Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

  1. kaisinho

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    Hallo,

    heute bekam ich mein Neff Induktionskochfeld geliefert. Es handelt sich um ein 5-Platten-Modell mit Twistpad. Zu meinem erstaunen musste ich feststellen, dass jeweils zwie Null-Kabel (blau) und zwei L-Kabel (braun und schwarz) dabei zusammengeführt wurden.

    In der Beschreibung geht hervor, dass man die jeweils zusammengeführten Kabel je an ein blaues, schwarzes und natürlich die Erde anschließen soll.

    Ein zweites Bild zeigt allerdings einen Anschlußplan, bei dem die beiden zusammengeführten L-Kabel (schwarz und braun) getrennt sind und an die jeweiligen Anschlüsse an der alten Herdanschlußdose befestigt wurden. Heißt das, dass ich die Anschlussart wählen kann, also eventl. auch die Kabel trennen muss?

    Ich habe an dieser Stelle meine alte Herdanschlussdose und könnte natürlich diese Anschlussart wählen. Wenn ja, welche Vor- oder Nachteile hat das?

    Dann ist davon die Rede, dass ich den Ausschnitt mit hitzebeständiger Farbe? versehen soll. Was sollte ich da verwenden.

    Außerdem wird davon gesprochen, dass das Induktionskochfeld soviel Wärme nach unten erzeugt, dass es von Vorteil wäre, wenn ich einen Zwischenboden, den Neff als Zubehör auch anbietet, nehmen sollte.

    Bei so vielen Vorsichtsmaßnahmen bin ich echt am überlegen, ob ein normales Kochfeld nicht doch die bessere Lösung wäre. Noch könnte ich es umtauschen.

    Wie sind eure Meinungen dazu?

    Vielen Dank schon einmal für die Hilfe


    Viele Grüße


    Werner
     
  2. mozart

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hallo Werner,
    das Feld läßt sich 1 bis 3-phasig anschließen. Vorkonfektioniert ist es für 1-phasigen Betrieb, was nicht empfehlenswert ist, sofern mehr Phasen zur Verfügung stehen.
    Einfach nach Anschlußplan Kabel verbinden birgt das Risiko, das Kochfeld zu beschädigen. Man muß IMMER den Herdanschluß durchmessen.
    Du kennst dich nicht aus, das entnehme ich dem Umstand, daß Du von 380V sprichst, die auch bei mehrphasigem Betrieb nicht anliegen. Laß das einen Elektriker machen, das ist nicht ohne Grund so vorgeschrieben.
    Grüße,
    Jens
     
  3. kaisinho

    kaisinho Mitglied

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hallo Jens,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Das ich von 380V spreche hängt damit zusammen, dass in der Betriebsanleitung die Rede von 380V ist. Klar ist, dass meine jetzige Herd/Ceranfeld-Kombi trotz 5-adrigem Anschluss kein Drehstromgerät ist. Es liegen 3 Phasen a 220V (die alle einzeln mit je einer 16 Amp Sicherung abgesichert sind) an, sowie mein Null-Leiter und die Erde natürlich.
    Ich habe einmal den Schaltplan hochgeladen, damit du siehst, dass nicht ich auf die Idee mit 380V kam, sondern es in der Beschreibung so steht;-)

    Ich war halt nur verwundert, dass Neff die beiden Kabel schon zusammen geführt hat. Ich hätte es einfach besser gefunden, wenn die Kabel Einzel gewesen wären.
     

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  4. Michael

    Michael Admin

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hallo Werner,

    du solltest Anschlußschema 2 verwenden und die beiden Phasen auftrennen. Anschlußschema 3 ist nur für die Niederlande, wie das Kürzel NL zeigt. Die Null-Leiter bleiben also verbunden.

    Mir ist völlig unklar, wieso in der Bedienungsanleitung von starker Hitze nach unten die Rede ist. Das stimmt einfach nicht. Auf jeden Fall notwendig ist ein Kabelschutz, in welcher Form auch immer. Das Problem hast du aber bei jedem autarken Kochfeld.
     
  5. Holz Homer

    Holz Homer Mitglied

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Auch noch zu erwähnen ist die Verwendung einer Aderendhülse.

    Gruß Homer
     
  6. planki

    planki Spezialist

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Die Hitze nach unten ist gegeben, da die Elektronik aktiv gekühlt wird und daher ein Hitzeschutzboden erforderlich ist. Siemens als auch Neff sowie einige Küchenhersteller weisen darauf hin, dass die entstehende Abwärme durch Kühlung der Elektronik durchaus Temperaturen bei 70°C erreicht und dadurch Schäden an Mensch und Möbel entstehen können.

    Den Hitzeschutzboden für Induktion bieten fast alle Küchen- und Gerätehersteller an und der sollte zwingend verbaut werden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Zwischenraum zwischen Hitzeschutzboden und Unterkante Kochfeld mindestens 20 mm beträgt, die für Lüftung erforderlich sind.

    Nach neuesten Erkenntnissen bei Nobilia entstehen an der Vorderkante des Hitzeschutzbodens (die ohne Wärmeisolation ist) Temperaturen von über 70°C, die bereits zu Kundenreklamationen wg. Verbrennungen geführt haben.

    Mir bekannte Küchenhersteller erlauben alle, dass über Schubkästen Induktionskochstellen eingebaut werden, empfehlen aber mittlerweile, auf den Schubkasten zu verzichten, damit die Kühlung der Induktionskochstelle effektiver wird, oder bieten mittlerweile spezielle Kochstellenschränke für Induktionskochfelder an (Häcker), bei denen die Schubkastenzarge eine niedrigere Höhe hat, um den für die Kühlung der Induktionskochstelle erforderlichen Raum zu schaffen.

