Großfamilie sucht Traumküche ... gefunden!

S Aktualisiert 20 Januar 2022
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Unglaublich wie die Zeit vergeht … eigentlich wollte ich schon längst einen Bericht über unsere Küche schreiben und plötzlich ist schon mehr als ein Jahr vergangen. So kann ich jetzt wenigstens mit ausreichend Erfahrung berichten.

Zuerst mal zu unserer Ausgangslage: Wir sind eine große Familie (8 Personen), so gut wie alle Mahlzeiten werden zu Hause zubereitet und gegessen, es wird gekocht, gebacken, eingekocht, experimentiert – deshalb ist die Küche für mich der wichtigste Ort des Hauses. Die alte Küche hatte bald 40 Jahre auf dem Buckel und die Liste der Kritikpunkte war lang: viel zu wenig Arbeitsfläche, schlechte Beleuchtung, kaum Steckdosen, wenig Auszüge bzw. viel schlecht nutzbarer Stauraum, Geräte nicht zufriedenstellend, Optik etc. etc.

An die Planung einer neuen Küche ging ich mit dem Ziel, diese Punkte auszumerzen und stattdessen die perfekte Küche zu planen, doch bald schon drohte mein Enthusiasmus an unserem schwierigen Grundriss zu scheitern. In meiner Verzweiflung wagte ich es (zum Glück) einen Planungsthread im Küchenforum erstellen. Ich zeigte unseren Grundriss und unsere bisherigen Planungen und dann geschah … erst mal nichts. Eine quälende Woche wartete ich auf Antwort bis sich Kerstin meldete und mit einer revolutionären Idee aufhorchen ließ: sie wollte die Speisekammer streichen! Undenkbar, wo sollte denn der ganze Kram hin, der dort gelagert wurde? Ich erteilte erst mal eine Absage, doch der Plan von Kerstin ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich grübelte Tag und Nacht, analysierte Vor- und Nachteile der Speisekammer und löste mich von manchen Vorstellungen. Also starteten wir unsere Planung nochmals neu, basierend auf Kerstin’s Idee. Ab diesem Zeitpunkt machte das Planen Spaß, weil ich das Gefühl hatte, die richtig Lösung für unseren Grundriss gefunden zu haben. Kurz vor Montage packten mich dann nochmals Zweifel, doch auch an diesem Punkt erhielt ich Zuspruch aus dem Forum (so geht’s allen mal). Und nach längerer Nutzung kann ich sagen: es war die richtige Entscheidung. Die Küche funktioniert, wir haben aus dem Raum das Beste gemacht. Unglaublich was der Wegfall eines kleinen Mauerstücks bewirken kann!

Würde ich rückblickend an der Planung etwas ändern? Tatsächlich gibt es ein „Nadelöhr“ in unserer Küche. Der Hauptarbeitsplatz ist gleichzeitig der Platz an dem sich Schmutzgeschirr sammelt und der Geschirrspüler ein- und ausgeräumt wird (und das passiert hier öfters am Tag). Ja, manchmal ärgere ich mich darüber wenn sich hier alles staut, trotzdem würde ich es wieder so wählen, der hochgestellte GSP in der Nähe der Spüle ist Gold wert und wiegt die Nachteile auf. Durch die übertiefe APL die an dieser Stelle noch dazu ins Fenster läuft haben wir zum Glück soviel Platz wie möglich zur Verfügung.

 

Aber jetzt zu den Details:

Die Küche ist vom Schreiner gefertigt (Auszüge sind Blum Legraobox). Ich habe viel Zeit und Überlegungen in die Stauraumplanung investiert, hab dem Planer meine Wunschhöhen vorgegeben und er hat daraus eine stimmige Linienführung erarbeitet.

 

Beim Material der Fronten hatten wir uns bereits zu Beginn auf Holz festgelegt. Sorge bereitete mir allerdings, wie eine Küche trotz dominanter Holzfronten modern und hell wirken kann. Viele Stunden verbrachte ich auf Pinterest auf der Suche nach Küchenbildern und auf Basis unserer ursprünglichen Favoriten (Eichefront, hellgraue Arbeitsplatte, Fliesenrückwand) ist dann das „Gesamtbild“ unserer Küche entstanden. Den die Küche soll ja nicht nur funktioniell sein, wir wollen uns darin auch wohl fühlen.

