersteller, Leistung, Ausstattung etc. Recherchiert, prüft, vergleicht. Plant Extras (Ledersitze, Anhängerkupplung) ein nach bedarf.

    Warum sollte nicht eine Küche, die man oft 5 - 10 mal so lange wie manches Auto hat nicht ebensoviel Vorplanung bedürfen?

    Internet und speziell dieses Forum geben eigentlich enorm viele Antworten (selbst auf Fragen, die mir gar nicht eingefallen wären), das Hersteller-Ranking kann man sich auf jeden Fall noch zu Gemüte führen und für sich selbst prüfen: Was von den kriterien ist für mich wichtig....

    Wer hier angemeldet ist, geht sicher nach dem Durchforsten der Infos gut gerüstet in die Verhandlungen.

    Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut vorbereitet.

    Wendy
     
  5. Schreinersam

    Schreinersam Team

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    ....*crazy*
    Also, ich als Schreiner bin vielleicht ein Sonderfall,
    aber ich tu mich auch schwer, meine Planungen
    *einfach so* rauszugeben.

    Intressenten kommen oft zu mir, weil die Küchenstudios mit den Kunden-Räumen/Vorstellungen usw. nicht zu Recht kommen sprich, eine Planung ist erheblicher Teil meiner Leistung und die will ich bezahlt haben.

    Was Preise, Kalkulation usw. angeht, bin ich allerdings vollkommen offen, sprich... Kunde weiss was was kostet, wobei bei mir keine Einzelpreise für z.B. den Schrank X entstehen...
    es ist immer eine Objektkalkulation.

    Dass sich KundInnen beim oben (Tread-Start) aufgezeigten Verhalten nicht gerade freuen, ist einzusehen.

    *winke*
    Samy
     
  6. ulla

    ulla Premium

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo Samy, nein, Du bist kein Sonderfall. Im Laufe unserer Küchensuche, die uns in rund 10 Studios oder Küchenhäuser führte, war es die Ausnahme, die Pläne mitzubekommen.

    Und unser Küchenberater, bei dem wir gekauft haben (auch Küchen-Schreiner wie Du), macht es eher nicht, aus den gleichen Gründen wie Du, Ausnahmen macht er hin und wieder.

    Ich war zwar am Anfang unserer Küchensuche darüber gefrustet, aber das legte sich, als ich selber mehr Professionalität erlangte. Ich stimme da Wendy zu. Und ich habe einfach selber mitgezeichnet!
     
  7. Hans Amstein

    Hans Amstein Mitglied

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Bei mir lief es ähnlich wie bei Ulla und Wendy. Ich habe mich zunehmend in das Thema reingewühlt und - mit tatkräftiger Hilfe von Kerstin und einigen weiteren ExpertInnen (damals) im Chefkoch-Forum - letztendlich meine eigene Planung entwickelt. Die habe ich zur Umsetzung vorgegeben. Da gab es dann am Ende (nicht vorher!) wenig verbleibende Spielräume für KFBs... Mit dem Ergebnis bin ich jetzt hochzufrieden.

    Der Aufwand zuvor (Zeitinvestition & Opportunitätskosten!) war allerdings nicht unbeträchtlich. Dennoch würde ich das allen empfehlen, die eine hochwertige (und folglich nicht ganz billige) EBK planen. Es lohnt sich.

    Grüße
    H.A.
     
  8. racer

    racer Team

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Letztendlich habt Ihr die Arbeit des Küchenfachberaters übernommen. Dieser muss somit deutlich weniger Zeit in die Planung investieren und kann dann auch ungeniert sein Angebot herausgeben... und genau, wie Sam sagte: die obige Zeitinvestition möchte der Händler natürlich gerne geschützt wissen, wenn er sie schon nicht bezahlt bekommt.

    Wie gesagt, bei alle dem gibt es immer den Unterschied zwischen Verkäufern, welche im beisein des Kunden ca. 3 Stunden am PC sitzen und den KFB´s die sich nach mehreren Gesprächen einen Tag hinsetzen und hochwertige Zeichnungssätze erstellen....

    gerade bei der zweiten Kategorie kann ich die Nichtherausgabe detailierter Unterlagen sehr gut nachvollziehen...

