Gelöst Eggersmann Küchenfront nicht UV beständig - Schadensersatz?

Dieses Thema im Forum "Herstellerfehler" wurde erstellt von strspree, 4. Feb. 2015.

  1. strspree

    strspree Mitglied

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    Thema: Eggersmann Küchenfront nicht UV beständig - Schadensersatz? - 321258 -  von strspree - IMG_0050.JPG Wir haben 2012 eine Küche von Eggersmann Frontfarbe Magnolie 1813, Sichtseiten-Ausführung Polygloss PG, Frontausführung Kst lackähnlich glänzend 102 in unserer Wohnung einbauen lassen. Zum damaligen Zeitpunkt (September 2012) wurde eine Schublade nicht geliefert, sondern erst 5 Monate später und die Front des Kühlschrankes noch einmal getauscht. Im nachhinein hat sich dieser Umstand als glücklich erwiesen, denn im Frühjahr 2014 war bei bestimmten Lichtverhältnissen ein Farbunterschied, von der später gelieferten Schublade zur übrigen Küche, sichtbar. Wir haben dies beim Küchenstudio reklamiert und im Spätsommer eine neue Schublade erhalten (Werksferien), da wir bis dato davon ausgingen, dass die später gelieferte Schublade eine andere Farbe besaß. Als der Küchenbauer im Spätsommer die Schublade tauschen wollte mussten wir feststellen, dass diese in der Farbe noch heller war als die bisher verbaute. Daraufhin wurde der Eggermann Kundendienst benachrichtigt. Dieser gab auf Nachfrage an, dass Eggersmann im Jahr 2012 Fronten geliefert bekommen hat, die nicht UV-beständig sind. Leider wüßte man seitens Eggersmann nicht, wo die entsprechenden Chargen ausgeliefert worden sind aber anscheinend handelt es sich hier um eine dieser. Zum Glück hätte Eggersmann ja 5 Jahre Gewährleistung und wir müssten uns keine Sorgen um den Ersatz machen. Der Austausch aller Fronten hätte dann nach Bestellung und Lieferzeit im Dezember erfolgen können, davon wurde uns aber abgeraten, da ja niemand diesen Aufwand vor Weihnachten möchte und wir haben uns auf einen Termin Ende Januar 2015 verständigt. Der zeitliche Aufwand betrug 2 Tage, da alle sichtbaren Fronten gewechselt werden mussten (komplett der Schrank mit Kühlschrank und Tiefkühler und ein Hängeschrank, sowie der gesamte Tresen Außenbereich, alle Schubladen usw.). Teile der Küche mussten komplett ausgeräumt werden, 2 Tage musste von uns eine Bauaufsicht gestellt werden, es wurde im Küchen/Wohnzimmerbereich gesägt (Stichsäge), die Wohnung (Küche, Wohnbereich, Flur) musste nach beiden Montage-Tagen grob gereinigt werden und die Küche war nicht zum Speisen bereiten brauchbar, eine Grundreinigung sowohl der Küche als auch Wohnbereiche musste durchgeführt werden. Für Nacharbeiten mussten wir einen Maler bestellen, da die Tapeten an etlichen Stellen beschädigt waren. Der Küchenbauer muss einen Monteur schicken der an der Küche die richtigen Spaltmaße einstellt, Türen schließen nicht richtig, falsche Griffschrauben wurden verwendet. In unserem Echtholzfußboden befinden sich etliche Dellen. Auf unsere Frage an Eggersmann, was uns für diesen Aufwand an Schadensersatz geboten wird, wurde uns ein Besteckeinsatz für eine Schublade in Aussicht gestellt. Da wir mit diesen aber ausreichend ausgestattet sind haben wir Eggesmann unseren Aufwand für Reinigung, Bausaufsicht und Maler in Rechnung gestellt. Nach Abschluss aller Arbeiten sind wir natürlich erst einmal froh, dass nach fast einem Jahr diee Sache langsam zum Abschluss kommt. Es bleiben allerdings Fragen. Wieso kann eine Firma nicht nachvollziehen, wohin ihre Küchen geliefert wurden? Müssen wir froh sein, dass wir 5 Monate auf eine Schublade warten mussten? Was können wir als Schadensersatz für unseren Aufwand geltend machen? So wie wir es jetzt sehen werden wir wohl einen Anwalt zu rate ziehen müssen, da wir von Eggermann nichts mehr gehört haben. Thema: Eggersmann Küchenfront nicht UV beständig - Schadensersatz? - 321258 -  von strspree - IMG_1507.JPG
    Vielleicht können wir uns noch einigen?
    Grüße aus Kiel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Feb. 2015
  2. Michael

    Michael Admin

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    Das kann doch alles nicht sein.
    Wieso muss zum Austausch von Fronten gesägt werden?
    Und wieso im Haus?
    Und wie können dabei so viele Schäden entstehen?