Lange waren wir unschlüssig ob Holznachbildung oder Echtholzfurnier. Die Nachbildung wäre günstiger und noch dazu robuster, allerdings kamen wir von echtem Holz einfach nicht los, selbst die beste Nachbildung kann das Gefühl von Holz nicht ersetzen. Theoretisch ist Holz empfindlicher, mit Feuchtigkeit muss man aufpassen und es ist schneller mal eine Macke reingeschlagen, diese sind aber optisch unauffälliger (mit dieser Patina können wir gut leben wie unsere 40 Jahre alten Holztüren beweisen). Bis jetzt bin ich mit unserer Wahl sehr zufrieden und empfinde die Front als sehr pflegeleicht. Die Maserung (den Verlauf hat der Tischler übrigens perfekt ausgetüftelt) verzeiht vieles, Fingertapser sind so gut wie nie zu sehen. Zur Reinigung verwende ich ein nebelfeuchtes Mikrofasertuch speziell für Holz. Es ist das erste Mal in meinem Leben dass ich eine Küche mit wirklich glatten Fronten putze und ich liebe es! Nie wieder Rahmenfronten …

 

Griffe ja oder nein – für uns kein Thema, wir mögen Griffe. Auf Internetbildern hatten wir Griffe aus Schmiedeeisen entdeckt, dieses Material sollte es werden. Fündig wurden wir bei der Fa. Halcö in Tirol, die tolle Produkte aus Schmiedeeisen herstellt. Ursprünglich schwebten mir ja Knopfgriffe vor, aber unser Tischler wendete ein dass man hier zum Öffnen immer die ganze Hand braucht. Also sind es Bügelgriffe geworden und jedes Mal wenn ich mit schmutzigen Händen da stehe und schnell mal mit dem kleinen (sauberen) Finger einen Auszug öffne bin ich ihm dankbar dafür. Für meine Griffe schwärme ich: sie sind sehr wertig, die Reinigung ist kein Problem (da der Abstand zur Front nicht zu gering ist). Einziges Manko: Sie sind sehr kantig, anfangs hab ich mich ein paar Mal daran gestoßen. Einer der wenigen Punkte die ich ändern würde: etwas weniger kantige Griffe wählen.

 

Die Arbeitsplatte: Hier war uns wichtig, dass sie Feuchtigkeit aushält und hell ist. Der Raum liegt an der Nordseite und ich bin davon überzeugt, dass gerade die Wahl der Arbeitsplatte sehr viel beiträgt, um einen Raum zu „erhellen“. Die Kombi Holz mit grau mag ich sehr, bei Naturstein wurden wir leider nicht fündig, also haben wir uns bei Keramik umgesehen und die „Zaha Stone“ von Neolith war sofort mein Favorit, ich liebe diesen speziellen Grauton. Die fast 5 m lange Arbeitsplatte am Fenster ist zweimal gestückelt (aus Kostengründen sind auch die Fensterbretter extra obwohl die APL ins Fenster läuft) – für uns absolut okay (Kostengründe!), sensiblere Gemüter könnten sich an der nicht durchgehenden Maserung stören. Ansonsten bin ich von der Optik und auch was die Reinigung betrifft noch immer schwer begeistert (feuchtes Mikrofasertuch reicht, kein Nachpolieren oder Imprägnieren nötig, keine Verfärbungen). Allerdings bin ich wegen der Platte noch immer nicht ganz entspannt: „versehentlich“ wurde mit einer 12 mm Platte geplant (ich hätte auch mit 2 cm gut gelebt), als ich im Forum von der Bruchgefahr las war es schon zu spät für eine Änderung. Laut Tischler sind die Korpen so ausgeführt dass nichts passieren kann, auch der Steinmetz hat dies so bestätigt, einige Handwerker standen schon auf der Platte … trotzdem  bin ich beim Fenster putzen sehr nervös und verrenke mich, damit die Platte möglichst nicht belastet wird.  Auch haben wir aufgrund der Empfehlungen im Forum eine flächenbündige Spüle gewählt (ich kenne mich und eine ungeschützte Keramikkante im Spülenbereich hätte bei mir nicht lange heil überlebt). Der Nachteil dieser Variante sind die sichtbaren Silikonfugen, die jetzt nach einem Jahr schon Verfärbungen aufweisen, bisher konnte ich sie mit einer Paste aus Wasser und Backpulver aber gut säubern. Früher oder später müssen die Fugen aber ohnehin erneuert werden.

 

Die Rückwand: lange haben wir getüftelt welches Material es werden soll. Glas gefällt uns einfach nicht, die Arbeitsplatte als Rückwand wäre mir zuviel und vor Fliesen haben mir alle abgeraten (natürlich wegen der Fugen). Aber da siegte dann die Optik vor allen praktischen Überlegungen. Und ich liebe meine Fliesen! Sie sind so schön, machen meine Küche zu etwas Besonderem, bringen den Raum zum Strahlen, manchmal streichle ist sie sogar. Die Pflege ist bisher unkomplizierter als gedacht. Hinter Kochfeld und Spüle wische ich zwar oft mal darüber, das geht aber schnell. Die Fliesenfugen sind noch unverändert schön, bin gespannt wie es sich im Laufe der Jahre entwickelt. Hinter dem Kochfeld sehe ich kein Problem, im Bereich der Spüle sind die Belastungen viel größer, ich bin gespannt.

