Fenix - ein kurzer Erfahrungsbericht

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Hallo liebes Forum!

@Schreinersam hatte mich gebeten, weil ich es heute live erleben durfte, einen kurzen Erfahrungsbericht zum neuen Nanotechnologie-Frontenmaterial Fenix zu verfassen. Hier also meine Eindruecke.

Fenix ist wirklich matt- so matt, dass es beim Ansehen warm wirkt, auch wenn das Material selbst in einer kalten Farbe gehalten wuerde. Haptisch ist es etwas ganz Besonderes- weicher als Lack, fast ein wenig samtartig, aber dennoch sehr hart und widerstandsfaehig.

Beeindruckend war fuer mich die Resistenz gegen Fingerabdruecke. Ich habe mit frisch mit P*naten-Creme eingecremten Fingern wie ein Weltmeister auf der Demo-Platte herumgetatscht und nachher nicht einen Abdruck erkennen koennen (und ich bin da sehr kritisch). Ebenso hat herunterlaufendes Wasser keine Spuren hinterlassen und der Kuechenfachberater, der mich mit dem Material hat experimentieren lassen hat auch bestaetigt dass man eigentlich nur extremst stark faerbende Lebensmittel wie z.B. Rote-Bete Saft zeitnah nachwischen sollte, alles andere perlt am Fenix einfach ab (Rote-Bete Saft durfte ich nicht ausprobieren).

Fenix wird als selbstheilendes Material beworben, das sich mittels Waerme selbst bei mittleren Kratzern einfach ausbessern laesst. Um dies zu testen habe ich einen Nagel in die Hand bekommen und sollte auf der Demoplatte einen Kratzer hinterlassen- gar nicht so einfach, sich dazu zu ueberwinden. Nachdem ein mittelgrosser Kratzer auf der Platte war (man braucht dazu schon etwas Kraft, das Material verkratzt nicht so leicht) habe ich ein mittelheisses Buegeleisen und einen leicht feuchten, duennen Lappen gereicht bekommen und (mit Buegeleisen ueber dem Lappen) den Kratzer einfach weggebuegelt. Ich habe zwar schon ein wenig Erfahrung mit selbstheilenden Materialien (unter anderem Beton) gesammelt, aber ein derart ueberzeugendes Ergebnis das erste Mal gesehen. Zwischen der Buegelflaeche und dem Rest der Platte habe ich bei saemtlichen getesteten Lichteinfallwinkeln keinen Unterschied feststellen koennen.

Das Material hat natuerlich nicht nur Vorteile- es ist recht teuer, und die Auswahl der Dekore ist recht bescheiden. Es gibt unter anderem kein abgetoentes Weiss, das nicht ins Graue faellt. Der Farbton Alaska-Weiss, mit dem ich allerdings all diese Tests gemacht habe, ist zwar ein reines Weiss aber durch die Mattigkeit wirkt es nicht steril.

Allgemein kann ich zusammenfassen, dass fuer mich persoenlich das Fenix einen hochwertigen Eindruck macht und definitiv als Alternative zum Mattlack aber auch zum traditionellen matten Schichtstoff in Betracht gezogen werden sollte, gerade wegen seiner Unempfindlichkeit und der einfachen Moeglichkeit, es auszubessern.
 
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bibbi

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Wir haben das Material in Schwarz(Bold Black) als Arbeitsplatte in einer Musterküche verbaut.(1cm Stärke)
Sieht edel aus und fühlt sich super an.Scheint auch gut pflegbar zu sein.
Wie es dann tatsächlich beim Endkunden funktioniert,wird sich zeigen.
LG Bibbi
 
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Wenn irgendetwas mit "Nano" beschichtet/verarbeitet wird, werde ich skeptisch. Gerade dann, wenn es mit Lebensmitteln in Berührung kommt.

Es ist ja bald Messe, vielleicht kann man sich das Material dann mal genauer ansehen.
 