    Eine Aufwandsentschädigung oder dergleichen lässt sich m.E. wohl nicht durchsetzen. Aber wenn etwas beschädigt wird muss auch jemand dafür aufkommen. Am besten sogar der Verursacher.

    Hat das wirklich 2 Tage gedauert? In der Zeit steht ja die ganze Küche...
     
  3. strspree

    strspree Mitglied

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    Ich habe noch ein weiteres Bild hinzugefügt. Daraus lassen sich die Dimensionen besser ersehen. Gesägt wurden sämtlich Abschlussleisten und Regalbretter. Der Austausch hat fast so lange wie der Aufbau gedauert und war recht schwierig. Sonst hätte die Küche wohl komplett demontiert werden müssen. Warum ist keine Aufwandsentschädigung durchsetzbar?
     
  4. Michael

    Michael Admin

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    Ok, wenn alle Wangen auch ausgetauscht werden mussten kann ich wenigstens den Aufwand nachvollziehen.
    Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass nicht Eggersmann, sondern die Monteure oder Subunternehmer des Händlers den Austausch durchgeführt haben. Das ist auch richtig so, weil in dem Punkt allein der Händler der Ansprechpartner und auch Gewährleistungsgeber ist.

    Ich halte das für wichtig, da jetzt hier im Thementitel der Herstellername genannt wird. Solche Fälle kenne ich von vielen Herstellern und es passieren immer wieder Fehler dieser Art. Niemand kann beim Anblick der Fronten erkennen ob sie in Ordnung sind oder nicht. Eggersmann beschichtet auch nicht selbst und verlässt sich ebenfalls auf einen Vorlieferanten. Damit will ich sagen, dass der Hersteller jetzt hier zwar gebeutelt wird, aber er sicher nicht der Schuldige an der Gesamtsituation ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die fünf Monate Lieferzeit der Frontblende vom Hersteller zu verantworten sind.
    Ich kenne solche Lieferzeiten und wenn man sie analysiert liegt der Hersteller bei 4-6 Wochen. Wenn ich nach der Montage vergesse diese Rekla dem Händler mitzuteilen verlängert sich der Nachlieferzeitpunkt um meine Vergessensphase - und die des Händlers u.s.w.

    Die übliche Vorgehensweise des Herstellers ist es den Mangel zu begutachten und kostenlosen Ersatz an den Händler zu liefern, der wiederum für die Durchführung der Montage zu sorgen hat.
    Ob dieser dafür vom Hersteller vergütet wird liegt an den Vertragsbestandteilen zwischen Händler und Hersteller.
    Aber das soll nicht dein Problem sein. Dein Ansprechpartner ist nun einmal der Händler mit dem du einen Vertrag gemacht hast. Und nach allem was du oben beschrieben hast finde ich immer noch, dass ein Großteil des Ärgers doch eigentlich vom Händler bzw. seinen Monteuren verursacht wurde.

    Falls es also neben dem Schadenersatz für beschädigte Dinge noch Aufwände zu entschädigen geben sollte, dann müssen diese auch dem Händler gegenüber geltend gemacht werden.

    Ich finde das auch richtig. Ansonsten hätte ich ja endlose Möglichkeiten mich aus der Verantwortung zu ziehen: "Ich habe zwar den Fussboden beschädigt, aber wenn die Fronten nicht falsch geliefert worden wären, wäre es gar nicht erst dazu gekommen."

    Und wie immer keine Rechtsberatung sondern alles was ich so aufgeschnappt und erlebt habe.
     
  5. strspree

    strspree Mitglied

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    Der Küchenbauer hat alle Ansprüche abgelehnt, weil er nach seiner Auffassung nicht Schuld daran ist, dass die Küchenfronten gewechselt werden mussten. Das so etwas nicht ohne Kollateralschaden abgeht dürfte auch logisch sein. Außer der Rechnung vom Maler haben wir Eggersmann nur den Aufwand für unsere erbrachte Arbeitsleistung in Rechnung gestellt. Die Frage ist, gilt hier das Verursacherprinzip? Die Sache hätte gar nicht so in Frust enden müssen. Wäre das Angebot, anstatt einer Besteckschublade, ein Gutschein gewesen über ein nettes Essen zu Zweit, dann wären wir lange auseinander. Schade, dass ein Premiumhersteller (so nennt sich Eggersmann selbst) dann nicht premium reagiert.
     