 

Aufteilung

Ich bin der Meinung, dass wir das Beste aus dem Raum gemacht haben. Die Öffnung zur Speisekammer und damit verbunden das zweite Fenster werten den Raum unglaublich auf, zuvor war er ein dunkles Loch, jetzt ist die Küche hell und lichtdurchflutet. Ich bin froh, dass wir in den Raum nicht mit Muss eine Insel reingequetscht haben. Klar ist es eine nette Idee mit Blick in den Raum zu arbeiten bzw. zu kochen, doch es geht auch anders. Mein Hauptarbeitsplatz ist vorm Fenster mit viel natürlichem Licht und ich genieße den Blick ins Grüne. Die lange Fensterzeile bietet endlich den Platz den ich mir immer gewünscht habe (und auch tatsächlich brauche). Wir haben bei beiden Blöcken übertiefe Korpen und Arbeitsplatte, zusätzlich läuft die APL ins Fenster, das bringt wirklich viel Platz (sowohl beim Stauraum als auch zum Arbeiten). Es ist auch okay, dass es kein Zweizeiler geworden ist, vom Hauptarbeitsplatz vorm Fenster ist der Kochfeldblock trotzdem schnell erreicht, ist nur eine Drehung. Lediglich das Kochen am Holzherd erfordert mehr Wege. Durch zwei Blöcke konnten wir auch unterschiedliche Arbeitshöhen verwirklichen (Kochfeld ist um ein paar cm niedriger). Ein Sitzplatz war lange eingeplant, wurde aber schlussendlich gestrichen und wird nicht vermisst, da der Esstisch ohnehin in der Nähe ist.

Die Aufteilung der Hochschrankwand hat uns lange Kopfzerbrechen bereitet und zwar konkret die Platzierung des GSP. Hier im Forum wurde mir zur Platzierung im ersten HS neben der Arbeitsfläche geraten, also möglichst nahe zur Spüle. Nachteil dieser Variante ist allerdings, dass der geöffnete GSP teilweise meine Hauptarbeitsfläche blockiert, aus diesem Grund wollten der Tischler und ich diesen in den mittleren HS setzen. Erst im letzten Moment habe ich mich entschieden, es wie von Kerstin vorgeschlagen zu machen. Defininitv die richtige Entscheidung! GSP aus- und einräumen ist eine häufige Tätigkeit (2-3x Tag) und so funktioniert es super: ich räume über die Tür ein (ein Zugang von beiden Seiten ist absolut nicht notwendig), es wird nichts vollgetropft und Müll und Spüle sind von meinem Platz aus ohne Wege erreichbar. Nachteil ist allerdings, dass der GSP nicht während des Arbeitens offen stehen bleiben kann da er mich sonst am Hauptarbeitsplatz zu sehr einschränkt. Kurzzeitig funktioniert es (aufgrund der Tatsache dass zwischen Arbeitsplatz und GSP-Tür noch gut 30 cm sind, darüber bin ich sehr froh). Das ist nicht ideal und ist einer der Kompromisse die wir eingehen mussten.

Im mittleren HS sind dann die Heißgeräte, der Backofen ist zwar relativ weit unten aber das ist okay, der DGC ist für mich in idealer Höhe, heiße Backbleche stelle ich dann bequem auf dem gegenüberliegenden Kochfeld (oder Holzherd) ab – ich kann mich immer noch nicht daran gewöhnen, dass Keramik heiße Bleche vertragen sollte. Im letzten HS ist der Kühlschrank, dass hier nicht unmittelbar daneben Abstellfläche ist vermisse ich nicht, auch hier nutze ich den gegenüberliegenden Block.

 

Wie bereits erwähnt arbeitete unser Tischler nicht mit einem Küchenhersteller, sondern fertigt die Korpusse selber. Wir hatten somit mehr Gestaltungsmöglichkeiten (speziell weil wir nicht an ein Raster gebunden waren). Hier ein paar Details: Sockel wollte ich so niedrig wie möglich, der Tischler hat mir zu 10cm geraten und ich bin froh dass es nicht niedriger geworden ist, so kann mein IRobot problemlos arbeiten. Durch die zwei Blöcke konnten wir unterschiedliche Arbeitshöhen (und Sockelhöhen) verwirklichen (Herd ist etwas niedriger). Die Auszugshöhen sind bei beiden Blöcken unterschiedlich. Die Stauraumplanung hab ich speziell für Kochgeschirr und Gewürzbehälter sehr akribisch gemacht, anhand dieser Daten hat der Tischler die Linienführung erarbeitet. Obwohl nicht jedes Utensil schon vorher genau eingeplant war hat sich die Einteilung als sehr gelungen erwiesen, alles passt wie es soll.

