Entscheidungshilfe: Miele vs. Gaggenau (Backofen und Dampfgarer)

aschoe02

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Hallo,

wir stehen vor der Entscheidung, welchen Backofen und Dampfbackofen wir für unsere neue Küche kaufen werden.

Zur Auswahl stehen Miele (Backofen H 7860 BPX, Combi-Dampfgarer DGC 7845X) vs. Gaggenau (Backofen BO471102, Dampfbackofen BS475102).

Für Gaggenau spricht die einfache Bedienung ohne unnötigen Schnickschnack, die gefühlt höhere Wertigkeit, das Design und last but not least der beheizbare Pizzastein im Backofen. Eigentlich alles, wenn es nicht die folgenden drei Punkte bei Miele gäbe, die uns noch zweifeln lassen:
  • Klimagaren im Backofen: Wenn man die Produktdemonstrationen von Miele verfolgt bekommt man den Eindruck, dass ein Backofen ohne Klimagaren nur ein halber Backofen ist. Selbst wenn man zusätzlich noch einen Dampfbackofen hat. Leider kennen wir niemanden, der Klimagaren hat und es aus erster Hand beurteilen kann, ob man es wirklich braucht oder man nicht doch alles, was mit Dampf zu tun hat gleich im Dampfbackofen macht.
  • Ober-/Unterhitze im Combi-Dampfgarer: Auch hier funktioniert die Eigenvermarktung von Miele sehr gut. Wir haben den Eindruck, als wäre die Kombi Dampf plus Ober-/Unterhitze ein häufiger Anwendungsfall. Wenn dem so wäre, dann wäre Gaggenau natürlich die falsche Wahl, da der Backofen von Gaggenau zwar Ober-/Unterhitze kann aber keine Dampfstöße. Und der Dampfbackofen kann zwar dampfen, aber keine Ober-/Unterhitze.
  • Der Preis: Der Backofen von Gaggenau kostet nach Liste 15% mehr als der von Miele, das wäre es uns wert. Der Dampfbackofen kostet aber 50% mehr, das finden wir nicht mehr angemessen. Oder hat der Gaggenau noch einen von uns unentdeckten signifikanten Vorteil ggü. Miele, der einen so deutlichen Aufschlag rechtfertigt?
Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen.

Viele Grüße
Alexander
 

aschoe02

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nein ;-)


Backofen-Lehrgänge von allen Herstellern ab 1980: Ober-/Unterhitze gibts noch, weil es der Kunde kennt. Nicht, weil man es braucht.

Allein die Selbstreinigung beim Gaggenau ist den Mehrpreis wert.
Klare und eindeutige Antwort. Vielen Dank.

Vielleicht muss ich unseren Küchenbauer mal auf einen Backofen-Lehrgang schicken ...
 

psy-prog

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Für Miele spricht folgendes:
Backofen:
- Klimagaren perfektioniert das Back- oder Bratergebnis, zB wird Fett feucht besser ausgebraten als trocken, Brot braucht idR höhere Temperaturen als der DGC kann, div andere Gerichte bekommen durch Dampfstöße schönere Oberflächen
- er kann auch das Gegenteil mit der Crispfunktion, spricht aktive Entfeuchtung für Dinge die richtig kross werden sollen wie Flammkuchen, Pizza, Ofen-Fritten etc.
- die Kamera im Ofen ist auch was wert, zudem wird's hier künftig damit weitere Funktionen über die App geben
- MTouch finde ich persönlich mega einfach zu bedienen, zudem kann man das Menü personifizieren
- Garabfolgen können programmiert & gespeichert werden
- die Perfect-Clean-Backbleche sind auch einzigartig
- wer Programme nutzt und/oder vorprogrammiert wird Taste-Control schätzen

DGC:
- Dampf mit allen Beheizungsarten und die Feuchtigkeit in 5% Schritten einstellbar, zudem ebenfalls eine Dampfstoßfunktion im Combibetrieb möglich
- wenn noch keine Dampferfahrung da ist, die best funktionierenden Automatikprogramme
- Mix & Match

Den Kundendienst von Miele finde ich immernoch den besten unter allen Herstellern und die Möglichkeit zur 10 Jahresgarantie bieten auch nur sehr wenige.

