DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

martin

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Rauch riechst Du, Kohlenmonoxid aber nicht. Auch das entsteht bei der Verbrennung im Ofen. Wenn Du das in den Raum saugst, besteht Vergiftungsgefahr. Das kann tödlich sein :w00t:.
 

jemo_kuechen

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Siehe diesen Winter. Mehrere Todesopfer wegen defekter bzw. manipuliertem Rauchabzug bei Gasthermen.
Wenn der Schornsteinfeger, bei seiner Kontrolle feststellt, dass eine entsprechende Belüftung nicht mehr gewährleistet ist, legt er dir die Anlage still.
 

Conny

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

...bei Gas ist das klar, aber bei einem holzbefeuerten Ofen riechst du das, wenn dir der Rauch rausgesogen wird. Ich mache sowieso ein Fenster auf, aber selbst wenn ich es vergessen sollte, hätte ich in unserem Haus keine Angst den Erstickungstot zu sterben!
 

martin

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:w00t: Auch bei Holz entsteht CO. Das ziehst Du u.U. in den Raum ohne das Du schon etwas vom Holzqualm riechst. Es ist und bleibt gefährlich.
 

heiteck

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Oh. Ich wollte durch meinen Kommentar niemanden zur Selbstvergiftung anstiften. Ich schließe mich Martin an. Auf Rauchentwicklung (CO ist "dünngasiger" als Rauch) und undichte Wände sollte man nicht vertrauen. Auch wenn alle Heizungen bei der genannten Konstellation aus sind oder "raumluftunabhängig" funktionieren (moderne Gas-Zentralheizung), bleibt es gefährlich, weil man vergessen kann, den Magneten zurückzustecken.
 

Cooki

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Hallo Torsten ( ohne H ;-) )

ich selber habe auch eine Haube im Umluftbetrieb im Einsatz.

Keine Haube eines Spezialisten, sondern aus dem Sortiment eines hochangepriesenen Allrounders in Sachen Küchentechnik.

Küchenraun: offen, höherliegend und ca. 40 qm² groß.

Ich würde alles dafür geben, die Haube an Abluft anschließen zu können, leider steht der Tempel unter Denkmalschutz. Die Feuchtigkeit ist gar kein Problem und wird auch m.M. nach überbewertet aber die Geruchsbelästigung nach dem Kochen ist schon extrem und zwei Tage später riecht man es immer noch, nur kann man nicht deuten, was gekocht wurde. Es riecht halt nur noch nach Fett und Fett. Außer beim Kohlkochen. ;D

Zu Deiner Abluft:

Damit die Briten -welche sich beim Kochen in den Wohnraum verkrümmeln- zur Haube zurückgeführt werden können, ist es besser, die Zuluft vom Wohnraum kommen zu lassen. Das kühlt zwar mehr aus, ist aber für die Abluft effektiver, da Du ja auf einer Halbinsel kochen willst.

Wie ist das eigentlich mit so einem gekippten Fenster? Kommt da Luft rein oder geht da Luft raus? M.M. hilft dann nur Zugluft, also in einem Fenster rein und im anderen wieder raus. ;-) :kfb:

und ein Wort an Conny: Lass das bitte. :idee: und zudem sehr gefährlich.
 

jemo_kuechen

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Nur mal ein Beispiel wo die Feuchtigkeit schon eine Rolle spielt:

Ich habe einen Altbau, mit Raumhöhe ca. 275cm, kernsaniert und alle Aussenwände wurden wärmegedämmt einschl. neue Fenster. Da es sich um einen Altbau handelt wurde hinten an der Küche noch ein Raum angebaut, der nach dem Krieg als Waschküche genutzt wurde. Nach der Sanierung wurde daraus ein Zimmer. Das Problem an diesem Raum ist, dass er 3 Aussenwände besitzt. Zwei wurden Wärmegedämmt und die Eine nur verputzt, da sie sich auf der Grenze zum Nachbarn befindet.
Die Mieter von mir hatten nur eine Umlufthaube. Beim Kochen sammelte sich aber eine enorme Luftfeuchtigkeit, ca. 70%, im letzten Raum. Aus Kosten und Zeitgründen wurde nicht gelüftet.
Was passierte?
Die Feuchtigkeit schlug sich an der nur verputzten Wand nieder und es ergaben sich leichte Stockflecken (kein Schimmel).
Ärger war natürlich vorprogrammiert und die Mieter unbelehrbar, trotz Gutachter.
Bei den nachfolgenden Mietern habe ich eine Abluftleitung gelegt, wo sie ihre Haube dran anschliessen konnten.
Ab da keine Probleme mehr.
Muss aber auch dazu sagen, dass die neuen Mieter das Problem mit Wärmedämmung und Lüften auch begreifen.
Es liegt also immer an den baulichen Gegebenheiten und man kann dieses Thema nicht so einfach pauschalisieren.
 