Lange getüftelt hatte ich auch wegen der Oberschränke. Wir haben uns dafür entschieden weil ich unbedingt einen Dunstabzug von oben wollte und eine versteckte Lösung am schönsten finde. Trotz meines riesigens Dunstabzugs (120 cm breit) bieten die OS allerdings auch erstaunlich viel Platz. Wie gesagt, ich bin Grobmotorikerin und hab es früher schon geschafft Tassen aus Oberschränken auf Ceranfelder fallen zu lassen, aus diesem Grund beherbergen die OS viele großen Tupperschüsseln (und div. Auflaufformen), sie passen perfekt rein und nehmen keinen Platz in Auszügen weg.

 

Holzherd

Die fixe Platzierung des Holzherdes war einer der Gründe, warum die Planung so schwierig war. Ja, ich habe auch darüber nachgedacht ihn wegzulassen, habe mich dann bewusst für den Holzherd entschieden. Dennoch gebe ich allen Holzherd-Romantikern zu bedenken: der Holzherd braucht Zeit, es muss rechtzeitig eingeheizt werden, die Hitze ist schwieriger zu steuern und er verursacht viel Dreck. Aus diesen Gründen kommt der Herd nur selten zum Einsatz (ca. 1x/Woche in der kalten Jahreszeit). Wir haben an ihm festgehalten, weil wir eigenes Holz haben und eine stromunabhängige Heiz- und Kochmöglichkeit beibehalten wollten, doch ich gebe wirklich jeden den Tipp, sich das gut zu überlegen und keinem falschen Idyll nachzuhängen.

Mit unserem Modell sind wir übrigens sehr zufrieden, der Pertinger ist einfach schön, verspricht Qualität und heizt gut. Auch die Integration in die Küchenzeile hat wirklich top funktioniert (obwohl ich da wirklich Bauchweh hatte) – Pertinger braucht nur ein paar mm Abstand zu den Möbeln, für die Keramik-APL ist der angrenzende Holzherd ebenfalls kein Problem da Keramik die hohen Temperaturen verträgt (solange es zu keiner plötzlichen Temperaturänderung kommt).

 

Geräte

Ich liebe meine Geräte! Die Geräteauswahl hab ich mit viel Recherche und Zeitaufwand betrieben und dann bewusste entschieden, welche technischen Details wir möchten und uns im Alltag unterstützen sollen. Ich war nach entsprechender Beratung bei div. Fachhändlern ziemlich auf Miele eingeschossen und bin mit unserer Wahl sehr zufrieden.

Von der Gerätekombi Backofen und Kombi-Dampfgarer bin ich noch immer überzeugt. Ich liebe es, zwei Heißgeräte zu haben. Der Kombi-Dampfgarer wird am meisten genutzt: ich nutze ihn sehr häufig zum Aufwärmen, zum Dampfgaren (Kartoffeln Gemüse und Reis dämpfen, Knödel aller Art, Gläser sterilisieren, einkochen, Joghurt selber machen, Gemüse blanchieren etc. etc.) und im Kombibetrieb (Lasagne, Kaiserschmarren, Brötchen, div. Braten etc. etc.). Wir haben das Geräte mit 45 cm Höhe, das reicht meistens, ab und zu wären 60cm nicht schlecht (das war uns die 1.000 EUR Mehrpreis aber nicht wert). Den DGC haben wir mit Festwasseranschluss gewählt, es ist einfach praktisch nicht an das Befüllen des Wassertanks denken zu müssen, auch das Auswischen danach ist dank des Abflusses schneller erledigt da weniger Restwasser zurück bleibt. Das Geräte hat trotzdem einen Wassertank der theoretisch nach jeder Nutzung entleert werden sollte, aufgrund der täglichen Nutzung wird dies bei uns aber vernachlässigt. Der genoppte Edelstahl-Innenraum des Miele DGC ist tatsächlich etwas schwer zu putzen, auch ich habe bereits einige verfärbte Stellen (die mich persönlich nicht stören, schließlich wird das Gerät genutzt), der Miele Reiniger hilft nur bedingt, schrubben scheuern oder aggressivere Reiniger werde ich innerhalb der Garantiezeit nicht verwenden. Trotzdem bin ich froh über den Edelstahl-Innenraum des Geräts, bei einer Bekannten ist der Garraum eines Siemens-Kombigeräts bereits nach zwei Jahren von Rost betroffen (auch aufgrund mangelhafter Pflege). Das Entkalken ist aufgrund der häufigen Nutzung öfters zu erledigen, der Zeitaufwand dafür überschaubar, nur die Miele Tabletten kosten eben.