Außer Design, Pizzastein & Selbszreinigung im DGC spricht eigentlich wenig für Gaggenau mEn.
 

mozart

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Hi,
erscheint banal, ist aber im täglichen Betrieb wichtig-die Bleche sind bei Miele um Klassen besser. Sie sind sehr leicht zu reinigen, selbst wenn mal etwas mehrfach mit backt.
Sie sehen bei ganz normaler Behandlung nach Jahren noch aus wie neu und rauen nicht auf.
Gerade heute so gehabt. Fettpfanne unter 2 Hähnchen war nach 2 Minuten komplett abgespült.
 

kuechentante

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Fettpfanne unter 2 Hähnchen war nach 2 Minuten komplett abgespült
Da geb ich Dir recht.
Aber die Reinigung des Miele DGC-Innenraumes ist eine echte Herausforderung.
Da darf man nicht pingelig sein. Gebrauchspuren ....erwünscht.
Ich weiß wovon ich rede .
Beim Backofen mit Pyro und lediglich Klimagaren ist es top.

Im direkten Vergleich Edelstahl-Garraum zu Emaillegarraum , sind die Ergebnisse
etwas besser im Gerät mit Emaille-inneraum.
Mehrfach getestet , da zu Hause Backofen mit Emaille und DGC mit Edelstahl vorhanden.
Gleicher Teig , gleiche Einstellung .. Emaille .. geht schneller us ist krosser beim braten u. luftiger beim Teig.
In unserer Kochschule im geschäft auch Herstellerübergreifend erlebt u. getestet.
Wenn man aber den direkten Vergleich nicht kennt .. ist das vernachlässigbar.

Nur Im direkten Vergleich ... Jammern auf ganz, ganz hohen Niveau.
 

kuechentante

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Ich hätte auch gern die Eierlegende Wollmilchsau.
Das wäre bei mir der Miele DGC mit Emaille-innenraum und Selbstreinigung.
Am besten noch mit Temperatur bis 300 grad.;-)
 

Evaelectric

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Ich wollte keinen emaillierten Garraum im Miele DGC weil mir die Rostgefahr zu hoch wäre.

Und sorry-Was angeblich auf Lehrgängen von Hausgerätehetstellern verbreitet wird ist Unsinn. Oder es sind Gaggenaus Lehrgänge zu ihren Dampfgeräten ohne Ober- bzw. Unterhitze gemeint.

Gerade die Unterhitze ist unverzichtbar für Pizzen und dick belegte Quiches/Tartes. Es sei denn man steht auf fast rohe Böden.

Auch verträgt nicht alles die Zugluft der Heißluft. Das trifft z.B. auf manche Brote und Kleingebäck, z.B. aus Brandteig, oder Souflés zu.

Wofür Klimagaren im Ofen gedacht ist, hat Psy schon genannt.

Ich nutze den DGC nur mit Ober-/Unterhitze für Dinge die nicht spritzen wenn der Ofen schon anderweitig belegt ist.
Handelt es sich um gleiche Sachen, wie zwei Tartes, gebe ich eine etwas früher in den DGC um das gleiche Ergebnis wie im Ofen zu erhalten.
Der braucht also etwas länger wegen des Edelstahlgarraumes.

Mit Dampfzugabe wäre O-/U-Hitze beim DGC nur interessant wenn die Maximaltemperatur höher wäre.

Müsste ich heute beide Geräte neu kaufen würde es wieder Miele werden.
Backstein und Drehgrill, die es nur von Gaggenau gibt, sind für mich nicht so interessant.
Ärgerlich finde ich allerdings, das Miele den beheizten Kat bei der 7000er Serie abschaffte.
Das Reinigungsergebnis der maßlos überteuerten Reinigungskartuschen von Gaggenau ist mäßig wenn man etwas richtig Spritziges wie Hähnchen gebraten hat. Selbst wenn man für eine zweite Reinigung nochmal die 17-20 Euro für eine(!) Kartusche investiert muss noch nachgearbeitet werden.