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Warum Wolfgang? Wenn etwas mit Nano ( also einem Milliardstel) beschichtet ist und ungesund ist es doch besser als wenn die Schicht zentimeterdick wäre. :cool:
 
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Da ich keine Milch trinke stellt sich für mich die Frage nicht. Ich weiß natürlich das in vielen Fertigprodukten Nanokrams mit verarbeitet wird.
Ich bin nur skeptisch, mehr nicht.
Ich kenne jetzt kein Produkt, welches nur Vorteile hat. Egal welches.
Okay, mit Ausnahme von Luftkalkmörtel vielleicht:-)
 

kloni

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Luftkalkmörtel hört sich aber sehr ungesund an zumindest in der Verarbeitung ;-) staubt doch bestimmt tierisch ;D
 
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@Wolfgang 01 , ich habe auch von den Bedenken wegen Nanoartikeln gehört. Allerdings hat Fenix diverse Unbedenklichkeitsbescheinigungen, und für ein Bauwerk in Russland wurden umfangreiche Umwelt- und Gesundheitsstudien durchgeführt.
Ich denke, das ist wie seinerzeit mit den Plasmafiltern... große Diskussionen über Gesundheitsrisiken, alles nur heisse Luft.
Manchmal denke ich, sowas wird immer dann langciert, wenn ein innovativer Hersteller ein neues, dem eigenen überlegenes Produkt einführt.
 
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Nun ja , ein wenig Skepsis kann nie schaden. Nur weil etwas eine Unbedenklichkeitsbescheinigung besitzt und im Normbereich liegt , muss es ja nicht gesund sein bzw. kann trotzdem schädlich oder ungesund sein.
Kommt drauf an , wer wie warum die Grenzen, Toleranzen festlegt.
 
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Für mich sind definitiv zu viele Kunststoffe in Gegenständen verarbeitet, die täglich mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Mit Innovativ hat das nix zu tun. Und, wer haftet im Fall der Fälle für die Unbedenklichkeitserklärung? Keiner, zumindest ist keiner greifbar.
Nano ist nicht erforscht. Ergo kann es auch keine Unbedenklichkeit geben.
Ich für meinen Teil orientiere mich Richtung Natur. Der Gesundheit wegen. Da spielt Haptik, Optik etc. eine untergeordnete Rolle.
 

kloni

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Aber in der Natur hat man ja auch unter umständen Probleme, obs nun giftiger Staub/Dämpfe bei der Verarbeitung von gewissen Holzsorten, eine Überempfindlichkeit gegen z.B. Zitrusöle, das momentan übernehmende Jackobskreuzkraut oder der Wespenstich den ich mir zugezogen hab weil ich zu lieb zu ihnen war, alles nicht so das gelbe vom Ei.
 
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Es ist definitiv so, das unsere Welt mehr Probleme mit künstlich hergestellten Produkten hat, als wir Probleme mit der Natur;-).

Aber hier geht es um Fenix ... ich hatte nur einen Einwand. Der muß ja nicht zwingend Richtig sein.
 
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Ich stehe komplett auf der anderen Seite- die Materialien, die es heute noch durch die extrem streng und fein gewordenen Unbedenklichkeitstests schaffen sind fuer mich deutlich weniger skeptisch zu sehen als so gut wie alles, was aus den 70er und 80er Jahren kommt. Was wir heutzutage alles testen das konnte man sich frueher noch gar nicht vorstellen. Ausserdem macht es richtig Spass, mal in einer Werkstofforschung herumschnueffeln zu duerfen- von Chamaeleonlackierungen bis zum mit den Fingern zu biegenden Beton/Gipszeugs bis zu Papier hart wie Stahl oder aufgeschaeumter Wolle, die dann hart und flexibel genug wird um eine Autokarosserie daraus zu bauen ist alles dabei *w00t*
 

kloni

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Apropos Auto
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und Modelieren ;D
Ja ich denke auch das es genug Stoffe gibt die nie getestet wurden oder noch schlimmer wo später festgestellt wurde das sie schädlich sind, der Laie aber keinen Überblick darüber hat und bei älteren Wohngebäuden erstmal einen spezialisten hinzuziehen muss.
Noch schlimmer es gibt leider auch bei denjenigen die Testzertifikate ausstellen immer wieder schwarze Schafe und dann sitzt man auf einem neuen Haus wo man nichtmal in die Wände bohren kann weil man sonst vergiftet wird :-\ .
 
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Der echte Norden
Vielleicht bin ich nicht ganz up to date, aber ich habe von "Fenix " bisher nichts gehört.
Ist das jetzt nur eine Studie? Gibt es bereits Hersteller, die damit arbeiten? Kann ich das auf der MOW sehen?
 

kloni

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Fenix ist im Handel erhältlich, bei den Küchenherstellern bisher nur bei Eggersmann als Front. Als Arbeitsplatte wohl auch bei anderen (@bibbi hat da eine in der Ausstellung)
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Kann von quasi jedem Schreiner bezogen werden.
Eventuell stellen einige andere Hersteller zu den Herbstmessen Fronten aus dem Material vor.
 

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