  6. martin

    martin Moderator

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    Und noch einmal: Dein Ansprechpartner ist der Händler. So will es das Gesetz.
     
  7. Michael

    Michael Admin

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    Ich verstehe nicht warum der Hersteller für den Schaden aufkommen soll den der Händler verursacht hat. Ich sehe auch den zwangsläufigen Kollateralschaden nicht so und ich glaube beurteilen zu können, dass ein Frontentausch, ja sogar eine komplette Demontage und Montage der Küche, ohne Beschädigungen am Eigentum des Kunden möglich ist.

    Auch wenn das für den Händler nicht lustig ist, aber er ist der Ansprechpartner.

    Ich habe übrigens ein ähnliches Problem, bei dem ich mir auch wünschen würde der Kunde würde direkt mit dem Hersteller eine Regelung beiführen:

    Ilve Herd - Erfahrungen

    Der Anwalt des Kunden ist da aber anderer Ansicht und als Händler hast du dann zwei Fronten: Den Kunden und den Hersteller.

    Wobei ich in deinem Fall die Sache von Herstellerseite als erledigt ansehen würde. Der hat schließlich Ersatz geliefert....
     
  8. racer

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    Sehr geehrter Endkunde,

    ich war nach der Meldung der Reklamation durch den Händler zeitnah bei Ihnen um mir persönlich ein Bild des Schadens zu machen. In diesem Gespräch habe ich Ihnen zugesagt, dass wir alle sichtbaren Teile komplett neu liefern und sämtliche Kosten die der Händler bei uns geltend machen wird, dafür übernehmen.

    Aus versicherungstechnischen Gründen ist es jedoch nur möglich Rechnungen und Forderungen unseres Vertragspartners zu akzeptieren. Wie ich in der Zwischenzeit erfahren habe, war der Händler letztmalig erst vor 3 Tagen bei Ihnen und hat nochmals die Türen justiert, zudem hat der Händler die Rechnung über die Malerkosten erhalten und Ihnen den Betrag entsprechend ausgeglichen und uns zusammen mit der Gesamtrechnung auch bereits weiter berechnet.

    Wie ich in dem Gespräch bereits dargelegt habe, war es uns leider nicht möglich, bereits vorher zu prüfen, welche Endkunden Fronten aus der mangelhaften Charge des Material unseres Vorlieferanten bekommen haben, zumal sich der Schaden erst nach ca. 1 Jahr zeigt. Das Werk eggersmann sowie meine Person bedauern das sehr, hatten aber leider keinerlei Möglichkeiten vorher zu reagieren. Wir bitten hier um Ihr Verständnis.

    Desweiteren habe ich mich für den Mangel persönlich bei Ihnen entschuldigt und Ihnen zugesagt, dass ich mir über die Kosten hinaus eine "Kleinigkeit" als "Wiedergutmachung" einfallen lassen würde. Dabei kam mir als erstes eine "Besteckeinteilung" aus der Design-Collection der Firma CAP in den Sinn, diese hätte ein Wert von 198,00 € gehabt (kleiner haben wir es als Premiumhersteller leider nicht).

    Ich konnte nicht ahnen, dass Sie dies als kleine Aufmerksamkeit nicht zufrieden stellen würde.

    Da nach Rücksprache mit dem Händler, also Ihrem Vertragspartner in der Zwischenzeit sämtliche Forderungen berechnet sind, habe ich mich gegenüber dem Händler bereit erklärt, mich persönlich an einer kleinen Wiedergutmachung zu beteiligen, falls der Händler dies für notwendig erachtet. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass Ihr Ansprechpartner immer der Händler ist und bleibt.

    Wir hoffen, dass Sie ansonsten trotz dieses Geschehens mit Ihrer Küche zufrieden sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jörg Hibbeler
    Handelsagentur
    Münster
     
  9. Keita

    Keita Mitglied

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    Wohl ein bisschen blöd gelaufen - für den Laien klingt "ein Besteckeinsatz" nach Peanuts, und selbst wenn man die Firma CAP erwähnt hätte, wäre das für den Otto-Normal-Kunden eher nichtssagend… nichtsdestotrotz: Daumen hoch für die Abwicklung.
     
