Combi-Dampfgarer Miele vs. Neff

Parodia

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Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich plane gerade meine neue Küche und möchte einen Combi-Dampfgarer einbauen. Ich koche relativ viel, auch Gemüse, Fisch, Braten, Schmorgeräte (kein sous vide). Und wir backen viel.

Zur Auswahl stehen der Miele DGC7460x oder der Neff B47FS26G0. Den Miele finde ich schon sehr gut, allerdings kostet der satte 2 Tsd. mehr als der Neff. Ich werfe jetzt mal pauschal die Frage in den Raum, ob dieser Preisunterschied gerechtfertigt ist.

Bin für jeden Input dankbar!
 

Evaelectric

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Da Miele DGCs doch einiges mehr haben, wie z.B. einen Tank für das Kondensat, Edelstahlgarraum und auch funktionstechnisch mehr bieten, wie die Einstellung der Feuchtigkeit in 5% Schritten etc. halte ich den Preisunterschied für gerechtfertigt.

ABER, wenn es der einzige Ofen sein soll, würde ich den Neff , wegen der etwas höheren Maximaltemperatur von 250 Grad (Miele 225 Grad) und wegen der Reinigung bevorzugen.
Der Edelstahlgarraum von Miele ist sehr unangenehm zu reinigen, wenn etwas eingebrannt ist.

Generell finde ich zwei Geräte (Pyro-Ofen + DGC ) besser.
Die spritzigen Sachen kann man dann im Ofen braten und hat daneben noch den DGC.
Will man, mit nur einem Gerät, die Beilagen dämpfen hat man parallel keinen Ofen zur Verfügung.
I.d.R. langt ein DGC in 45 cm.
Einen größeren Garraum nur für Beilagen zu bedampfen und trocknen zu müssen ist auch energetisch nicht sinnvoll.
Es sei denn man hat täglich eine sehr große Personenzahl zu bekochen.
 

Parodia

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Hallo Eva, danke für deine Antwort!

Es soll schon das einzige Gerät bleiben. Ich möchte ungern noch ein 2. Gerät einbauen. Wenn ich wirklich mal Braten und Gemüse zubereiten möchte, kann ich das Gemüse notfalls auch außerhalb des Backofens dämpfen.

Das mit der Reinigung ist interessant. Ich hab gedacht, der Miele ließe sich leichter reinigen. Sprichst du da aus eigener Erfahrung?

Und zum Thema 5%-Schritte - das hab ich noch gar nicht überlegt. Ist das eine wichtige bzw. sinnvolle Eigenschaft?

Ich geb zu, mit Dampfgaren habe ich noch wenig Erfahrung (außer Gemüse im Topf mit Dampfeinsatz)
 

Evaelectric

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Die Prozentschritte gelten nur für den Kombibetrieb.
Man hat so mehr Einstellungsmöglichkeiten als "wenig, mittel, viel".
Und beim DGC kann man auch mehrere Garschritte, mit oder ohne Feuchtigkeitszugabe, hintereinander einprogrammieren und muss das nicht manuell machen.

Der DGC kann schon einiges mehr. Auch wenn der einfachste keinen Kerntemperaturfühler hat, wie der von dir genannte Neff .

Und ja, was die Reinigung angeht, spreche ich aus leidvoller Erfahrung.
Ich habe zwar nur einen 45er DGC aus der Vorgängerserie, aber die strukturierte Edelstahloberfläche des Garraumes hat sich nicht geändert.

Dass bei der aktuellen Serie zusätzlich der Grill abklappbar ist, ist ein schwacher Trost, wenn man Eingebranntes schon, ohne Grill davor, nur mit dem Einsatz von sehr scharfen Mitteln, die Miele eigentlich untersagt, beseitigen kann.

Einweichen, auch über Nacht, auch mit dem mieleeigenen "DGCleaner" beeindruckt richtig eingebrannte Flecken leider nicht.

Daher mache ich alles was Spritzig ist im Pyro-Ofen und, nachdem mir im DGC mal eine Backform auslief, lege ich sicherheitshalber eine Lage Backpapier unter Formen auf den Rost.