Magnolia

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

OT

@ Cooki, ich sage das jetzt mal anders:



@ Conny, wir haben Dich lieb und wollen Dich auf Erden behalten. :kiss:
 

Conny

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Ich sags mal so, bei einem Blowerdoortest würde unser Haus gnadenlos durchfallen. Wir haben eine verzogene Haustür, die sich direkt neben dem Ofen befindet. Es sind noch längst nicht alle älteren Fenster ersetzt, durch diese spürt man bei Wind deutlich einen Luftzug, das Kellerfenster ist noch eines von anno 1920, seit Anfang März ist davon auch noch eine Scheibe zu Bruch gegangen, die Tür zum Keller befindet sich in der Küche und über dem Keller ist eine Holzdielendecke. Unsere Wände sind nicht gedämmt und auch der Dachüberstand auch nicht. Ich mache beim Kochen immer ein Fenster auf kipp, aber sollte ich es mal vergessen, so habe ich keine Angst zu ersticken, es gibt in unserem neuen Haus, genug Zuluft von anderswo. ;-) Sollten wir irgendwann einmal mit der Renovierung unseres Hauses fertig sein, sieht die Sache freilich anders aus.
 

J-A-U

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Aussenwände ---8<--- Zwei wurden Wärmegedämmt und die Eine nur verputzt ---8<--- Aus Kosten und Zeitgründen wurde nicht gelüftet. ---8<--- es ergaben sich leichte Stockflecken (kein Schimmel).
Und ich bin jetzt so frech und behaupte das es die Flecken auch gegeben hätte wenn die Mieter garnicht gekocht hätten. :tounge:

Ich hab auch noch ne Wand die nicht isoliert ist weil ich in der Scheune ein Haufen Material rumstehen habe. Die war im Winter innen arschkalt und man hat nachm Boden legen (Kleber, Wasser, etc.) die Holzbalken in der Wand durch den Putz durchgesehen. An der Wand hat alles länger gedauert weil sich an der kalten Wand immer die Feuchtigkeit sammelt.

Hab da auch ein Extrembeispiel von nem Häuschen mit 20cm Vollisolierung. Beim Montieren wurde es spät und dunkel. Ein kleines Stück (keine ganze Platte) ganz oben am Giebel wurde ausgelassen weil es einfach nicht mehr ging. Am nächsten Tag lief an der Innenseite das (Kondens-) Wasser runter. :-X


Eine Ablufthaube mag das Lüften teilweise ersetzen. Aber den Energieverlust und das unbehagliche Gefühl kalter Zugluft bleibt.


mfg JAU
 

Bärbel123

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Hi Torsten,
dauerte ein bischen. Also ich habe ein knapp 10 m² Küche mit einer Tür, die permant offen zu einem ca. 35 m² Wohnraum mit offener Treppe zum OG ist. Es gibt keine Fußbodenheizung, geheizt wird EG mit Grundofen (mindestens so träge wie Fußbodenheizung) und bei extremer Kälte zusätzlich mit der vorhandenen Öl-Zentralheizung, Wohnzimmerboden ist Parkett, Küche Fliesen (werden in einigen Monaten gegen Schiefer ausgetauscht). Das gekippte Fenster ist üblicherweise in der Küche, da im Winter durch die Westseite des Wohnzimmers noch mehr unangenehme Kälte reinzieht.