Als Backofen haben wir ein Modell mit Klimagaren gewählt: das nutze ich beim Brot backen (Brot backe ich aufgrund der höheren Temperatur lieber im BO) und ab und zu für andere Speisen, die ich sonst im Kombibetrieb im DGC machen würde (wenn dieser nicht schon besetzt wäre) – praktisch als halbherziger Ersatz für den Kombibetrieb. Pyrolyse ist super und verwende ich 3-4x im Jahr, ich genieße es sehr, den BO nicht mehr putzen zu müssen. Sowohl beim Backofen als auch beim DGC haben wir uns für ein Gerät mit M Touchch S Steuerung gewählt, die uns viel besser als Direct Sensor gefiel.

Der Geschirrspüler ist ebenfalls von Miele mit besserer Korbgestaltung, Kurzprogramm, aber ohne AutoDos. Bereits mein Vorgängermodell war von Miele und ich war davon so begeistert, dass ich keinen anderen mehr wollte. Ursprünglich wollten wir den Vorgänger mitnehmen, wir haben uns dann doch für ein XXL Gerät entschieden und daher einen neuen gewählt. XXL ist super – ein paar mehr cm erleichtern das Einräumen tatsächlich. Und der neue Miele hat ein richtig tolles Kurzprogramm, dauert max. eine Stunde mit toller Reinigungsleistung, funktioniert auch mit klassischem Pulver (manchmal wird behauptet, dass das Programm nur mit Original Miele Tabs funktioniert, dem ist nicht so).

Dennoch gibt es auch hier einen Punkt, den ich anders machen würde: ich würde zumindest den Stromanschluss für ein Miele Professional Gerät vorsehen (diese Geräte sind extrem schnell, leider teuer und brauchen Kraftstrom). Ich komme auch mit dem klassischen GSP und dem Kurzprogramm gut klar, allerdings bin ich gespannt welche Lebensdauer das Gerät bei unserer Nutzung schafft, die Professional Geräte würden da eher unserem Nutzungsverhalten entsprechen (wir haben so ein Geräte damals in Erwägung gezogen, allerdings hat uns der Preis abgeschreckt).

 

90 cm Induktionskochfeld und Dunstabzug von oben – beste Entscheidung! Zu Beginn unserer Planung träumte ich von Bora, das Lesen im Forum hat mich eines Besseren belehrt. Bora mag toll sein wenn man eine Kochinsel hat, für unsere Zwecke wäre es aber denkbar ungeeignet. Ich brauche Platz am Kochfeld, jetzt habe ich endlich 90 cm und muss keinen Platz für einen Abzug von unten verschenken. Ursprünglich habe ich auch von Vollfläche geträumt, auch davon bin ich wieder abgekommen, nachdem ich mich näher mit der Materie beschäftigt hatte sah ich für mich keinen Sinn darin. Ich habe jetzt das für mich ideale Kochfeld da die Zonen perfekt für meine Bedürfnisse passen – was will man mehr. Das Kochfeld hat ordentlich Power und einige technische Gimmicks, die zwar nicht sein müssten, aber das Leben erleichtern. Auf einer Zone gibt es zB einen Bratsensor mit drei Stufen, den ich gerne nutze. Und Induktion ist tatsächlich super, ich mag es, dass das Feld endlich sofort reagiert.

In der letzten Küche habe ich praktisch ohne Dunstabzug gekocht und ich kann jeden, der das für eine gute Idee hält, nur davon abraten. Bei intensiver Nutzung (täglich gekocht, viel angebraten und auch mal was frittiert) konnte ich das Fett von den Oberschränken kratzen. Umso wichtiger war mir daher die Dunstabzugslösung in unserer neuen Küche. Optisch sollte es eine versteckte Lösung werden, die hat uns am besten gefallen. Wir haben lange Zeit zwischen Berbel und Novy geschwankt, beides gibt es in Ö kaum bzw. konnte ich keine Haube in Betrieb besichtigen. Geworden ist es dann eine Novy Fusion mit 120 cm Breite (die Berbel ist es nur deswegen nicht geworden, weil es keine versteckte Lösung breiter als 90 cm gab). Die Novy hat einen ausziehbaren Wrasenschirm, was ich persönlich toll finde damit ja kein Wrasen nach oben weg zieht (meinem Mann gefällt der weniger, er ist viel größer als ich und stößt sich regelmäßig den Kopf). Ohne Forum wüsste ich viel Grundlegendes zu Dunstabzügen nicht: rechtzeitig einschalten (vor dem Kochen), etwas nachlaufen lassen, Fettfilter regelmäßig reinigen.  Manchmal trauere ich der Berbel nach (auch wenn ich nie eine Haube gesehen habe hört sich das Prinzip der Fettwanne für mich schlüssig an), die Novy funktioniert allerdings wirklich sehr gut (eine regelmäßige Kontrolle der Oberschränke zeigt, dass hier praktisch keine Fett zurück bleibt).

