Großer Dunstabzug oder ganz anders denken ?

Hectorix

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Liebes Forum,

ich hatte uns und unsere damaligen Planungen vor etwas mehr als zwei Jahren schon einmal vorgestellt.
( Zweiseitig bedienbares Kochfeld ? - )
Wie damals geschrieben, haben wir unser Haus Ende 2019 zu einem durchaus zufriedenstellenden Preis verkauft. Die Idee, hier in der Gegend ( südl. Rand des Ruhrgebietes ) ein neues Objekt zu finden oder für ein neues Haus ein Grundstück im Grünen zu finden, erwies sich allerdings als für uns nicht umsetzbar.
Gern berichte ich, warum ich zu diesem Schluß komme, will aber hier jetzt keine endlosen Vorreden schwingen.
Letztlich haben wir unsere Pläne komplett umgeworfen und werden in ein paar Jahren nach Schleswig-Holstein umziehen. Meine Frau hat einen großen Teil ihres früheren Lebens dort verbracht und wollte total gern wieder dort hin zurück. Wir haben vor einiger Zeit schon ein unbebautes Grundstück direkt an einem kleinen See in der Schleswig-Holsteinischen Schweiz gekauft. Eine Baugenehmigung für ein Haus darauf gibt es schon, der Vorbesitzer hat das Projekt aber aus persönlichen Gründen aufgeben müssen.
Wir sind also in der formidablen Situation das Haus praktisch um die Küche herum planen zu können.
Die Vorstellung mit der Insel aus dem o.g. alten Beitrag hat sich bis heute gehalten. Aber die DAH Problematik ist keineswegs besser geworden.
Wir planen weiterhin mit einer Kochinsel mit zwei gegenüberliegenden Panoramakochfeldern. Die etwas skeptische Befürchtung von Bibbi zur zukünftigen Verfügbarkeit von ca. 90 x 35 cm Kochfeldern scheint sich nicht zu bewahrheiten. Es gibt aktuell deutlich mehr davon, als ich 2019 gefunden habe.
Es bleibt aber die Problematik, Wrasen von einer Fläche von ca. 120 x 120 cm abziehen zu müssen.
Da ich auch durch intensive Recherche keine oberhalb der Kochzone angeordnete Haube in dieser Größe finden konnte, habe ich mich mal mit den Einbaugeräten befasst.
Ich habe zwar immer noch eine Skepsis gegenüber der Idee, Dünste die nach oben streben, nach unten absaugen zu wollen, aber da bin ich wohl zu engstirnig.
Ein Muldenlüfter innerhalb des Kochfeldes kommt für uns keinesfalls in Frage. Abgesehen davon, daß damit die Flexibilität des Kochfeldes bei der Anordnung des Kochgeschirrs ziemlich verloren geht, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, das so ein Ding den Dampf erfassen kann, der z.B. beim Ablöschen des Bratansatzes in einer heißen Gußpfanne nach Entnahme der Steaks entsteht.
Eine Lösung, die ich noch irgendwie nachvollziehen kann, sind diese Abzüge, die hinter dem Kochfeld in Höhe des Topfrandes wirken.
Also so etwas wie die Miele Downdraft DA 6890 oder die Siemens GlassDraftAir.
Bei genauer Betrachtung sind aber beide Geräte sauteuer ( wir brauchen schließlich jeweils zwei davon ). Die Miele sieht ausgefahren sch**e aus, weil sie den Blick nach vorn vollkommen versperrt, die Siemens ist meiner Ansicht nach eher ein Spielzeug für die Yuppie-Küche. Wer will die Scheibe denn nach jedem Spiegelei putzen ?
Bleibt also nur die Sonderanfertigung durch einen Lüftungsbauer / Küchenausrüster o.ä. ?

Gruß,
Wolfgang
 

US68_KFB

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Ich habe da auch keine Bedenken. Der Wrasenfang um den Deckenlüfter herum ist das entscheidende. Lüfter in die Mitte 120 x 60 , vorn, hinten und seitlich mindestens 30 cm dazu den Trockenbau und eine "Wrasenfangbrettkante" :-) (gerade ausgedacht das Wort) 10 cm hoch drumherum. Zack die Bohne...ohne viel aufwand.
 

KerstinB

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Kommt natürlich noch auf die restliche Planung an, wie man das in schick integriert. Halte es aber auch für die beste Lösung.
 