Für mich sind die wichtigsten Eigenschaften der Dunstabzugshaube die Beseitigung des Kochgeruchs und natürlich des Fettes und natürlich die Lautstärke. Hier überlege ich gerade an der folgenden DA (lt. meinem Sohn, Chemie 10. Klasse Gym. ist das Prinzip wohl verständlich) Wandhaube "Gesund Pur 90" - Dunstabzugshauben-Shop

Liebe Grüße
Bärbel
 

DieKücheNeu

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Hallo Bärbel,
Danke für Deine Rückmeldung. Deine Situation ist nicht ganz dieselbe, wie bei mir, aber in bestimmten Punkten vergleichbar. Mitgenommen habe ich auf jeden Fall Dein Gefühl der Kälteeinströmung während des Kochens. Ich bin mir sicher, dass dies spürbar unangenehm ist. Dasselbe habe ich schon öfter gelesen.
Der spürbare Energie-Verlust während des Kochens dürfte - nach dem, was ich bisher zusammengetragen habe - der gravierendste Nachteil der Ablufthaube sein.
Ich werde mir mal ein paar Gedanken machen und Euch dann mitteilen, wie ich mich entschieden habe.

Viele Grüße
Torsten
 

DieKücheNeu

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Hallo zusammen,

So. "Wissenschaftlich" würde ich es nicht nennen, aber ich lasse Euch und die Nachwelt einfach mal an den Ergebnisse meiner Recherchen teilhaben.;-)

(Alle Besitzer von Niedrigenergie-Häuser, Passiv-Häusern und anderen Häusern mit Kontrollierter Wohnraumlüftung müssen jetzt "wegschauen", denn für diese Häuser gelten sicher andere Kriterien und Bestimmungen.)

Das folgende habe ich aus Sicht meines Standard-EFH von 1980 überlegt.
(Die "Stimmen" habe ich aus verschiedenen Recherchequellen des WWW gesammelt, fast ausschließlich Foren).

Umluft

PRO
(Hat Umluft und ist zufrieden damit.
Ist unzufrieden mit Abluft und plant eine Umluft)

CONTRA
(Hat oder hatte Umluft und ist/war unzufrieden)
Stimmen: 6


Stimmen: 6

  • Es wird keine kalte Luft angesaugt
  • Lüften kann besser kontrolliert werden (z.B. nach dem Kochen)
  • Kein zwingender Energie-Verlust während der gesamten Kochdauer
  • Trockene Raumluft verbessert sich durch Feuchtigkeit beim Kochen

  • Laufende Folgekosten für Aktivkohlefilter
  • Aktivkohlefilter sind schnell zu
  • Hauben sind lauter als Abluft
  • Keine Entsorgung der Kochfeuchtigkeit: Wasserdampf wird nicht nach draussen befördert.
    Es muss trotzdem gelüftet werden.
  • Energie-Verlust durch Nachlüften wegen Feuchtigkeit.
  • "Dort wo die Umlufthaube die Luft rauspustet entstehen im Laufe der Zeit Flecken"
  • richtig gute Umlufthauben gibt es offenbar nur in den obersten Preisklassen (mehrere Tsd. Euro)

Abluft
PRO
(Hat Abluft und ist zufrieden damit.
Ist unzufrieden mit Umluft und plant eine Abluft)

CONTRA
(Hat oder hatte Abluft und ist/war unzufrieden)
Stimmen: 12


Stimmen: 2
  • Wasserdampf wird nach draussen befördert
  • Frische Luft wird während des Kochens zugeführt.
  • Läuft leiser als Umluft
  • Keine Folgekosten durch Aktivkohle-Filter
  • Bereits in günstigeren Preisklassen leistungsfähig.

  • Mehr Aufwand & Kosten bei der Installation (DAH-Anbringung, Einbau, Rohrverkleidung, Kernbohrung)
  • Läuft nur bei gekippten/offenem Fenster (Fensterkontakt wegen Kamin/Ofen)
  • Energie-Verlust während des gesamten Kochenvorgangs durch aktive Absaugung warmer Raumluft
    (bei gleichzeitigem Einströmen kalter Außenluft)
  • Kneue Zugluft während des Kochens (Fenster -> DAH)

Mein Fazit
Abluft kaufen!