Die Kosten für das zwingend zu verwendende Entkalkungsmittel von Gaggenau sind in meinen Augen Abzockerei.

Wenn man die spritzigen Dinge im Pyro-Ofen, bei Bedarf auch mit Klimagaren, macht hält sich die Reinigung des DGCs in überschaubaren Grenzen.
Wenn doch mal selten an einzelnen Stellen etwas eingebrannt ist nehme ich ein sehr scharfes Reinigungsmittel.
Eigentlich von Miele untersagt, da es die Perfect Clean Veredelung angreifen kann, aber das ist mir egal weil Perfect Clean bei Eingebranntem eh nichts bringt.

P.S. Ich habe meinen DGC mit den gleichen Pyrofit- Auszügen ausgestattet, wie sie im Ofen sind.
Die berühren bei Bewegungen zwar leicht die Dichtung aber das hat der in all den Jahren nicht geschadet.
Ab und zu werden die dann im Ofen mit pyrolysiert.
 

moebelprofis

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Das Reinigungsergebnis der maßlos überteuerten Reinigungskartuschen von Gaggenau ist mäßig wenn man etwas richtig Spritziges wie Hähnchen gebraten hat. Selbst wenn man für eine zweite Reinigung nochmal die 17-20 Euro für eine(!) Kartusche investiert muss noch nachgearbeitet werden.
soso. Das kenne ich anders ;-)

Und was ein Entkalkungsmittel bei den verschiedenen Herstellern kostet, ist fast etwas irrelevant - jeder Hersteller schlägt ein bestimmtes vor, welches man auch benutzen sollte, weil die Dosierung stimmt.



Zu den Heizarten sage ich nichts mehr, da kommen wir etwas in den Quatsch rein ;-)
 

MeisterPropper

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(...) Backofen-Lehrgänge von allen Herstellern ab 1980: Ober-/Unterhitze gibts noch, weil es der Kunde kennt. Nicht, weil man es braucht. (...)

O-Ton bei einer Gerätevorführung:
"Streichen Sie Ober- und Unterhitze aus dem Gedächtnis und denken Sie nie mehr daran, brauchen Sie nicht mehr, alles was Sie brauchen ist Heissluft mit Beschwaden".
 

Trygg2807

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Naja, also ich mache Soufflés nach wie vor mit Ober-/Unterhitze.
Zu Pizza: hier verstehe ich das Problem nicht ganz. Heißluft ist nach meinem Verständnis doch Ober-/Unterhitze mit Ventilator, es heizen ja immer irgendwelche Flächen im Backofen oder der Grill. Deswegen haben die allerbilligsten Ofen auch ausschließlich Ober-/Unterhitze.
 

moebelprofis

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Heißluft ist nach meinem Verständnis doch Ober-/Unterhitze mit Ventilator
nein, das, was du beschreibst ist Umluft.

Bei Heißluft befindet sich ein Ringheizkörper direkt am Lüfterrad; die eingeblasene Luft ist also heiß (deswegen der Name), es wird nicht nur die Luft verwirbelt.
 

Trygg2807

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Ach das ist diese Heizung in der Rückwand? Wieder was gelernt. Aber früher gab's doch nur Umluft. Gibt's das jetzt überhaupt noch? Ist das der Grund, weshalb man jetzt (angeblich) auf 3 oder 4 Ebenen backen kann?
 

US68_KFB

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Wobei hier nicht nur "früher" eine Rolle spielt, sondern auch "wo".

In den USA ist Ober-/Unterhitze nach wie vor der Stand der Technik. Deshalb musste dort auch die Heißluftfritteuse erfunden werden. Wobei das nichts weiter ist, als ein Mini-Heißluftbackofen. Nach und nach kommt das jetzt in Deutschland an und wird als "Must-Have" in die Haushalte der Thermomix und Smoothiemaker-Generation integriert.
 

Trygg2807

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Danke für die kleine Materialkunde , jetzt ist mir einiges klarer. Wir haben immer zur Miete mit gestellter EBK gewohnt, da war teilweise sogar nur Ober-/Unterhitze drin. Da war Umluft in der letzten Wohnung schon ein neumodisches Highlight. ;-)
 

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