Die ersten DGCs hatten eine glatte Oberfläche, nicht diese dämliche Strukturierung, und waren einfacher zu reinigen.
 

psy-prog

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Der Miele -DGC ist zusammen mit VZug & Gaggenau der einzige richtige Dampfgarer am Markt, alle anderen arbeiten beim reinen Dampfbetrieb leider mit zusätzlicher Heißluft um auf Temperatur zu kommen und leider nicht im reinen Wasserdampf, was sich auf das Garergebnis auswirkt und wieder Mineralien & Vitamine bei empfindlichen Gemüsegarten zerstört. Ist einem das reine Dämpfen wirklich wichtig, würde ich zu einen der 3 raten.
Wird der DGC als reiner Ofen verwendet bin ich bei Eva, allerdings kann man das schwierige Reinigen mit direkter Reinigung nach dem Brat-/Backvorgang entgegenwirken. Auch ein glattes Edelstahl ist da leider nicht viel besser. Brennt sich etwas ein, muss man auch hier eigentlich "wegschleifen" und schleift sich somit die PerfectClean-Schicht weg. Ich habe noch einen 4080 und spreche da aus Erfahrung.
 

Evaelectric

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Das direkte Reinigen nach dem Garvorgang funktioniert aber leider nicht wenn es schon anfangs spritzte und am Ende dann richtig schwarz eingebrannt ist.

Bei der glatten Edelstahloberfläche konnte ich das mit einem Ceranfeld-Schaber beseitigen, wenn es nicht gerade in Ecken, oder an Stellen war, wo man nicht richtig mit dem Teil dran kam.

Und Psy-Beim DGC 4080 und meinem früheren DGC 5061 kann es am Boden des Garraumes nicht richtig einbrennen, da darunter kein Heizelement ist.
Da war überwiegend nur die Rückwand, hinter der der Ringheizkörper ist, betroffen.
Jetzt werden Boden- und Deckenblech deutlich heißer, wenn man Grill oder Ober-/Unterhitze nutzt.

Weißt du, weshalb man überhaupt zu dieser strukturierten Oberfläche wechselte?
OK-Minimalspritzer fallen optisch nicht so auf. Aber das alleine kanns eigentlich auch nicht sein.

Mit Abstrichen wäre auch die Kombi H7264 BP und DG 7240 denkbar.
 

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@psy-prog @Evaelectric

Danke für eure Infos! Das ist ja eine eigenen Wissenschaft. :-)

Ich bin jetzt allerdings doch verunsichert. Das mit der komplizierten Reinigung war mir nicht klar. Und auch nicht, dass nur Miele, Gaggenau und das Schweizer Modell echte Dampfgarer sind. Da aus Platzgründen für mich aber nur ein Gerät in Frage kommt, überlege ich jetzt, das klassische Garen wie bisher im Topf zu machen und dann doch nur einen Backofen zu nehmen.

Danke für die Empfehlung des H7264 BP. Das Gerät hat doch eigentlich fast alles, was auch das Miele Combigerät hat mit Ausnahme des reinen Dampfgarens, oder? V.a dieses Klimagaren finde ich sehr gut, da ich öfters Brot backe und Braten zubereite. Wie sind denn eure Erfahrungen mit dem Klimagaren?

Und hält die Pyrolyse , was sie verspricht?
 

isabella

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Das mit der komplizierten Reinigung war mir nicht klar. Und auch nicht, dass nur Miele, Gaggenau und das Schweizer Modell echte Dampfgarer sind.
@psy-prog Wobei ich das gerne genauer erklärt haben wollte, woran der Ottonormaluser den Unterschied zwischen „echten“ und „unechten„ Dampfgegarten ausmacht. Woran merkt man das im Ergebnis?

@Parodia , ja, die Pyrolyse hält definitiv was sie verspricht. Auch bei der BSH .
 

psy-prog

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Auch der 4080 hatte ein Bodenheizelement mit dem Kondensat reduziert werden sollte, aber natürlich kein Vergleich zur echten Unterhitze. Aber dort habe ich die meisten Einbrennungen gehabt und mittlerweile im gesamten Garraum keine PerfectClean-Beschichtung mehr, nur noch blanker Edelstahl, der mittlerweile stark gebürstet ist.