    mfg

    Racer
     
  9. Carla

    Carla Mitglied

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Guten Abend,
    ich habe die Beiträge nun etwas verfolgt, @Ulla: der angeführte Link führt zu den Diskussionen aus dem Jahr 2007, es ist schon sehr traurig, dass sich seither scheinbar nichts geändert hat.:'(
    Wenn ich für einen Kunden ein Angebot für die Sanitärinstallation für ein Mehrfamilienhaus mache, sitze ich da nicht nur Stunden, sondern Tage daran, dann schaut der Kunde ins Internet, oder streicht die Preise weg und kopiert das Angebot und geht zum nächsten Handwerker. Hab ich alles erlebt. Da kann ich auch nicht zum Kunden sagen, du bekommst das Angebot erst bei Auftragserteilung.
    Damit muss man zurechtkommen, das ist Wettbewerb, ich frag mich, warum das bei den Küchenverkäufern nicht auch möglich sein soll. Dann könnten die auch nicht solche Mondpreise machen.
    @wendy:Ich habe meine Planung über nobilia auch online gemacht, aber man bekommt keinen 3D-Ausdruck. Ja, man wird selbst ein Küchenplaner mit der Zeit.
    Ich bleibe jedenfalls weiterhin optimistisch, dass hier irgendwann im Sinne der Verbraucher eine Veränderung erfolgen muss.

    Schönen Abend wünscht
    Carla
     
  10. Michael

    Michael Admin

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo Carla,

    klar ist das Thema aus 2007 heute immer noch aktuell. Und wie bei allem hat allein der Kunde letztlich die Macht das zu ändern. Offenbar finden sich immer noch genügend mit dieser Methode ab.

    Planungsleistung hin oder her - ein detailiertes Angebot steht einem potenziellen Käufer aus meiner Sicht zu. Das ist in allen anderen Geschäftsbereichen auch so.

    Wer das nicht erhält, dem steht es frei sich von dem Händler abzuwenden.
     
  11. racer

    racer Team

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    1. März 2008
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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Man kann ja als Küchenverkäufer das Angebot wie folgt aussehen lassen:

    Pos.1 20 qm beschichtete Spanplatte
    Pos.2 5 Arbeitsstunden für Zuschnitt
    Pos 3 100 laufende Meter Kantenanleimer
    Pos.4 26 Scharniere
    Pos.5 10 Paar Schubkastenzargen
    Pos.6 Böden und Rückwände
    Pos.7.......

    das wäre dann wirklich total detailiert und der Kunde kann dennoch nichts damit anfangen.... sam, so müßten Deine Angebote dann doch aussehen, oder ??? ;D;D;D

    mfg

    Racer
     
  12. Michael

    Michael Admin

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Wie dann wohl das Angebot für deinen Toureg aussehen würde... ;-)

    Letztlich müssen wir uns doch nichts vormachen.
    Die Intransparenz kommt dem Handel nur recht und es besteht aus Händlersicht nicht die geringste Veranlassung, daran etwas ändern zu wollen. Es sei denn, er verkauft aufgrund dieses Geschäftsmodells keine Waren mehr.

    Das wäre doch blöd. Zumal der faire Händler, der detailierte Angebote erstellt, aus dem gelieferten Vertrauensvorschuss ebenfalls Abschlüsse generiert.

    Meine Erfahrung diesbezüglich:
    Faire Händler produzieren faire Kunden, und auch das sollte dem Handel wichtig sein wenn es z.B. um Reklamationen und die Tollerierung von Bagatellen geht.
    Ein Kunde, der sich übervorteilt fühlt, wird sich wenig um die Verhältnismässigkeit kümmern.
    Besonders in diesem Zusammenhang möchte ich den von uns allen geschätzten Gatto nochmals zitieren:
    Erfolgreiche Geschäfte funktionieren nur auf gleicher Augenhöhe.

    Just my 5 cent... :cool:

    Als Monteur stehe ich übrigens genau in der Mitte und nur wenn beide Parteien rechts und links von mir fair miteinander umgehen, habe ich den geilsten Job der Welt. Wenn einer aus der Reihe tanzt, ist es damit vorbei. :trost:
     