  10. strspree

    strspree Mitglied

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    Sehr geehrter Herr Hibbeler,
    danke, dass Sie selbst Stellung genommen haben zum Thema, das macht die Antwort etwas einfacher, zumal ich jetzt auch weiß wer Sie sind! Es ist schon bezeichnend für die ganze Angelegenheit, dass ich auf meine letzten E-Mails keine Antwort erhalten habe, sondern jetzt erst über diesen Weg. Aber darüber kann man sich seine eigenen Gedanken machen.
    Ja Sie waren bei uns, das stimmt. Sie haben uns eine Besteckeinteilung in Aussicht gestellt, das stimmt auch. Von der Art und Ausführung war nie die Rede. Wir haben uns auch entsprechen bedankt und abgelehnt (schriftlich), weil wir ausreichend ausgestattet sind mit diesen Teilen. Danach haben wir seit Monaten nicht mehr von Ihnen gehört! Unser Vertragshändler hat uns mitgeteilt, dass wir alle Rechnungen an Sie schicken sollen, er hätte nichts damit zu tun. Auch das haben wir gemacht und wieder nichts von Ihnen gehört! Heute kommt ein Tischler zur 3. Nachbesserung. Der Vertragshändler war gestern bei uns und hat sich alles noch einmal angesehen, auch das, was wir noch bemängeln, deshalb kommt heute nochmals der Tischler. Und nun kommt das für uns erfreuliche! Der Vertragshändler hatte für meine Frau einen Blumenstrauß dabei und hat sich nochmals für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Zudem hat er uns zu einem Essen in einem netten Lokal in Kiel eingeladen. Damit ist für uns die Sache erledigt. Die Malerechnung soll auch überwiesen werden. Wir fragen uns wie immer, warum nicht gleich so? Auch wenn Sie sich als Hersteller nicht zuständig fühlen wären doch ein paar aufklärende Worte hilfreich gewesen. Als bleibende Erinnerung behalten wir die Löcher im Echtholzfußboden, was wir damit machen wissen wir noch nicht.

    Mit freundliche Grüßen ihr Endkunde
     
  11. Nice-nofret

    Nice-nofret Moderatorin Moderator

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    Wie Dir hier schon mehrfach ergklärt wurde, ist Dein Vertragspartner (Händler) Dein Ansprechpartner - so ist das in der deut. Gesetzgebung geregelt. Daran haben sich auch der Händler und der Hersteller zu halten. Wie die das untereinander regeln ist deren Sachen und nicht Deine. Das hat nichts mit der 'Zuständigkeit' zu tun. Zuständig wäre in diesem Fall, Deiner Logik nach, der Vorlieferant. Mit dem willst Du Dich ja wohl kaum auseinandersetzen? Eben!

    Eggersmann hat alle Fronten kostenlos ausgetauscht und übernimmt die entstandenen Kosten. Warum Du da von mangelnder Kulanz schreibst, kann ich nur schlecht nachvollziehen.

    Für den Aerger etc. steht einem nunmal KEIN Schadensersatz zu - das mag in den USA anders geregelt sein. In Deutschland jedenfalls nicht. Dir wurde ein Trostpflaster angeboten - Du hast rundum abgelehnt - und gut ist.
     
  12. Michael

    Michael Admin

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    Was ich nicht verstehe:
    Ich kenne keinen Küchenhersteller, der Beschädigungen an Wand und Boden, welche ich produziert habe, erstatten würde.

    Jetzt könnte der Händler wenigstens neben dem Candle-Light-Dinner auch noch für die Ausbesserung des Bodens sorgen. :cool:

    Dann wäre es perfekt. *top*
     
  13. strspree

    strspree Mitglied

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    Sorry, das ist nicht richtig. Wir haben nicht rundrum abgelehnt sondern die Vorstellungen sind nicht die gleichen gewesen!
    In Deutschland gibt es für Ärger keinen Schadenersatz, das ist richtig! Aber:

    Im Hinblick auf Erstattungsansprüche für umfangreichere Arbeitsleistungen sieht es so aus.