Hectorix

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Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten. :-)
Bei den Deckenlüftern bin ich bei der Suche nach Lösungen auch immer wieder vorbeigekommen, habe aber noch nicht so recht verinnerlicht, wie das genau funktioniert.
Ich schreibe mal, was ich glaube verstanden zu haben :
Die Deckenhaube stellt eigentlich nur die Haltekonstruktion für die Filter dar. Bei der verlinkten Haube werden die aufsteigenden Dämpfe durch den umlaufenden Spalt um die beiden Deckel angesaugt und dann durch die Filter geleitet. Da dahinter ja noch die Verrohrung nach außen Platz finden muss, muss man die Decke entweder entsprechend hohl konstruieren oder man hängt das Ganze mit einer Trockenbaukonstruktion entsprechend etwas ab.
Eine Abhängung fände ich gut, die kann man über dem Küchenblock noch als gestalterisches Element nutzen und kommt gleichzeitig etwas näher an die Kochebene heran.
Die Verrohrung wird nach außen geführt. Der Luftstrom wird dann entweder von ( in diesem Fall zwei ) außen liegenden Lüftern erzeugt oder durch Lüfter innerhalb der Trockenbauabhängung. Mir scheint die außen liegende Variante die Beste, weil ich mir davon versprechen würde, daß das Geräuschniveau in der Küche sehr niedrig bleibt.
Was es allerdings mit dem explizit erwähnten "Wrasenfang", bzw. der "Wrasenfangbrettkante" auf sich hat, ist mir noch nicht recht klar. Kann ich mir darunter so etwas wie Luftleit-Elemente vorstellen ? Habt Ihr da vielleicht ein Bild, eine Skizze, einen Link .... für mich, der das mal technisch darstellt ?
Sind Deckenlüfter eigentlich immer Abluft-Geräte ? Ich finde Abluft eigentlich logischer, als Umluft, weil man die Gerüche/Dämpfe ja loswerden will. Klingt mir effektiver, dies mit Abluft zu machen, statt mit Umluft.
Wir wollen allerdings ein KfW55 Haus bauen. Da wird es ja notwendig werden, für die Abluft-Variante zumindestens im Betrieb eine Zuluft-Möglichkeit zu schaffen.

Gruß,
Wolfgang
 

KerstinB

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Mein Album von beispielhaften Decken-DAHs ==> Decken-Dunstabzugshauben - Album von KerstinB - 0 Kommentare - Seite 1

Besonders gut erkennt man das Prinzip "Wrasenfang" an:
full

Außen nach unten ist rundum eine ganz kleine Kante, so dass der nach oben gestiegene Wrasen beim Verteilen da quasi dran hängen bleibt und die Randabsaugung der Deckenhaube die Zeit hat, die Wrasen einzusaugen.
 

Evelin

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mal eine andere Frage, zumal die Planerei doch eher hypothetisch ist, jetzt nicht zu tragen kommt und ihr altersmäßig eben auch keine 20 mehr seid. Angenommen, Kochfelder auf beiden Seiten, dh es muss auf beiden Seiten ausreichend Platz zum Bewegen geben.

Einer muss dann immer etwas umständlich zu den Vorratsschränken, GSP usw laufen, es sei denn ALLES befindet sich auf der Schmalseite der Insel an einer Wand min 3m lang und die Spüle(n) so, dass man die auch vernüftig nutzen kann ohen dass man zB den Pasta Topf mehrere meter durch die gegend trägt.

Ihr kauft 2 Kochfelder à 4 Zonen, von denen ihr wohl nie 8 Töpfe gleichzeitig rühren werdet und nur selten 6.

Warum nehmt ihr nicht eine flexible Lösung auf EINER Seite mit 6 Kochstellen wie zB Gaggenau 400/VZug4000 oder Miele Smartline oder irgendwas in der Richtung, wo seitlich davon je eine Person schneiden kann, Wasser im Rücken? Darüber eine 120er Haube und bob is your uncle (sagt man bei uns so). Kann ja auch an der Wand sein mit übertiefer AP.

Einen Neubau passend zu einer ungewöhnlich Kochstellenlösung zu planen, stelle ich mir recht schwierig vor, allein wenn man sieht, was so gebaut wird und die Leute mit einer "normalen" Küche schon in die Bredouille kommen und ihre "Traumküche" nicht realisieren können.
 

Hectorix

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@Kerstin : Danke, jetzt ist es mir klar. So in etwa wie im ersten Bild stelle ich mir das auch vor. In dieser Anhängung kann man dann auch die Beleuchtung super anordnen.

