Abluft Bora Classic mit dezentraler Raumbelüftung

Wayne83

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Hallo,

nachdem die Grobplanung der Küche endlich abgeschlossen ist sind noch ein paar Details zu klären, u.A. Umluft- oder Abluft. Kochfeld wird ein Bora Classic 2.0 Teppan + Vollflächeninduktion.
Wir hätten am liebsten Abluft.
Problem (sofern es eines ist...): Das Haus (Neubau-Reihenendhaus KfW55) hat eine dezentrale Raumbelüftungsanlage: dezentrale Lüftung SEVi 160D - Einzelraumlüftungssystem mit WRG | SEVentilation GmbH – Kompetenter Anbieter für dezentrale Lüftungsanlagen
Ich sehe hier erstmal grundsätzlich kein Problem mit Abluft - es muss halt irgendwo die Zuluft her.
Anbei ein Grundriss und eine Skizze wie ich mir die Zuluft-Lösung im besten Fall vorgestellt habe.
Ich denke strömungstechnisch stellt Abluft kein Problem dar: Nur eine 90° Biegung, Abstand zwischen Motor und Auslass ca. 1,3m.
Woher kommt jetzt die Zuluft? Die Raumbelüftung ist ja mehr oder weniger direkt über dem Muldenabzug an der Wand - könnte man diese Lüftung "missbrauchen" um hier die Zuluft zu generieren?
Alternativ stelle ich mir einen Zuluft-Mauerkasten wie auf der Skizze zu sehen vor. Jedoch ist im Wohnraum eine (indirekt die Wand anstrahlende) Lampe davor, damit man vom Zuluftkasten innen nichts sieht.

Eine weitere Lösung wäre ein kombinierter Zu- und Abluftkasten unten, wobei die Zuluft über den Sockel eingeleitet wird.

Die "einfachste" Lösung wäre natürlich ein Fensterschalter, wobei ich davon weg will, da man z.B. im Winter vergessen könnte das Fester wieder zu schließen und es auch immer manuell öffnen muss. Wäre aber dennoch eine praktikable (Not-)Lösung mit den beschriebenen Nachteilen.

Strömungstechnisch stelle ich mir die "Zuluft hinter der Lampe" besser vor, da der Weg direkter/kürzer ist, während bei der Zuluft über den Sockel vor allem im Winter bei längeren Koch-Zeiten kalte Füße drohen, da die Luft ja direkt an den Füßen angesaugt wird.

Wärme- bzw. heizungstechnisch sollte es nicht zu sehr stören, da ja quasi ein "Kreislauf" zwischen Zuluftkasten und Abzug entsteht, d.h. die meiste Luft die herausgesaugt wird, ist die ohnehin schon kalte Zuluft aus dem Zuluftkasten (und etwas Wrasen + Umgebungsluft). Ich hoffe meine Vorstellungen sind hier nicht zu naiv... ;-)

Es wird in naher Zukunft ein raumluftunabhängiger Gaskamin nachgerüstet, der im Wohn-/Essbereich stehen wird. Hier könnte man - wenn der Fensterschalter oder der Zuluftkasten nicht reichen - einen Unterdruckwächter bei der Kaminmontage mit einbauen um auf Nr. sicher zu gehen. Der Kamin ist zwar raumluftunabhängig, ich würde ihn aber sicherheitshalber dennoch wie einen raumluftabhängigen Kamin betrachten. Müssten für den nachzurüstenden Unterdruckwächter vorab Vorkehrungen/Vorbereitungen getroffen werden oder kann man den problemlos nachrüsten?

Zusätzlich könnte ein Problem sein, dass der Abluftkasten ja im Sockel sitzt und demnach auch außen am Haus unten an der Wand (bzw. am Sockel ist). Wenn es z.B. viel schneit (was hier selten vorkommt) könnte der Kasten zugeschneit werden...

Was meint ihr? Hier müsste es doch eine Lösung geben? Bitte nicht den Tipp geben "nimm einfach Umluft" ;-) Ich will auch die Feuchtigkeit aus dem Raum, zudem widerstrebt mir der Gedanke dass jahrelang fetthaltige Luft in den Sockel strömt und ich die Aktivkohlefilter wechseln muss...

Was meint ihr?
Danke vorab!

Gruß
Wayne
 

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Michael

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Bitte nicht den Tipp geben "nimm einfach Umluft"

Nimm doch Umluft. :rofl:

Im Prinzip ist das Problem die dezentrale Lüftungsanlage. Die sorgt für einen konstanten Luftwechsel, bringt 30m³/Stunde nach draußen und auch an frischer, vorgewärmter Luft wieder rein. (Wärmetauscher)

Für einen raumluftunabhängigen Kamin reicht in der Regel eine gesteuerte Zuluftführung für die Ablufthaube. Da halte ich einen zusätzlichen Unterdruckwächter für übertrieben/nicht notwendig.