Als Kühlschrank haben wir einen 178cm Liebherr ohne Gefrierfach gewählt mit Soft Close – das Gerät funktioniert einwandfrei. Zusätzlich haben wir im Esszimmer unmittelbar angrenzend an den Esstisch einen Getränkekühlschrank integriert –eine tolle Entscheidung, so sind Getränke sofort am Tisch verfügbar.

 

Spüle

Entsprechend meinen Spülgewohnheiten habe ich mich für ein Becken entschieden. Das Blanco Etagon 700 klang perfekt und ist es auch. Die Schienen sind unglaublich praktisch, egal ob zum Abstellen eines Topfes, zum Abtropfen oder zum Ableben des Spültuchs. Die Größe ist toll. Ich habe mich bewusst für die Edelstahlvariante entschieden und lebe mit damit sehr gut. Das Becken wird zu oft genutzt, um überhaupt Wasserflecken entstehen zu lassen (das meine ich ernst, da ich noch über ein zweites kleines Edelstahlbecken verfüge habe ich den direkten Vergleich). Ich genieße es, dass ich bei Edelstahl nicht zimperlich sein muss und putze auch mal mit gröberem Schwamm, so gibt’s auch keine Kratzer zu sehen da die Patina bereits entsprechend ausgeprägt ist.

Als Armatur haben wir uns die Blanco Panera geleistet. Sie hat alles was ich wollte (spritzt nicht, ausziehbar, Duschfunktion, Edelstahl gebürstet). Ich finde sie ist sehr unempfindlich was die Reinigung betrifft und optisch gefällt sie mir richtig gut.

Das Zweitbecken neben dem Holzherd ist nett, ich nutze den Wasserhahn oft, das Becken zum Ausgießen allerdings fast nie (dafür ist es mir zu klein). Statt dessen hat sich das Becken als die perfekte Deckelablage erwiesen.

Auf eine Abtropfe hab ich bewusst verzichtet, obwohl ich einiges abwasche (Bretter, Messer, beschichtete Pfannen, alles was besonders schnell geht oder aufgrund der Größe den halben GSP in Beschlag nehmen würde). Ich lege einfach ein Handtuch unter, wenn das nass ist kommt es auf den nahe gelegenen Heizkörper zum Trocknen. Für mich die ideale Lösung, die Abtropfflächen die ich kannte waren mir immer zu klein und blöd zu reinigen.

Einer meiner liebsten Plätze ist das „Küchenmaschinenversteck“ hinter den Hochschränken. Hier stehen meine Kenwood, mein Food Processor und mein Wasserkocher (den ich immer noch täglich morgens nutze). Das benötigte Gerät wird einfach bei Bedarf vorgezogen. Am anderen Ende der Fensterzeile hat die große Schneidmaschine sowie eine Getreidemühle ihren Platz. Vor allem die Schneidmaschine wird sehr oft genutzt, sie ist gut erreichbar und doch nicht gleich einsehbar. Dass sie so frei zugänglich auf der APL steht erleichtert auch sehr die Reinigung, gerade hier sind immer wieder viele Brösel zu entfernen, ich kann die Maschine ziemlich flexibel verschieben, das erleichtert das Wischen/Wegsaugen sehr.

Die Mikrowelle ist ebenfalls in einem Oberschrank am Ende der Zeile versteckt. Eigentlich steht das Gerät viel zu hoch, da wir die Mikrowelle dank DGC nur mehr selten nutzen ist das aber okay und mit etwas Vorsicht kein Problem.

 

Müll

Neben der Spüle habe ich einen MUPL, der allerdings nur zwei Ninka Behäter enthält (Bio und Metall). Für Biomüll ist der Platz gleich direkt unter der APL einfach ideal. Ich produziere sehr viel davon und genieße es, meine Reste einfach reinzuwischen oder Kartoffeln gleich direkt hinein zu schälen. Der restliche Müll ist klassisch unter Spüle, aufgrund der Haushaltsgröße ist dafür sehr viel Platz vorgesehen: Papier, Kunststoff, Restmüll, Glas.