Begründung:
1. Effizientere Dunstabzugsmethode
2. Leiser als Abluft
3. Günstigere Haube möglich (trotz Einbauaufwand/-kosten)
4. Folgekosten sind auf's Jahr gesehens höchstwahrscheinlich niedriger.

Zu 4. :
Bei Umluft müssen Aktivkohlefilter regelmäßig, also das ganze Jahr über (auch in den Sommermonaten) ausgetauscht werden. Dabei können je nach Häufigkeit und Filterkosten ca. 50 - 100 Euro pro Jahr fällig werden.
Den Energie-Verlust bei den beiden Varianten schätze ich folgendermaßen ein (zugegebenermaßen etwas "aus der Hüfter"):
Bei normalem Kochverhalten und den Jahresdurchschnittstemperaturen in Deutschland (Herbst: 10°C, Winter: -0,5°C, Frühling: 8°C) gibt es wahrscheinlich nur vergleichsweise wenige Tage im Jahr, wo sehr großer Temperatur-Unterschied zwischen drinnen und draußen (Delta-T) und lange Kochdauer wirklich zusammenfallen. Ob allein dadurch ein Energie-Verlust in Höhe der Aktivkohle-Filter-Kosten entsteht kann ich nicht sagen, glaube ich aber nicht. (Hier könnte jetzt jemand wissenschaftlich tätig werden und mal eine echte Rechnung anstellen. Freiwillige vor! ;D)
Aber jetzt noch ein schlagkräftiges Argument: Bei Umluft muss ich auch zeitweise lüften wegen der verbleibenden Kochfeuchtigkeit im Raum. Den dadurch entstehenden Energie-Verlust muss ich (auch wenn er gering ist) zu den Mehrkosten für die Aktivkohle-Filter hinzurechnen, wodurch sich der Kostenabstand zwischen Abluft und Umluft sich nochmal verringert!

Ich habe außerdem gelernt:
je näher das Zuluft-Fenster an der DAH, um so geringer die Auswirkung des Energie-Verlustes auf den restlichen Wohnraum. (Direkter kurzer Weg Zuluft->Abluft).

Wenn ich nun noch bedenke, dass ich eine gute Abluft-Haube inkl. Rohrsystem bereits zu einem Bruchteil einer richtig effizienten Edel-Umluft-Haube bekomme, bleibt als letztes Kriterium nur noch:
Es zieht kalt beim Kochen!
(... wenn ich einen Ofen im Raum habe und auf einen Fensterkontakt angewiesen bin). Doch auch das trifft eigentlich nur auf wenige Tage im Jahr zu, oder?

Wenn man nun ein Fenster öffnen kann, bei dem man während des Kochens nicht im Ansaugbereich der DAH stehen muss, ist dies Problem sicher nicht allzu gravierend.
Hat man diese Möglichkeit nicht, muss man sich die Frage beantworten, ob dieses Problem, die restlichen Argumente in den Hintergrund stellt...
Da kann nur jeder für sich selbst entscheiden.

So.
Das wären meine Überlegungen.
Ich nehme also Abluft.
Die Zukunft wird zeigen, ob es die richtige Entscheidung war.

Viele Grüße
Torsten
 

martin

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Sehr schöne Zusammenstellung der Argumente :top:.
 

Tara

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Danke Torsten:2daumenhoch:

du hast gründlich recherchiert.....das muss ich mir direkt mal ausdrucken...So viele Infos.....

mit dem Zug bin ich mir nicht so sicher, deswegen hatte ich Bärbel gefragt, ob sie Spaltöfnung oder Kippöffnung bei ihrer Ablufthaube hat. Sie antworte, dass das Fenster gekippt wäre....
Ich selber habe erst vor ein paar Wochen gelernt, was eine Spaltöffnung ist....
viele wissen den Unterschied gar nicht und öffnen halt einfach das Fenster.....

Das es dann mehr zieht ist klar.....
 

DieKücheNeu

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Hallo zusammen,

es soll ja keiner sagen, ich würde meine Entscheidungen nicht überdenken. :-)

Auch wenn der Thread schon ewig neu ist, trete ich heute doch nochmal an und möchte ein paar gute Argumente für die Umluft ins Rennen schicken.