    Auch die Kundendienste der Hersteller sind angewiesen, Garantieleistung abzulehnen, wenn der für die Kühlung der Induktionskochstelle erforderliche Raum unterschritten wurde oder die Kühlung nicht ausreichend ist.

    Zum Anschluss des Kochfeldes ist zu vermerken:

    Bei 1-phasigen Betrieb ist entsprechend der Bedienungsanleitung das Kochfeld auf diese Betriebsart einzustellen, d.h. die Leistungsaufnahme des Kochfeldes wird auf ca. 4KW begrenzt und es lassen sich nur jeweils 2 Kochstellen gleichzeitig mit hoher Leistung oder nur eine Kochstelle in der Powerstufe betreiben.

    2-phasiger Betrieb ist die zu bevorzugende Anschlussvariante in Deutschland an einem Normgeräteanschluss (Herdanschlussdose). D.h. dass bei BSH-Induktionsfeldern immer die hintereinander liegenden Kochstellen mit einer Phase versorgt werden, während Electrolux die Kochstellen diagonal "versorgt".
    Bei dieser Anschlussart können alle Kochstellen in der hohen Leistungsstufe betrieben werden oder 2 Kochstellen gleichzeitig auf Power geschaltet werden.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 30. Apr. 2011
  7. Michael

    Michael Admin

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hallo Planki,

    sehr detailierte Ausführungen. Danke.

    Ich habe selber Tests bei den Herstellern Siemens, Neff und Miele durchgeführt. Kochen auf mittlerer Stufe und drei Kochzonen für jeweils 45 Minuten. Das Ergebnis sind handwarme Kochfeldunterseiten bei allen Herstellern.

    Insbesondere bei Miele ist es ausserordentlich wichtig, 20mm Luft unter dem Lüfter zu haben. Da wird es z.B. eng mit einem Kompaktbackofen darunter. Das Kochfeld tilt bereits bei nur 10mm Luft.

    Über die Maßnahmen der KD-Techniker möchte ich mich hier nicht auslassen. Diese sind vorwiegend angewiesen Kosten zu vermeiden und, egal wie, auf den Kunden oder Händler abzuwälzen. Die Begründungen sind teilweise so abenteuerlich, daß man ein lustiges Buch darüber schreiben könnte. *top*

    Wenn ich mal klamm bin, mache ich das auch. :cool:
     
  8. mozart

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hi,
    mich wundert, daß der 3-phasige Anschluß nicht angegeben wird. Die 90er Neffs mit 5 Zonen, die ich bisher verbaut habe, hatten immer die Möglichkeit dazu. Anders werden die angeg. 10,8KW auch nicht erreicht.
    Grüße,
    Jens
     
  9. planki

    planki Spezialist

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Wo Du recht hast, hast Du recht. Hier noch das Neff-Anschlussschema für die 90-er Kochfelder mit 5 Kochstellen.

    TT 4490 N TwistPad Induktions-Kochfeld
     

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Juli 2012
  10. kaisinho

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Hallo,

    bei unserem 80iger Kochfeld handelt es sich auch nicht um "echte" 5-Kochfelder. Eines ist nur als Wärmeplatte benutzbar. Ich denke, dass deshalb nicht der 3-phasige Anschluss erwähnt, bzw. machbar ist zumal ja nur 2 Phasen sich am Kochfeld befinden.

    Mit der Hitzeentwicklung hatte unsere Küchenberaterin dies auch für nicht zu tragisch empfunden, zumal man wahrscheinlich sehr selten alle Platten auf Höchststufe und dann auch noch über einen längeren Zeitraum betreibt. Dennoch werde ich mir das Zubehörteil von Neff ordern und verbauen.

    Unsere große Schublade ist bereits mit geringerer Seitenhöhe ausgestattet. Somit sind eigentlich alle Voraussetzungen für ein problemloses Kochen geschaffen -hoffentlich;D-.
     
  11. mozart

    mozart Spezialist

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    ok, dann ist es klar-diese Felder laufen "nur" 2-phasig.

    Die Praxis, für 1-phasigen Betrieb vorzukonfektionieren, finde ich ziemlich fragwürdig.
    Man erahnt schon, wie der eine oder andere Endkunde eine übriggebliebene Schuko-Verlängerung abzwickt, eine Lüsterklemme aus Ikea-Restbeständen in die Hand nimmt und das ganze dann ohne Hülsen bis kurz vor Kabelbruch anzieht und in die nächste freie Steckdose steckt.
    Werner, Dich meinte ich nicht.
    Grüße,
    Jens
     
  12. planki

    planki Spezialist

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    Da in der Vergangenheit der Großteil der Induktionskochfelder/stellen nach Frankreich & Belgien geliefert wurden und dort ein Mehrphasiger Anschluss nur in Ausnahmefällen vorzufinden ist, hat man sich den Erfordernissen des Marktes angepasst!

    Wenn der Endkunde dies ohne erforderliche Fach- und Sachkenntnis tut - ist die Garantie futsch!
    In den Installationsanleitungen steht immer drin, dass der Anschluss nur durch einen Fachmann zu erfolgen hat! Selbst Schuld
     
  13. martin

    martin Moderator

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    AW: Induktionskochfeld wahlweise mit 220V oder 380V betreiben?

    70°sollten nur für Billigst-Möbel ein Problem sein. 80° ist Standard, für Folienfronten allerdings mittelfristig problematisch.
     

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