Der Unterschied, ob im reinen Dampf gegart wird per Kondensation am Gargut oder noch zusätzlich mit Hitze und deutlich weniger Dampfmenge, merkt man hauptsächlich in der Konsistenz und Farbe, Geschmack und eben auch Vitamine und Mineralstoffe gehen ebenfalls mehr verloren. Leider sagen es einem die Hersteller solcher Geräte nicht. Die arbeiten halt eher wie ein Kombidämpfer mit weniger Temperatur.
 

isabella

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Ich sage danke schön für die Erklärung, auch wenn ich sie mit Skepsis begegne. Ich persönlich stelle mir öfters die Frage, ob ich überhaupt mit dem Wissen von heute einen Kombidampfgarer wieder kaufen würde. Für mich ist es ein ziemlich überflüssiges Gerät, wenn auch nicht ganz so überflüssig wie ein reines Dampfgarer.
 

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@isabella Magst du mir bitte sagen, warum der Kombidampfgarer für dich überflüssig ist? Ich schwanke immer noch ein bisschen.
 

isabella

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Ich hatte mir irgendwelche neue Geschmackserlebnisse oder zumindest große Erleichterungen versprochen und dann habe ich festgestellt, dass das Meiste auch mit den bisherigen Mitteln genauso oder besser hinkriege und Manches, was sicher toll wäre, nicht mache, weil ich danach keine Lust habe das Ding zu polieren (ich habe noch ein Gerät mit glatten Edelstahlwände).

Gemüse dämpfen ist nicht meine Hauptdisziplin und geht auch mit einfacheren Mitteln, Regenerieren ist toll, dauert mir aber meistens zu lange und dann muss man das Gerät trocken wischen, schöne Sachen kann man im Kombibetrieb machen, dafür müsste man sich halt mit dem anschließenden Putzen anfreunden.

Das Gerät nutze ich dennoch, oft als zweites Backofen, aber als einziges Gerät wäre für mich nicht geeignet. Das ist eine sehr subjektive Sache.
 

Evaelectric

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Bisher hörte ich keine großartigen Klagen von Besitzern von BSH Dampfbacköfen dass deren gedämpftes Gemüse schlechter schmecken würde, als das Gemüse, welches sie vorher im Dampf auf dem Kochfeld garten.

Leider habe ich keine Möglichkeit das direkt vergleichen zu können.
Das, mit dem besseren Vitamin-Mineralstoff Gehalt beim Dämpfen habe ich immer schon für sehr marketingbelastet gehalten.
Auf dem Papier mag das stimmen, aber wir leiden hier gewöhnlich nicht unter einer derart ausgeprägten Mangelernährung, als dass es jetzt überlebenwichtig wäre, ob man ein paar Milligrämmchen mehr oder weniger zu sich nimmt.

Bei mir wird nichts regeneriert. Aber danach muss, wie beim kombidämpfen, doch nichts trocken gewischt werden. Das erledigt die Heißluft/Trockenfunktion.
Bei einem reinen Dampfgarer ist das so.


Eine Dampfunterstützung ist trotzdem bei vielen Dingen nützlich. Nicht nur für Brotbäcker (auch zum Aufbacken) sondern auch für andere Speisen die gerne trocken werden.
Für Vegetarier z.B. gefülltes Gemüse ohne angegossene Flüssigkeit.
Da ist dann auch nichts großartig zu putzen, weil nichts spritzt.
Aber auch beim Garziehen von, in der Pfanne angebratenem magerem Fleisch und auch zum Fett ausbraten lassen bei fetterem Fleisch/Geflügel wird das benutzt.

Öfen mit Klimagaren können nur bis zu drei Dampfstöße (immer "Volldampf") à 5-8 Min. produzieren.
Das ist schon anders als eine mehr oder weniger kontrollierte Dampf-/Feuchtigkeitszugabe

Ich werfe mal zur Orientierung diesen Neff ins Rennen.
Das ist quasi ein Mittelding zwischen Ofen mit Klimagaren und Dampfbackofen.
Der kann nicht "nur Dämpfen" aber hat die gleiche Dampfunterstützung (wenig, mittel, viel-manuell einstellbar) wie der Neff der eingangs erwähnt wurde, aber auch Pyrolyse und eine höhere Maximaltemperatur.

Ähnliche Geräte gibt es auch von den Schwestermarken Bosch und Siemens .
Dann ohne die versenkbare Klappe (Slide&Hide) die ich bei einem Ofen mit Pyro eh nicht so notwendig finde.
 

psy-prog

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Das Dampfgaren im Topf mit Einsatz ist doch nicht vergleichbar mit der Dampfmenge eines Dampfgenerators in solche Geräten. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute dann keinen Unterschied merken.
Und ja, missen möchte ich den DGC auch nicht mehr, wie Eva oben schon beschrieben hat, ist die Anwendungsvielfalt enorm, aber auch das reine Dampfgaren von Gemüse & Beilagen ist für mich mittlerweile unverzichtbar.
 