Ausgangspunkt ist weiterhin die Kombination:
"Offene Wohnküche mit raumluftabhängigem Kachelofen in einem Bestandsbau ohne KWL".

Vorab kurz zu meinem Status. Ich habe inzwischen eine Falmec PLANE NRS 90cm Inselhaube erstanden (Preis: 1259,- EUR). Ist aber noch nicht montiert.
Diese Haube kann von Abluft auf Umluft umgerüstet werden:
1. Mit den Hochleistungskohlefiltern von Falmec (Kohle-Filter - Falmec Dunsthauben - extrem leise Dunsthauben)
2. Mit dem Berbel BUF 150 (rund) Umluftfilter mit nachfüllbarem Granulat.
Beides habe ich noch nicht selbst ausprobiert.

Warum denke ich jetzt über Umluft nach, wo ich doch zuvor zu Abluft tendierte?

Nun, inzwischen habe ich einige Recherchen angestellt und die folgenden Lehren gezogen:

1. Das gefahrlose Betreiben einer Ablufthaube bei gleichzeitig vorhandener raumluftabhängiger Feuerstelle (z.B. Kachelofen) ist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden.
2. Es gibt zwar diverse Möglichkeiten, aber keine davon ist mit geringem Aufwand oder kostengünstig zu realisieren. Es geht nur teuer oder noch teurer.
3. Der Energieverlust durch eine Ablufthaube die sich in einem offenen Wohnkonzept befindet (z.B. Wohnküche + offenem Wohnzimmer) ist beträchtlich! Und zwar auch schon ohne geöffnetes Fenster. 30 min Kochen => Warme Raumluft ist "außenbords" gesaugt. Das ist in der heutigen Zeit schon problematisch, wird aber in der Zukunft gar nicht mehr tragbar sein.
4. Will man sicher verhindern, dass bei laufender DAH giftiges Kohlenmonoxid aus dem Schornstein in den Wohnraum gesogen wird, muss man auf technische Hilfsmittel zurückgreifen. (Diese müssen vom DIBt zugelassen sein!)
4.1. Fensterschalter:
Bedeutet erstens: Fenster muss IMMER geöffnet sein beim Kochen. => Kneue Luft von außen strömt nach und kühlt den Raum noch schneller aus (und nicht nur den Raum, sondern auch den Koch!). Zweitens: nicht jedes Fenster ist da optimal geeignet. Zum einen sollte man ein sogenanntes "Querlüften" vermeiden, da dies den optimalen Strömungsverlauf stört und damit u.U. die Wrasen nicht ausreichend abgesaugt werden. Zum anderen gibt es eine vom Schornsteinfegermeister herangezogene Formel, die die benötigte Öffnungsfläche des Fensterspneus unter Berücksichtigung der maximalen Förderleistung der DAH berechnet! Bei einer max-Leistung von 800m³/h braucht man schon ein ziemlich großes Fenster um die geforderte Fläche im Kipp zu erreichen, so dass es für die Montage des Fensterschalters geeignet ist. Ist ein solches Fenster nicht in der Nähe: Pech gehabt. Der Schornsteinfeger kann dann die Zulassung verweigern.
4.2. Luftdruckwächter:
Es gibt Geräte die sehr zuverlässig erkennen, ob im Raum ein kritischer Unterdruck entsteht, welcher zum Einsaugen von Kohlenmonoxid aus dem Schornstein führen kann. Ist dieser Unterdruck erkannt, schalten sie die DAH ab. Diese Luftdruckwächter sind also eine Alternative zum Fensterschalter, mit dem Vorteil, dass das Fenster so lange geschlossen bleiben kann, bis der Luftdruckwächter Alarm schlägt. Erst dann heißt es Fenster auf und frieren. Bis dahin wird aber trotzdem die warme Raumluft bei laufender DAH nach draußen gepustet.
4.3. Luftdruckwächter mit "Ofenbetriebssensor".
Noch eine Spur ausgefeilter. Diese Geräte können erkennen, ob die Feuerstelle gerade in Betrieb ist (z.B. über Temperaturmessung im Schornstein). Ist das der Fall, wird der Luftdruck im Raum überwacht und im Falle eines Unterdrucks die DAH abgeschaltet.
Vorteil dabei: nur wenn der Ofen an ist und damit Kohlenmonoxid erzeugt wird, (also die Gefahr real besteht) muss damit gerechnet werden, dass man ein Fenster öffnen muss.
Aber ein solches Gerät kostet nicht gerade wenig. Wenn man für einen Luftdruckwächter ca. 600 Euro hinlegen muss, braucht man für die verbesserte Version ca. 1000 Euro. Dazu kommt noch eine aufwändige Montage.
5. Luftabführung nach draußen
Irgendwo muss bei Abluft ein Loch ins Haus. Entweder über eine Kernbohrung (für ein 150er Rohr muss ein 162er Loch gebohrt werden) oder über ein Decken bzw. Dachdurchführung. Damit verhindert wird, dass durch dieses Loch permanent Wärme verloren geht, muss ein Mauerkasten her. Diese haben alle so ihre Tücken und sind mehr oder weniger teuer. Die wahrscheinlich technisch beste Lösung scheint mir hier der Weibel-Mauerkasten (eigentlich eine motorisierte, gedämmte Klappe) zu sein. Leider ein teurer Spaß: die weiße Version kostet 465 EUR.
Entscheidet man sich für eine Dachdurchführung des Abluftrohres, muss noch tiefer in die Tasche gegriffen werden: man braucht mehr Material für den Lüftungskanal, eine spezielle dachziegel-ähnliche Lüftungseinrichtung, einen Kondenswasserabscheider und hat darüberhinaus noch Handwerkerkosten für die Montage des Ganzen. Bei Vielen wird diese Methode auch bautechnisch bedingt gar nicht möglich sein. Bleibt also nur die Kernbohrung.
6. Verkofferung des Lüftungskanals
Auch dafür muss Sorge getragen werden. Vielleicht kann man es selbst machen, vielleicht muss man aber auch hierfür einen Handwerker kommen lassen.
In meinem speziellen Fall kam noch das Problem dazu, dass ich einen Bungalow besitze, bei dem die Holzbalkendecke des Wohngeschosses direkt auf dem Ringanker aufliegt. Wollte man nun eine 162er Kernbohrung durchführen, müsste diese aus statischen Gründen unterhalb des Ringankers positioniert sein (also ca. 40cm unterhalb der Wandoberkante). Hier ist Kreativität gefragt, um den Lüftungskanal, der zu einem so weit unten liegenden Mauerkasten führt, zu verkleiden ohne, dass diese Konstruktion die ganze Küchenoptik verhunzt.
Naja, wie auch immer... Ich hatte geplant an der Wand eine Trockenbausäule zu bauen, in der der Lüftungskanal nach unten läuft und die ich der Optik halber mit Stein-Riemchen verkleidet hätte. Wäre vielleicht sogar ganz nett geworden, aber kostet natürlich zusätzlich Zeit und Geld.

