LEICHT-Küche in carbongrau

P Aktualisiert 17 November 2022
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Planung

★ Küchenhersteller

Küchendetails

Stilrichtung
Datum der Fertigstellung
November 2022

Gerätedetails

Kochfeld
Bora X Pure
Backofen / Einbauherd
Miele H 7440 BPX obsidianschwarz
Geschirrspüler
Siemens G7460SCVI
Kühlschrank
Miele KFN7774D (KGK)
Dampfgarer
Miele DGC 7440X obsidianschwarz

Küchen-Raumdetails

Küchenraum-Art
Koch-/Ess-/Wohnraum
Reine Küchengröße
5,1 bis 8 m²
Gesamtraumgröße
mehr als 45m²
Exakte Raumgröße in m²
70m²
Raumform
Sonstige Form
Küchenform
U-Form

Planungsinfos

Gerätekriterien

Was lange währt, wird endlich gut. Die Küche ist aufgebaut, alle Geräte montiert, es müssen nur noch die Passleisten bei den Hochschränken sowie die Fronten der KGK getauscht werden. Und hier mein Bericht zur (fast) fertigen Küche.

 

Auswahl der Küche

Die Küche steht auf einem Podest und ist Teil eines ca 70 m2-großen Raums. Uns war sehr wichtig, dass die Küche vom Design her zu diesem Raum bzw. zu unserem Einrichtungsstil passt. Wir lieben klare schnörkellose Strukturen, alle unsere Schränke (also auch die hohen Kleiderschränke) haben ein Push-to-open-System, der einzige Schrank mit Griff befindet sich im Badezimmer (Waschtischunterschrank). Daher haben wir uns bewusst für eine grifflose Küche entschieden.  Bei der Auswahl der Küche haben wir uns relativ schnell für eine grifflose Küche des Herstellers LEICHT entschieden. 2 Gründe waren ausschlaggebend: Qualität und die Möglichkeit, individuelle Lösungen zu realisieren.

 

In diesem Forum werden hin und wieder die Nachteile von grifflosen Küchen erläutert (die ich auch alle nachvollziehen kann). Dennoch möchte ich auch eine Lanze für „grifflos“ brechen. Richtig ist, dass obere und untere Schublade jeweils anders geöffnet und geschlossen werden. Man muss sich ein bisschen daran gewöhnen, die oberen Schubladen leicht und die unteren Schubladen schwungvoll zuzuschubsen. Gewöhnen mussten wir uns auch an den Öffnungsmechanismus der KGK (Servodrive von Blum). Aber wir kommen mit allem sehr gut klar. Und für uns war Stauraumverlust kein Thema (siehe unten bei Tipps und Erfahrungen). Was das Thema Innenauszüge betrifft: Ich persönlich finde gar nicht, dass man hier „2 mal“ was öffnen muss. Ich greife den Innenauszug immer gleich direkt beim Öffnen mit. Ich kann nur jedem empfehlen, grifflos ausgiebig zu testen. Für uns jedenfalls ist das nicht so unpraktisch, wie es andere empfinden.

 

Highlights der Küche

Ausreichend Arbeitsfläche: v.a. rechts und links der Hochschränke, goldwert für die Einkäufe!. Ich stelle die Einkäufe ab und verteile sie: rechts alles, was in die KGK kommt, links alles, was in den Vorratsschrank kommt (quasi vorsortiert). Und wenn alles ausgeräumt ist, räume ich blitzschnell alles dorthin, wohin es muss. Alles ohne viel Rumgerenne. Sachen aus dem BO oder der DGC können ebenfalls direkt mit einem Schwung abgestellt und müssen nicht durch die halbe Küche getragen werden.

Super Arbeitsabläufe: Kühlschrank auf, Gemüse, Fleisch etc. raus, waschen, schnippeln (dabei manchmal aus dem Fenster gucken), alles Geschnippelte auf die gegenüberliegende Seite bringen, Pfanne raus, braten. Teller auf der Halbinsel, anrichten, fertig. Da ich relativ viel Arbeitsfläche habe, können auch mehrere Leute arbeiten.

 

Spüle: Ich habe mich ganz bewusst für eine Etagon 700 entschieden und es noch kein Sekunde bereut. Bei uns gibt es viel Salat und Gemüse. Und das Waschen in der großen Spüle ist ein Traum. Auch die beiden Absteller sind bei uns im Dauereinsatz (z.B. heißer Topf, Sieb zum Abtropfen, Putzlappen..). Und auch wenn da ein Topf draufsteht, ist immer noch ausreichend Platz in der Spüle zum Arbeiten. Außerdem verschwindet darin schmutziges Geschirr, wenn es nicht gleich in den GSP wandert. Allerdings hat die Spüle auch 2 Nachteile: sie zerkratzt leicht und bei unserem kalkhaltigen Wasser muss ich täglich einmal ordentlich putzen.

 

Siebträger: Endlich hat das oft genutzte Teil den Platz, den es verdient.

 

DGC: Zuerst wollte ich nur einen BO, aber in diesem Forum wird öfters auf die Vorteile der Kombination BO/DGC hingewiesen. Und ja! Es war eine der besten Entscheidungen, beide Geräte genommen zu haben. Ich ändere sukzessive mein Kochverhalten und merke jetzt schon, wie viel einfacher es mit dieser Kombination ist, für mehrere Leute zu kochen. Im DGC backe ich das Baguette oder das Gratin samt Gemüse, während im BO das Hähnchen brutzelt und auf dem KF die Suppe köchelt. Die 45cm reichen uns völlig aus, da wir keine großen Vögel braten.