  13. Gatto1

    Gatto1 Spezialist

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Michael,

    so oft ich auch Deiner Meinung bin, sehe ich das etwas differenzierter.
    Stell Dir mal vor, zu Dir käme ein Kunde mit einem Montageproblem. Raum und Möbel sind da, aber Bausubstanz und Gegebenheiten sind kompliziert und er weiß nicht so richtig, wie und mit welchen Mitteln er die Möbel optimal in dem Raum montieren kann. Deshalb sucht er einen guten Monteur - so weit, so gut.
    Damit sich der Kunde aber unter den vielen Monteuren, die Ihre Arbeit anbieten auch den Richtigen aussuchen kann, erwartet er, das Du zunächst mal Deine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellst.
    Das heißt, er erwartet, das Du erst einmal Einbau- und Befestigungsmöglichkeiten vorführst, ihm bis ins Detail alle Lösungen und Ansätze für sein Problem zeigst und mal richtig in die Trickkiste Deiner Erfahrungen greifst.
    Nachdem Du dann so drei, vier oder manchmal auch mehr Stunden gearbeitet, getüffelt und geschraubt hast, kurz, Dein Wissen und die Erfahrung als Handwerker in aller Tiefe vor ihm ausgebreitet hast, nennst Du ihm dann Deinen Preis, den Du für Deine Leistung für angemessen hälst.
    Darauf sagt Dir Dein Kunde: Vielen Dank, ich überleg mir das noch mal - und begleitet Dich zur Tür. Auf eine Gegenleistung für Deine Arbeit hast Du natürlich noch keinen Anspruch, denn das war ja bis hierhin alles ein kostenloser Service von Dir - den Du sicherlich gerne 2 bis 3x am Tag erbringst.

    Sicherlich gibt es einige (wenige) faire Kunden, die Deine Bemühungen, Erfahrungen und Deinen Einsatz honorieren und vielleicht sogar den Auftrag bei Dir auslösen. Leider ist die Mentalität vieler aber so, das Sie das bei Dir abgeguckte Wissen und Deine Lösungen nehmen, sich einen billigen Fuzzi suchen, der es für die Hälfte macht. Deine Ideen,deine Arbeit, sein Preis.

    Ich bin mir nicht sicher, ob Dir eine solche Behandlung wirklich zusagen würde.
    Genau das ist es aber, was viele engagierte Küchenplaner tagtäglich erleben.
     
  14. shopfitter

    shopfitter Team

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hi Gatto.....

    das liegt daran, daß dem Kunden kein Preis mitgeteilt wird und er sich somit nicht im "Vorfeld" entscheiden darf;-).....

    Heute Morgen rief einer an...Ich krieg meinen Schrank nicht hin (Netkauf)...nach der Problembeschreibung konnte ich Lösung zusichern....angewöhnt habe ich mir mittlerweile "meinen Preis" zu nennen...also kann er sich entscheiden;D...er hat sich entschieden, Schrank funzt und morgen kommt er zum Küchenkauf...auf Augenhöhe;-)...alles ganz einfach weil im Vorfeld "gschwätzt" und bar gezahlt hat er auch:nageln:.

    Nachtrag: " Warum rufen sie im Küchenstudio wegen nem Schlafzimmerschrank an?....Sie: " Weil Küchenmonteure die besten sein sollen... Recht hat sie.....

    Aquise auf : " Guck mal was ich alles kann Basis" funktioniert nicht. "Wenn Du mich willst kostet es funktioniert hingegen gut; unser diesbezüglicher Ruf dürfte brillant sein*dance*.... zugegeben manchmal schwitze ich schon*foehn*...der Preis 47€/Std zuzüglich An und Abfahrt...fertig.
     
  15. Michael

    Michael Admin

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Nein Gatto,

    ich sehe das genauso differenziert wie du. Meine Ausführungen bezogen sich wirklich nur auf ein detailiertes Angebot, soweit möglich. Und meistens ist es das.

    Ich stehe nicht nur zwischen beiden Seiten, sondern ich verstehe auch beide. Ich fahre oft raus, sehe mir Schäden etc. an und hoffe auf den Auftrag. Wenn er nicht kommt, habe ich ein Stündchen investiert (Niemals 4 oder 5) und verärgere den Nichtkunden nicht noch mit einer Mini-Rechnung, die mich nicht reich machen würde.
    Stattdessen lege ich das unter Service ab.

    Ich halte es da wie shopfitter und nenne meinen Preis. Und zwar vorher. Signalisiert mir der Kunde die Bereitschaft diesen zu zahlen, werde ich tätig. Sollte es dennoch nichts werden, aus welchen Gründen auch immer, habe ich zwar mit Zitronen gehandelt, aber ich habe mich fair verhalten. Das geht dem Tischler so, dem Klemtner oder jedem Handwerker auf der Welt.

    Besonders im Handwerk ist oft zu beobachten, dass diese sich oft nicht trauen im Vorfeld über Geld zu sprechen. Das ist ein grob unterschätzter Fehler und die Ursache eines hohen Prozentsatzes von Firmenpleiten.

    Im übrigen bin ich da in einer etwas komfortableren Situation als mancher Händler. Das muss man fairerweise dazu sagen.
    Letztens ein Wasserschaden. Küche demontieren, zwei Stockwerke höher wieder montieren und APL erneuern. Kunde hat nach eigenen Aussagen sämtliche Händler und Tischlereien der gelben Seiten abtelefoniert und keiner war bereit, den Auftrag anzunehmen.
    Ich mache das trotz Versicherungsschaden zum normalen Preis und eine bessere Propaganda für die Zukunft kann ich mir garnicht vorstellen. Von der Dankbarkeit der Kunden ganz zu schweigen.