Evaelectric

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Wieso meinst du, dass das nicht vergleichbar wäre, Psy?

In der Zweitküche dämpfe ich mit einem Dämpfeinsatz (bei Bedarf noch ein Dämpfaufsatz darüber) und das Ergebnis und auch die Gardauer sind gleich dem Miele DG.
Bekloppt, wie ich in dieser Beziehung bin;-), habe ich auch die Temperatur geprüft. Mehr als 100 Grad geht nicht.

Mehr als gesättigt kann der Raum doch nicht sein.
Ein "zu viel" bläst der DG(C) vorne raus. Beim Topf sucht sich der Dampf "Lücken" zwischen Deckel und Topfrand damit kein Überdruck entsteht.

Wenn man allerdings mit X Etagen arbeitet, wie diese Tisch-Dampfgarer wird es nach oben hin immer "kühler" (= geringere Dampfmenge).

Und was natürlich nicht auf dem Kochfeld geht ist Dämpfen mit geringerer Temperatur.
Beispielsweise 90 Grad für Flans und Konsorten oder noch geringer für Sous Vide.
 

isabella

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Zur Sättingungsdampfdruck von Wasser bei 100°C und 1 atm verweise auf den Beitrag direkt drüber :-)

Sous Vide mag ich sehr vom Ergebnis her, habe dennoch Vorbehalte, Lebensmitteln, die in Plastik gewickelt aufgewärmt wurden, regelmäßig zu mir zu nehmen (ab und zu wird ok sein, aber nicht so oft, dass ich die Apparaturen dazu anschaffen würde) und generell versuche ich mein Plastik-Konsum zu minimieren...

Meine Flans mache ich wieder im Wasserbad im Backofen und sie schmecken mir (Macht der Gewohnheit) besser :-[
 

Evaelectric

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Siehste Isabella,

so verschieden sind die Nutzer.
Bevor ich 2005 meinen ersten DG kaufte machte ich nie Flans weil mir das Wasserbad im Ofen zu umständlich war.
Auch das Einkochen habe ich erst zu der Zeit angefangen, weil das im DG so easy ist.

Wie man hier sagt: Jeder Jeck ist anders.
 

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:rofl: Ich bin jetzt komplett verwirrt und weiß nicht mehr, was ich will.

Mein Problem ist, dass ich mit DG keine Erfahrung habe und gar nicht weiß, ob ich viel damit machen werde. Ich habe jetzt mal Miele DGC 7460x und den H7244BP sowie den Neff B58VT6860 verglichen. Meine grobe Conclusio dazu ist:

1. Die beiden größten Nachteil des DGC sind die fehlende Pyrolyse-Funktion und dass man nicht braten und dämpfen parallel machen kann.

2. Der H7264 und der Neff haben die wesentlichen Eigenschaften des DGC (bis auf das Dampfgaren natürlich). Dafür aber die Pyrolyse. Beide Geräte haben Dampfunterstützung, der Neff aber nur mit 3 Stufen.

Sehe ich das richig? Oder habe ich mich komplett im technischen Wirrwarr verloren?
 

Nice-nofret

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Ich gehöre zu denen, mit täglichem Miele-DGC - Einsatz; Grade wieder Gemüse mit Lachsschnitten gegessen. Auch wird bei mir regelmässig Brot auf-&gebacken. Auch Fleisch wird soviel besser im DGC; ebenfalls Niedertemperatur garen.

Und ja, der Innenraum meines DGC's schaut nach 10 Jahren Dauereinsatz NICHT mehr wie Neu aus, aber immer noch gut.
 

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Nach gefühlt Stunden des Lesens, Vergleichens und Grübelns habe ich mich jetzt für den Miele H 7464 BPX entschieden. Die Pyrolyse ist mir dann doch zu wichtig. Und für das Dämpfen von Gemüse lege ich mir so einen Tisch-Dampfgarer zu. Das ist zwar nicht so ideal wie der DGC. Aber irgendeinen Kompromiss muss man ja machen.

Vielen Dank für die wertvollen Tipps hier!
 
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