Bei all diesen Aufwendungen ist die DAH selbst noch gar nicht berücksichtigt.
Ebenso wenig die handwerklichen Gesamtaufwände die bei der Installation des ganzen Geraffels entstehen. Wie gesagt: in meiner besonderen Konstellation (s.o.)

Summasummarum, man muss sich die Frage stellen: "warum eigentlich der ganze Terz"?
Ich könnte meine Falmec-DAH auch als Umlufthaube betreiben. (s.o.)

Das birgt folgende unbestreitbare Vorteile:
1. NULL Probleme mit dem Schornsteinfeger und auch NULL Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung (was die Hauptsache ist!). Ich kann meinen Kachelofen betreiben wann ich will und dabei mit DAH kochen!
2. Ich kann meine DAH betreiben wann und wie lange ich will, ohne dass mir die Bude auskühlt und ich die teuer erwärmte Luft nach draußen puste.
3. Lüften muss ich während des Kochens oder danach nur dann, wenn ich es für richtig halte (z.B. weil große Mengen Wasserdampf entstanden sind) und nicht, weil ein technisches Geräte mir ohne Lüftung die DAH lahmlegt.
4. Ich habe erheblich geringere finanzielle und zeitliche Aufwände für die Installation.

Folgende grobe Kalkulation der Investitionskosten spricht wohl weitestgehend für sich.