Speisekammer

Noch ein Wort zur Speisekammer und Vorratshaltung: Wir haben einen großen Haushalt, ich kaufe auf Vorrat und koche ein. Aus diesem Grund konnte ich mich anfangs schwer mit dem Gedanken anfreunden, unsere Speisekammer zugunsten der Küche zu verkleinern. Auch hier um Forum gibt es dazu immer wieder Diskussionen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich jederzeit wieder meine Speis für eine tolle Küche opfern würde. Mein großer Vorratsschrank mit Auszügen beherbergt wirklich fast alle meiner Vorräte, unvorstellbar wieviel darin Platz hat (dabei hätte ich mit etwas Tüfteln noch mehr Stauraum herausholen können, wenn ich die Auszüge anders platziert hätte). Da uns aber eine Raumecke "übrig" blieb haben wir hinter dem Vorratsschrank eine kleine Speisekammer (bestehend aus einer Regalwand und einigen Auszügen). Hier landet Eingekochtes und Marmeladengläser, große Mehlbehälter und große Töfpe die nur selten benötigt werden - schön wenn der Platz da ist, aber zur Not könnten diese Dinge auch in den Keller oder auf den Dachboden. Ich empfehle wirklich jeden, sich nicht zu sehr an eine Speisekammer zu klammern, oft können die meisten Dinge viel praktischer in der Küche untergebracht werden.

Ich denke an der Länge meines Berichts merkt man, dass die Begeisterung für unsere Küche noch immer ungebrochen ist. Ich freue mich täglich daran und möchte allen hier im Forum danken, die uns bei der Planung unterstützt haben (ganz besonders KerstinB!!!). Ich habe mich bemüht hier möglichst viele Infos zu geben, falls ich was vergessen habe und noch Fragen auftauchen - jederzeit gerne!

 

Küchendetails
Stilrichtung
Datum der Fertigstellung
April 2020
Gerätedetails
Kochfeld
Miele KM6679
Backofen / Einbauherd
Miele H7660 BP
Geschirrspüler
Miele G7155 XXL
Kühlschrank
Liebherr IKBP 3564 Premium Biofresh
Dunstabzugshaube
Novy Fusion Pro
Dampfgarer
Miele DGC 7645
Küchen-Raumdetails
Küchenraum-Art
Koch-/Essraum
Reine Küchengröße
13,1 bis 16 m²
Gesamtraumgröße
30,1 bis 35 m²
Raumform
L-Form
Küchenform
Sonstige Form

Benutzer-Kommentare

6 Kommentare
So ein toller Bericht
@singbegeistert .. danke für den spannenden Bericht und ich freue mich so sehr über diese schöne Küche. Habe eben den Anblick noch mal mit dem Foto von der alten Küche verglichen. Der Raum hat soviel gewonnen und du hast dir soviele Gedanken gemacht. Einfach richtig viel Spaß hat das gemacht. Und den wünsche ich dir für viele lange Jahre mit dieser Küche.
LG
Kerstin
K
Darf ich noch fragen, ob die Spüle von den Monteuren vor Ort oder von dem Hersteller der Keramikplatte werkseitig flächenbündig eingebaut wurde? Lg
Antwort des Verfassers 29 Januar 2022

Spüle wurde vor Ort eingebaut

T
Deine Küche ist mir schon oft über den Weg gelaufen, im positiven Sinne natürlich :-) Die Planung selbst habe ich nicht mitverfolgt, weil ich später erst das Forum entdeckt habe, aber ich lese sie mir mal im Nachgang mal durch.
In Bezug auf die Fliesen als Rückwand kann ich dir einen Fugenschutz von Fila empfehlen. Das habe ich bei uns auf dem Boden aufgetragen. Alternativ hätte man die Fliesen ggf. mit Epoxidharz beispielsweise von PCI verfügen können.
Um deinen 70er Spülbecken beneide ich dich sehr. Mir reichen 55 cm oft nicht aus, insbesondere bei großen Pfannen mit langen Griffen.
Du hast eine tolle, praktische Küche mit einem großen Wiedererkennungswert! Ich wünsche Dir vom Herzen weiterhin viel Spaß in dieser einzigartigen Küche!
Antwort des Verfassers 17 Januar 2022

Hallo Traumküche! Danke für den Tipp. Tatsächlich bemerke ich bei den Fliesenfugen noch überhaupt keine Veränderungen, aber es ist sicher besser vorzubeugen. Die Verfärbungen entstehen vorerst bei den Silikonfugen im Bereich der Spüle - bei uns ist die Spüle definitiv der meist genutzte Ort.
lg