    Also nochmals:
    Ich distanziere mich davon, dass der Händler 4-5 Stunden Planungsleistung kostenlos erbringen soll. Keine Frage.
    Aber der gleiche Händler, zu dem ein Kunde mit fertiger Planung und der Bitte nach einem Angebot kommt, wird dieses ebenfalls nicht erbringen. Und das kostet nur etwas Tipparbeit, die er z.B. für öffentliche Ausschreibungen ebenfalls aufbringen muss, wenn er sich daran beteiligt. In dem Fall wird er aber dazu gezwungen, da er sonst den Auftrag nicht erhält.
     
  16. ulla

    ulla Premium

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo Michael, Deinen letzten Beitrag finde ich sehr gut, da er die Thematik differenziert auflöst.

    Deutlich wird auch: Ihr Spezialisten schreibt hier im Forum in verschiedenen Rollen. Du, Michael, als Monteur, Gatto als Küchenhändler und -verkäufer. Das sind - obwohl Ihr aus der Sicht von uns Kunden alle mit Küchen zu tun habt, verschiedene Paar Stiefel.

    Ich glaube, der Kunde spürt irgendwann, ob der Verkäufer sich engagiert, weil beide Seiten auf gleicher Augenhöhe arbeiten und ermsthaft bei der Sache sind. Und auch der Verkäufer spürt irgendwann, ob der Kunde nur auf Angebots-Tournee ist, sich eigentlich schon entschieden hat (für einen anderen), aber noch einmal woanders Preise einholen geht, nur um seinen Verkäufer im Preis noch einmal zu drücken.

    Wir waren im Vorfeld unseres Kaufs in einer Menge Studios, haben viele Küchenberater kennengelernt und vieles angeschaut. Wir haben uns aber immer bemüht, den Aufwand für den Berater minimal zu halten, z. B. indem wir nicht jeden Trockenbau und jedes Fitzelchen berechnen ließen, sondern z. T. nur Grobschätzungen eingeholt haben. Oder indem wir eine Standardplanung vorgaben, die der Berater nur abkupfern musste. Oder indem wir uns selber vorab im Internet informiert haben und nicht mit jeder Detailfrage x Berater beschäftigt haben.

    So empfand ich es als durchaus fair.
     
  17. Schreinersam

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Moin Racer.... letztlich muss ich im Grunde so rechnen, sprich ich könnte auch das Angebot so machen;D.
    Bei mir hat sich herausgestellt, dass feste Einzelpreise für Baugruppen (Schrank x ....) nie die tatsächliche Kostenstruktur einer Küche darstellen... entweder zu teuer oder zu billig.
    Sprich ich rechne das ganze Objekt.

    Ich häng mal ein Angebot/Auftragsentwurf an. Feedback, speziell auch von Kundenseite, erwünscht.

    *winke*

    Samy
    P.S.: die Preise wären verhandelbar*kfb*
     

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    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2010
  18. Michael

    Michael Admin

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hallo Sam,

    du bist halt kein Billiger und weisst, was du wert bist. In Konkurrenz zu dir stehend würde ich das Angebot locker um 25% unterbieten und für drei Millionen liefern. Und zwar incl. aller Anschlüsse. ;D
     
  19. Schreinersam

    Schreinersam Team

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    Schorndorf
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    du bst n Billigheimer ?
     
  20. mozart

    mozart Spezialist

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    AW: Herausgabe von Planungsunterlagen

    Hi,
    Barzahlung an Ort und Stelle direkt nach Montage sehe ich allerdings kritisch.
    Ich schicke die Abschlußrechnung zwar meist sehr bald nach der Montage raus, finde aber, der Kunde sollte Zeit haben, sich die Küche in Ruhe nochmal anzusehen, um sicherzugehen, daß die Leistung wirklich erbracht ist.
    Skonto gewähre ich nicht mehr, das ziehen sich zu viele auch nach Fristende.
    Planungsunterlagen gebe ich immernoch gerne heraus. Gerade wenn ich weiß, daß beim Kunden noch andere Angebote von Studios liegen, ist mir wichtig, daß er beim Vergleich sieht, was die anbieten und was bei mir anders und individueller ist.
    Es gibt einen Händler in der Pfalz, dessen Angebote ich wirklich schätze-wenn sie beim Kunden zum Vergleich ausliegen, steigen meine Chancen beträchtlich.
    ;D
    Jens
     
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