Küchenmöbel sollten idealerweise nicht nur unseren Wünschen, sondern auch unseren Körpermaßen und, ganz wichtig, auch der jeweiligen Tätigkeit angepaßt werden. Nur so ist rückenschonendes Arbeiten möglich.
Wenn man bedenkt, dass eine Beugung des Rückens von mehr als 20 Grad nach vorn auf Dauer durch die einseitige Belastung zu Beschwerden führen kann, sollte man den Arbeitshöhen besondere Beachtung schenken.
Ich vermute, dass jeder, der eine Neuanschaffung plant, zumindest schon mal was von einer "Optimalen Arbeitshöhe" gehört hat.
Die Berechnung um diese zu bestimmen ist relativ einfach:
Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Abstand zwischen dem waagerecht abgewinkelten Unterarm (bei angelegtem Oberarm an den Körper) und der Arbeitsplatte rund 15 cm betragen sollte. Dies ermöglicht aufrechtes Stehen beim Vorbereiten.
Nun ist es aber so, dass dies nicht die einzige Arbeitshöhe in einer Küche ist, somit habe ich mir mal die Mühe gemacht, weitere Arbeitshöhen in der Küche hier aufzuzeigen. Die Liste wird sicherlich nicht vollständig sein, deckt aber die meisten Arbeitsbereiche ab, die da sind:
- Schwere Tätigkeiten, wie zB. Teigkneten
liegt hier die dafür vorgesehene Arbeitsfläche um 20 bis 30 cm unter der Ellbogenhöhe, kann das Gewicht des Oberkörpers besser ins Spiel gebracht werden und man braucht weniger Muskelkraft
um vorzeitiges Ermüden bei längerem Arbeiten zu vermeiden, ist ein Sitzarbeitsplatz vorteilhaft. Dieser läßt sich auch in einem kleinem Raum unterbringen in Form von ausziehbaren oder ausklappbaren Platten. Der Sitzarbeitsplatz sollte natürlich auch der Körpergröße angepaßt sein
die Kochmulde kann 10 cm tiefer gesetzt werden als die Hauptarbeitsplatte, weil die Höhe der Töpfe hinzugerechnet werden muß. So kann man leichter an die auf den hinteren Kochfeldern befindlichen Töpfe herankommen. Wenn möglich sollten Sie Kochmulden mit nebeneinander angeordneten Kochfeldern einplanen
die Oberkante der Spüle sollte (unter Berücksichtigung der Beckentiefe) 5 bis 10 cm über dem Niveau der Hauptarbeitsplatte liegen und, ganz wichtig, so nahe wie möglich an der Front eingebaut werden. Dadurch verhindern Sie gleichfalls eine gebeugte Haltung
ein Abstand von 50 cm zwischen der Arbeitsplatte und der Unterkante der Oberschränke ist eine ideale Nischenhöhe. Damit Sie keine Probleme beim Hantieren mit Kleingeräten bekommen sollten Sie unterschiedliche Hängehöhen von Oberschränken einplanen. Mehr Platz brauchen Sie zB. im Spülbereich, wo zu tief hängende Oberschränke beim Reinigen von Backblechen oder großen Töpfen Probleme verursachen.
Am günstigsten ist es, wenn Sie die unteren zwei bis drei Fächer der Oberschränke noch bequem ohne Steighilfe erreichen können.
Aus Sicherheitsgründen gibt es einen vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zwischen Herdoberfläche und Dunstabzug der unbedingt eingehalten werden sollte. Er beträgt bei Elektrokochfeldern 60-65 cm, bei Kochstellen mit offenen Flammen mindestens 75 cm, besser 90 cm.
wenn möglich sollten Sie zumindest den Backofen in Sichthöhe unterbringen. Empfehlenswert ist auch die Anhebung des Geschirrspülers, abgesehen von dem praktischen Nutzen schont es obendrein den Rücken.
Soviel zur ergonomischen Anpassung der einzelnen Arbeitsbereiche. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechend großer Raum, der eine aufgelockerte Gestaltung erlaubt. In einer kleinen Küche, in der die Bereiche einfach aneinandergereiht werden, wirkt diese Anpassung optisch unruhig. Zudem geht bei Abstufungen Arbeits- und Stellfläche verloren. Beachten Sie jedoch auch bei einheitlicher Höhe den 15-cm Abstand zum Ellbogen.
Und zum Schluss...
- unterschiedlich große Personen
arbeiten zwei unterschiedlich große Personen gleich häufig in einer Küche, sollte diese nach den Bedürfnissen der kleineren Person ausgerichtet werden. Bietet die Küche genug Platz, kann man mehrere individuelle Arbeitsbereiche planen.
LG Wolfgang