T
Ach, wie schön…
…zu lesen, wie durchdacht alles ist und, dass Du zufrieden bist! Ein sehr informatives Bericht mit wertvollen Hinweisen die aus echter Erfahrung kommen - unbezahlbar! Wenn ich so lese, wie intensiv Du den Geschirrspüler benutzest, denke ich, das wäre wahrscheinlich die erste Küche die ich „kenne“, die tatsächlich eine zweite Spülmaschine wirklich gebraucht hätte… Ich wünsche Dir auch viel Kochspaß in und mit Deiner Superküche!!!
I
Klasse Küche, toller Bericht!
Diese Küche ist einfach ganz große Klasse! Mir gefällt das so gut, die eher klassischen Materialien - Holz, Schmiedeeisen, Keramik und Fliesen - aber modern interpretiert. Richtig gut gelungen. Die Kombination von Grautönen mit Holz mag ich auch. Und alles wirkt hell und freundlich. MEGA!
Ich habe deine Planung nur streckenweise als stille Mitleserin verfolgt und bin vom Ergebnis absolut begeistert.
Danke für den ausführlichen Bericht.
Viel Spaß in deiner schönen Küche!
C
"Wow!" für diese tolle Beschreibung und die Erfahrungen
Ich danke dir für deinen so umfangreichen Bericht! Eure Küche ist ganz toll geworden, ich habe die Planung mal überflogen und das Ergebnis und vor allem dein Fazit nach einer Weile der Nutzung finde ich sehr spannend! Wir sind noch in einer Küchenplanungsphase, daher lese ich hier schon ganz viel.

Ich habe eine Frage zu deinem Vorratsschrank: Der ist sehr breit und hat zwei Türen, hinter denen sich Auszüge befinden. Das bedeutet, dass man immer beide Türen öffnen muss, um einen Auszug herauszuziehen. Gefühlt würde mich das stören, wie sind deine Erfahrungen speziell hiermit?

Und noch etwas würde mich sehr interssieren: Im Planungsthread ging es auch mal um den Preis. Seid ihr mit all den schönen Geräten mit eurem Budget ausgekommen?

Viele Grüße und ganz viel Spaß beim Kochen (du singst hoffentlich dabei!)!
Antwort des Verfassers 12 Januar 2022

Hallo Agnes! Danke für das Kompliment!

Unser Vorratsschrank ist ja gleichzeitig die Abtrennung zum dahinter liegenden Abstellraum und bei der Planung standen zwei Optionen zur Wahl: entweder übertiefer schmaler Vorratsschrank oder breit und mindertief. Ich hab mir damals beides vorgestellt und fand es dann bequemer zwei Türen zu öffnen als in einem übertiefen Auszug ganz hinten rumzukramen. Im Alltag passt es tatsächlich gut: das Öffnen der Türe erledige ich meist mit einer Bewegung (vorausgesetzt ich hab beide Hände frei, was beim Vorbereiten ja normalerweise der Fall ist), wenn ich beim Backen bin und öfter zum Schrank gehe lasse ich die Türen gerne auch offen stehen, stört ja nicht. Und die am häufigsten genutzten Dinge (Mehl, Zucker oÄ) stehen ganz vorne so dass ich wenns mal schnell gehen muss auch nur eine Tür öffne und den entsprechenden Behälter rausangle (ohne den Auszug raus zu ziehen) - das funktioniert da die Abstände zwischen den Auszügen teilweise groß sind wegen der Schaniere. Mit etwas Tüftelei ließen sich die Auszüge auch noch umplanen und es hätte ein zusätzlicher Auszug Platz, eigentlich war vorgesehen dass ich dem Tischler vorgebe wie die Auszüge einzubauen sind, im Streß der Montagezeit (bei uns erschwert durch den ersten Lockdown im März 20) haben wir's aber übersehen und es wurde wie von Blum vorgeschlagen montiert. Da ich mit dem Platz gut klar komme habe ich es so belassen.

Und zum Budget ... ich glaube ich hab nie wirklich Zahlen genannt oder? Aber wir haben definitiv mehr ausgegeben als wir ursprünglich vor hatten. Bei vielen Dingen war es so: wir nutzen die Küche soviel, der Raum ist uns so wichtig, dass wir keine Kompromisse eingehen wollten und lieber mehr ausgegeben haben sofern es sich irgendwie ausgegangen ist. Auch bei den Geräten war es so, die Extras (Bsp. Festwasseranschluss) haben wir uns bewusst geleistet.
lg und noch viel Spaß beim Planen

A