 

FENIX-Fronten: Zwar sieht man schnell, wenn z.B. Wasser auf die Front kommt oder man arg mit den Fingern drauf rumtapst. Aber ein Wisch mit einem Tuch und weg ist alles. Die Front ist einfach ein Traum.

 

DAH: Ich habe mir wenig Gedanken um eine DAH gemacht, da ich bis dato das KF unter dem Fenster und nie eine DAH hatte. Entschieden hab ich mich für das Bora X Pure (Umluft), weil ich keine Oberschränke habe und eine in den Raum hängende DAH für uns nicht in Frage kam. Vielleicht bin ich hier anspruchslos. Aber ich liebe mein KF! Der Abzug funktioniert ziemlich gut. Gerüche werden relativ gut weggefiltert. Den Rest machen die Fenster. Und ich habe das KF flächenbündig eingebaut. Kein Problem mit Silikonfugen, hier haben die Monteure sehr sauber gearbeitet.

 

Übertiefe US: Ich habe auf der Halbinsel einen 90er und einen 80er US in Übertiefe und liebe sie! Unglaublich, was da alles Platz hat. Und wie wenig man stapeln muss.

 

Was ist nicht ganz optimal:

Der GSP steht in der Ecke neben der Spüle und Vorratsschrank, was eigentlich gut ist. Aber wenn die AutoOpen-Funktion aktiv ist und der GSP sich 30 Minuten vor dem eigentlichen Ende öffnet, ist der Zugang zum Vorratsschrank blockiert. Das erfordert ein bisschen Planung, wann man den GSP einschaltet.

Einen MUPL konnte ich nicht realisieren, da meine oberen Schubladen zu niedrig für vernünftige Mülleimer sind. Da ich aber schon bisher immer alle Küchenabfälle während des Schnippelns in eine Schüssel gegeben habe, die dann zum Schluss in den Mülleimer geleert wurde, fehlt mir der MUPL nur ein bisschen.

 

Die AP ist Quarzkomposit (Silestone), haptisch und optisch toll und lässt sich sehr leicht reinigen. Aber sie ist empfindlich. Ein Glas mal ein bisschen fester gegen eine Kante gestoßen und schon bricht ein Stück ab. Man sieht es zwar nur, wenn man es weiß. Aber ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn man mit nem schweren Topf dagegen stößt. Wahrscheinlich würde ich beim nächsten Mal Dekton nehmen.

 

Tipps und Erfahrungen

 

Aus leidvoller Erfahrung rate ich jedem, vor der eigentlichen Küchenplanung sich Gedanken über die eigenen Arbeitsabläufe zu machen, sich mal ein paar Wochen beim Werkeln zu beobachten und aufzuschreiben: Was nervt mich an der alten Küche? Was wollte ich immer schon mal haben? Und viel hier im Forum lesen und bereit sein, gewohnte Abläufe zu ändern! Ich habe zuerst mit der Planung angefangen und dann erst über die Abläufe nachgedacht (bzw. mich im Forum informiert). Dadurch habe ich immer wieder umgeplant, was gegenüber dem KFB nicht ganz fair war.

Nicht versuchen, die perfekte Küche zu planen, die alle Anforderungen abdeckt. Sonst wird man verrückt und unglücklich.

 

Stauraumplanung: Für mich war Stauraumplanung, mir zuerst zu überlegen, was wir in der neuen Küche tatsächlich brauchen. Ich habe einige Töpfe und Pfannen entsorgt. Weil mehr als 4 Töpfe hab ich eh nicht auf dem KF. Dasselbe gilt für Plastikschüssel. Da sammelt sich soviel an. Vorher ausmisten hat sich echt bewährt. Dann kann man sich bei der Stauraumplanung auf den Rest konzentrieren.

 

Übertiefe US nehmen, wann immer das möglich ist!

Bei der Auswahl des Küchenstudios auf das Bauchgefühl hören. Lieber ein bisschen mehr bezahlen, wenn man ein gutes Gefühl beim KB hat. Und ich behaupte mal: Große Küchenstudios wollen Masse verkaufen, kleine Küchenstudios legen mehr Wert auf gute Referenz und Mundpropaganda und sind daher bemühter. Mag nicht für alle gelten, aber ich denke, grundsätzlich ist das so.

 

Niemals einen Kaufvertrag unterschreiben, bevor man nicht zu Hause alles genau gelesen hat (inkl. Details). Im Kaufvertrag vereinbaren, dass z.B. 10% des Kaufpreises erst 14 Tage nach vollständigem Aufbau bezahlt werden. Dann hat man ein Druckmittel in der Hand, wenn was schiefgeht. Seriöse KS tragen so eine Vereinbarung mit. 

Insgesamt hat mich das Thema "Küche" sehr viel Nerven gekostet, aber jetzt bin ich rundherum glücklich. Ich möchte mich bei allen hier, die mich unterstützt haben, ganz herzlich bedanken! Ohne euch wäre manches anders gelaufen.

 

 

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