@Evelin : Ich kann das von Dir Geschriebene gut nachvollziehen und auch verstehen. Ich habe noch nicht recht ableiten können, ob Du beruflich mit Küchenplanungen und -aufbauten beschäftigt bist oder eher ( überaus :2daumenhoch: ) sachkundiger Laie bist. Natürlich sind Überlegungen, wie ich sie gerade anstelle, aus der Sicht eines jemanden, der üblicherweise ein solches Projekt stramm durchziehen muss ( der Kunde will ja fertig werden ) eher untypisch.
Uns bleibt aber momentan nichts anderes übrig. Ich bin beruflich noch etwa vier Jahre hier gebunden und deshalb können wir nichts anders tun, als uns schon mal Gedanken zu machen, was wir wollen und wie das umsetzbar ist.
Ich habe mein Berufsleben zu einem großen Teil in Projektplanungen ( Software / Prozesse ) verbracht, so daß mir mehrjährige Realisierungsphasen incl. der Notwendigkeit, die Planung immer wieder einem veränderten Sachstand anpassen zu müssen, nicht fremd ist.
Die Idee der zwei Kochstellen ist unser Favorit, weil wir gern zusammen Kochen würden, aber dabei vollkommen unabhängig agieren möchten. Das heißt, zusammen an derselben Seite der Insel umherzulaufen, möchten wir vermeiden. Wir finden es auch erstrebenswert, wenn wir uns beim Arbeiten gegenüber stehen und uns ansehen, bzw. direkt ansprechen können. Nebeneinander und auch noch mit Blick auf eine Wand hatten wir nun lang genug.
Natürlich werden wir die Möglichkeiten von zwei Kochfeldern nicht ausnutzen. Kein Zweipersonenhaushalt braucht so viele Kochstellen gelichzeitig, auch nicht, wenn für Gäste gekocht wird. Schon klar, aber wenn damit die vorher beschriebenen Verhältnisse realisiert werden können ...
Dafür würden wir auch etwas weitere Laufwege in Kauf nehmen. Die Anordnung aller Küchentechnik haben wir noch nicht tiefer überlegt. Einzig die Insel stellen wir uns so vor, daß auf der von der Stirnseite der U-Küche abgewandten Seite die beiden Kochfelder angeordenet werden sollen, daneben eine etwa 1 m breite Arbeitsfläche ist und dann stirnseitig quer ein großes Waschbecken ist.
Natürlich folgt diese Küchenplanung keinem stramm rationalen Ansatz, das ist aber auch nicht unsere Absicht. Meine Frau und ich habe eine Lebensgeschichte, aus der wir jetzt ableiten, daß wir die Gelegenheit nutzen uns etwa Gutes zu tun, auch wenn das nicht unbedingt der klassisch vernünftige Ansatz ist.
Jetzt ist aber mein Sous-Vide Krustenbraten so weit, weiter verarbeitet werden zu wollen.
Ich führe das hier gern weiter fort.
Bis demnächst. Gruß,
Wolfgang
 

KerstinB

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@Hectorix ... mach beizeiten einen Planungsthread für das neue Projekt auf. Wichtig dabei wären die Randbedingungen fürs Haus ansonsten, damit man das auch ein wenig berücksichtigen kann. Auch mal eine Skizze zu dem, was du eben mit vielen Worten beschrieben hast und dann kann man die Jahre nutzen, das hier schön zu entwickeln. Ich denke dabei auch an meinen Küchenplanungsthread, der sich auch 3 Jahre hinzog. weil ich den Umbau der jetzigen Wohnung von Anfang mit planen konnte. Die Küche hat da auch diverse Entwicklungen mitgemacht.
Solche Projekte lieben wir hier eigentlich :kiss: ... und, guten Appetit.
 

isabella

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Ich mag diese Liebhaberprojekte auch viel lieber als die Standard-Us.
Interessant finde ich, dass Kochen bei Euch hauptsächlich am Kochfeld statt findet. Bei mir wird gemischt, geknetet, geschält, geschnippelt, meliert, gefüllt, ausgerollt... Manches kommt in den Backofen, Manches im Dampfbackofen, Manches (Tartare, Rohkostteller, Pesto...) bleibt auch roh. Der Grill und der Beefer wollen auch benutzt werden. Du machst sogar Sous-Vide, dann kommt das Kochfeld vielleicht am Ende kurz zur Verwendung. Wenn ich das Kochfeld nutze, stehe ich auch nicht die ganze Zeit daneben, es sei denn, ich mache gerade ein Risotto oder Polenta, ansonsten nutze ich gerne ein Timer.
Ich hätte gar keine Verwendung für so viel Kochfeldfläche...
 

Hectorix

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... einen ( dann Langzeit ;D- ) Planungsthread werd ich demnächst hier mal anfangen.
Wir haben ja schon Kontakt zu einer Architektin aufgenommen, die in der Gegend einen repektablen Ruf genießt.
Ich werde in dem neuen Planungsthread dann mal mit der ersten Grundrissidee anfangen. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.
 
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