Abluft

Umluft
Dunstabzugshaube
Lüftungskanal
Mauerkasten
Luftdruckwächter
Kernbohrung
Material für Säule
1.259,-
100,-
465,-
700,-
170,-
250,-

1259,-





Umluftfilter (Berbel BUF 150)

225,-
Gesamtkosten
2.944,-


1.484,-
Das ist wie gesagt für meine Situation kalkuliert.
Die laufenden Kosten für das Aktivkohlegranulat, welche für den Berbel Umluftfilter benötigt wird, kann ich wohl vernachlässigen. Ein solches Granulat muss ja noch nicht mal von Berbel original genommen werden, da gibt es günstigere Alternativen.

Wärmeverluste:
Abluft:
Über die gesamte Kochdauer, solange die DAH in Betrieb ist.
Umluft: Nur kurz, solange ein Lüften erforderlich ist.

Die Fettfilter der Falmec-Haube sind hoffentlich leistungsstark genug, um bei regelmäßiger Reinigung das Fett vom darüberliegenden Umluftfilter fernzuhalten.
Da meine Haube die besten bei Falmec erhältlichen Filter hat (Modell "Top", Metall-Filter - Falmec Dunsthauben - extrem leise Dunsthauben) hoffe ich mal, dass diese ihren Dienst tun werden. Berbel nutzt da eine andere Technik, die möglicherweise effektiver ist (Fettwanne), aber das Risiko muss ich eingehen.

Tja, sorry Leute.
Ich habe meine Meinung geändert. ;-)
Bei mir wird jetzt eine energie-technisch zukunftssichere Umluft-Lösung zum Einsatz kommen.
Nach allen Recherchen und Abwägungen ist das eine Lösung, zu der ich guten Gewissens stehen kann.

Jeder, der sich in einer ähnlichen Situation befindet, ist herzlich eingeladen, meine Überlegungen in die eigene Entscheidungsfindung einzubeziehen.

So jetzt reicht's aber auch für heute.;D
Vielleicht müsste ich doch mal einen Blog anfangen....

Viele Grüße
Torsten
 

Tara

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Vor dem Blog aber einen Erfahrungsbericht zu deiner Umlufthaube.:-)
Denn noch ist sie ja nicht montiert und im Einsatz;-)
 

Magnolia

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Hallo Torsten,

wir haben uns auch bewußt für eine Umlufthaube entschieden, zumal wir auch einen Schwedenofen haben und ich die Bohrung in der Wand auch nicht aus energietechnischen Gründen haben wollte.
GöGa und ich rechneten uns aus, in welch einer kurzen Zeit wieviel m3 warme Luft quasi einfach nach draußen befördert werden.

Bin aber hier die einzige (?) die diese Meinung vertritt. :-[
So kann und muss sich wohl jeder selbst eine Meinung bilden.

Naürlich muss ich mal beim Kochen das Fenster kurz aufmachen, damit die feuchte Luft raus kann. Allerdings ist das nur relativ kurz, (besonders im Winter, da warme Luft zur kalten Luft will) und vorallem kann ich selbst bestimmen, wann ich das Fenster aufmache und stehe nicht im "Zug".

Mein Beitrag Nr. 4 oben

Nun sind wir schon zwei :clap:

In einem anderen ähnlichen Thread habe ich übrigens festgestellt, dass auch die Abluft-Betreiber nach dem Essen ebenfalls noch zusätzlich kurz durchlüften :cool:, da es auch mit Abluft nicht "geruchslos" ist und spätestens wenn das Essen auf dem Tisch steht riecht es nach Kochen / Essen.

Bei einer DAH geht es mir primär um die Fettabsaugung.
 

menorca

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AW: DAH in großer Wohnküche mit Fussbodenheizung und Kachelofen - Erfahrungen ?

Nein, wir sind zu dritt. ;-) Bei uns wird es auch Umluft.

Torstens Aufzählung trifft in allen Punkten auch auf uns zu (Kaminofen, Gastherme, Abluftführung schwierig bis unmöglich, Kippfenster nicht vorhanden, Wärmeverlust nicht erwünscht). Vielen Dank für die Zusammenstellung, Torsten!
 

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