Bei der Problemstellung würde ich einen zusätzlichen Zuluftmauerkasten installieren, und zwar nicht bei der Lampe sondern in der Ecke rechts vom Fenster. (Da steht: KE über Dach)

Dieser öffnet dann elektrisch gesteuert wenn die Dunstabzugshaube startet. Eine Thermosteuerung für den Kamin braucht es auch nicht, da der Kasten immer öffnet wenn die Haube läuft. Das ist gut.

Was weniger gut ist/sein kann: Wie reagiert die Lüftungsanlage auf evtl. doch auftretenden Unterdruck im Raum?
Beispiel: Bora läuft im Formel1-Modus und will 700m³/Stunde nach draußen befördern. Die gleiche Größe an Zuluftöffnung kann diese Menge nicht parallel nach innen bringen und es wird ein Unterdruck entstehen. Der Kamin arbeitet wohl bis 4 bar Druckdifferenz stabil, da er raumluftunabhängig ist. Aber was ist mit der Lüftungsanlage und was passiert mit dem Pabst Lüfter wenn er zu Leistungen gezwungen wird, für die er nicht gebaut wurde?
 

US68_KFB

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Du willst es nicht hören, aber es muss leider sein. Nimm halt Umluft! Was du vor hast, führt zu keinem guten Gesamtergebnis.

Aus dem Naber Leitfaden für Planer, Gutachter und Nutzer:

"Die Einbindung des Dunstabzugssystems in die Wohnungslüftungsanlage kann aus den folgenden Gründen nicht empfohlen werden:
• Brandschutz: mögliche Übertragung von Feuer und Rauch; geltende brandschutztechnische Regelungen sind zu beachten
• Hygiene: Fettablagerungen in Luftkanälen
• Auslegung: Wohnungslüftungsanlagen werden üblicherweise für Luftvolumenströme in der Größenordnung von 100 bis 200 m³/h ausgelegt, für Dunstabzugssysteme sind Luftvolumenströme bis zu 650 m³/h zulässig und üblich.
• Wird das Abluft-Dunstabzugssystem ohne Luftnachströmung gleichzeitig mit der Zu-/Abluftanlage betrieben, verschlechtert sich die Wärmerückgewinnung.

Das ganze Pamphlet hier https://cdn.highspeed-network.com/1...t/neuheiten/NABER-Leitfaden-Broschuere_DE.pdf

Fett und Gerüche macht Bora , Feuchtigkeit und Restgerüche macht die Lüftungsanlage. Einfacher geht`s doch gar nicht.
 

Michael

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Die Einbindung des Dunstabzugssystems in die Wohnungslüftungsanlage kann aus den folgenden Gründen nicht empfohlen werden
Das System soll nicht in die Lüftung eingebunden sondern parallel betrieben werden.

Wird das Abluft-Dunstabzugssystem ohne Luftnachströmung

Es soll mit Zulufzmöglichkeit installiert werden.

Der Leitfaden ist hier nicht anwendbar weil die Gegebenheiten andere sind.
 

Wayne83

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Danke für eure Antworten!
Prinzipiell benötigt man - wie auch im Naber Leitfaden zu lesen ist - entsprechend Zuluft wenn man den Abzug mit Abluft betreibt.
Und genau hier setzt meine Frage an:
Die Raumbelüftung liegt recht nahe am Kochfeld (quasi direkt oben an der Wand). Wenn ich jetzt einen (oder sogar mehrere) Zuluftschächte installiere muss sichergestellt sein, dass die Zuluft auch aus diesen Schächten kommt und nicht doch aus der Raumbelüftungsanlage, da hier dann die Lüfter wie Michael schon sagt durch den Bora Luftstrom "übersteuert" werden und sicherlich auf Dauer kaputt gehen...
Die Luft bzw. der Unterdruck sucht sich ja immer den kürzesten Weg, wenn meine Zuluftschächte z.B. 10m von der Absaugung entfernt sind, meine Raumbelüftung aber direkt daneben steht wird ein Großteil des Luftstroms trotz Zuluftschächten über die Raumbelüftung gehen.

Die Frage ist: Kann man irgendwie sicherstellen dass die Zuluftschächte auch tatsächlich genutzt werden bzw. wurde so etwas (dieses Szenario müsste doch in fast jedem Neubau gegeben sein) schon mal (erfolgreich) gemacht?

Einfallen würde mir z.B. einfach eine mit dem Kochfeld verbundene Klappe an der Raumbelüftung die diese entsprechend beim Einsatz des Abzugs abschließt. Sowas sollte es doch geben...
 

Michael

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Dafür ist eine Klappe nicht geeignet. Im Prinzip benötigst du eine Relais-Steuerung, die die Wohnraumlüftung komplett deaktiviert wenn die Dunstabzugshaube eingeschaltet ist. Im Idealfall lässt sich diese Steuerung direkt an den Lüfter klemmen. Sonst schaltet sich die Wohnraumlüftung schon ab wenn du nur das Licht der Dunstabzugshaube nutzt.

Und nein, diese Situation ist nicht in fast jedem Neubau gegeben. Meistens reicht es bei Abluft ein Fenster zu öffnen. Deine KWL + Abluft ist ein Special, das selten bis gar nicht vorkommt. Entsprechend gibt es keine vorgefertigten Lösungen.
 
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