    Dem Rechtsgedanken des § 254 Abs. 2 BGB folgend sind Aufwendungen vom Schädiger nämlich dann als adäquater Schaden zu ersetzen, wenn sie sich als überpflichtmäßige Anstrengung des Geschädigten darstellen.11 Dazu kann auch der Wert der eigenen Arbeitskraft gehören.12

    So hat das LG Hamburg 13 einen Vermögensschaden angenommen, wenn der Geschädigte in Erwartung der Handwerkerarbeiten Gegenstände ausräumt, einräumt, abdeckt usw., um ein Verschmutzen und Beschädigen seines Hausrates zu verhindern. Denn im Falle der Beauftragung einer Hilfskraft (“Homesitter”) hätte der Geschädigte einen Geldbetrag aufwenden müssen. Dieses Honorar, das nach § 287 ZPO vom Gericht zu schätzen ist, stellt auch bei Eigenleistung des Geschädigten dessen erstattungsfähigen Vermögensschaden dar.

    Auch der Bundesgerichtshof 14 hat den verletzungsbedingt tatsächlich erbrachten Arbeitsaufwand dann als einen Vermögensschaden angesehen, wenn sich für ihn ein “Marktwert” ermitteln lässt. Entscheidend ist demnach nicht, ob durch die Arbeitsleistung des Geschädigten ein Gewinn bringender anderweitiger Einsatz der Arbeitskraft unterblieben ist, sondern ob die Arbeitsleistung in der Wohnung einen Geldwert, d.h. einen Marktwert, hat. Deshalb kommt es nicht darauf an, ob der die Dienstleistung erbringende Geschädigten ein Arbeitnehmer, ein Selbständiger oder aber ein Rentner ist. Einen Marktwert hat die Arbeitsleistung dann, wenn die besagten Beaufsichtigungs-, Reinigungs- und Räumarbeiten auf dem Arbeitsmarkt bzw. Dienstleistungssektor nachgefragt werden können und bei Inanspruchnahme bezahlt werden müssen. Dies ist in der Regel für die hier in Frage kommenden Tätigkeiten zu bejahen, muss allerdings vom Gechädigten im Einzelfall substantiiert dargelegt werden.

    Aber der Fall scheint sich jetzt erledigt zu haben. Manchmal sind kleine Aufmerksamkeiten durchaus hilfreich.

    Liebe Grüße strspree

    Zitate Quellen:
    12 vgl. Palandt/Heinrichs, 60. Aufl., § 254 BGB RN 33

    13 v. 3.6.1983 – 11 S 328/82 -, WM 89, 173

    14 v. 24.11.1995 – V ZR 88/95 -, NJW 96, 921 = GE 96, 539 m.w.N.

    15 vgl. LG Hamburg v. 3.6.1983 – 11 S 328/82 -, WM 89, 173

    16 v. 31.1.1989 – 64 S 526/86 -, GE 89, 883

    17 vgl. auch LG Lübeck v. 17.12.1991 – 14 S 188/90 -, WM 92, 605

    18 vgl. BGH v. 11.1.1983 – VI ZR 222/80 -, NJW 83, 1107

    19 BGH v. 12.5.1980 – VII ZR 158/79 -, BGHZ 77, 116 = NJW 80, 1947

    20 OLG München v. 2.7.1993 – 21 U 1566/93 -, ZMR 93, 524

    21 so ausdrücklich AG Mannheim v. 21.2.1995 – 14 C 11280/94 [251], DWW 95, 288; LG Berlin v. 25.9.1987 – 64 S 82/87 -, NJW-RR 88, 203; LG Berlin v. 12.4.1994 – 63 S 439/93 -; Palandt/Heinrichs, 60. Aufl., Vorb. v. § 249 BGB RN 40 m.w.N.

    22 a.A. Schwarz/Ernst NJW 97, 2550, 2553

    23 BGH v. 24.11.1995 – V ZR 88/95 -, NJW 96, 921 = GE 96, 539

    24 LG Hamburg v. 3.6.1983 – 11 S 328/82 -, WM 89, 173; LG Köln v. 10.1.1990 – 10 S 349/89 in Kölner Mietrecht 32/11; Schwarz/Ernst NJW 97, 2550, 2553

    25 LG Hamburg a.a.O.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Feb. 2015
  14. Keita

    Keita Mitglied

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    13. Juni 2013
    Beiträge:
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    Bitte bei Zitaten die Quelle benennen… u.zw. des kopierten Artikels. Die Quellen der Zitate innerhalb des Artikels kann man ja den Fußnoten entnehmen. ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Feb. 2015
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